Wann reagiert ein verzerrter Gitarrenamp dynamisch???

von Markus_Musik, 22.11.20.

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  1. Markus_Musik

    Markus_Musik Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #1
    Hallo zusammen,

    die Frage steht bereits oben. Welche Voraussetzungen muss ein Amp mit sich bringen, damit er möglichst auf die Anschlagstärke (verzerrt) dynamisch reagiert.

    Unsere Gitarrenheroes schaffen es ja in der Regel, aus einem verzerrten Signal nur mit der Anschlagstärke bzw. mit dem Volumenpoti einen beinahe cleanen

    Gitarrenton hervorzuzaubern.



    Grüße Markus
     
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  2. HD600

    HD600 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #2
    Hallo Markus,

    unter Dynamik würde ich eher die Lautheit-Unterschiede bezeichnen die ein Amp raushauen kann, also nicht unbedingt die Verzerrung. Ich weiß auch nicht ob man es so theoretisch fassen kann, schon garnicht nur unter Beobachtung des Amps. Ich habe Gitarren die an einem Amp kaum verzerren, andere die bei gleicher Ampeinstellung kaum Clean spielen. Das eine ist also der Output einer Gitarre, dann kommen eventuell Pedale wie Booster und Overdrive und dann erst der Amp.

    Wenn natürlich bei voll aufgedrehtem Volumepoti der Gitarre und vollem Saitenanschlag der Amp clean bleibt, ist es der falsche oder man hat zu wenig Gain am Amp eingestellt.

    Magst du etwas zum Hintergrund deiner Frage etwas sagen?
     
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  3. Mr.513

    Mr.513 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #3
    "Break up" nennt sich das wohl. Einerseits kann es die Einstellung des Verstärkers sein, die die Zerrung infolge des Anschlags bedingt. Die Sensitivität wird aber genauso beeinflusst durch den Speaker. Manche fördern das und werden extra deshalb favorisiert (z. B. Vintage 30).
     
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  4. glombi

    glombi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #4
    Größtenteils dann, wenn der Amp richtig eingestellt ist. Abhängig vom Output der Gitarre, der Spielweise und der Eingangsempfindlichkeit des Amps. Dann lässt sich das Zerrverhalten dynamisch über den Anschlag regeln, wenn man den denn soweit in Griff hat. Sonst hilft das Volume-Poti...

    Gruß,
    glombi
     
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  5. wandpunkt

    wandpunkt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #5
    Hm, ich konnte das bisher aus jedem Amp entlocken - ob kleiner Peavey Rage Transistoramp, großer Vollröhrenamp, Modeler oder Zerrpedal. Man darf nicht zu viel gain benutzen, sonst muss man am Volumeknopf so weit zurückdrehen, dass der Ton abstirbt.

    Um nicht zu große Lautstärkeunterschiede zwischen clean und verzerrt zu haben, hilft es wenn der Verstärker erst anfängt zu komprimieren bevor er deutlich hörbar zerrt.
     
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  6. Markus_Musik

    Markus_Musik Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #6
    Hallo,

    danke für die Antworten. Meist wird ja bei Boutique-Teilen das Dynamikverhalten hervorgehoben.

    Bonamasse z.B. spielt wahnsinnig dynamisch über die Anschlagstärke bzw. bekommt seinen Amp lediglich über das Volume-Poti qasi "clean".


    Grüße Markus
     
  7. Absint

    Absint Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #7
    Das bekomme ich auch, Treble Bleed sei Dank. Die Frage bleibt aber, warum mein Röhrenamp das mitmacht, ein oller Transistoramp und ein Floorboard-Modeller aber nicht im gleichen Maße. Und manche Röhrenamps auch besser als andere. Welche spezifischen Eigenschaften des Röhrenamps, in baulicher Hinsicht, in Hinsicht auf deren Klanggestaltung, erleichtern das Spiel mit der Anschlags- oder Output-Dynamik an der Gitarre am Amp?
     
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  8. Markus_Musik

    Markus_Musik Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #8
    ....genau meine Frage,

    nur treffender wiedergegeben! :-)
     
  9. Hornunda

    Hornunda Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #9
    Nutze den Effekt auch über das Volumepoti spiel ich manche Parts "clean" auf eigentlich sehr verzerrtem Kanal, wird dann schön "crunchy" im Gegensatz zum normalen "clean". Spiel das Blackmore Signature Top von ENGL hab das aber zumindest über das Volumepoti bisher auch überall hinbekommen.

    Das der Effekt über die Anschlagstärke kommt, ist schlussendlich ne Gain Frage des Amps. Hier muss man sich genau zwischen nicht zu wenig aber eben auch nicht zu viel bewegen. Und der Amp sollte in diesem Spot natürlich einigermaßen noch linear auf deinen Anschlag reagieren.
     
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  10. HD600

    HD600 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #10
    Na ja, ob das heute noch so stimmt....
    Bei analoger Technik durchläuft das Signal verschieden Elemente die miteinander interagieren. Bei digitalen Nachbildungen müssen alle Stufen nachgebildet werden und da dies nicht endlos geschehen kann, wird ein Raster bzw. Auflösung gewählt, von verschiedenen Stufen die sich voneinander absetzen. Früher waren diese Stufen eher grob gewählt (weniger Daten oder technischen Hardwareaufwand, daher konnte man nicht von flüssigen Übergängen reden. Heute jedoch wird da schon mehr Aufwand getrieben und die technischen Möglichkeiten sind sicherlich ausreichend um den gleichen Effekt realistisch zu "programmieren". OK, nicht jeder Hersteller wird die Möglichkeiten ausreizen aber es gibt doch schon einige hochpreisige Geräte die dem ganzen sehr nahe kommen, auch wenn nicht alle Details eines analogen Systems eingefangen werden. Ich finde sogar, dass bei relativ günstigen Geräten die angesprochene Dynamik oder Break Up gut rüberkommen. Zumindest wenn man dann eine Aufnahme hört.... vom Spielgefühl gibt es da sicherlich Unterschiede da meist mit Endstufen- und Lautsprechersysteme gearbeitet wird, die nicht so dynamisch sind wie eine Gitarrebox.
     
  11. wandpunkt

    wandpunkt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.11.20   #11
    Ich kann nur spekulieren, aber ich tippe mal auf eine Kombination aus „sag“, also unterdimensioniertem Netzteil, mehreren Gainstufen anstatt nur einer einzelnen clipping section und der Tatsache, dass bis zu einem gewissen Grad der Übersteuerung eine Röhre zwar verzerrt, aber sich für uns das aber nur nach „fettem“ Cleansound anstatt Verzerrung klingt (Siehe auch Exciter).
     
  12. VS73

    VS73 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.11.20   #12
    Kann man so verstehen... muss man aber nicht. Wenn etwas dynamisch ist, heißt das allgemein erstmal, dass es da viele Unterschiede gibt. Viele verbinden damit aber auch Unterschiede im Zerrgrad ohne allzugroße Lautstärkeänderung oder eine Kombination von beidem. Guck mal hier ab 8:50:
    So in etwas würde ich das auch interpretieren wenn's um Gitarrenamps geht.
     
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  13. wandpunkt

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    Erstellt: 24.11.20   #13
    Vielleicht hatte ich nur Glück, aber das konnte bisher fast jeder Amp den ich unter den Fingern hatte. Das Geheimnis ist nicht zu viel Gain verwenden - vielleicht finden die meisten deswegen die Plexis so gut weil sie selten mit so wenig Gain spielen?

    Ich hab's gerade getestet - sogar mein Spider im Insane-Kanal kann das, wenn Gain nur weit genug runter ist.
     
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  14. wary

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    Erstellt: 24.11.20   #14
    Absolut jeder Amp reagiert hörbar auf Veränderung der Eingangslautstärke, wenn nicht das Gain absurd hoch aufgedreht ist.

    Die Bewertung, ob ein Amp dynamisch ist, hängt daher weniger an der Frage ob der Amp reagiert, sondern wann und wie er reagiert.

    Wie fein reagiert auf auf Anschlagsänderungen und das zurückdrehen des Volume-Potis? Klart der Sound auf oder wird er eher brüchig?

    Da gibt es durchaus deutliche Unterschiede. Anstatt aber nun abstrakt über Bauweisen zu diskutieren halte ich für sinnvoller, sich neuen Geräten vorurteilsfrei zu nähern und zu schauen, ob sie sich so verhalten, wie man das wünscht.

    Es geht ja selten um maximale Dynamik, ein wenig Kompression empfinden die meisten Gitarristen dann ja doch als vorteilhaft. Letztlich geht es doch darum, dass man das Verhalten des Amps bei den benötigten Sounds als musikalisch vorteilhaft empfindet.
     
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  15. Axel.S.

    Axel.S. Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.20   #15
    Zusätzlich zu den gegebenen Antworten, insbesondere die Gain-Einstellungen beim Amp, kann ich das nur mit meinen Erfahrungen mit einigen Gitarren ergänzen. Das mit dem Volume Poti geht nicht mit allen Gitarren gleich gut und liegt halt irgendwie an den verbauten Komponenten der Gitarre.

    Eine Jazzmaster Kopie hier kann das nicht so gut, da ist der Spot zwischen leise und laut ziemlich klein und schwer zu treffen. Überspitzt gesagt gibt es da eher nur ein 0 und 1, wobei das 0 sehr schnell zu einem "zu leise" wird. Eine Strat-Kopie die ich hier habe, kann das dagegen wiederum ganz gut, obwohl sie preislich ähnlich war. Liegt wohl an der verbauten Poti-Komponente, your mileage may vary.

    Eine Les Paul Kopie hier schafft das sehr gut, v.a. in der mittleren Position, wo beide Pickups angesprochen werden. Da Du zwei Volume Potis hast, ist das austarieren ein wenig Übung und das gleichzeitige Aufreißen erfordert etwas Geschick. Mit ein wenig Zeit bekommt man aber ein Gefühl, in welchen Kombinationen aller 4 Potis (halt 2x Vol, 2x Tone) welcher Sound entsteht. Da ist dann einiges an Sounds möglich, obwohl der Amp nicht verändert wird.
     
  16. Miss Topisto

    Miss Topisto Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.11.20 um 08:51 Uhr   #16
    Was noch hervor zu heben ist; das Spiel mit dem Poti macht uns Gitarristen staunen, wenn der Saitenmeister auf der Bühne das komplette Spektrum von Clean to Mean abdeckt, ohne je eine Tretmine aktiviert zu haben.
    Idealerweise werden diese Passagen von der Band unterstützt und brettert nicht den armen Saitenvirtuoso zu und unterstützt den "Chef".
     
  17. wary

    wary Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.11.20 um 09:34 Uhr   #17
    *edit*

    Chef? In 99 Prozent aller Fälle sind wir Gitarristen auf der Bühne halbwegs geduldete Handlanger :)
     
  18. x-man

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    Erstellt: 26.11.20 um 13:06 Uhr   #18
    Eine gewisse Dynamik ist denk ich immer vorhanden. Je nach Amp mehr oder weniger stark ausgeprägt. Meiner Meinung nach wird die Dynamik größer wenn man einen Amp auch lauter spielt. Den Triamp zB konnte ich wunderbar von Lead bis Clean steuern. Mein aktueller Yamaha Transistor beherrscht das auch sehr gut.
     
  19. HIFI-KILLER

    HIFI-KILLER Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.11.20 um 23:13 Uhr   #19
    Ja? interesant!
    wobei das meine "geplante Antwort" völlig entkäftet!!!
    Schaltplan?



    "geplante Antwort"
    Röhren haben eine Nichtlineareverstärkungskennlinie
    oder so ähnlich.-
    (Lautsprecher eine Nichtlineareübertragungskennlinie)
    also einen mehr und einen weniger dynamischen Bereich
    auch die Ausgangsstufe mit der Lautsprecherimpedanz spielen frequenzabhängig in die Leistungsanpassung mit ein.

    Transistoren haben außer der
    Lautsprecher-Nichtlineareübertragungskennlinie, das nicht!

    jetzt ist es die Kunst, diese drei Faktoren Optimal einzustellen und zu nutzen
    :m_git1::m_git2::m_elvis::m_git_a::m_serenade:
    was ihr ja so ziemlich alle, recht gut könnt
    :cheer::claphands:
    so ziemlich
    :tomatoes:
     
  20. x-man

    x-man Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.11.20 um 17:08 Uhr   #20
    @HIFI-KILLER da kannste mal sehen. Würde mich wundern wenn das ein Alleinstellungsmerkmal von Röhrenamps wäre. Wenn ich mir das die Rath oder PCL Amps angucken scheinen die auch keine Dynamikprobleme zu haben. Und wenn ich mal in die Vergangenheit schaue als ich nen Engl Powerball gespielt habe, dann bekommt er von mir nicht die Bestnoten in dieser Disziplin. Wie gesagt, der Triamp aber auch der VHT Sig-X war mega gut.

    Schaltplan vom Yamaha DG100 musst Du mal im Netz schauen.
     
mapping