Vergleichstest Funkstrecken t-bone free solo HT 600MHz vs. HT 1.8GHz

von highQ, 03.01.18.

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  1. highQ

    highQ HCA Veranstaltungstechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 03.01.18   #1
    Inhalt

    1. Prolog
    2. Auspacken, einschalten, ausprobieren

    Verarbeitung
    3. Heimvergleich
    4. Testrunde 1 – Komplexe Großbeschallung
    5. Testrunde 2 – Galaabend mit 9 Strecken
    6. Fazit

    Klang


    1. Prolog

    In den letzten Jahren hat sich der Markt der Funkstrecken verändert. Als ich meine ersten Schritte in der Veranstaltungstechnik tat, mussten wir eigentlich nur darauf achten, dass uns nicht ein unbedarfter Musiker eine VHF-Strecke unterjubelte (was uns letzten Endes aber egal sein konnte, denn wenn das Schreckgespenst Funkwagen gekommen wäre, wir hätten die Hände in Unschuld gewaschen).
    Heute gibt es deutlich mehr Hersteller und Systeme auf dem Markt, die sich auch noch in ihrer grundsätzlichen Übertragungstechnik unterscheiden. Einerseits sind digitale von analogen Systemen zu unterscheiden. Andererseits funken wir über einen deutlich weiteren Bereich. VHF, die längste Wellenlänge, ist wieder erlaub; es gibt einen professionellen, kostenpflichtigen Bereich, hochriskante Mittenlücken, ein europäisch harmonisiertes Frequenzband und die ganz neue Technik im 1,8GHz und 2,7GHz Bereich. Darüber hinaus schwirren noch die ganzen „Altsysteme“, welche mit den Frequenzen, die inzwischen durch LTE belegt sind, in der freien Wildbahn herum, sind oft von den aktuellen Systemen nicht zu unterscheiden und bringen die grauen Zellen regelmäßig auf Höchstleistung.
    Mir ist aber noch ein anderer Trend aufgefallen. Jeder kennt das Thema, früher waren Geräte zur Beschallung sündhaft teuer und trotzdem schwachbrüstig, dann kamen billige, teils starke, aber grauenhaft klingende Systeme an den Markt. Heute bekommen wir für wirklich schmales Geld akzeptables Equipment. Die Funk-Technik scheint sich diesem Trend anzuschließen. Beinahe jeder größere Händler hat inzwischen ein professionell wirkendes Funkstreckenportfolio für Preise, deutlich unter den renommierten Herstellern.
    Selbst der für mich deutlichste Showstopper, fehlendes Zubehör wie Aktiv-Antennen, Combiner, etc., gilt heute nicht mehr. Auch diese Gerätschaften werden in scheinbar guter Qualität angeboten. Nun haben wir oft das Thema hier im Forum, das User eine Funkstrecke nachweislich benötigen, aber als Hochzeits-DJ/Alleinunterhalter eine Ansprache und fünf vermeintlich originelle Sketche übertragen wollen. Hier 500-800 EUR auf den Tisch zu legen, schmerzt.
    Ich wollte nun also wissen, was taugen diese Strecken im Niederpreisbereich. Wie schlagen sie sich im Klang und vor allem in der Übertragungsleistung ggü. bekannten Leistungsträgern.
    Zu diesem Zweck habe ich von Thomann Unterstützung angefragt und sie in Form meiner beiden gewünschten Systeme erhalten:





    Eine Variante im Wlan-Bereich habe ich ausgeschlossen. Es ist offensichtlich, dass bei vorhandenem Wlan eine Funkverbindung aussetzt / abbricht. Und auch wenn ich öfters das Thema ausfallender Tablet-Steuerung als stotternder Funkmikrofone erlebt habe, ist Wifi für mich keine Lösung, die relevant betrachtet werden kann. Schließlich ist es auch äußerst unangenehm, wenn das Tablet sich nicht mehr mit dem Mischer verbinden kann. Letzten Endes ist es russisch Roulette mit 5 von 6 Kugeln. Einer verliert sicher in der ersten Runde.


    2. Auspacken, einschalten, ausprobieren

    Als erstes habe ich die Anlagen auf dem heimischen Schreibtisch ausgepackt und angesehen. Beide kommen im Koffer. Die taugen nicht viel, stehen nicht gut und sind nicht sehr langlebig. Der Schaumstoff wird vermutlich zeitnah zerbröseln. Aber die Dinger gehören ohnehin ins Rack. Dafür ist direkt ein Befestigungsset mitgeliefert. Nicht im Lieferumfang ist das Material, um die Antennen nach vorne an die Frontplatte zu legen (BNC Patchkabel + Durchführung/Schraubverbindung).

    1.png

    Beim ersten Einschalten fällt auf, dass die beiden Systeme nicht gleich sind. Abgesehen davon, dass man einen farblichen Unterschied der Gehäuse erkennt, sind die Displays der Empfänger anders aufgeteilt. Ich überlasse es jedem selbst, welches ihm besser gefällt. Letzten Endes ist es Gewohnheit.

    2.png

    Beim Einschalten der Handsender ergibt sich ebenfalls ein gewisser Unterschied. Der Sender der 600 MHz Strecke möchte, dass der Powerknopf ~ 3 Sec für Ein- oder Ausschalten gedrückt wird. Dazu zählt er drei Balken runter:

    3.png

    Das 1,8Ghz System begnügt sich ohne zählen und mit ca. 1 sec. gedrückt halten. Beiden gemeinsam ist, dass ein kurzer Knopfdruck der Powertaste den Sender stumm schaltet.

    Verarbeitung


    Überraschend für den Preis sind die Systeme sehr gut verarbeitet. Die Empfänger kommen im Stahlblechgehäuse. Die Front ist entweder Aluminium oder schlagfester Kunststoff, ich bin mir unsicher und will keine mutwillige Kratzprobe machen. Wärmefluss spricht eher für Aluminium. Die Sender haben ein Alu-Gehäuse. Die Körbe werden per Metallgewinde aufgeschraubt. Einzig, dass sie dann per mini-Inbusschraube fixiert werden ist unschön. Einerseits hat kein Mensch so ein Werkzeug auf Job dabei, andererseits wird das Gewinde beim Anziehen der Schraube verdrückt. Was das soll ist mir schleierhaft.

    4.1 20171209_115044.jpg 4.png

    Das Einlegen der Batterien funktioniert einfach. Das Entnehmen der Batterien ist allerdings nahezu unmöglich. Wenn die Halter mal eingeschnappt haben, habe ich Werkzeug benötigt um die Batterien wieder heraus zu bekommen.

    4.3 20180103_200818.jpg 4.3 20180103_200828.jpg

    In Summe aber zu betonen: Sehr solide verarbeitet!


    3. Heimvergleich

    Als ersten Versuch lege ich einige Strecken nebeneinander und schmeiße das Messgerät an. Die Empfänger stehen als Haufen neben mir auf dem Schreibtische (ausgeschaltet da irrelevant). Die Sender liegen im Nebenraum nebeneinander, Antennen im selben Winkel ausgerichtet (senkrecht). Folgend einige Vergleichsbilder.

    Wichtig: alle Messungen sind reine Vergleichsmessungen. Der vollständige Messaufbau ist weder besonders kalibriert noch durch einen Sachverständigen abgenommen. Absolutwerte sind zu ignorieren.

    Starten wir mit einem Sendestärken-Vergleich. Spannend ist, dass das AKG deutlich mehr Kraft hat. Noch viel spannender finde ich aber, wie stark das 1,8 GHz-System im Vergleich abfällt, wenn nur eine Betonwand dazwischen ist (Türe offen). Im Raum ist es still, alle Sender laufen sozusagen im Ruhemodus (ohne relevantes Signal).

    Links AKG WMS 450 (PT450 Taschensender). Mitte T.Bone 600 MHz, rechts T.Bone 1,8 GHz.

    5. 20171021_AKG WMS450 - Power.png 6. 20171021_21.18_t.bone-free-solo-DR-600MHz - power ka.png 7. 20171021_21.18_t.bone-free-solo-DR-1.8GHz - Power.png

    Das zeigt sich auch im 2D- und 3D-Diagramm. Das AKG zeigt steile Flanken und ein sehr homogenes Sendesignal:

    8. 20171021_AKG WMS450 - Span 10MHZ - KA.png 9. 20171021_AKG WMS450 - Waterfall KA.png

    Das T.Bone 600MHz-System zeigt in beiden Diagrammen zwar weniger Sendepegel (!! Werteverteilung der X-Achsen unterschiedlich !! ) und im Wasserfalldiagramm schmalflankige Pegelsenken. Diese haben aber nichts mit hörbaren Aussetzern zu tun, sondern sind ganz leichte Schwankungen. Erfreulich: Sehr steile Flanken (was für hohe Anzahl an Geräten im Frequenzband spricht).

    10. 20171021_21.18_t.bone-free-solo-DR-600MHz - Span 10MHZ_KA.png 11. 20171021_21.18_t.bone-free-solo-DR-600MHz - Waterfall2 ka.png

    Das 1,8 GHz-System zeigt hier ein anderes Bild. Ich habe zur Sicherheit mehrere Messungen gemacht. Aber der Pegel über die Zeit sieht leider aus wie folgt:

    12. 20171021_21.18_t.bone-free-solo-DR-1.8GHz - Span 10MHZ.png 13. 20171021_21.18_t.bone-free-solo-DR-1.8GHz - Waterfall_2.png 14. 20171021_21.18_t.bone-free-solo-DR-1.8GHz - Waterfall.png 15. 20171021_21.18_t.bone-free-solo-DR-1.8GHz - Waterfall_3.png

    Ganz nett. Ab in die Praxis.



    4. Testrunde 1 – Komplexe Großbeschallung

    Ich hatte mir die Strecken strategisch geschickt zur Verfügung stellen lassen, um sie direkt in der Königsklasse antreten zu lassen. Bei einer Veranstaltung im Sommer (Danke das ich die Strecken so lange testen durfte!!) musste folgende Aufgabe gelöst werden.

    Ein Showabend mit verschiedenen Stationen. Folgender grober Ablauf:

    1. Konzert im Konzertsaal (Abnahme Orchester, Sprache, Übertragung im Raum und auf den großen Platz im Hof.
    2. Moderator übernimmt das Publikum und führt es aus dem Saal auf den Hof, zwischen den Fahrzeugen auf den Hinterhof vor der Konzerthalle. Dort bewegt sich der Moderator auf dem gesamten Feld und führt nach weiteren Showaspekten...
    3. ...in die Konzerthalle, wo er für die weitere Moderation des Abends zuständig ist. Hier spielen weitere Orchester, die aber nicht nach außen übertragen werden (zumindest war das die Ansicht bis die ersten Gäste den Platz betraten haben. Zum „plötzlich Stress“ Effekt aber später mehr).
    4. In Pausen der Orchester bewegt sich der Moderator wieder auf dem Hof.
    5. Außerdem gibt es Handfunken, die geplant nur auf der Bühne des Konzertsaals werden.

    Für diese recht anspruchsvollen Aufgabe konnte ich den T.Bone nicht blind vertrauen und hatte natürlich ausreichend Strecken projektiert. Ich wollte aber die günstigen Geräte haben um sie direkt am Maximum zu betreiben und zu vergleichen.

    Material war folgendes:
    - T.bone Free Solo HT 600 MHz (testweise)
    - Shure SLX4E
    - Shure ULXD24E
    - Shure UA844E (Antennensplitter)
    - 2x Shure UA879WB (abgesetzte Richtantenne)
    - Bodypack mit Headset
    - Handsender
    - Allen Heath QU (Hauspult) + Hausanlage Konzerthalle
    - 4 Punkt Outdoorbeschallung
    - Auftraggebereigene Anlage, Mikros und Mischpult im Konzertsaal

    Aufgrund vieler Köche, die den Brei verderben, vieler Punkte, die in der Realität neu bewertet werden mussten und einer zweiten Veranstaltung am Abend bin ich an diesem Tag leider nicht zur ausgiebigen Messung gekommen. Ich musste mich wie oben angedeutet sehr viel um andere Themen und vieler wilden Ideen widmen, satt in Ruhe messungen anzustellen. Das ist ärgerlich. Daher möchte ich nur meinen subjektiven Eindruck darlegen.

    16.png

    Es hat mich einiges Kopfzerbrechen gekostet, die Konstellation zu lösen. Wichtig war auch, nicht hunderte Meter an Kabel zu verlegen. Denn egal wo ich sie langgelegt hätte, unzählige Kabelbrücken und Mannstunden wären für Auf- und Abbau nötig gewesen.
    Schlussendlich habe ich mich für eine Zwitterlösung entschieden. Der Moderator spricht im „Konzertsaal“ über ein Kabelmikro, das an die dortige Anlage angeschlossen ist. Außerdem wird das Signal mit der Orchesterabnahme gemischt und per (autonomen) Sendestrecke (gerade Strecke ~60m in 4m Höhe) direkt in die Mitte des Platzes zur „zentralen Beschallung außen“ gesendet. Sobald der Moderator den Konzertsaal verlässt, schaltet er sein Headset ein. Dieses sendet an eine der Richtantennen, die außen vor der Halle steht. Diese ist per BNC-Kabel und maximaler Verstärkung an das Funkrack innen in der Konzerthalle angeschlossen.

    Die zweite Antenne ist in der Konzerthalle und übernimmt somit den Part innen. Uns geht dabei zwar das True Diversity der Anlage verloren, aber nur so bekommen wir einigermaßen sicher eine Verbindung innen und außen hin. Die Signale der Funkstrecken sind über das Hausnetzwerk an das Mischpult innen angeschlossen. Von innen wird dann ein Send-Signal mit 150m XLR an die zentrale Beschallung außen verlegt.

    So Funkstrecken an. Ich laufe mit Headset (Shure) den Platz ab, da es auf das Headset ankommt. Zusätzlich habe ich das T.Bone dabei und teste, wie es sich schlägt (zum Glück wie es sich herausstellt, als abends die Orchesterleiterin plötzlich ausgerechnet mit dem T.Bone in der Hand nach draußen rennt und eine begeisterte Rede hält, einwandfrei :great:).

    Beim ersten Testlauf zeigt das Headset knapp hinter der ersten Linie Fahrzeuge starke Aussetzer. Das T.Bone sendet ebenfalls nicht einwandfrei, allerdings etwas unauffälliger. Als erste Maßnahme schieben wir die Richtantenne von der Hauswand weg (vorher nahe an der Wand, danach ~1m weg von der Hauswand).

    17.jpg
    (Suchbild, es ist ein Stativ mit Richtantenne zu sehen)

    Siehe da, sowohl Taschensender als auch Handfunke machen einen klaglosen Job auf dem gesamten Platz! (Zwischen den Fahrzeugen habe ich nicht getestet…wir wollen fair bleiben).

    18.jpg

    Blick vom „Konzertsaal“ zur „Konzerthalle“. Ab dem grünen LKW war vor dem versetzen der Antenne Feierabend. Beschallung steht hier noch nicht.

    Hier wäre eine Messung nun angebracht. Ich beiße mir wirklich in den Hintern, dass das nicht geklappt hat!

    5. Testrunde 2 – Galaabend mit 9 Strecken


    Diese Veranstaltung betreue ich nun schon über ein Jahrzehnt. Anfangs hatten wir hier Beyerdynamic-Strecken, dann das/die Original/Kopie von Mipro. Heute ist es die Nachfolgerserie. Gefühlt schwächer als die damaligen Beyer/Mipro ACT Serie. Zusätzlich gibt es in der Halle eine fest verbaute Funkanlage, die noch im LTE Bereich funkt. Die Stadt glaubt noch an Wunder und betreibt die Dinger weiter, obwohl diese Dinger schon bei Erst-Installation in erster Linie Aussetzer und Übersprecher produziert haben. Diese Strecken stammen aus oben beschriebenen günstig aber scheiße Zeitalter. Fairerweise lasse ich den „Hersteller“-Name weg, denn diese Art von gelabelten Strecke gab es auch damals schon in Mengen und dieser Händler liefert heute auch besseres Material.

    Messaufbau:
    Alle Sender nebeneinander auf dem Tisch auf der Bühne. Entfernung ca. 17m

    19.jpg 20..jpg 21.jpg

    Ich starte wieder mit der Sendeleistung, allerdings sei hier eines erwähnt. Um vergleichbar zu bleiben, habe ich die Breitband-Antenne genutzt (gleiche Antenne für alle Frequenzmessungen). Diese fängt erfahrungsgemäß deutlich mehr „Funkmüll“ aus der Luft ein. Mir kam während der Messung der Abfall einiger Sendeleistungen seltsam vor, deshalb habe ich als letztes eine Messung gemacht, während alle Sender aus waren. Leider zeigt sich hier schon eine saftige Empfangsleistung:

    22. alles aus.png

    Nachdem ich die Messung in Ruhe abends ausgewertet habe, habe ich den Übeltäter ausfindig machen können. Ein erneuten Test habe ich dann während der Show am nächsten Tag leider nicht mehr geschafft.

    22.5. alles aus.png

    Ganz Rechts beginnt der LTE-Stream. Der ist inzwischen unverkennbar da. Der war aber bei der Leistungsmessung bereits ausgeschlossen. Das Problem ist der Hügel bei ~830 MHz. Wer weiß wer da durch die Gegend funkt.
    Für den Vergleich soll uns das aber nicht weiter stören, die Ergebnisse sind trotzdem eindeutig.

    Die Hausanlage scheint unter oder exakt gleich mit der Störleistung zu liegen.

    23. hausanlage.png

    Als nächstes zeigt sich nun etwas, was auf der kurzen Distanz im Heimtest auf dem Schreibtisch nicht zu sehen war, sich bei der Großbeschallung angedeutet hatte und eigentlich jedem Techniker zumindest subjektiv bewusst ist (oder irgendwann gnadenlos bewusst wird). Ein Handsender verhält sich meistens sendestabiler als ein Taschensender Ob das dran liegt, dass mehr Platz für Technik und Antenne ist, weiß ich nicht. Aber siehe da, die beiden Taschensender liegen knapp über dem vermeintlichen Störsignal. Die 1,8 GHz-Anlage liegt deutlich drüber und die 600MHz Anlage toppt das alles noch einmal um ein paar dB. Von links nach rechts: AKG, Mipro, T.Bone 1,8MHz, T.Bone 600 MHz

    24. AKG Power.png 25. Mipro - Power.png 26. 1.8ghz power.png 27. tbone - 600mhz - power.png


    Im Wasserfall zeigt sich dasselbe Bild:
    Ganz links leichtes rauschen, daneben (knall rot) das T.Bone 600MHz System, daneben niedriger aber auch rot das AKG, daneben (grün) der Miprosender. Schön zu sehen ist, dass es keinerlei Schwächen gibt, sondern alle Sender stabil laufen.

    28. 2017_12_01_20_49_04_RF_Explorer_for_Windows - wf.png

    Die 1.8 GHz-Funke habe ich gesondert aufgenommen, da die Bandbreite sonst zu groß gewesen wäre. In dem Bereich sind deutlich mehr Störquellen erkennbar. Außerdem sind zwar keine Ausreißer zu sehen, aber die Sendeleistung zuckt schon wieder stark, obwohl der Raum auch hier recht still war.

    29. 1.8ghz_.png 30. 2017_12_01_20_42_19_RF_Explorer_for_Windows - 1,7mhz.png

    Während der Show hatte ich wie gesagt keine große Zeit, Messungen durch zu führen. Einen Schnappschuss habe ich aber aufgenommen, als Programmpause war. Nur die T.Bone 600 MHz, Strecke läuft und der Saal ist, anders als bei den Messungen zuvor, vollbesetzt. Erschreckend was da noch ankommt. Das Klangbild war aber 100% stabil.

    31. 2017_12_02_20_10_44_RF_Explorer_for_Windows.png


    6. Fazit

    Ich versuche hier so neutral wie möglich meine Erfahrungen zu berichten. Tatsächlich haben mich die Ergebnisse der T.Bone-Strecken aber ehrlich positiv überrascht. Preis-Leistung ist Rekordverdächtig. Die Strecken sind sehr gut verarbeitet und laufen sehr stabil.
    Zumindest für das 600MHz-System gilt: technischen Werte, sowie das erhältliche Zubehör sprechen auch für den Aufbau eines ganzen Funkracks. Ich würde mir nach der Erfahrung zutrauen, auch 10+ Strecken zu betreiben.
    Im direkten Vergleich hat mich das 1.8 GHz System nicht überzeugt, da es doch Schwächen zeigt. Denkt man da allerdings an den eingangs beschriebenen Alleinunterhalter, der pfeift zu recht auf die aufgelisteten Schwächen, da die für ihn überhaupt nicht relevant sind. Günstiger Invest, Anmeldefrei und keine Angst vor, im Grenzbereich(!), möglichen Störungen oder Aussetzern sprechen eine klare Sprache.

    Klang


    Die beiden Systeme geben sich klanglich nichts, zumindest konnte ich mit meinen sprachlichen Mitteln nichts anderes feststellen (ich kann beim besten Willen nicht singen, daher kann ich das auch nicht bewerten). Irgendwo habe ich gelesen, die Handgeräusche wären sehr störend. Dazu eine klare Verneinung: Keine aussergewöhnlichen Handgeräusche!

    Die Kapseln erinnert mich an das Beyerdynamic TGX 60, falls das noch ein Begriff ist. Sehr voluminös, warm und gutmütig. Untenrum muss es in meinen Augen in jedem Fall ausgedünnt werden. Im Präsenztbereich ist es etwas mulmig, möchte etwas geschoben werden. Es funktioniert ohne jeden EQ Einsatz vernünftig (solange die Subwoofer kein Signal erhalten, sonst zu viel Mulm) und wird mit EQ-Einsatz wirklich gut.
    Zusammengefasst lässt sich sagen, man kann hier ganz beruhigt eine klare Kaufempfehlung für einen Einsatz mit wenig Budget aussprechen. Die Strecken sind bedenkenlos geeignet (selbst im professionellen Bereich) zu bestehen. Einzig die Batterieanzeige muss wieder mehr im Blick gehalten werden. Die Sender fressen nämlich die Batterien regelrecht. Ich vermute, der Verbrauch ist auch in Ruhezustand hoch. Jedenfalls habe ich schon einige Male wechseln müssen, wo andere Systeme nur müde lächeln. Und das Batteriewechseln ist ein riesen Mist (siehe oben).

    Pro/Contra

    + Gute Verarbeitung
    + Ausreichend guter Klang
    + Überzeugende Leistungsdaten
    + Abnehmbare BNC Antennen
    + viel Zubehör dabei
    + viel weiteres Zubehör erhältlich

    - Schlechte Lösung für die Arretierung des Korbs
    - Hoher Stromverbrauch / Batterieverbrauch
    - Batterie wechseln ist ohne Werkzeug nicht möglich
    - Keine Verriegelung des Netzteingangs
     
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  2. Ruhr2010

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    Erstellt: 03.01.18   #2
    Meinst Du wirklich 2,7 GHz? ;)
     
  3. highQ

    highQ Threadersteller HCA Veranstaltungstechnik Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 03.01.18   #3
    Danke, habe korrigiert. Auch weil es gar keine 2,4 / 2,7 GHz FreeSolo-Anlage mehr gibt.

    Anscheinend ersetzt mit

    [​IMG]
     
  4. Vetinari

    Vetinari Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.02.18   #4
    Das diese Thomann Mikros einfach so bunte Plastikringe haben müssen. Sieht so verdammt billig aus.
     
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