Vorgehen bei Aktivlautsprechern und Pult auf unterschiedlichen Stromkreisen

von Sir Maxi, 23.09.20.

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  1. Sir Maxi

    Sir Maxi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.09.20   #1
    Guten Tag,

    Im Normalfall sollen Lautsprecher und Mischpult ja auf einen Stromkreis. Also sozusagen auf die gleiche Steckdose.

    Folgendes Problem: Für eine Veranstaltung werden mehrere Lautsprecher benötigt. Also ganz normal PA, dann noch zwei für den Sourround, zwei Bässe und nochmal zwei Lautsprecher für eine Empore.
    Die gesamten Lautsprecher werden über ein Mischpult angesteuert. Über eine Allen&Heath SQ7.

    In diesen Räumlichkeiten gibt es aber nur ganz normale Steckdosen, die mit 16A. abgesichert sind. Auf so eine Phase kann ich nicht alle Lautsprecher aufstecken.

    Was kann ich da machen???

    Schonmal Danke für eure Antworten.
     
  2. SB

    SB Licht | Ton | Elektro Moderator HFU

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    Erstellt: 23.09.20   #2
    Man muss das Ganze etwas differenzierter betrachten. Wenn die Lokalität eine einigermaßen "neuzeitliche" Elektroinstallation aufweist, wo entweder alles aus dem selben Unterverteiler kommt oder im Falle mehrerer Unterverteilungen sauber als TN-S oder TT mit entsprechendem Potentialausgleich aufgebaut wurde, gibt es da i.d.R. überhaupt keine Probleme.

    Problematisch wird es halt immer in Altbauten, wo eventuell sogar mal die Bühne samt deren Stromversorgungskonzept saniert wurde, der Rest aber "irgendwo" herkommt, worst case noch zum Teil mit "klassischer Nullung". Google mal "verPENte Installation" (das zweite "n" fehlt mit Absicht).

    Will man auf Nummer sicher gehen, sieht man eine galvanische Trennung für sämtliche dezentralen Komponenten vor, die eben nicht an der selben Stromversorgung wie Bühne / Pult hängen. Ich empfehle hier passive 1:1-Übertrager wie z.B. Palmer PLI-02; ein Behringer Ultralink MS8000 sollte es auch tun (Isolated Out verwenden). Normale passive DIs, die man vielleicht praktischerweise in größerer Anzahl rumfliegen hat, haben mit der einhergehenden Impedanzwandlung auch einen Pegelverlust, daher wirst du damit nur dann glücklich, wenn du die Input-Sensitivity deiner Aktivlautsprecher auf MIC umstellen kannst.
    In allen Szenarien ist der Ground-Lift zu aktivieren, um eine vollständige Trennung auch bei der Signalmasse zu erhalten.
     
  3. Ralphgue

    Ralphgue Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.09.20   #3
    Erstmal weisst du nicht, ob die z.B. Emporen Steckdosen auf der gleichen Sicherung (nicht zwingend Phase) laufen...
    Du hast (im ungünstigsten Fall) ca. 3600 Watt Maximalast pro Stromkreis (Sicherung) zur Verfügung.
    Diese wird (auch bei 8 Aktivboxen ) vermutlich niemals (ausser Heavy Metal, alle Regler auf 10) abgerufen werden.
    Ein aktiver PA Lautsprecher benötigt, vereinfacht ausgedrückt, neben seiner Grundlast (Amp) von ca. 1-20 Watt im nur den Strom, den er in "Lautstärke" wandelt, dynamisch (je nach Input) und weit jenseits von konstant höheren Strömen (Watt/Ampere).
    Beispiel: bei gehobener Zimmerlautstärke benötigt meine Stereoanlage (Amp-Boxen) ca. 2 Watt, bei "gib ihm" voll Power (unerträglich laut) ca. 10 Watt (dynamisch im Schnitt).
    Kurz: Stromkreise checken (Automaten), Test mit maximal Lautstärke fahren, wird vermutlich problemlos funktionieren.
     
  4. monithor

    monithor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.09.20   #4
    Ich würde sicherstellen, daß pult und stagebox zusammenhängen. Für die audiozuleitungen zu den lautsprechern trenntravos bereithalten.
     
  5. chris_kah

    chris_kah HCA PA- und E-Technik HCA

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  6. Sir Maxi

    Sir Maxi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.09.20   #6
    Vielen Dank für die ausführlichen Antworten.
    Eine Frage habe ich aber noch. Gilt das nur für Aktivlautsprecher oder auch bei passiven Lautsprechern für die Endstufe?
     
  7. Ralphgue

    Ralphgue Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.09.20   #7
    gilt für beide Systeme...
     
  8. chris_kah

    chris_kah HCA PA- und E-Technik HCA

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    Erstellt: 24.09.20   #8
    Das gilt überall, wo eine Audio-Übertragung auf ein netzgespeistes Gerät trifft.

    Übrigens muss das gar nicht unbedingt brummen. Wenn die Masseleitung (Null-Leiter der Netzverdrahtung) gut gelegt ist, muss es nicht unbedingt zu Störungen kommen.
    Und eine symmetrische und niederohmige Übertragung hilft viel gegen jede Art von Störung.

    Bei passiven Lautsprechern, erhöht sich aber der Radius der Lautsprecher unabhängig von den Stromkreisen, da hier ja die Endstufen die betroffenen Geräte sind.
     
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