Also ich finde das ein spannendes Thema. War zuerst fasziniert vom Obertonsingen, das ich dann auch gleich ausprobieren musste (ein klein wenig bringt man schnell zustande) das war tatsächlich nach einem Tag (also wirklich 12h) ...
Da habe ich mich gleich daran erinnert, dass es fĂĽr die Gregorianik sehr strenge Vokalauslegungen gibt, was im Prinzip nichts anderes ist. Man versucht den Vokal ganz genau zu formen und dann blitzt auch schon der Oberton heraus.
Oberton führt sofort zu Unterton, in unseren Breiten auch bekannt als Schusterbass, ist wenn man einen (z.b. tiefen angenehmen Ton) so leise zu singen versucht bis nicht mehr weniger geht, dann kommen die Untertöne zum Vorschein. Das war wieder faszinerend weil es nahe den "Klängen" aus Tibet ... war. Dann hatte ich ein "a-ha" Erlebnis, als ich bei einem Adventkonzert ein Quartett jodeln hörte und plötzlich die Obertöne wahrnehmen konnte. Zuerst dachte ich immer, warum gibt es all diese sprirituellen Klänge "bei uns" nicht. Das stimmt so nicht, wir haben genau die gleichen, sie sind zwar momentan nicht in Mode, aber wir dürfen bei den "heiligen Klängen" sogar lachen und juhazn. Damit war klar, dass ich Jodeln auch noch lernen musste.
Die spannende Frage ist für mich nicht, was es so alles an Techniken gibt, sondern vielmehr WARUM. Warum sind diese entstanden, was wurde versucht zu imitieren, war für ein Zweck steht dahinter. Diese Fragen führen zwangsläufig an einen sehr erschütternden Punkt wo man alles und jedes Bekannte (Überlieferte, ...) in Frage stellt. Wenn z.b. Obertongesang/Obertonfolgen der Kommunikation dienen, dann wären z.b. Vokale nur ein "schlamperter" Abklatsch davon eine Art wie Kinder etwas nachahmen ohne den Sinn zu begreifen, aber wenn es Kommunikation war, mit wem sollte kommuniziert werden.
Kommt man dann zu den Knack und Zischlauten, dann ist Beatboxen nicht mehr weit, verlangt man von einem Chor den Text überdeutlich auszusprechen, dann ergeben sich zwangsläufig "Beatbox-Kombinationen". Viele Knack und Zischlaute haben wir aber in der Zwischenzeit auch schon wieder aus dem Gebrauch verabschiedet. Lernt man weit entfernte Sprachen gibt es dann plötzlich wieder unbekannte Zischer und Knacker darin.
Ein fast endloses, spannendes, esoterisches, wissenschaftliches Thema. Kultur kommt von Kult und bevor der Kopf explodiert, mir hilft ĂĽben mehr als meinen.