vorsicht vor der Halsverzug-Saison!!!

  • Ersteller smartin
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Mir ist schon mal der Steg aus einer Konzertgitarre gerissen (Yamaha), ich habe das auf die eher trockene Luft zurückgeführt - ist echt übel, sowas. Ich wohne übrigens in einem Haus mit Fußbodenheizung und da geht im Winter die Luftfeuchtigkeit schon mal auf 35 Grad runter... bei den E-Gitarren oder den anderen habe ich bisher noch keinerlei Probleme festgestellt.

Rudi

PS: Bei den Bergregionen hätte ich jetzt auch eher an die Alpen gedacht und da würde ich annehmen, dass das eher kein "gemäßigtes Klima" ist;-)
 
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Ich bemerke dieses Problem in letzter Zeit auch. Seitdem es kälter wird und das Wetter launiger, ist die Stimmstabilität nicht so gut wie vorher.

Risse und dergleichen habe ich allerdings nie gehabt an meinen E-Gitarren. Dank Lemon Oil bei jedem Saitenwechsel (1 x monatlich) auch keine trockenen Holzbretter, die sich rau und sandig anfühlen (wie künstlich getrocknet - Squier Strats haben dieses Problem oft, zumindest fühlt es sich für mich danach an)...

Aber gut alle Heizungen auf 2 oder 3 reguliert lassen und das Schüsselchen Wasser im Zimmer halt ich für ne gute Idee. Das werd ich mir mal geben ;)
 
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Risse und dergleichen habe ich allerdings nie gehabt an meinen E-Gitarren.

Also Risse gibts bei E-Gitarren eigentlich nicht durch Klima. Es kann sich zwar auch mal ein Halsfuß lösen, das liegt allerdings dann an sowieso schon schlecht gefertigten oder schlecht reparierten Klebefugen. Das ist nicht wirklich schön und verursacht unnötige Kosten, ist aber in fast allen Fällen ohne Spätfolgen reparierbar.

Im Großteil aller "Fehler" durch Klima muss lediglich nachreguliert werden (Halskrümmung) ..... um mal die unabsichtliche Panik zu relativieren.
 
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Was hastn für eine Saitenlage (geschätzt)?

Wohnst du evtl. in Küstenregion? Heizt Du mit Gas, Zentral oder Ofen?

Das würde mich schon noch interessieren, denn Berg und Küstenregionen haben natürlich ein wesentlich gemäßigteres Klima und könnten dein "Glück" positiv beeinflussen.

Vielleicht bekommen wir ja hier ein paar Situationen zusammen, die einen noch klareren Hinweis darauf geben, warum manche Leute keine PRobleme haben und andere dagegen die Holzbananen züchten.

Die Saitenlage stell ich immer so niedrig wie möglich ein, also bis kurz vor's schnarren. Bei 'ner Fender Style Gitarre würde ich schätzen 0,4cm im zwölften Bund, bei einer Gibson Style Gitarre noch etwas weniger.
Ich wohne im Ruhrgebiet und hatte bisher immer eine Zentralheizung.
 
Bei 'ner Fender Style Gitarre würde ich schätzen 0,4cm im zwölften Bund, bei einer Gibson Style Gitarre noch etwas weniger.

Ja, naja...das ist halt schon eigentlich extrem hoch. Wenns bei dieser Saitenlage schon schnarrt ist das für mich verdächtig, kann aber auch an der Spieltechnik liegen.

Nach Gibson Factory Specification ist die Saitenlage minimal bei 1,98mm (tiefes E) bis 1,19mm (hohes E), nach der Fender Factory Specification liegt sie minimal bei konstanten 1,58mm (alle Saiten), Dan Erlewine erklärt seine Spec. sogar auf konstant 1,19mm. Bei ner guten Gitarre schaff ichs auf 1,6 (tiefes E) bis 1,15 (hohes E).

Du siehst.... 4mm ist schon fett, da verhält sich das Instrument natürlich wesentlich tolleranter und Du merkst Veränderungen nicht so schnell als negativ.
 
Was mich mal interessiert, das ist die Frage nach dem Grund von Torsionen der Längsachse des Halses.

In einem nicht ganz unbekannten Musikhaus sind mir Gitarren der Budgetklasse in die Hände gefallen - aus einer Charge chinesischer Herkunft - deren Hals geschätzt 5 bis 7 Grad "aus dem Ruder" lief. Könnte das eher auf die "Qualität" der verwendeten Hölzer zurückzuführen sein oder sind Längstorsionen im rechten Winkel zur Wuchsrichtung durch Klimaeinflüsse durchaus wahrscheinlich?
 
... eine meiner "Verluste" war ebenfalls verdreht. Ich kann mir nicht so ganz erklären, wodurch sich dieser Schaden im Vergleich zum Nachgeben zur Saitenspannung unterscheidet.

Ich dachte allgemein, dass das an Saitensätzen mit gemischtem Härtegrad wie z.B. 009-046 liegen könnte, aber das war ein Irrtum. Ich denke das liegt einfach an der Wuchsrichtung und der Lage der Jahresringe. Bei hochwertigen Instrumenten wird eben darauf geachtet, dass sie sehr parallel "liegen" oder "stehen", bei günstigeren Instrumenten kann darauf keine Beachtung gelegt werden. Liegen die Ringe dann z.B. in einem Winkel versucht sich der Hals theoretisch in diese Wuchsrichtung zu verziehen und wird vom Saitenzug jedoch in eine andere Richtung gezwungen. Und schon haben wir einen Torsions-Verzug....

Das wäre mein Erklärungsversuch dazu, aber das kann ich nicht beweisen.

Fakt ist, dass die Lage der Jahresringe Einfluss auf die Biegsamkeit und Verformbarkeit hat.
 
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Danke erstmal für den informativen Thread!
Ich fahr häufig direkt von der Arbeit zum Unterricht und in den "unkritischen" Jahreszeiten, lasse ich die Gitarre über Tag in der Tasche im Auto. Geht das im Winter und Hochsommer gar nicht? Hab ich bisher immer versucht zu vermeiden aber nur aus einem Bauchgefühl heraus...

Viele Grüße
Ben
 
... in der Tasche im Auto. Geht das im Winter und Hochsommer gar nicht?

Das ist relativ unproblematisch, solang sie in einer Tasche ist. Wenn du halt mal Geld über hast, kauf Dir eine Tasche mit dicker Polsterung (sofern du sie noch nicht hast). Eine solche Tasche "federt" das Klimaproblem schon sehr merklich ab.

Ich bin schon zu Konzerten in Bussen mit ungeheizten Laderäumen im tiefsten Schneegestöber gefahren.... so richtig mit Rauhreif von der Tasche wischen. Die Gitarren waren kalt, aber nichteinmal verstellt... sie hatten einfach genug Zeit sich an den Zustand zu gewöhnen, weil die Tasche die Klimaänderung etwas abgefangen hat. Gleiches gilt dann am Konzertort... einfach mal ne Stunde in der Tasche in Bühnennähe stellen, dann erst auspacken. Das ist ie schonenste Variante, aber das muss jeder für sich entscheiden - man vermeidet zumindest unnötige Halsjustage.


Gleiches gilt in der Regel auch beim Transport im Winter.... das ist alles kein Problem. Mein Thema hier bezog sich vor allem auf die Aufbewahrung/Lagerung von Gitarren in Räumen.
 
Also ich habe gerade zufällig meine Epiphone SG zur Hand und habe mal gemessen. Im 12ten Bund sind es 0,3cm vom Binding bis zur Saite. Das ist bei mir dann aber auch das Höchste der Gefühle.
 
Im 12ten Bund sind es 0,3cm vom Binding bis zur Saite. Das ist bei mir dann aber auch das Höchste der Gefühle.

schon besser, aber da geht noch was :D

Für ne Epiphone ist das aber echt okay. Die wirklich flachen Saitenlagen schaffen nur die wirklich sauber abgerichteten Hälse. Lass die mal abrichten, dann kommste vielleicht noch tiefer.
 
...äh... wieso vom Binding aus gemessen?
 
ich habe festgestellt das ich unter 2mm nicht spielen kann :)
 
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...äh... wieso vom Binding aus gemessen?

ICh glaub ich weiß schon was er meint... bei Gibsons ist das Binding im Übergang zu de Bünden mit als "Bund" ausgeformt. Die Oberkante des Bindings ist also gleich der Oberkante der Bünde.
 
Das ist relativ unproblematisch, solang sie in einer Tasche ist. Wenn du halt mal Geld über hast, kauf Dir eine Tasche mit dicker Polsterung (sofern du sie noch nicht hast). Eine solche Tasche "federt" das Klimaproblem schon sehr merklich ab.

Super, Danke! Da hab ich mir wohl umsonst Sorgen gemacht.
 
Ähm... hast Du Dir die bisherigen Beiträge schon durchgelesen?
Oder wünschst Du jetzt eine Zusammenfassung dieses Threads?
 
@Dennis87

Tjaaa...vielleicht ja, vielleicht nein :D - Ich denke der Thread sollte inzwischen genug Beispiele geliefert haben um zu zeigen, dass man das nicht so einfach sagen kann.
 
Ich habe kurz noch mal eine allgemeine Frage. Ich habe zwar derzeit nur eine E-Gitarre von Ibanez, an der ich trotzdem noch lange Freude haben will. Mit gleichmäßiger Temperatur und so gestaltet es sich in einer 1-Raum Wohnung leider etwas schwer schon wegen Lüften über Nacht und so. Ich Wohne in relativer Nähe zur Küste. Wie sollte ich meine Gitarre denn jetzt am günstigsten aufbewahren? Die ganze Zeit eingepackt finde ich allerdings etwas unpraktisch :D
 
In einer Einraumwohnung kann man genauso eine gleichmäßige Temperatur halten als in einzelnen Räumen einer Wohnung mit mehr Räumen.
Die Heizungen sind doch so konstruiert das sie bei der Regelung 1,5-2 automatisch an und aus gehen wenn bestimmte Temperaturen unter oder überschritten werden.
Das war bisher bei mir jedenfalls immer so. Damit kann man wunderbar kostensparend eine Raumtemperatur zwischen 18-21 Grad stabil halten. Die Luftfeuchte kann man durch regelmäßiges Lüften auch gut regulieren. Vielleicht noch ein Hygrometer kaufen und gut ist die Sache. Ansonsten eine gut gepolsterte Tasche oder einen Koffer kaufen und die Gitarre dort reinpacken wenn man nicht spielt. Am Ende ist das jedem sein Bier. Entweder man kann alles gut regulieren oder man packt das Zeug weg. Ich versuche jedenfalls es zu regulieren. Denn ich finde ich mühselig jedesmal 6-7 Gitarren ein- und auszupacken. Ich spiele einfach jede zu gerne und auch gern mal wild durcheinander.

Ansonsten würde ich schon empfehlen lieber die Wohnräume gleichmäßig zu regulieren und regelmäßig zu lüften. Schon der Räume und deren Haltbarkeit wegen. Nur um der Nebenkosten wegen würdech keinen Scchimmel oder sonstwas riskieren. Wer will auch schon eine kalte und feuchte Bude im Winter? Pullover sind da um sie draußen anzuziehen. ;)
 

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