Du bist schuld

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Du bist schuld

Ich tu, als ob ich friedlich schlummer
Dann trifft mich dein Blick, ein stummer
Du holst tief schnappst nach Luft und suchst ringst nach Worten
Ich spür, zu sprechen fällt dir Und deine Zunge ist so schwer
Hör auf, von Fuß zu Fuß zu wippen
(Ich) leg meinen Finger auf die Lippen
Lösch noch die Lichter und komm her
Her zu mir

Verrat mir nicht, weshalb du spät bist
Dein Hemdenkragen halb verdreht ist
Weshalb die Luft um dich nach Rotwein
Und nach Amaretto schmeckt
Komm zu mir und lass mich grübeln
Wo ist der Grund dir zu verübeln
Dass mein Abend wunderschön war
Nur mit mir Ohne dich

Ich will mir selber überlegen
War dies ein Trennungsgrund grad eben
Ob du ein Schuft bist und verdient hast
Dass ich dich ignorier, heut Nacht
Ich hoff‘, ich werd nicht lächelnd schlafen
Anstatt dich heftig Jetzt ist die Zeit dich zu bestrafen
Ich habe Ach, ich hab viel zu viel Geduld
Und du bist schuld!
 
Grund: ..kleine Überarbeitung..
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Mir gefällt die Szenerie, die du hier entwirfst... mit einer mE ganz ungewohnten Perspektive, (der bereits schlafenden Frau - wenn ich das richtig lese...)
Manches bleibt für mich aber etwas holperig, bzw die Bezüge sind mir unklar:
Komm zu mir und lass mich grübeln
Wo ist der Grund dir zu verübeln
Dass mein Abend wunderschön war
Nur mit mir
Wie ist das gemeint?
Sie will darüber grübeln, ob es einen Grund gibt, dass er ihr verübelt, dass sie einen prima Abend ohne ihn hatte.
oder:
Sie will darüber grübeln, ob es einen Grund gibt, ihm zu. verübeln, dass er einen prima Abend ohne sie hatte?
Ich tendiere zu zweitem, weil sie zuvor seinen Hemdkragen und den Rotweingeruch bemerkt.
Wenn ich da richtig liege, könnte es vielleicht heißen:

Verrat mir nicht, weshalb du spät bist
Dein Hemdenkragen halb verdreht ist
Weshalb die Luft um dich nach Rotwein
Und nach Amaretto schmeckt
Komm zu mir, lass mich nicht grübeln
nach einem Grund dir zu verübeln
Dass auch mein Abend wunderschön war
Nur mit mir


Naja... Immer noch etwas holperig vielleicht... :unsure:

Grüße
 
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  • #3
..kleine Überarbeitung im Original..
 
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  • #4
Wie ist das gemeint?
Sie will darüber grübeln, ob es einen Grund gibt, dass er ihr verübelt, dass sie einen prima Abend ohne ihn hatte.
oder:
Sie will darüber grübeln, ob es einen Grund gibt, ihm zu. verübeln, dass er einen prima Abend ohne sie hatte?
Ich tendiere zu zweitem, weil sie zuvor seinen Hemdkragen und den Rotweingeruch bemerkt.
..wenn wir bei der Rollenverteilung bleiben mit dem Song-Ich als der Frau, versteh ich‘s so..
..sie wartet, bereits im Bett, dass er heim kommt und malt sich aus, was er getrieben haben könnte..als er schließlich in der Schlafzimmertür steht, wär sie gerne wütend aber er gibt eine derart lächerliche Figur ab, dass nichts, was sie in Betracht gezogen hat schlüssig erscheint..aber ein wenig Wut war doch im Spiel und wem, wenn nicht ihm ist es zu verübeln? Gilt es nur noch einen Grund zu finden..aber leider ist ihr erster Gedanke (ein vermasselter Abend) in der Hinsicht eine Niete..
 
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Ich finde es sehr interessant, wie du den Entwicklungsprozess deines Textes visualisiert hast, danke dafür!

Spannend finde ich, wie ich zugleich erotische Spannung wahrnehme, Trotzigkeit, ein gefühlvoller Umgang miteinander und eine Art kindliche Unbeholfenheit sowohl beim lyrischen Ich als auch beim lyrischen Du. Lässt beide Charaktere sehr nahbar wirken. Ich habe das Gefühl sie vor mir zu sehen, den Alkohol zu riechen, zu spüren, wie sie doch nur will, dass er sich zu ihr legt und dabei sich versucht trotzig wegzudrehen und sich vermutlich gleichzeitig doch ein wenig an ihn schmiegt.

Mir fällt auf, dass es keine "klassischen" Elemte eines Songtextes gibt (z.B. Refrain). Wäre neugierig über deine Beweggründe/Entscheidung dafür ein wenig mehr zu erfahren.

Liebe Grüße!
 
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Ich finde den Text spannend:
In der ersten Version und erst Recht in der Bearbeitung deute ich es so, dass er irgendwo ein Date hatte, sie aber auch.

Die Zeilen ab: "komm zu mir und lass mich grübeln...." und in welcher Weise die letzte Strophe formuliert sind, sind für mich eindeutige Zeichen.
In Wahrheit hatte sie selber ihren Spaß und überlegt nun, ob sie in typischer Manier eine Szene macht oder doch lieber nicht:D
Stimmts???
 
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Auch spannend, oder sie hat tatsächlich Spaß ganz alleine mit sich selbst gehabt, auch nennenswert 😄

Jetzt ist die Zeit dich zu bestrafen
Die Zeile finde ich auch gut, ich habe eher das Gefühl, dass sie ihn ein bisschen fesseln oder auspeitschen will, als ihn im "klassischen" Sinne zu bestrafen 😁
Beitrag automatisch zusammengefügt:

In Wahrheit hatte sie selber ihren Spaß und überlegt nun, ob sie in typischer Manier eine Szene macht oder doch lieber nicht:D
Darauf bezog sich das auch spannend..
 
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  • #8
Ich finde den Text spannend:
In der ersten Version und erst Recht in der Bearbeitung deute ich es so, dass er irgendwo ein Date hatte, sie aber auch.

Die Zeilen ab: "komm zu mir und lass mich grübeln...." und in welcher Weise die letzte Strophe formuliert sind, sind für mich eindeutige Zeichen.
In Wahrheit hatte sie selber ihren Spaß und überlegt nun, ob sie in typischer Manier eine Szene macht oder doch lieber nicht:D
Stimmts???
..das Pendel der Wirklicheit schwingt ja oft ohne seine maximal denkbaren Umkehrpunkte auszuschöpfen..deine Interpretation ist denkbar, aber evtl. war es auch so..

..die neue Kollegin gibt ihren Einstand in dem kleinen kubanischen Restaurant, in dem die Serviererin seit 25 Jahren Regie führt und die Gäste mit Getränken, Tänzchen und Gesinge bei Laune hält..es ist schon nach zwei als sie zusammen mit den verbliebenen Gästen die halb volle Amaretto-Flasche finalisiert..zum Glück fährt die U-Bahn am Wochenende durch..unsere Serviererin schafft es auf letzten Drücker in die selbe U-Bahn, wie die Gäste, die denken allesamt: So sieht also eine sexy Kubanerin aus, die einfach nur geschafft ist..​
​
..als unser Song-Du ihr schüchtern zuwinkt und ein 'hallo' stammelt, kehrt das Lächeln zurück in ihr Gesicht, sie stolziert mit schwingenden Hüften durch den U-Bahnwagen, platziert sich auf seinem Schoß, fährt ihm mit den Fingern durch das Haar und küsst ihn auf die Stirn..schon an der nächsten Station muss sie raus..und sie zelebriert ihren Abschied auf gleichem Niveau, als sie beim Aussteigen noch ein 'bis bald' in die Runde säuselt..​
​
..derweil zu Hause hat unser Song-Ich endlich mal die Zeit, die Biografie von Che Guevara zu Ende zu lesen..ohne TV, ohne Musik, aber mit Fledermäusen, die in der Dämmerung vor dem Fenster hin und her jagen und später mit einem aufgehenden fast vollen Mond..auch sie ist mit den Gedanken in Kuba, wo sie direkt vor der Heirat ihren 'Last Time Single' Urlaub verbracht hat..allein diese Nacht am Strand mit dem glimmenden Lagerfeuer..​
​
..als sie von Erinnerungen und fast verpassten Chancen erfüllt ins Bett geht lässt einen die beinah kubanische Schwüle der Nacht nicht einschlafen..und er? Er hat wohl den letzten Bus an den Stadtrand verpasst und muss nun zwei Kilometer zu Fuß - geschieht ihm Recht, einfach ohne sie auszugehen..und selber Schuld, wenn er jetzt nicht da ist..​

..ich denk, die Wahrheit liegt ein wenig bei jedem selbst..meine Geschichte hat überhaupt einen Wahrheitsgehalt von bestimmt 80%..nur ist das Ganze aus verschiedensten Erinnerungen und anvertrauten Geheimnissen und hier und da einem Film-Schnipsel zusammengewürfelt ;-)
 
Grund: Typo
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Ein sehr interessantes Spiel mit der Phantasie des Publikums. Denn ihm werden noch weniger Informationen geliefert, als es anfangs ahnt. Wir wissen nichts über ihr Alter oder Verhältnis über Ort und Zeit. Und dennoch habe ich zunächst einen stabilen Film gesehen.

Also ich sehe die Szene in den unterschiedlichsten Dekorationen und Vorgeschichten. Und DAS macht für mich den eigentlichen Reiz aus!

Oops, rechtzeitig fertig geworden!
 
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  • #10
verschiedensten Erinnerungen und anvertrauten Geheimnissen und hier und da einem Film-Schnipsel zusammengewürfelt ;-)
Diesen Eindruck hatte ich ebenfalls. Alle möglichen Phantasien erscheinen möglich.

Ich kann dir sagen, was mich auf diese Wahrnehmung brachte: Die Situation all der Menschen in den unterschiedlichsten Welten. Nimm die Geschichte von Trump und Epstein, die mich jeden Tag auf’s Neue verblüfft. Ich habe mir längst abgewöhnt, eine Lösung zu erwarten. Statt dessen beginne ich mich jeweils in die Situation der Figuren wie ein Schachspieler zu versetzen…

…, dabei sehe ich mich zwar als sensiblen und moralischen Betrachter, trotzdem habe ich genügend Erfahrungen, und zwar in alle Richtungen, gesammelt,
 
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  • #11
Hi @Naduna

..du hast das ambivalente der Situation schön erfasst..

Mir fällt auf, dass es keine "klassischen" Elemte eines Songtextes gibt (z.B. Refrain). Wäre neugierig über deine Beweggründe/Entscheidung dafür ein wenig mehr zu erfahren.

..die Grund-Idee geht auf einen Gedanken zurück, den ich von einem ehemaligen Arbeitskollegen habe..es ging um die Frage, wie man etwas Unerklärliches erklären kann..er sagte, vielleicht sollte man einfach nur lächeln; jede Begründung nimmt dem Gegenüber die Möglichkeit, sich selbst eine Entschuldigung zu überlegen..

..heute war mir der Nachtbus vor der Nase weggefahren und ich musste zu Fuß gehen..auf den 10 Minuten Weg hab ich im Kopf die zweite Strophe skizziert und zu Hause die erste und dritte ergänzt..zwei Stunden später hab ich den Text hochgeladen..

..dass es keinen echten Chorus gibt liegt, wohl daran, dass der
Text ohne jedes Instrument allein im Kopf entstanden ist..da ist man einfach freier:-)
 
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  • #12
dass es keinen echten Chorus gibt liegt, wohl daran, dass der
Text ohne jedes Instrument allein im Kopf entstanden ist..da ist man einfach freier
Ich würde in diesem Falle keinen Chorus wählen. Jedenfalls nicht als Wegweiser. Eher das Bild eines Nachtbusses, der irgendwo jemandem vor der Nase davon fährt! ;)

Dieser Text gefällt mir, so oder so, extrem gut! 👍
 
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  • #13
  • #14
Ich kenne das Gefühl, wenn mir ein leerer Nachtbus vor der Nase wegfährt, ich stehe dann ziemlich ohnmächtig verwirrt da.,. eigentlich eine gute Inspirations-Quelle ;)
 
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  • #15
Jaa das kann schon sehr wehtun, wenn man dann da so alleine steht. Aber will man dem Nachtbus die Schuld geben? Wissen wir, warum der Nachtbus leer abgefahren ist? Vllt hat der Busfahrer Angst (es ist spät und er möchte den Feierabend nicht verpassen), oder er stand da und hat beobachtet, ist zwar nicht auf potenzielle Fahrgäste zugegangen, aber kann man es ihm verübeln? Ich denke Wut auf den Nachtbus ist hier nicht angebracht. Eher Entschlossenheit, beim nächsten Mal den Bus nicht abfahren zu lassen und so versucht man es bis zum nächsten Mal besser zu machen und zu hoffen, dass dann der Bus mit einem drin abfährt.. Oder geht meine Fantasie jetzt ein wenig zu weit mit mir durch 🤔

eigentlich eine gute Inspirations-Quelle ;)
Ich sehe uns alle nur als Menschen, alle fehlerhaft, alle unsicher, aber auch mutig. Ich versuche aktuell diesen Mut in mir zu schöpfen und als Inspiration zu nutzen, was nutzt ihr aktuell als Inspiration? Ist es diese Unsicherheit, die in deinem Text @michaw57 zwischen dem lyrischen Ich und Du steht? Sehr schade, sie scheinen viel haben zu können, scheinen viel geben zu können, vllt brauchen beide einfach einmal einen gemeinsamen schönen Abend miteinander. Lässt Platz für einen kommenden Songtext 😄
 
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  • #16
Ich versuche aktuell diesen Mut in mir zu schöpfen und als Inspiration zu nutzen 🤗
Das verstehe ich auch. 😌

Mich wiederum fasziniert schon immer die Wendung „ … und gib mir die Geduld zu ertragen, was ich nicht ändern kann. “

Liebe @Naduna, wir interpretieren den Text vermutlich etwas unterschiedlich. Und eventuell trifft das auf alle Leser zu.
 
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  • #17
Und bis dahin einfach weiter schreiben und schreiben und schreiben..Wer schreibt der bleibt, wer bleibt wird eines Tages gefunden und abgeholt 🤭
 
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  • #18
Ist es diese Unsicherheit, die in deinem Text @michaw57 zwischen dem lyrischen Ich und Du steht? Sehr schade, sie scheinen viel haben zu können, scheinen viel geben zu können, vllt brauchen beide einfach einmal einen gemeinsamen schönen Abend miteinander.
..ich denk zwischen den beiden ist alles in Ordnung;-)

..in meinen Texten ist es oft so, dass der weibliche Part etwas überhöht dargestellt wird..sie hat mehr Überblick, weiß zu entscheiden und kann emotionale und übergeordnete Aspekte abzuwägen..dagegen ist der männliche Part immer wieder überrascht von dem Geschehen und ein wenig unbeholfen..

..ich hab das schon mal in Zusammenhang mit einem anderen Songtext beschrieben..>>hier<<
 
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  • #19
Vielen lieben Dank für den Verweis. Ich habe diesen Text noch nicht gesehen. Sehr interessant, sehr berührend. Hmm wie wäre es deinen weiblich LIs eine Entwicklung zu geben? Sagen wir sowas wie Blindheit-Tageslicht-Bewusstsein-Chaos-Ruhe-Gefühl..ist vllt manchmal ganz passend, ohne eine Figur in Extreme schlagen zu lassen. Ohne ein LI entweder zu verteufeln, oder zu idealisieren
 
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  • #20
Vielen lieben Dank für den Verweis. Ich habe diesen Text noch nicht gesehen. Sehr interessant, sehr berührend. Hmm wie wäre es deinen weiblich LIs eine Entwicklung zu geben? Sagen wir sowas wie Blindheit-Tageslicht-Bewusstsein-Chaos-Ruhe-Gefühl..ist vllt manchmal ganz passend, ohne eine Figur in Extreme schlagen zu lassen. Ohne ein LI entweder zu verteufeln, oder zu idealisieren
..je mehr du hier schreibst, umso mehr wirst du mich beeinflussen..eigentlich jeder, der hier mitmischt öffnet ein wenig die Tür zu seinem Herz;-)
 
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