Beschallungskonzepte für Klein, Mittel und Groß PA

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Beschallungskonzepte für PA-Systeme


Workshop für Beschallungssysteme in unterschiedlichen Größen für Musiker und angehende Techniker.​



Inhaltsverzeichnis:


  • Ziel des Workshops
  • Einleitung
  • Was befindet sich am FoH?
  • Braucht man immer einen FoH?
  • Die einzelnen Geräte
  • A) Das Mischpult
  • B) Der Equalizer
  • C) Amps oder Aktive Boxen
  • D) Frequenzweichen & Lautsprechermanagement
  • E) Effektgeräte
  • Multicore und Co.
  • Das Monitoring
  • Die Stromversorgung
  • Die Klein PA
  • Mittel PA
  • Groß PA
  • Praxistipps


Ziel des Workshops



Ziel dieses Workshops soll es sein, jungen Bands und Neueinsteigern in Sachen Technik, Praktiken und Techniken zu vermitteln. Anhand von Beispielen und Erklärungen soll dargelegt werden was notwendig ist und welche Dinge einfach sein müssen sowie welche Gerätschaften und Anordnungen sinnvoll sind und welche Sachen nützlich sind um den Sound aufzuwerten.


Einleitung



Was heißt eigentlich FoH und was ist eine PA? Der Begriff FoH kommt aus dem englischen und heißt ausgesprochen "Front of House". Wenn wir im PA Bereich von FoH reden, dann meinen wir hiermit zweierlei.
1. Der Arbeitsplatz des Tontechnikers oder Mischers, sowie des Lichttechnikers. Dieser Arbeitsplatz ist immer so ausgerichtet, das er meistens inmitten des Publikums ist, und immer die Bühne eingesehen werden kann. Das ist wichtig, weil der Tontechniker den Sound so hören muß wie es auch das Publikum hört, da er ja für die Beschallung des Publikums zuständig ist.
2. Der Sound selber, den wir dann ganz einfach als FoH - Mix, oder kurz und knackig nur als FoH betiteln.

Wir gehen hier in diesem Workshop auf beide Dinge ein, da man dieses meistens nicht trennen kann! Wir wollen hier zeigen, was man alles an Technik und Gerätschaften für kleine, mittlere und größere Veranstaltungen (VA) haben sollte. Was ist dringend notwendig und was ist sinnvoll!

Der Vollständigkeit halber, will ich noch einen anderen Arbeitsplatz aufführen, den Monitor Techniker, oder einfach Monitormischer! Dieser sitzt im Gegensatz zum FoH - Techniker nicht im Publikum, sondern neben oder sogar auf der Bühne. Einfach deshalb, weil er den Kontakt zu den Musikern haben muß, da er ja den Bühnensound abmischt. Dieser Arbeitsbereich wird aber bei kleineren VA meistens vom FoH Techniker mit betreut. Erst bei größeren Konzerten wird dafür ein eigener Arbeitsplatz eingerichtet.

Was verstehen wir nun unter PA und was heißt diese Abkürzung? PA steht für Public Adress und meint damit die gesamte Anlage die notwendig ist um Musik und Sprache wiederzugeben und zu verstärken. Wiki sagt dazu: "Die PA-Anlage, auch PA-System oder kurz PA genannt, dient der Wiedergabe und Verstärkung von Sprache oder Musik. Sie besteht aus Lautsprechern und Verstärkern. Oft wird auch das steuernde Mischpult und die zugehörigen Effektgeräte der PA zugerechnet.
Beschallungsanlagen werden überall dort eingesetzt, wo es nötig ist, große Flächen möglichst gleichmäßig zu beschallen.
Das PA-System ist ein Teilgebiet der Bühnentechnik, sowie der Tontechnik.
Die Aufgabe einer PA-Anlage ist es, Sprach- oder Musikinformation an ein Publikum zu übertragen. Da Lautsprecher abhängig von der zu übertragenden Frequenz unterschiedliche Abstrahlcharakteristiken haben und Schall abhängig von der Frequenz verschieden gebrochen wird, sind PA-Systeme häufig in Basslautsprecher und Mittel/Hochtonlautsprecher geteilt. Zusätzlich besteht meistens die Möglichkeit noch Subwoofer hinzuzufügen."
Das soll an dieser Stelle erst einmal reichen und wir möchten uns jetzt den einzelnen Komponenten widmen.


Was befindet sich am FoH?



Als Herzstück der gesamten Anlage finden wir hier das Mischpult. Hier werden alles Signale zusammengeführt, bearbeitet und ausgegeben. Weiterhin stehen hier die Perepheriegeräte zum bearbeiten der verschiedensten Signale. Diese sind meistens in sogenannten Sideracks untergebracht.

Manchmal findet man am FoH auch die Ampracks, in diesen Racks sitzen die Verstärker für die Boxen, sofern man nicht mittels Aktivboxen arbeitet. Der Fachmann sagt dazu auch fahren! Meistens sind aber die Amps in der Nähe der Boxen aufgestellt. Einfach aus dem Grunde, das man die Lastwege, also die Kabelverbindungen in denen hohe Ströme laufen, so kurz wie möglich halten will, um so wenig wie nötigen Leistungsabfall zu haben. In den Ampracks sind meistens auch noch sogenannte Lautsprecher Management Systeme verbaut. Diese steuern die einzelnen Boxen und Lautsprecher gezielt an. Von diesen ganzen Sachen aber an späterer Stelle noch mehr.

Was findet man sonst noch? Zuspielgeräte, wie CD - Player, MP3 - Player etc.! Weit verbreitet in heutiger Zeit auch Computer und / oder Laptops entweder als Steuergerätschaft oder simpel nur als Zuspieler. Oder sei es nur um die aktuelle Tracklist immer vor Augen zu haben. Die Einsatzmöglichkeiten sind hier schier unbegrenzt.

Braucht man immer einen FoH?



Nein! Bei kleineren Gigs wie in kleinen Clubs oder Kneipen hat man meistens gar nicht den Platz und deswegen mischt sich die Band dann von der Bühne aus selber. Auch haben kleinere Bands meistens gar keinen eigenen Techniker. Ab einer gewissen Größer der VA ist es dann aber unerlässlich einen FoH zu haben. Ich würde hier mal sagen, alles was über 150 bis 200 PAX (Persons approximately = so bezeichnet man in der Fachsprache die Besucherzahl) geht, sollte mit einem FoH ausgestattet werden. Einfach deswegen, das man von der Bühne aus eben keine Kontrolle über den Saal hat. Und außerdem kann man als Musiker wesentlich entspannter seinem Job nachgehen, da man sich nicht immer fragen muß: "Klinge ich da draußen auch gut?". Auf die einzelnen Gegebenheiten gehe ich später noch detaillierter ein, in den Abschnitten: Klein PA, Mittel PA, Groß PA!

Die einzelnen Geräte



a) Das Mischpult

Es wurde schon erwähnt, das Mischpult ist das Herz der gesamten Anlage. Hier kommen die Mikrofon und Instrumentensignale zusammen und werden zusammengemischt! Hierbei wird jede Stimme und jedes Instrument so im Mix integriert, wie es gewünscht wird. Weiterhin wird hier auch die Ausgangslautstärke geregelt. Wie das im einzelnen mit dem Mischpult funktioniert und warum man so ein Pult braucht, habe ich schon einmal in dem Workshop Mischpulte 1 und 2 erläutert. Deswegen gehe ich hier auch nur noch auf spezielle Details ein.

Wie groß muß das Livemischpult denn eigentlich sein?

Man sollte eigentlich immer genug Eingänge haben, so das alle Signale die von der Bühne kommen auch einen eigenen Kanal belegen. Dann ist es ratsam 1, 2 Kanäle frei zu haben um evt. Effektgeräte in Kanäle zu routen, das hat den Vorteil, das man nicht mit den knibbligen Drehpotis der AUXe arbeiten muß. Wieviel Luft man hier haben will ist von jedem selber abhängig und natürlich auch von der Größenordnung der Band. Sinnvoll ist es aber immer etwas Luft zu haben.

Die nächste Frage ist auch, ob Monitoring vom FoH aus betreut wird, oder ob es ein eigenes Monitorpult gibt. Wird vom FoH aus das Monitoring mit bedient, dann benötigt das Pult auch die entsprechenden AUX Wege dafür. Hier steht man stellenweise immer mit dem Rücken an der Wand. Werden 3, 4 oder sogar mehr unterschiedliche Mixe für die Bühne benötigt, dann ist man schon ganz schnell bei einer großen Mischpultkonsole angelangt. Denn die kleineren Mischer bieten auch weniger AUXe an. Hier ist auch manchmal die Kompromissbereitschaft der Musiker gefragt. Es gilt zu überprüfen, ob nicht etwa mehrere Musiker mit demselben Mix leben können!

Weiteres sinnvolles Tool sind die Subgruppen. Hier kann man Instrumenten oder Gesangsgruppen zusammenlegen. So hat man für eine Gruppe nur einen Fader und muß nicht gleich mehrere Kanäle bearbeiten. Das ist z.B. sehr sinnvoll wenn man Backgrounds oder Schlagzeug zusammen legt. Man platziert bei einem Drumset z.B. die einzelnen Instrumente im Mix, und routet sie dann auf eine Subgruppe. Will man nun das Schlagzeug insgesamt lauter oder leiser fahren, bewegt man ganz einfach nur den Fader der entsprechenden Subgruppe. Oder man möchte die Backvocals mittels Kompressor bearbeiten, so muß man nicht für jeden einzelnen Gesangskanal einen Kompressor einsetzen. Man routet die Backgrounds auf eine Subgruppe und setzt in den Subgruppeninsert einen Kompressor! Die meisten Mischpulte bieten heutzutage diese Einschleifwege schon an.

Auf einige Besonderheiten will ich hier auch noch kurz eingehen. Oftmals befindet man sich auch in einer Situation, das man normalerweise in kleineren Locations keine Vollabnahme von den Drums benötigt, jetzt spielt man auf einmal auf einer größeren VA, hat aber nur sein kleineres Pult dabei, was sonst auch ausreichend war. Jetzt aber muß man aufgrund der Größe eine Vollabnahme realisieren. Es gibt zwei Wege um dieses zu bewältigen!

1. Man leiht sich ein größeres Pult für das FoH aus, oder
2. man bedient sich eines Submischers.

Oftmals hat man noch einen kleinen Mischer zu stehen, oder der Drummer bringt einen mit, so kann man die Signale auf der Bühne zusammenfassen und diesen Vormix an das FoH senden. Dort belegt dann das gesamte Drumset nur einen Kanal. ABER VORSICHT! Diese Lösung ist nur suboptimal, denn was sich auf den 1. Blick gut anhört ist nicht wirklich gut. Klar man benötigt auch nur einen Kabelweg von der Bühne zum FoH, aber man hat dann auf dem FoH Pult nur noch die Möglichkeit den gesamten gelieferten Drumsound weiter zu reichen. Ich kann nicht mal eben die Snare oder Bassdrum bearbeiten, oder bei einem Solo die Toms hochziehen usw., mir sind die Hände gebunden! Desweiteren habe ich auch für das Monitoring nur das gesamte Set zur Verfügung, und ich kann auch keine separate Effektbearbeitung mehr vornehmen. Dieser Tatsache sollte man sich bei Submixen bewusst sein.

Gern kommen auch bei Keyboardern die Submixer zum Einsatz. Das ist aber nicht ganz so tragisch, da die selber am besten Wissen wie sie Ihre Instrumente einsetzen wollen. Schlecht nur, wenn der Kollege von der Tastenfraktion sich selbst verherrlichen will. Aber das ist eigentlich bei jedem Musiker schlecht.

Gutes Kleinmischpult mit integriertem Effektgerät, hochwertiges Material für kleine Bands!

Soundcraft MFX - 8 mit Effektgerät


b) der Equalizer

Der Equalizer ist ein Muß an jedem FoH und Monitorarbeitsplatz! Mit diesem Gerät kann ich Defizite im Sound, den Boxen und des Raumes ausgleichen. Vom Prinzip her ist es erst einmal egal für welche Art von EQ ich mich entscheide. Setze ich den altherkömmlichen grafischen oder eher den parametrischen EQ ein. Nehme ich einen analogen oder einen digitalen? Fragen über Fragen.

Der klare Vorteil an einem analogen grafischen Equalizer ist unschlagbar der schnelle Zugriff! Nehmen wir an, es koppelt bei 1Khz, dann ziehe ich sofort diesen Frequenzregler runter und habe das Problem (meistens) schon im Griff. Habe ich jetzt aber einen digitalen und dieser hat kein analoges Gesicht, dann bin ich ziemlich schlecht dran, denn ich muß erst einmal die Frequenz auswählen um dann den Parameter korrigieren zu können. Das kann auch bei einem geübten Mischer schon mal eine knappe Minute dauern! Und so lange pfeift es dann auch!

High End Grafik Equalizer mit Dynamic Sektion / LA Audio EQ - 231 GSP


Aber es hat natürlich auch seinen Sinn daß es parametrische EQs gibt und sie machen auch einen richtig tollen Job. Man muß hier allerdings schon einiges an Hintergrundwissen mitbringen um an solchen EQs arbeiten zu können. Denn ganz so einfach ist die Bedienung da nicht mehr. So habe ich aber die Möglichkeit ganz gezielt Frequenzen zu bearbeiten, ich kann die Filtergüte und die Filterkurve beeinflussen. Diesen Equalizertyp findet man auch in Mischpulten ab der Mittelschiene wieder, dort als semiparametrischer EQ, für die Mittenbänder!

Wo aber sollte ein Equalizer eingesetzt werden?

Ein EQ gehört definitiv in jeden Monitorweg und auch auf die Summe! Sinnvollerweise schleift man EQs in die betreffenden Inserts ein, sofern man diese hat oder die nicht anderweitig besetzt sind. Man kann natürlich auch das Signal aus dem Out in den EQ und dann weiter leiten. Hat man also 4 Monitormixe, dann sollte man auch 4 Equalizer haben! Das Minimum für das Summensignal stellt auch hier wieder für jeden Kanal einen EQ dar! Hier geht aber auch noch mehr, in dem man bei größeren Lautsprechersystemen mit den Lautsprechermanagement Systemen arbeitet. Aber davon dann in dem betreffenden Absatz mehr!

Wieviel Bänder sollten es denn sein?

Das Beste sind immer 31 Bänder, denn nur so kann man über die gesamte Frequenzpalette verfügen. Zur Not und immer noch besser als gar keiner sind 15 Bänder. Mit weniger sollte man sich aber definitiv nicht zufrieden geben.

Wie eigentlich bei allen Klang bearbeitenden Geräten, sollte man versuchen so hochwertig wie nur irgend möglich anzugreifen. Klar kann man auch mit einem Behringer FBQ arbeiten, aber wer dahinter hochwertige Boxensysteme zu sitzen hat, der sollte schon auch höherwertigere EQs einsetzen, der Klang wird euch belohnen, wenn man also einen LS Audio oder BSS zur Bearbeitung hat!

c) Amps oder Aktive Boxen


Hier scheiden sich die Geister! Im Prinzip ist es egal ob ich mit Amps (passiv) oder mit Aktiven Boxen arbeite. Bei Aktiven Boxen sind die Verstärker schon in die Box integriert und optimal auf das System abgestimmt. Es gibt Vor und Nachteile, auf die ich hier aber nicht groß eingehen möchte! Wichtig ist nur das ich mir im Klaren darüber sein muß, will ich einen guten Sound haben, so muß ich auch das entsprechende Equipment einsetzen. Der Sound ist immer nur so gut wie das schlechteste Glied in der kompletten Kette! Habe ich also bis hierhin alles hochwertige Bauelemente und spare an den Boxen, dann darf ich also auch keine Klangwunder erwarten. Genauso sieht es umgekehrt aus. Habe ich die billigsten Mikros und danach kommen nur High End Produkte, dann brauche ich mich auch nicht zu wundern, wenn es eben nicht so klingt!

Ein Verstärker sollte immer genügend Headroom verfügen, so daß er nicht ständig am Anschlag läuft. Das tut dem Verstärker und den Boxen daran nicht gut! Eine Faustregel besagt, ca. 1/3 mehr Leistung als die zu befeuernden Boxen. Dann macht man eigentlich nichts falsch.

Ein PA System muß Signale verzerrungsfrei wiedergeben können, und deswegen brauchen wir hier auch genügend Leistung. Anders als bei einer HIFI Anlage arbeitet man im PA Bereich mit sehr dynamischen Signalen, die das totkomprimierte Medium einer CD um das 10fache übersteigt. Die Wattzahlen müssen daher zum sauberen Abbilden der kurzzeitigen Impulsspitzen herhalten. Die durchschnittliche Leistungsabgabe liegt deutlich unterhalb der möglichen Spitzenleistung. Eine Überdimensionierung ist also für den Headroom, also die Aussteuerungsreserve da. Außerdem produzieren gering ausgelastete Lautsprecher weniger Verzerrungen. Eine große niedrig ausgelastete Anlage klingt demzufolge besser und ausgewogener, als eine kleine Anlage die ständig am Limit läuft.

Um für unser Gehör ein ausgeglichenes Klangbild zu erzielen, kann man in etwa davon ausgehen, daß die Leistungsverteilung einer Endstufe in etwa so aussieht:
70% für die Bässe, 20 - 25% für die Mitten und 5 - 10% für die Höhen. Hier erklärt sich dann auch, warum die Endstufen für die Subs immer so groß ausfallen müssen und oder sogar gebrückt gefahren werden.

QSC PLX 3602.jpg

Gute Endstufe der Oberklasse / QSC PLX 3602
 
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d) Frequenzweichen & Lautsprechermanagement

Diese Systeme steuern die einzelnen Boxen im Saal an und sorgen für den absolut richtigen Sound. Das bekannteste unter diesen Systemen ist wohl der Behringer DCX 2496. Dieses Gerät ist Gold wert und eines der besten Geräte die aus dem Hause Behringer kommen.
In seinem Gehäuse sind eigentlich mehrere Geräte vereint! So haben wir hier Frequenzweichen, Equalizer und Dynamikbearbeitung alles zusammen! Diese Geräte werden Controller genannt.

Frequenzweichen sollten eigentlich auch in jedem besseren PA - System enthalten sein! In vielen Boxen sind sie eh schon verbaut. Wozu sind die Teile gut? Sie lassen exakt nur die Signale an die betreffenden Speaker, die dafür ausgelegt sind. Also Bass, Mitten und Highfrequenzen werden entsprechend der Lautsprecher richtig getrennt, so bekommt jeder Speaker auch nur das ab, wofür er gebaut ist!

Passive Weichen:

Diese stellen die einfache Variante der Frequenzaufteilung dar. So verstärkt eine Endstufe Fullrange Signale, die diese auch so ausgibt. Nun setzt man also zwischen den Verstärker und den Lautsprechern eine Weiche, die schon in die Box integriert wird. Das ankommende Fullrange Signal kommt nun auf je einen Hoch und Tiefpassfilter. Danach sind dann die jeweiligen Hoch und Tiefton Lautsprecher geschalten. Technisch gesehen ist das zwar nicht das Non Plus Ultra, aber es funktioniert tadellos und wird von der PA Box bis zum HIFI Sektor so verbaut.

Vorteile dieses Systems:
- geringer technischer Aufwand
- Kompakt
- Weichen werden gleich in die Box mit eingebaut

Nachteile, und diese überwiegen:
- gesamte Ausgangsleistung der Endstufe geht über die Weiche
- dadurch Leistungsverlust
- daher große Bauteilabmessungen und hohe Belastbarkeiten dieser Bauteile
- Durch Erwärmung verändert sich der Widerstandswert
- Folge > temperaturabhängige Trennfrequenzen
- Nur immer auf die verwendeten Lautsprecher anwendbar
- Flankensteilheit im Übertragungsbereich (ca 12dB / Oktave ist brauchbar)
- Daher kaum Präzisionsfilterung möglich

passive Frequenzweiche.jpg
Passive Frequenzweiche zum Einbau, mit Speakon Anschlüssen schon fest verdrahtet


Aktive Weichen:

Wenn wir uns also die passiven Weichen ansehen, so kommen wir zu dem Schluß, daß die technisch und klanglich bessere Alternative die Aktiven Weichen sind. Diese werden im Gegensatz zu den passiven vor den Endstufen platziert. Hier kann man nun also mit dem Linesignal arbeiten und hat nicht das hochverstärkte Signal dazu.

Daraus entstehen Vorteile, wie
- Einbau von Präzisionsbauteilen
- Exakte Filterung
- Einsatz von Operationsverstärkern zum Ausgleich von Pegelverlusten
- Vollständige Entkopplung von Ein und Ausgangssignalen
- Trennfrequenzen und Ausgangspegel können für jeden Weg separat geregelt werden
- Dadurch flexibel und für alle Boxensysteme verwendbar
- Keine Leitungsverluste, da Line Pegel und somit keine Bautelerwärmung
- Hohe Flankensteilheiten möglich (18 dB / Oktave kein Problem)
- Phasenverhalten in Übergangsbereichen können korrigiert werden
- Dadurch sehr hochwertiges Klangbild

Nachteile gibt es hier aber auch
- höherer technischer Aufwand
- dadurch höherer Preis und Kosten bei der Produktion
- jeder Frequenzweg benötigt eine eigene Endstufe

CX3400.jpg
Aktive Frequenzweiche CX 3400 von Behringer Stereo 3 Wege / Mono 4 Wege mit Limitern

Das Managementsystem macht aber noch mehr! Ich kann für jeden Speaker noch einen EQ setzen, den ich auch noch auswählen kann, welchen Filtertyp ich verwenden will. Das geht am Eingang wie auch an jedem Ausgang separat! Ich kann weiterhin Kompressoren einsetzen und Laufzeitveränderungen setzen. Das ist besonders bei Delaylines sinnvoll. Aber ich kann auch Shortdelays setzen, also die einzelnen Laufzeitenkorrekturen der Speaker untereinander!

Vorteil an diesen Gerätschaften ist weiterhin, ich kann diese Elemente koppeln mittels Link und kann so riesige Lautsprechersysteme ansteuern!

DCX2496.jpg
Behringer Ultradrive Pro DCX 2496, sehr guter Controller


Über die einzelnen Funktionen und deren Arbeitsweise sowie den Einsatz könnte ich hier noch seitenweise schreiben, das würde aber diesen Rahmen sprengen.

Wie bindet man so etwas in die Anlage ein?

Man geht mit den Ausgangssignalen des Main Out vom Pult in die Frequenzweiche oder den DCX (oder ein anderes System) und kann von dort aus auf die einzelnen Wege routen! Man kann auch aus der Summe einen 3. Weg bauen um evtl. Subwoofer damit anzusteuern. Logischerweise kann ich aber auch die Monosumme aus dem Mixer einsetzen!

Frequenzweichen sollten am FoH Platz stationiert werden, so hat man die Kontrolle und hört auch sofort was eingestellt ist. Nachteilig ist lediglich daran, daß man mehrere Wege zurück zu den Ampracks hat. Das sollte man bei der Anschaffung eines Multicores vorher berücksichtigen!


e) Effektgeräte

Effektgeräte, sind Geräte mir denen man Audiosignale bearbeiten (verändern) kann. Effekte unterteilen sich ganz grob in 2 Kategorien. Auf der einen Seite haben wir die Dynamik und Klangbearbeitenden Effekte und auf der anderen Seite die Zumisch und Modulations und Zeitverzögerungseffekte.

Zu den Dynamikeffekten gehören Kompressoren, Noisegates und Equalizer, und zu den anderen Hall und Modulationseffekte wie Chorus, Flanger und Harmonizer.

Bei den Dynamikeffekten werden die Signale aus dem Mischpult mittels Inserts herausgeschleift, dann bearbeitet und in den Insertpunkt am Mixer wieder zurückgeführt.

Bei den Zumischeffekten werden die Signale über die AUX Schiene abgegriffen. Sinnvollerweise mittels Post Fader, da man das zu bearbeitende Signal ja abhängig von der Lautstärke regeln will. Das Signal wird hierbei auch nicht aus dem Pult herausgeführt, sondern gesplittet. Das Originalsignal verbleibt im Pult, nur der eingestellte Wert anhand der AUX Potis geht in Abhängigkeit zur Faderstellung an das Effektgerät und wird anschließend über die AUX Returns wieder dem Originalsignal zugemischt!

Lexicon MX 400 XL.jpg
Sehr gutes Multieffektgerät Lexicon MX - 400 XL der Mittelklasse


Effektgeräte sind am FoH nicht unbedingt Pflicht, aber sie sind ungemein nützlich, da sie den Sound (meistens) besser machen. Vorausgesetzt der Techniker weiß damit auch richtig umzugehen!

Wozu braucht man eigentlich Kompressoren?

Der Bass wummert und dröhnt, der Gesang geht unter und kurz darauf sieht es wieder ganz anders aus! Der Kompressor hilft dabei dieses Chaos in den Griff zu bekommen. Er bedämpft die lauten Stellen während die leisen ungehindert passieren. Dadurch erhöht sich durch den neuen verkleinerten Dynamikumfang der Durchschnittspegel. Das Resultat ist simpel, die Instrumente klingen klarer und kompakter und ebenso der Gesang und alles lässt sich wesentlich entspannter abmischen.

Sehr gutes Multieffektgerät Lexicon MX - 400 XL der Mittelklasse


Effektgeräte sind am FoH nicht unbedingt Pflicht, aber sie sind ungemein nützlich, da sie den Sound (meistens) besser machen. Vorausgesetzt der Techniker weiß damit auch richtig umzugehen!

Wozu braucht man eigentlich Kompressoren?

Der Bass wummert und dröhnt, der Gesang geht unter und kurz darauf sieht es wieder ganz anders aus! Der Kompressor hilft dabei dieses Chaos in den Griff zu bekommen. Er bedämpft die lauten Stellen während die leisen ungehindert passieren. Dadurch erhöht sich durch den neuen verkleinerten Dynamikumfang der Durchschnittspegel. Das Resultat ist simpel, die Instrumente klingen klarer und kompakter und ebenso der Gesang und alles lässt sich wesentlich entspannter abmischen.

DBX 1066.jpg
Eines der verbreitesten Stereokompressoren DBX 1066


Auf die Arbeitsweise möchte ich hier nicht weiter eingehen, daraus lässt sich locker ein eigenständiger Workshop machen.

Zu den Zumischeffekten will ich nur anmerken, erlaubt ist was gefällt.

Bei beiden Gerätetypen sollte man aber schon ein paar Taler investieren, denn wie auch bei dem Rest der Anlage tut man sich keinen Gefallen in billiges Material zu stecken. Gute Kompressoren fangen bei ca. 400 Euro an, genauso sieht es bei den FX aus!

Multicore & Co.

Wie bringt man denn nun die Bühnensignale ans FoH und auch wieder zurück? Einzelkabel könnte man theoretisch machen, aber das ist viel zu aufwendig. So bedient man sich sogenannter Multicores. Diese bestehen aus vielen Einzelkabeln und sind zu einem einzigen großen zusammen gebaut. Die Signale laufen über einzelne Adern. Auf der einen Seite haben wir die sogenannte Stagebox, hier kommen alle Bühnenkabel rein, und auf der anderen Seite befindet sich eine Steckerpeitsche die dann ans Mischpult angeschlossen wird!

Aufgrund der parallelen Anordnung aller Signal führenden Leitungen innerhalb eines Multicores ist die Gefahr des Signalübersprechens zwischen den einzelnen Leitern recht groß. Hier sollten also wieder einmal Qualitätsprodukte verlegt werden. Gut abgeschirmt und mit hochwertigen Neutriksteckern versehen sollte also Standard sein. Die Schirmung sollte man auch nicht vernachlässigen, denn hier sitzt die Gefahr der Einstreuung von nicht erwünschten Signalen. Bei der professionellen Einzelmasseführung benötigt jeder Kanal drei Pins, 2 für das symmetrische Audiosignal und einer für die dazugehörende Masse. Die Abschirmung des Außenmantels kommt lediglich mit den Metallgehäusen der Multipinstecker Kontakt. Der Vorteil liegt hier darin, dass alle Massen voneinander isoliert sind, so kann man auch potentialfremde Signalkreise übertragen, ohne Masseschleifen zu verursachen! Faßt man dagegen alle Abschirmungen des Kabels zu einer Gesamtmasse zusammen, benötigt man weniger Anschlusspins und man kommt mit kleineren und billigeren Kabeln und Multipins aus , aber das kann durchaus zu Brummproblemen kommen, wenn nicht nur Audiosignale transportiert werden, sondern auch Intercom und DMX Signale über das Kabel laufen.

Multicores gibt es in allen möglichen Ausführungen und Längen. Da sollte sich für jeden etwas finden lassen!

Ein besonderes Augenmerk sollte man auch auf die Kabeltrommeln legen. Gerade bei Bands mit vielen Auftritten an wechselnden Locations ist hier wichtig das sie gutes Material einsetzen, da dieses hoher Belastung standhalten muß.

Eine andere Möglichkeit Signale von der Bühne hin und zurück zu bekommen sind Funkstrecken. Große Bands haben ganze Funkracks im Gepäck. So entfällt das ganze Kabelwirrwar und man ist sehr flexibel, vor allem die Musiker auf der Bühne, da sie sich frei bewegen können. Hier sollte man darauf achten, daß die eingesetzten Systeme untereinander kompatibel sind und sich nicht gegenseitig stören.

Mittels wireless lässt sich fast alles heutzutage bewerkstelligen. Funkmikros sind genauso anzutreffen wie Sender für die Instrumente. Das Monitoring erfreut sich auch zunehmender Funkverbindungen! UHF - Frequenzen, True Diversity Empfänger und moderne Kompander/ Rauschunterdrückungssysteme sollten also hier Standard sein.

Wer Funksysteme einsetzt sollte sich vorweg ein wenig mit den Rechtlichen Bestimmungen vertraut machen, denn die deutsche Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, kurz RegTP, hat eine ganze Reihe von Verordnungen erlassen an die man sich halten sollte, sonst droht ein Bußgeldverfahren.

Gute Funkanlagen baut heutzutage jeder namhafte Hersteller, wie Shure, Sennheiser, Beyerdynamic und AKG und wie sie alle heißen. Das man auch hier nicht gerade im Low Budget Bereich suchen sollte wenn man sich so etwas anschaffen will, brauche ich jetzt wohl nicht mehr zu erwähnen!

Multicore 24 4 mit Trommel.jpg
Multicore 24/4 mit Kabeltrommel, robuster Aufbau
 
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Das Monitoring

Einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Qualität eines Konzerts hat wohl das Monitoring für die Musiker. Können sich die Musiker auf der Bühne nicht ordentlich hören, dann können sie auch keine gute Musik machen - wie denn auch? Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten. Einmal das herkömmliche mittels Boxen, hier Monitore genannt, auf der Bühne, oder per In Ear. Hier gibt es wieder das kabelgebundene und das wireless System.

Hier sollten auch wieder einmal gute Boxen zum Einsatz kommen, die den Sound in hoher Qualität rüber bringen.

HK Pro 12M.jpg
Standard Bodenmonitor HK PRO 12M


Wieviel Monitorboxen braucht man denn so? Naja nun muß nicht gleich jeder Musiker sein eigenes Monitoring haben, es können sich auch Gruppen zusammenschließen, die einzelne Monitore gemeinsam nutzen. Außerdem muß nicht für jeden Musiker ein einzelner Mix zusammengestellt werden. Oftmals muß man hier Kompromisse eingehen, da technisch bedingt, oftmals die Anzahl der Pre Fader AUX Wege eines Mischpultes begrenzt sind. Habe ich bei kleineren Pulten oft nur 2 Monitorwege zur Verfügung, so kann ich also auch nur diese 2 Mixe zur Bühne schicken, diese dann natürlich auf so viele Monitore wie ich will. Besser sieht es da schon bei großen Live Konsolen aus, die mit 6 oder mehr Wegen daher kommen.

Gute Monitorboxen fangen bei der dB Opera Serie an und gehen über RCF, QSC und FBT und so weiter. Nach oben ist mal wieder alles möglich!

dB Opera 405.jpg
dB Opera Live Serie (aktiv Monitore)



Wie das Monitoring auf einer Bühne aussieht, ist abhängig von der Größe der Band und auch der Bühne. Bei kleineren Bühnen reicht es völlig aus wenn man die Floormonitore einsetzt, die vor den Musikern am Boden liegen. Wohingegen bei großen Bühnen noch Fills und Sidefills hinzukommen.

Bei den meisten VAs wird das Monitoring vom FoH aus mir bedient, das ist zwar nicht so prickelnd, aber für die meisten von uns einfach nicht anders zu bewerkstelligen. Hauptproblem ist, das der Front of House Mann den Monitormix selber nicht hört, er mischt ja den Saalsound. Um hier zu guten Ergebnissen zu kommen, muß die Anlage exakt eingestellt werden. Die Boxen müssen richtig eingepfiffen werden und danach sollte ein guter Soundcheck erfolgen. Hierbei sollten Techniker und Musiker sehr diszipliniert zusammen arbeiten. Sagt der Musiker dem Techniker nicht wie er sich hören will, wie soll dann dieser wissen was gut ist? Ist die Monitoranlage richtig eingestellt, sollte man an dieser Einstellung nichts mehr ändern. Also Finger weg von den Kanal EQs, diese Beeinflussen nicht nur den Saalsound, sondern auch den Monitorsound. Das Beste wäre hier, wenn man die AUXe ungefiltert vor dem Kanal EQ abgreift. Zur Klangregulierung kann man dann einen Terzband EQ pro Weg einsetzen!

Ein weiteres Problem stellen eingeschleifte Dynamikeffekte dar. Diese wirken sich natürlich auch auf den Monitor aus, sind aber dort manchmal nicht wirklich willkommen, da sich der Gain before Feedback Abstand drastisch verringert. Zu gut deutsch es koppelt schneller!

Hierbei bedient man sich eines Tricks, indem man die zu komprimierenden Signale auf eine Subgruppe legt und diese dann dort komprimiert, so hat man einen reinen Monitorsound, aber den dynamisch bearbeiteten Saalsound. Das geht natürlich nicht unbegrenzt. Oder man splittet das ankommende Signal mittels Y - Splitt und legt es auf zwei Monokanäle. Den einen Kanal mit eingeschleiften Kompressor im Insert geht auf den Saal, der andere bleibt am Fader geschlossen und nur die AUXe werden zum Monitoring geöffnet. Diese Variante setzt aber eine hohe Kanalreserve am Mischpult voraus.

Entscheidet man sich nun bei großen Konzerten für ein separates Monitorpult, dann muß man einige Dinge beachten. Die dazu benötigte Verkabelung ist nicht ganz ohne. Da ja beide Mischpulte eingangsseitig kanalweise parallel beschaltet werden müssen, müssen sogenannte Splitter her. Diese können in der einfachsten Form mittels eines Y Kabels hergestellt werden, oder aber direkt an der Stagebox mittels eines extra Abgriffs in Form eines Multipin Steckers, Harting o.ä.! Da entstehen nun aber wieder einige Probleme. So muß die Phantompower nur von einem Pult aus gesendet werden. Außerdem muß man beachten das man keine Brummschleifen erhält. Was also tun?

Man setzt aktive Splitter ein, die mit einem 1:1 Trennübertrager ausgestattet sind. Davor sitzt dann noch ein elektronischer Impendanzwandler, um die Entkopplung vorzunehmen. Ähnlich wie eine DI Box werden hierdurch die beiden Pulte unter Einhaltung optimaler Signalanpassung galvanisch voneinander getrennt. Da pro Kanal ein Übertrager erforderlich ist, kann eine 48 V Phantomspeisung diese nicht überqueren, also muß man Systeme mit Phantomspeisung einsetzen oder aber welche die eine Thru Buchse besitzen, nur darüber kann man die für Kondensatormikros benötigte Phantomspeisung durchschleifen!

Alles in allem also eine aufwendige und auch kostenintensive Sache, die sich wirklich erst bei sehr großen Auftritten lohnt! Das Beste ist, wenn man sich bei solchen Anwendungen einen guten Verleiher ins Boot holt, oder das ganze gleich an eine Company abgibt, die so etwas fast täglich machen! So ist man immer auf der sicheren Seite.


Die Stromversorgung


Ein wichtiger Aspekt bei einer VA ist die Stromversorgung. Das hat zwar nur indirekt etwas mit gutem Sound zu tun, ist aber doch nicht unwichtig.

Handelt es sich um einen kleinen Gig bei dem sie nur das übliche an Boxen und Technik haben, dann sollte man mit den üblichen 230 V auskommen, die in jeder Location in Form von Schukodosen vorhanden ist. Diese sind meistens mit einer 16 A Absicherung ausgestattet. Das ergibt eine Leistung von 3680 Watt.

Bei den Stromkabeln sollte man nur intaktes Material einsetzen und auch keine Billigkabel aus dem Baumarkt verwenden. Setzt man Kabeltrommeln ein, so ist darauf zu achten, das diese komplett abgetrommelt sind, da diese wie eine Widerstandspule reagieren und bei Last sehr heiß werden können. Im Normalfall sollte dann der FI der Sicherung fallen, im schlechtesten Fall hat man einen schönen hausgemachten Brand im Gange!

Im semiprofessionellen und im professionellen Bereich arbeitet man aber mit Drehstromanschlüssen. Zur Verbindung des Stromanschlusses mit der PA benötigt man ein entsprechend dimensioniertes Verlängerungskabel. Paßt der Hausanschluß nicht auf das eigene Equipement, wird häufig eine Reduzierung 63 auf 32 oder 32 auf 16 mittels Adaptern gearbeitet, die in Form von kurzen Kabelstücken ausgelegt sind. Die entspechenden Kabel und Adapter dran und fertig! ABER das ist leider nicht erlaubt! Hier kann nicht ausgeschlossen werden, das über die geringer ausgelegte Kupplung am Adapterende nicht doch höhere Leistungen als erlaubt drüber laufen. Wenn man also einen solchen Stromanschluß herunter adaptieren will, muß immer eine passende Unterabsicherung dazwischen sitzen! In der Praxis nimmt man dazu die entsprechenden CEE Unterverteilungen. Das Hinaufadaptieren von 16 auf 32 usw. ist dagegen auch mit den Kabelstücken erlaubt, denn hierbei wird davon ausgegangen, dass der 16 A Anschluss der Installation bereits die passende Absicherung besitzt, die dann bei einer Überlastung auslöst.

Will man richtig arbeiten kommt man um ein Stromverteilerrack nicht umhin. Diese sind im 19´´ Format ausgelegt und verteilen den Strom auf einzelne Anschlüsse, die dann auch noch separat abgesichert sind. Hier gibt es die unterschiedlichsten Bauformen. Es gibt Verteiler die dann auf mehrere Drehstromdosen splitten, aber auch welche die auf 230V Dosen splitten, oder sogar beides. Ganz billig sind diese Stromverteiler im 19´´ Format nicht, aber man ist damit auf der sicheren Seite. Ab 300 Euro muß man für solche Systeme schon aufwenden.

Stromverteiler PSA 321.jpg
Showtec PSA 321 Stromverteiler; Eingang 32 A CEE auf 6 X Schuko Ausgang



Weiterhin sollte man auch darauf achten, daß man Licht und Audiowege voneinander trennt, um Brummeinstreuungen zu vermeiden. Auch sollte man sich von Dimmern und Trafos fern halten. Stromkabel und Audiokabel sollten nie parallel über längere Strecken direkt nebeneinander liegen. Wenn möglich immer im 90° Winkel queren. Beachtet man diese Dinge kann man sicher sein, das man das lästige Brummen nicht auf den Boxen hat!


Die Klein PA

Die klassische Klein PA wird auch als Gesangsanlage bezeichnet. Wir kommen hier mit 2 Stativboxen aus. Oftmals werkelt als Mixer ein Powermischer, der die Endstufen in das Mischpult integriert hat um so eine separate Endstufe einzusparen. Hier sei gleich dazu gesagt, das Powermischersystme unflexibel sind, da man diese nicht beliebig erweitern kann und immer im Rahmen der Leistung des Mischer arbeiten muß!
Als Gesangsanlage werden diese Systeme deswegen bezeichnet, da die Hauptaufgabe dieses Systems die Übertragung des Gesangs ist. Klar können auch einzelne Instrumente mit übertragen werden, das ist aber nur begrenzt möglich aufgrund der Baugröße. Solche Anlagen findet man meistens in Proberäumen und kleinen Locations. Das Mischpult findet man bei Gigs dann auch auf der Bühne und wird dort von einem Bandmitglied bedient.

Der Vorteil eines solchen Systems ist das so eine Anlage sehr preisgünstig ist. Der Transportfaktor ist auch minimal, da solche Anlagen nicht allzu schwer sind. Außerdem sind diese Systeme relativ schnell auf und abgebaut. Nachteil ist, das man über den Saalsound eigentlich keine Kontrolle hat. Hier empfiehlt es sich, wenn man eine Person im Publikum dabei hat die die Stücke der Band kennt und gegebenenfalls Korrekturtipps an die Musiker geben kann.

Da bei einer solchen Anlage die Endstufen und Boxenleistung begrenzt ist und auch keine Bassboxen dabei sind, so kann man also auch keine Basslastigen Signale darüber laufen lassen. Die Bassdrum und der E - Bass können also nicht über diese Anlage verstärkt werden. So arbeitet die Klein PA im Zusammenspiel mit der Backline der Instrumentenverstärker der Musiker sowie dem akustischen Schlagzeug. Diese Art der Beschallung erfordert von den Musikern eine hohe Disziplin. Das Schlagzeug gibt den Mindestpegel vor und alles andere sollte daran angepasst werden. Hier ist darauf zu achten, das der Gesamtsound auch ausgewogen ist. Selbstverherrlichende Musiker sind für solche Systeme der Tod. Weiterhin sollte man bedenken, das mit fortschreitender Spieldauer die Gefahr besteht, das sich die Musiker in der Lautstärke hochschaukeln. Da uns das menschliche Gehör vorgaukelt das bei gleichbleibenden Pegel alles auf einmal leiser erscheint. Das ist normal und nennt sich Hörermüdung. Gerät das Ganze dann aber aus den Fugen, geht der ganze Gig ganz schnell nach hinten los.

Bei den Boxen finden wir meistens 2 oder 3 Wegesysteme vor, die ob der besseren Schallabstrahlung der hohen Frequenzen auf Hochständern platziert werden. Bei den Stativen sollten wiederum nicht die billigsten Systeme verwendet werden. Auch sollte man penibel darauf achten, das keiner unbeabsichtigt dagegen kommen kann und eventuell so umfallen. Sinnvoll sind Stative mit einer 10° Neigung nach vorn, das hat den Vorteil, das der Schall der Hochtöner besser ins Publikum gestrahlt wird und nicht an die Raumdecke, von wo aus er als schlechte Reflektion zurückkommt.

Sogenannte 12/2er Bassreflexboxen erweisen sich hier am sinnvollsten, da sie neben dem Gesang auch noch Keys wiedergeben können. Nachteil ist aber die eingeschränkte Basswiedergabe.

Aber was sagen uns eigentlich die Zahlen bei den Boxen?

Nehmen wir das Beispiel mit den 12/2er Boxen! Hierbei handelt es sich um eine Zweiwege Box mit einem 12 Zoll (12´´) Tieftöner. Neben den Bässen deckt dieser auch den unteren Mittenbereich mit ab. Für die hohen Frequenzen wird ein Hochtöner der mit einer passiven Weiche getrennt ist eingesetzt. Je nach Ausführung liegt hier die Trennfrequenz bei 1,5 und 3 kHz. Der besseren Schallvereilung wegen benötigen Hochtöner ein vorgesetztes Horn, welches hier meistens (12/2er) 90 X 60° Abstrahlung besitzt. Hiermit kann man auf kurze Entfernungen ein breites Schallfeld erzeugen, welches für kleine Räume optimal ist!

Electro Voice PX 1122M.jpg
Electro Voice PX 1122M, passive 12/2er Box mit 2´´ Hochtönern der High End Klasse


15/3er Boxen sind heutzutage relativ selten im Einsatz, da diese große Abmessungen und auch hohes Gewicht mitbringen. Man muß aber dazusagen, daß diese Boxengattung eine höhere Belastung und auch Basswiedergabe hat. Hier werkelt ein 15´´ Tieftöner bei einer Trennfrequenz zwischen 500 - 800 Hz, im Mittenbereich meistens ein 6,5 oder 8 Zöller und ab ungefähr 2 - 3 kHz kommt dann der Hochtöner zum tragen.

Die dritte Variante ist die 15/2er Box. Dies Box klingt etwas basslastiger als eine 12/2er ist aber transportfreudiger als eine 15/3er, da sie nicht ganz soviel an Gewicht mitbringt. Vorsicht ist aber geboten, denn besitzt diese Box nur einen 1´´ Hochtöner, dann liegt die Trennfrequenz baubedingt sehr hoch. Der 15 zöllige Basslautsprecher muß nun einen großen Mittenanteil mit übernehmen, das ist für das Klangbild nicht gut. 2´´ Hochtöner eignen sich anhand ihrer größeren Horngeometrien wesentlich besser, da sie eine tiefere Trennfrequenz benötigen.

Electro Voice PX 1152.jpg
Electro Voice PX - 1152 ; passive 15/2er Box der Oberklasse



Hier erklärt es sich fast von selbst, warum gute Boxen teuer sind, denn in eine hochwertige 15/2er Box muß der Hersteller sehr viel Entwicklungsarbeit investieren und auch bei der Produktion werden höherwertige Bauteile verwendet. Das schlägt natürlich im Preis zu Buche. Billige 15/2er klingen deswegen sehr bescheiden.

Klein PA.jpg
Klein PA (Gesangsanlage)
 
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Diesen Begriff gibt es nicht wirklich, aber ich will ihn hier einfach mal gebrauchen, damit wir eine begriffliche Abtrennung zu den Gesangsanlagen haben. Im Prinzip handelt es sich hierbei auch um Klein PA aber mit erweiterten Elementen wie Subwoofern. Wir unterscheiden hier 2 Systeme. Einmal mit passiven und andererseits mit aktiven Subs!

Fangen wir bei der passiven Variante an.

Wir erweitern hier also unsere kleine Anlage mit den beiden Boxen um ein oder zwei Bassboxen, sogenannten Subwoofern. Das hat den Vorteil, das wir nun auch tieffrequentes Material mit übertragen können. Außerdem können wir uns auch eventuell die Boxenstative ersparen, indem wir mittels Distanzstangen die Sateliten auf die Subs setzen. Das sieht dann auch noch ordentlich aus und spart vor allem Platz, den man in kleinen Kneipen meistens nicht hat! Weiterhin benötigt man nur noch 2 zusätzliche Lautsprecherkabel, die an den Thru Buchsen der Subs angeschlossen werden. Im inneren arbeitet wieder unsere bekannte passive Weiche, die die Tiefpässe filtert. Alles ab ca. 100 Hz wird dann weiter an die Mitten / Hochtöner weitergeleitet.

jbl_jrx-118_s_jpg.jpg
Passiver Sub JBL JRX - 118S der Einstiegsklasse

Tieffrequente Signale können vom menschlichen Gehör nicht geortet werden und so kann man die sperrigen Würfel auch schön verstecken. Entweder unter die Bühne oder in eine Ecke des Raumes. Nur verschwindet dabei natürlich auch der Vorteil das man keine Stative mehr einsetzen muß! Kann man keine 2 Subs einsetzen, weil kein Platz im Raum ist, oder man einfach keine Transportmöglichkeiten besitzt, so kann man auch nur mit einem Woofer arbeiten, als Monosub sozusagen! Hierfür gibt es Basslautsprecher mit Doppelspulen, welche die beiden Sereokanäle mechanisch auf eine Membran addieren. Der Vorteil dabei ist, das die Signale elektrisch getrennt und dabei die Mitten und Höhen in Stereo erhalten bleiben. Genauso ist eine Bassbox mit 2 Lautsprechern dafür geeignet. Man ändert die meistens parallel ausgeführte Verkabelung und legt die Anschlüsse einzeln auf die 4 Kontakte der sowieso vorhandenen Speakonbuchse. Hierbei muß man aber streng auf die richtige Polung achten! Denn verdrehte Phasen sorgen dafür, das die Membranen entgegengesetzt arbeiten, eine Auslöschung der Bassanteile in der Luft ist dann die Folge.Das selbe passiert bei einer Doppelspule auf elektrisch - magnetischer Ebene, wenn auch hier die Polung nicht beachtet wird.



Da wir gerade bei Auslöschungen sind, will ich hier auch noch anmerken, das Stereosignale in Pegel und Phase eh stets von einander abweichen, was für den Bassbereich eine Auslöschung bedeutet. Vor allem wenn beide Lautsprecher in einem Gehäuse sitzen oder die Bassboxen sehr dicht neben einander stehen. Daher eignet sich ein Monosignal für die Subs besser.

Aufgeführt werden muß hier auch noch, das es sogenannte Mini PAs gibt, die schon mit Bassboxen entworfen worden sind. Solche Anlagen kann man nicht mehr ohne die Subs fahren, da die Mitten und Höhen Lautsprecher der Tops mit 10/2er oder sogar nur 8/2er ausgestattet sind.

D3700.jpg
Mini Array System von DAP Audio LT - 516



Kommen wir nun zur Aktiven Variante.

Die passive Subvariante bringt auch Nachteile mit sich, wie sollte es auch anders sein. Wie wir schon weiter vorn gelernt haben, geht in passiven Weichen durch Wärme Leistung verloren. Hat man nur knapp bemessene Endstufen oder einen Powermischer, steht man da sehr schnell vor einem Problem. Als nächstes kommen die steilen Flanken der Filter zum tragen, denn Bässe und Tops strahlen einen breiten Frequenzbereich gemeinsam ab. Weiterhin funktioniert die Angleichung der Lautstärke nur bedingt mit Vorwiderständen, welches weitere Leistungseinbußen und Verschiebungen der Trennfrequenz mit sich bringt.

FOHHN Xperience 3.jpg
Aktives PA System, hier die FOHHN Xperience 3 High Power, System der Oberklasse


Hier kommen also wieder einmal die schon angesprochenen Vorteile unserer Aktiven Weichen zum tragen. Das Signal wird mittels Line Signal vor der Verstärkung aufgeteilt und somit ohne Leistungsverluste. Die Filter arbeiten auch mit besseren Flanken, das alles wirkt sich positiv auf den Klang aus. Vorteilhaft für eine Aktive Weiche ist es wenn diese eine Mono Summe oder Low Sum ausgeben kann, die sie aus beiden Kanälen erstellt. Das hat den Vorteil das der Bass druckvoller wird!

Setzt man nun gleich eine komplette Aktiv Anlage ein, dann sind in den Boxen auch die richtigen Weichen schon enthalten und man ist immer auf der optimal eingestellten Seite, da alles vom Werk her passend konzipiert wurde. Neben der Flexibilität von Aktiv PAs besteht der Vorteil weiter darin, daß bei einem Defekt die betroffene Box einfach schnell ausgetauscht ist. Außerdem muß man nicht noch ein Amprack mitschleppen. Die paar zusätzlichen Stromkabel fallen da gar nicht auf!

JBL VRX 918 SP.jpg
High End Aktiver Sub, JBL VRX - 918 SP

Mittel PA.jpg
Aufbau einer Anlage mit Monosub passiv und aktiv gemischt angesteuert von einer DCX 2496
 
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Kommen wir hier zur Königsdisziplin. Auch wenn viele von uns nicht in den Genuss kommen werden mit solchen Anlagen zu arbeiten, so will ich hier doch diese Rubrik der Vollständigkeit halber aufführen. Große Hallen, Stadien und Open Airs können wir nicht mehr mit den voran aufgeführten Systemen beschallen. Hier muß Größeres her!

Mehrere Zehntausend Watt pro Seite sind bei solchen Veranstaltungen keine Seltenheit. So setzen sich diese Systeme auch baukastenartig zusammen.

Groß PA.jpg
So kann man Baukastenartig große Systeme aufbauen gesteuert von mehreren DCX 2496


Wieviel Leistung braucht man denn nun für eine VA? Wenn wir in kleinen Kneipen auftreten und keine Vollabnahme aller Komponenten auf der Bühne benötigen, dann kommen wir schon bis 500 Watt über die Runden. Will man eine mittelgroße Turnhalle oder einen Saal zwecks Tanzveranstaltung beschallen, dann brauchen wir hier schon eine Vollabnahme und sind locker mit 2 X 1000 Watt dabei. Rockkonzerte bei gleicher Raumgröße können wir hier schon mal mit dem 4 bis 6 fachen mindestens veranschlagen. Wir erinnern uns, das ca. 70% der Leistung für die Bässe drauf gehen, und gerade im Rocksektor haben wir davon mehr als genug! Geht es nach draußen, können wir ruhig noch einmal 2 bis 4000 Watt draufpacken.

Will man sogar ein ganzes Stadion beschallen ist man locker im 6 stelligen Wattbereich angelangt.

Links und Rechts neben der Bühne stehen gewaltige Boxentürme oder Line Arrays. Dazu kommen noch Centerboxen, die oberhalb der Mitte der Bühne platziert werden um den Vorbühnenbereich auszufüllen. Dazu kommen noch Delaytürme um weiter hinten gelegen Flächen mit demselben Druck zu beschallen. Die Boxen werden hier meistens gestackt, sprich übereinander gestapelt. Dabei stehen die Bassboxen ganz unten und die Hochtöner ganz oben. Das sogenannte Fliegen ist zum Standard geworden, so das man die Mitten und Hochtöner in sogenannten Bananen aufhängt.

Warum man das so macht? Ganz einfach. Eine eng stehende Menschenmenge hat akustisch gesehen eine raue Oberfläche. Bestrahlt man so eine Fläche von oben, dann wird der Schall sehr gut zerstreut und absorbiert, daraus ergeben sich weit weniger Reflexionen als bei gerade stehenden Türmen, die die Hochtonenergie über die Köpfe verteilen würden und diese dann auch noch gegen Hallenwände prallt. Also akustisch total schlechte Verhältnisse schaffen würden.

Hierzu bedarf es speziellem Fachpersonal und Material, das Otto Normalo nichtmehr auftreiben kann. Deswegen möchte ich hierauf auch nicht weiter eingehen.

Line Array von Nexo.jpg
Line Array von Nexo


Praxistipps

Vorbereitung & Aufbau einer VA:

- Kontaktieren Sie den Veranstalter und sprechen den Platzbedarf ab
- Klären Sie ab was Sie alles benötigen
- Sromanschlüsse
- Ankunft zum Aufbau
- Platzbedarf des Equipements evtl. Unterstellmöglichkeiten für Transportcases
- Leibliches Wohl der Musiker
- Eventuell einen Besichtigungstermin vereinbaren
- Abklärung der Gage
- Abbauzeit vereinbaren
- Kalkulieren Sie genug Zeit ein, Publikumsverkehr beim Aufbau ist sehr störend!
- Erstellen Sie einen Auf und Abbauplan das spart Zeit und beseitigt Streß
- Achten sie auf Sicherheit sowohl auf als auch vor der Bühne
- Legen sie Kabel auf der Bühne ohne Stolperstellen
- Nehmen Sie sich genügend Zeit für den Soundcheck
- Überprüfen Sie alle Geräte auf einwandfreie Funktion
- Nehmen sie Ersatzteile mit (Sicherungen, Glühbirnen etc.)
- Nehmen Sie ein wenig Werkzeug mit

Wenn Sie diese Punkte beherzigen, dann sollte einem stressfreien und gutem Auftritt nicht mehr viel im Wege stehen!

Zum Schluß noch eine Checkliste für den Soundcheck:

1. Gain-Regler auf Minimum stellen.
2. Klangregelung in neutrale Stellung bringen.
3. Monitorregler in Nullstellung bringen.
4. Effektregler in Nullstellung bringen.
5. Panoramaregler in Mittelstellung bringen.
6. Lautstärke der Masterkanäle nach Wunsch einstellen.
7. Musiktitel oder Testsignal über die Eingangskanäle wiedergeben.
8. Frequenzverlauf der PA mit dem Equalizer korrigieren, nach Möglichkeit mit Hilfe eines Analysers.
9. Vorverstärkung und Klangregelung der Schlagzeugkanäle einstellen und die Aussteuerung durch die
Übersteuerungs-LED und mit dem Pre-Fader-Listening (PFL) kontrollieren.
10. Lautstärkeverhältnis der Schlagzeugkanäle einstellen - Fader aufgezogen lassen.
11. Vorverstärkung und Klangregelung von Bass, Gitarren, Keyboards, Blasinstrumenten und Gesang einstellen.
12. Lautstärkeverhältnis der Kanäle untereinander und zu den Schlagzeugkanälen einstellen.
13. Mit den Monitorreglern der Eingangskanäle die Monitormischung einstellen.
14. Mit dem Monitormaster die Gesamtlautstärke des Monitors einstellen.
15. Mit den Effekt-Send-Reglern der Eingangskanäle die Effektlautstärke einstellen.
16. Über den Effekt-Return-Regler die Gesamtlautstärke des bzw. der Effekte einstellen.
17. Mit den Pan-Reglern die Einzelsignale auf die Stereobreite verteilen.
18. Einstellungen überprüfen.
19. Gegebenenfalls Korrekturen vornehmen und Mikrofon- und Lautsprecheraufstellungen verändern.

Viel Erfolg!
 
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