Verellen Devices OCTAL - Die Röhre ist tot! Es lebe Octal!

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Da die Suche hier im Forum keine Ergebnisse lieferte, wage ich den ersten Schritt.

Ich bin in Facebook auf interessante Videos gestoßen, in denen alienartige leuchtende Dinger in die Röhrenamps anstatt herkömmlicher Röhren gesteckt werden. Es handelt sich also um Alternative zu den gängigen Röhren (EL34, 6L6, KT series, 6V6, usw.)

www.verellendevices.com

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Im Internet gibt es nicht allzu viele Erfahrungsberichte zu diesem Produkt. Auf der Herstellerseite sind sowohl die FAQs als auch die Hörproben mit gängigsten Verstärkermodellen vorhanden. Ist scheinbar noch weit von der Massenproduktion entfernt. Aktuell kostet ein Paar 299 US-Dollar (exkl. Versand und Zoll).

Was meint ihr dazu? Könnt ihr euch vorstellen, umzusteigen?
 
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Ich hab die letzten Jahre ein paarmal von denen gehört - die Grundfrage ist doch, ob diese Dinger den Job zufriedenstellend erledigen. Hab in das Hiwatt-Video reingehört, weil ich den im Studio stehen hab und weiß, wie der klingt wenn er aufgedreht ist. Scheint erstmal okay, aber aussagekräftiger wäre ein A/B Vergleich mit ordentlichen Röhren gewesen. Und grad im Kontext Hiwatt ist das Argument "der hat jetzt 75 Watt statt 50" nicht so recht hilfreich, weil vielleicht will ich gar keine mehr Watt (laut genug) oder vielleicht paßt das nicht mehr zum Ausgangstrafo .. und mein 100er Hiwatt hat gemessen auf der Werkbank des Technikers eh ein Stück mehr als 100 Watt mit den korrekten Röhren.
Das Argument, daß die Dinger teuer sind ist nachvollziehbar ... kleine Firma, Entwicklungskosten, etc. .. aber mal angenommen es ist ein ordentlicher "Ersatz" für nen guten Röhrensatz und die Dinger laufen lange genug, dann ist es okay. Weil gute Röhrenamps halt kein Billigdings sind, sondern eine substanzielle Investition. Nicht unbedingt für alle Leute und für jeden Zweck.
Ich behalte die Sache also weiter im Auge. Und finde es gut, daß sich wer Gedanken macht, so wie Verellen Devices.
 
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Das ist eine mit Halbleitern nachgebaute Röhre, wahrscheinlich auf Basis von Mosfets. Im Internet wird darüber gemunkelt dass das Ganze auf Grund der Wärmeentwicklung in einem röhrenähnlichen Metallgehäuse als Kühlkörper steckt. Bias muss man wohl nicht einstellen, weil die Teile ab Werk eingemessen sind. Ähnliches, allerdings als Vorstufenröhre, gabs von Roland bei einem deren Amps.
Der leuchtende Teil im Innern ist dann auch nur ein "Lämpchen" wegen der "Optik".
 
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Was meint ihr dazu? Könnt ihr euch vorstellen, umzusteigen?
Kann ich dir erst beantworten, wenn ich die selbst angespielt habe. Die sollten aber besser genau wie Röhren klingen/reagieren, sonst brauche ich keine 25+ Kilos Trafos dazu schleppen: da nehme ich lieber eine 5 Kilo leichte HB GPA-400 Endstufe, klingt für mich auch gut genug.

Soundbeispiele auf deren Seite überzeugen mich ehrlichgesagt nicht. (Auf einer Aufnahme würde ich persönlich aber auch nicht auseinanderhalten können, ob eine Endstufe Röhren hat oder nicht.)
 
Hallo zusammen,

zu dem Thema gibts schon ein paar Details mehr, ich lese da interessiert mit.
z.B. daß die wegen Grenzspannung 700V nicht für die 80/160W Dynacords geeignet sind und je nach Schaltung unterschiedliche Ergebnisse bringen.
Klartext: pauschaler Röhrenersatz ist es aus elektrischer Sicht nicht, da muß man sich schon mit Röhrentechnik etwas beschäftigt haben.

Ist halt ein interessantes Entwicklungsprojekt.

Brauchen keine Heizung und m.W. kein neg Bias und sind nicht im SE Betrieb verwendbar, nur PP.

Umsteigen würde ich evtl, wenn sie schon nach Röhre klingen, wobei das auch wieder subjektiv ist, welche Röhre in welchem Amp besser klingt und die Robustheit und Langlebigkeit bestätigt ist.

Für den Preis (o.k. ist was Neues, noch in den Kinderschuhen ;-) ) kann man doch einige konventionelle Röhren "verheizen"

Norbert
 
Zuletzt bearbeitet:
Mit ist noch nicht klar, was der eigentliche Usecase ist. Klar, Elektronenröhre zu substituieren, aber in welchem Umfeld?
HiFi Verstärker? Die eher wenigen Puristen dürften nicht viel Spaß daran haben, Ihre geliebten, ganz bewusst gewählten Röhren durch kleine Class-D Retrofit Kolben zu tauschen.
Instrumenten-/Gitarrenverstärker? Eigentlich ähnlich gelagert, viel VooDoo. Wird die Endstufenröhre im Amp bewusst nichtlinear und klangformend betrieben, dürfte es enttäuschend klingen. Amps, bei denen der Sound überwiegend in der Vorstufe geformt wird - meinetwegen.
Aber macht es wirklich Sinn, in einem Röhrenamp die durchaus mit entscheidenden Positionen (und sei es nur gefühlte Psychoakustik) bei versiegender Supply Chain durch Halbleiter oder gar Class-D zu tauschen? Was macht am Betrieb dann noch Sinn? Wäre es dann nicht Zeit, die Kiste mit einer Träne im Knopfloch einzumotten und stringenter andere Wege zu gehen, anstatt einen Hybrid mit Borg-Transplantaten zu fahren, dem die "Seele" genommen wurde?
 
Bei HiFi-Verstärkern vermutlich weniger, weil die immer schön und ruhig zu Hause stehen und keinen mechanischen Stress haben.

Im Winter auch als "Zusatzheizung" geeignet (grins).

Solange die Preise normaler Röhren noch "relativ" günstig sind werden sich die Substitute evtl noch nicht durchsetzen, aber die Exemplarstreuungen könnten noch größer werden.

Wie sagte mir auf der Hi-End in München mal ein Entwickler von Bittner ( Tubemeister Endstufe mit 2x10 KT120, 60kg, 50.000€): man sollte schon bald 20 Röhren kaufen, damit man ein gut passendes Pärchen findet. Wobei KT120 ohnehin kitzliger sind als EL34 oder 6550
 
  • #10
Moment … eigentlich sollte es sichtbar sein, ich checke mal grade 👍

Gruß
Martin
 
  • #11
Ich habe drei Sextette Octals gekauft (early adopter halt), die Ergebnisse sind durchwachsen positiv.

- Hiwatt DR405 Clone (selbst gebaut): läuft perfekt, bringt knapp 400W statt 320W mit guten Röhren. Lüfter notwendig, da Anoden-Leerlaufspannung ca. 660V

- Trace Elliot VA350 läuft ebenfalls super, jetzt aus 680V 400W statt 320W mit 6550. Er klingt wie vorher.

- Traynor YBA 200-2: Totalversagen, zwei von 4 Octal sind durchgeschlagen, keine Ahnung wodurch, der hat auch nur knapp 600V Anodenspannung (abweichende Beschaltung der Endröhren?)

- Fender* Bassman 135 lief, aber mit Oszillationsartefakten, Ultra Linear-Schaltungen funktionieren wohl nicht

- Trace Elliot Hexa Valve brachte statt 340W mit 6550 nur knapp 200W, da die Schaltung keine Treiberröhre nach dem LTPI hat, jeweils drei Octal parallel pro Seite haben einen zu geringen Eingangswiderstand, die ECC83 im LTPI schafft das nicht. Mit ECC81 sind es knapp 220W.

- Dynacord Eminent 1 (460V) läuft gut, bringt 100W statt 80W. Leider Motorboating des Amps (im Netzteil zu hören), wenn man ihn aus Versehen ohne Last betreibt, mit Last keine Probleme.

Wichtiger Hinweis:

Wenn Ihr den Amp das erste Mal mit Octals startet, macht es mit einem Stelltrafo. Wenn er schon bei 80V primär anfängt Strom zu ziehen (wie beim Traynor), stimmt etwas nicht.

Die Octal haben m. E. einige Vorteile:

- Mechanisch stabiler als Röhren

- Kein externer BIAS notwendig, da intern gebiast (der BIAS wird aber vertragen und muss nicht abgeschaltet werden)

- Keine Heizleistung, dadurch weniger Hitzeentwicklung und höhere Leistung u. a. durch die geringere Trafobelastung

- Höhere Ausgangsleistung (gut bei Bassamps)

- für Bass sehr ähnlicher Sound zu Röhren, Git kann ich nicht beurteilen

Nachteile:

- recht teuer

- ab 500V Anodenspannung aktive Kühlung notwendig

- Leider (noch?) nicht für alle Schaltungen geeignet (UL, exotische Fassungsbeschaltungen)

- sie könnten etwas weniger hoch sein, sie passen um ca. 3mm nicht in den Hexa Valve

Ich sehe sie als Weg in eine Zukunft ohne Verfügbarkeit von Ersatzröhren, die durchaus bevorstehen kann und finde die Idee sehr gut.

Zur Kühlung: Ich habe 2-3 Noctua 12V-Lüfter in die Amps eingebaut, sie werden aus der Heizspannung 6,3V gespeist, Brückengleichrichter und ca. 1000uF/16V ergeben ca. 8V. Das reicht zur Kühlung (ggf. einen Fan mehr nehmen) und ist sehr leise.
 
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  • #12
Oha,
verstehe da technisch nicht viel von, aber die Teile sind doch ne Idee für Nutzer "Klassischer" Engl* Amps (hab nen Blackmore) weil hier nach Jahren der Nutzung die Problemchen von den Endstufen her kommen die am Gesamtsound des typischen Screamer/Blackmore/Invader/Powerball und Co, aber auch bei den älteren Straight usw, nicht viel ausmachen.
Liege ich da tendenziell richtig?
Gruß,
Bernie
 
  • #14
Oha,
verstehe da technisch nicht viel von, aber die Teile sind doch ne Idee für Nutzer "Klassischer" Engl Amps (hab nen Blackmore) weil hier nach Jahren der Nutzung die Problemchen von den Endstufen her kommen die am Gesamtsound des typischen Screamer/Blackmore/Invader/Powerball und Co, aber auch bei den älteren Straight usw, nicht viel ausmachen.
Liege ich da tendenziell richtig?
Gruß,
Bernie
Wie das bei Gitarrenamps ist, weiss ich nicht. Es wird eher einfacher sein, da nicht so hohe Anodenspannungen wie bei Bassamps verwendet werden. Trotzdem muss man es testen, eine Garantie gibt es nicht.

Standard-Schaltungen wie Fender* Bassman 50 oder 100, Hiwatt-Schaltungen etc werden wohl laufen, Ultra Linear wie Bassman 70 und 135 eher nicht.
 
  • #15
@cfortner sind das alles Gitarren- oder Bass-Amps bei dir?
 
  • #16
Bass-Amps, der Dynacord Eminent I ja für allgemeine Verwendung.
 
  • #17
- Traynor YBA 200-2: Totalversagen, zwei von 4 Octal sind durchgeschlagen, keine Ahnung wodurch, der hat auch nur knapp 600V Anodenspannung (abweichende Beschaltung der Endröhren?)
Ich hab mal in den Schaltplan des Traynors reingeguckt, die Endstufe sieht absolut normal aus.
Evtl vertragen die Dinger den Toroidal Ausgangstrafo nicht?

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  • #18
Keine Ahnung, aber eher unwahrscheinlich, würde ich sagen.

Ich könnte mir eher starkes Schwingen vorstellen.
 
  • #19
Wie sagte mir auf der Hi-End in München mal ein Entwickler von Bittner ( Tubemeister Endstufe mit 2x10 KT120, 60kg, 50.000€): man sollte schon bald 20 Röhren kaufen, damit man ein gut passendes Pärchen findet. Wobei KT120 ohnehin kitzliger sind als EL34 oder 6550
Der Aspekt ist für Endanwender relativ egal und halte ich auch generell nicht für so entscheidend. Die werden von Händlern und Herstellern in deutlich größerer Quantität als "20" beschafft.
Beitrag automatisch zusammengefügt:

aber die Teile sind doch ne Idee für Nutzer "Klassischer" Engl Amps (hab nen Blackmore) weil hier nach Jahren der Nutzung die Problemchen von den Endstufen her kommen die am Gesamtsound des typischen Screamer/Blackmore/Invader/Powerball und Co, aber auch bei den älteren Straight usw, nicht viel ausmachen.
Liege ich da tendenziell richtig?
Mir wäre kein allgemeines Engl*-Endstufenproblem bekannt. Was meinst du genau? Und wie sollen diese Octals da helfen?


Was ich mich auch Frage wäre, wie die sich im Limitbereich verhalten. Also wenn man mal richtig in die Endstufenzerre reingeht. Und ob das dann noch so "nah dran" klingt wie die Röhren? Hab jetzt noch nicht alle Videos durchgeklickt, vielleicht haben sie da sogar einen Vergleich parat.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #20
Es sind reichlich Videobeispiele auf der Homepage.
 
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