Wartesaal der Liebe...

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SoleLuna_m
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Guten Abend liebe Texter

Ich hab mich mal an einen längeren Text gewagt (was mir bedeutend schwerer fällt ) und dazu musst ich natürlich auf meine Muttersprache zurückgreifen. Auch das Thema sollte mal etwas „lockerer“ sein.
Die Idee dazu kam mir beim Gedanken, dass Singles sozusagen in einem „Wartesaal der Liebe“ sitzen. Da ihnen ja etwas fehlt, sind sie im gewissen Sinne krank (der Arzt fragt ja auch immer, was einem fehlt…).

Freu mich auf Feedback!

Wartesaal vo de Liebi

Ref. I sitze im Wartsaal vo de Liebi
Ufeme Stuel und warte uf di
Und jedesmol, wenn dTüre wieder ufgoht
Hoff i, es segi für mi

1.DWänd sind so wiss, es isch zum Veröde
DFraueheftli uf em Tisch, die sind zum Verblöde
De Sound us de Dose, oh Gott er isch zum chotze
I wür gern eini Rauche aber swüred alli motze

2.D´Chrankeschwöschter bringt de Frass im Plastikteller
Irgendöppert macht sLiecht a aber swird glich nöd heller
I stopf die Pampe i mich ine und i getrau mi nid zschmatze
Und scho juckts mich am Arsch und i getrau mi nid zchratze

Ref.

3.So starr i us em Fenster, hoff di vo Witem gseh cho
Oh i halt das nüme us i dere Chälti do
Nervös rutsch i ume uf em Stuel hi und her
Und träume mi furt wie schön, dass doch wär

4.Chämsch zur Türe ine und mir falled üs in Arm
Die Chälti wicht, es wird plötzlich warm
Dwänd wered farbig de Rum wird ganz hell
Chum mir gönd use, jetzt aber schnell!

5.Nei, mir gönd nöd us de Türe, mir flüged us em Fenschter
Hand in Hand schwäbed mir devo wie zwei türmendi Gängschter
Über Wiese und Felder dur Sunne und Räge
Weg, wit weg ines bessers Läbe.

Ref. Aber i sitz no im Wartsaal vo de Liebi
Ufeme Stuel und warte uf di
Und jedesmol, wenn dTüre wieder ufgoht
Hoff i wieder, es segi für mi

Auf Hochdeutsch wär das dann ungefähr so (wobei wohl einige Reime verlorengehen und evt. einiges etwas komisch kling…)

Wartesaal der Liebe

Ref. Ich sitze im Wartesaal der Liebe
Auf einem Stuhl und warte auf dich
Und jedesmal, wenn die Tür wieder aufgeht
Hoff ich, es wäre für mich

1.Die Wände sind so weiss, es ist zum Veröden
Die Frauenheftchen auf dem Tisch, sie sind zum Verblöden
Der Sound aus der Dose, oh Gott er ist zum Kotzen
Gerne würd ich eine Rauchen aber es würden alle motzen

2.Die Krankenschwester bringt ne Pappe im Plastikteller
Irgendjemand macht das Licht an swird doch nicht heller
Ich stopf die Pampe in mich rein und ich trau mich nicht zu schmatzen
Und schon juckts mich am Arsch und ich trau mich nicht zu kratzen

Ref

3.So starre ich aus dem Fenster, hoff dich von weitem kommen sehen
Oh, ich halt das nicht mehr aus in dieser Kälte hier
Nervös rutsch ich auf dem Stuhl hin und her
Und träume mich fort, wie schön dass es doch wär

4.Kämst du zur Türe rein und wir fallen uns in den Arm
Die Kälte weicht, es wird plötzlich warm
Die Wände werden farbig, der Raum wird ganz hell
Komm wir gehen raus, jetzt aber schnell!

5.Nein, wir gehen nicht aus der Türe, wir fliegen aus dem Fenster
Hand in Hand schweben wir davon, wie zwei türmende Gangster
Über Wiesen und Felder durch Sonne und Regen
Weg, weit weg in ein besseres Leben!

Aber ich sitz noch im Wartesaal der Liebe
Auf einem Stuhl und warte auf dich
Und jedesmal, wenn die Tür wieder aufgeht
Hoff ich wieder, es wäre für mich
 
Eigenschaft
 
Hm.

Ein eigenartiger Text. Manche Passagen wirken auf mich unfreiwillig komisch, parodisierend. Die Verwendung mancher Worte in Verbindung zum eigentlich sehr schönen Bild, das im Refrain gezeichnet wird, reißt mich regelmäßig während des Lesens aus der eigentlichen Thematik (nämlich, dass die Liebe des LI auf sich waren lässt und es deshalb im Wartesaal sitzt), was ich irgendwie unangenehm finde. Ich finde manche Bilder auch in den Strophen ganz gelungen, wie die Übersprungshandlung mit dem Rauchen in Strophe 1 oder die scheinbar erlösende vierte Strophe. Aber meiner Meinung nach ist die Sprache einfach zu unstet. Für ein Liebeslied stoßen mir "Arsch kratzen", "schmatzen" und "kotzen" auf ... kann ja erfrischend sein, aber mich reißt es jetzt nicht vom Hocker ... ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Diavor

Vielen Dank für dein Feedback. Es regt mich doch sehr zum Nachdenken an...

Ich muss sagen, das ist ein Text, der sehr spontan entstanden ist, manche Zeilen vielleicht etwas zu erzwungen, lustlos....

:gruebel:
Die Verwendung mancher Worte in Verbindung zum eigentlich sehr schönen Bild, das im Refrain gezeichnet wird, reißt mich regelmäßig während des Lesens aus der eigentlichen Thematik (nämlich, dass die Liebe des LI auf sich waren lässt und es deshalb im Wartesaal sitzt), was ich irgendwie unangenehm finde.

:gruebel:
"Arsch kratzen", "schmatzen" und "kotzen"


Für ein Liebeslied
:gruebel::gruebel:

:eek: Ja, du hast recht, so sollte ein Liebeslied nicht sein, da ist zuviel "Frust" drin... Ich mag eigentlich "reine" Lieder, also Lieder zu EINEM Thema, keine Durchmischungen, Durcheinander.

LI ist ziemlich frustriert (was dem Text wohl das reine Schöne nimmt) in diesem Wartesaal als wäre er frustriert zu warten, als glaubte er zu wissen, wer reinkommt, aber die Person kommt einfach nicht und so träumt er sich einfach davon, als wäre alles so einfach :gruebel:

Sitzt er halt da, anstatt rauszugehen und weiterzusuchen.... :confused:
Dummkopf ;)

reißt es jetzt nicht vom Hocker

Mich auch nicht, aber einige Elemente daraus kann ich vielleicht irgendwie anders verwenden...

Nochmals Danke für dein Feedback :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber SoleLuna:)

Mir ist der Tonfall deiner Texte scheinbar immer sympathisch. Weiß auch nicht genau warum. Es ist wohl einfach so:)

Aber trotz dieses Bonuspunktes kommst du bei mir diesmal nicht aufs Treppchen:D
Ganz allgemein schließe ich mich schon mal Diavor an.

Da wir beide uns aber hin und wieder auch mal privat schreiben und ich Deinen Humor und Deine Nehmerqualitäten seit ... sehr schätze, gehe ich mal wie bei einem realen Freund mehr ins Detail:

Wartesaal der Liebe Versuch es mal mit einem weniger abgenutzten Wort

Ref. Ich sitze im Wartesaal der Liebe Saal klingt nach Bahnhof oder Flughafen
Auf einem Stuhl und warte auf dich redundant, könnte was Erhellenderes stehen
Und jedesmal, wenn die Tür wieder aufgeht
Hoff ich, es wäre für mich

1.Die Wände sind so weiss, es ist zum Veröden Wiederholung? Oder Erweiterung?
Die Frauenheftchen auf dem Tisch, sie sind zum Verblöden Wiederholung? Oder Erweiterung?
Der Sound aus der Dose, oh Gott er ist zum Kotzen Bespielter Wartesaal?
Gerne würd ich eine Rauchen aber es würden alle motzen? Im Bahnhof? Beim Arzt?

2.Die Krankenschwester bringt ne Pappe im Plastikteller sind wir plötzlich im Krankenhaus?
Irgendjemand macht das Licht an swird doch nicht heller
Ich stopf die Pampe in mich rein und ich trau mich nicht zu schmatzen
Und schon juckts mich am Arsch und ich trau mich nicht zu kratzen Naja, hier muss ich eher verdutzt lächeln. Schweizer Humor?... :gruebel:...Entweder ist das die schlechteste oder die beste Zeile deines Textes:D

Ref

3.So starre ich aus dem Fenster, hoff dich von weitem kommen sehen Jetzt wird es langatmig
Oh, ich halt das nicht mehr aus in dieser Kälte hier Unbeheizter Raum? Wo sind wir?
Nervös rutsch ich auf dem Stuhl hin und her
Und träume mich fort, wie schön dass es doch wär

4.Kämst du zur Türe rein und wir fielen uns in den Arm Hier und im Folgenden müssten alle Verben im Konjunktiv stehen. Versuchs mal, es klingt überzeugender.
Die Kälte weicht, es wird plötzlich warm
Die Wände werden farbig, der Raum wird ganz hell
Komm wir gehen raus, jetzt aber schnell!

5.Nein, wir gehen nicht aus der Türe, wir fliegen aus dem Fenster
Hand in Hand schweben wir davon, wie zwei türmende Gangster schweben türmende Gangster? Das ließe ich nicht mal als Schweizer Humor gelten.

Über Wiesen und Felder durch Sonne und Regen Persiflage auf Kitsch?
Weg, weit weg in ein besseres Leben!

Aber ich sitz noch im Wartesaal der Liebe
Auf einem Stuhl und warte auf dich
Und jedesmal, wenn die Tür wieder aufgeht
Hoff ich wieder, es wäre für mich
Verzeih meine Kleinlichkeit. Aber meine roten Qängeleien mögen dir zeigen, wie unruhig ICH diesmal auf meinem PC-Stuhl rumgerutscht bin;)

Die Kulisse steht im Nebel. Eine Atmo baut sich nicht auf. Statt Tragödie, oder Komödie ein Rührstück.

Zeilen mit vielen Silben verleiten zum Labern! Achte mal drauf. Manchmal hilft es, beim Schreiben solche Langzeilen zu brechen.

Wachträume in Lyrics sind gefährlich. Viele Anfänger drücken sich über diesen Weg vor einer konsequenteren Bearbeitung ihres Themas.

Liebe Grüße
 
Lieber Jongleur

Vielen Dank für dein Feedback. :)

Deinen Humor und Deine Nehmerqualitäten seit ... sehr schätze, gehe ich mal wie bei einem realen Freund mehr ins Detail:

Ich muss gestehen, dass ich lange gezögert habe, diesen Text hier vorzustellen, da ich selber nicht recht wusste, was ich davon halten soll und auch nicht so wirklich überzeugt von ihm bin. Da in diesem Forum jedoch so viel konstruktive Kritik kommt, dacht ich, es kann nicht schaden.

Ich wollte einerseits mal einen längeren Text verfassen, da viele meiner Texte, die wir zur Zeit auch im Proberaum umsetzen wirklich sehr kurz sind und die Songs (ohne grosse Instrumentals) nach gut 1,5 Minuten zu Ende sind :confused: und andererseits die Idee mit dem Wartesaal in einen Song bringen.

Da wurden hier die ersten Wirrungen schon entlarvt. Das ursprüngliche Bild vom Wartenden hatt ich tatsächlich im Bahnhofswartesaal, wie er das Treiben beobachtet, während er auf den Zug wartet. Dann kam das Bild dazu, dass Singles krank sind und an einem unangenehmen Ort, der beschrieben wird, warten müssen, im Wartesaal (also eigentlich Wartezimmer, wie du richtig bemerkt hast, dann noch die weitere Verflüchtigung mit Krankenhaus...). Ein fataler Fehler, drei, vier verschiedene Handlugsorte.
Hm, warum ich da wohl so verwirrt war...:gruebel:

Auch fehlte mir dieses Gefühl beim Schreiben "das ist es, genau so muss es sein...", wenn sich alle Kreise des Textes plötzlich zu schliessen scheinen, vielleicht kennst du das?

Vielen Dank für die folgenden Anregungen, es gibt mir die Gelegenheit darüber nachzudenken.;)

Auf einem Stuhl und warte auf dich redundant, könnte was Erhellenderes stehen
Auf was sonst sitzt man in einem Wartezimmer?

Die Wände sind so weiss, es ist zum Veröden Wiederholung? Oder Erweiterung?
Was meinst du damit?

Der Sound aus der Dose, oh Gott er ist zum Kotzen Bespielter Wartesaal?
Hm, plötzlich bin ich bei einem Zahnarzt im Wartezimmer, was ich mal erlebt habe, mit diesem dümpelnden Sound für die Wartenden... :confused:

Und schon juckts mich am Arsch und ich trau mich nicht zu kratzen Naja, hier muss ich eher verdutzt lächeln. Schweizer Humor?... ...Entweder ist das die schlechteste oder die beste Zeile deines Textes

Musste selber schmunzeln und dachte ich "riskier" mal was :rolleyes:, liess mich tatsächlich inspirieren von einem schweizer Musiker, einer der wenigen Originale in der schweizer Musikszene, dessen Texte mich ab und an ansprechen. Stiller Has. K.A. ob man den im Ausland kennt. Ob das typisch schweizer Humor ist, kann ich nicht beurteilen, der ist ansonsten ziemlich trocken...

Und halt der Uebergang vom pampigen Food, aber lassen wir das.... Insgesammt einfach die stiere Atmosphäre unter Leuten bei denen man sich überhaupt nicht wohl fühlt, eingeengt, und jede Bewegung beobachtet wird.

3.So starre ich aus dem Fenster, hoff dich von weitem kommen sehen Jetzt wird es langatmig

Hm :gruebel:, ja, diese unerträgliche Atmosphäre, die unerträglich ist und nicht enden möchte....

Oh, ich halt das nicht mehr aus in dieser Kälte hier Unbeheizter Raum? Wo sind wir?

Kälte, eher gemeint, diese gefühlskalte Atmosphäre unter Menschen, die einfach so vor sich hinvegetieren und jede Aenderung der Situation als störend empfinden.

4.Kämst du zur Türe rein und wir fielen uns in den Arm Hier und im Folgenden müssten alle Verben im Konjunktiv stehen.

Geb ich dir recht, im schweizerdeutsch wird die Grammatik jedoch nicht so ernst genommen, klingt aber auch da besser im Konjunktiv.

Hand in Hand schweben wir davon, wie zwei türmende Gangster schweben türmende Gangster? Das ließe ich nicht mal als Schweizer Humor gelten.

:gruebel: das ist ein sehr naives Bild, von zwei frisch verliebten, die sich auf und davon machen und sich dabei wie gefährliche Gangster (Bonnie und Clyde?) vorkommen, als würden sie was Verbotenes tun... unerträglich naiv?

Über Wiesen und Felder durch Sonne und Regen Persiflage auf Kitsch?
Weg, weit weg in ein besseres Leben!

Hm, so ganz wohl ist mir dabei auch nicht;)

Irgendwie verwirrend, der Weg von einem durchaus irgendwie poetischen Bildes des Wartesaals der "Liebe"(?) (die Grundidee) über eine rumplige, frustrierende (Stammtisch-)Sprache (Arsch, kotzen...) zu einem naiven, beinahe (?) unerträglich kitschigen Bild zweier davonfliegender verliebter über Wiesen usw.. in ein besseres Leben...

:gruebel: hm, ja, ich hab mich selber etwas verwirrt dabei...

wie unruhig ICH diesmal auf meinem PC-Stuhl rumgerutscht bin

Wobei mir diese Reaktion auf den Text gar nicht so missfällt ;)

Zeilen mit vielen Silben verleiten zum Labern! Achte mal drauf. Manchmal hilft es, beim Schreiben solche Langzeilen zu brechen.

Kannst du mal ein Beispiel aus dem Text machen?

Viele Anfänger drücken sich über diesen Weg vor einer konsequenteren Bearbeitung ihres Themas.

:gruebel: haben solche Wirrungen nicht auch irgendwo ihren Reiz?

Liebe Grüsse aus der "humorlosen" Schweiz
 
Lieber Sonnenmond

Ich wollte einerseits mal einen längeren Text verfassen, da viele meiner Texte, die wir zur Zeit auch im Proberaum umsetzen wirklich sehr kurz sind und die Songs (ohne grosse Instrumentals) nach gut 1,5 Minuten zu Ende sind :confused: und andererseits...
... weißt Du nicht, ob solche kurzen Texte als Pop überhaupt akzeptabel sind?;)

Anders als ein Bluestexter, der ja oft ebenfalls mit einem Minimum an Worten auskommt, bist du für mich eine Art Haiku-Texter, ein Philosoph. Ich finde in Deiner markanten Kürze Parallelen zu Frank Zappa oder Stefan Remmler. :)

Ein fataler Fehler, drei, vier verschiedene Handlungsorte.
Naja, jedenfalls wenn's ungewollt passiert:D

Auch fehlte mir dieses Gefühl beim Schreiben "das ist es, genau so muss es sein...", wenn sich alle Kreise des Textes plötzlich zu schliessen scheinen, vielleicht kennst du das?
Hm... ganz verstehe ich diese Frage nicht. Aber ich erahne hoffentlich ihre Richtung.

Ich habe beim Schreiben IMMER einen Film vor Augen. Und ich schreibe selten ohne eine Vorstellung von seinem Schluß.

Falls DER sich plötzlich ändert, dann lasse ich den Film quasie rückwärts laufen und überprüfe, ob die "Anschlüsse" noch stimmen. (Ein falscher Anschluss beim Film wäre zum Beispiel , wenn Mann ohne Bart in die Kneipe geht und mit Vollbart wieder raus kommt:D)

Außerdem singe ich mir zwanghaft meine fertigen Texte noch stundenlang vor und da offenbaren sich noch tausend Mängel.

So gesehen sind falsche Anschlüsse bei mir sehr unwahrscheinlich.

Aber zu Deinem "so muss das sein" fällt mir noch etwas anderes ein: Ich mache mir häufig klar, dass Fiktionen von KEINEM widerlegt werden können. Außer von mir. - Solche Zwischengedanken verhindern Schreibblockaden und verleiten mich manchmal zu den wagemutigsten Sprüngen :D

Jongleur schrieb:
Die Wände sind so weiss, es ist zum Veröden Wiederholung? Oder Erweiterung?

SoleLuna schrieb:
Was meinst du damit?

Hm... mal aus der Hüfte geschossen:
Weisse Wände wirken so öde... Das wäre für mich ein weißer Schimmel.
"Die Wände sind so weiß, schimmern so heimisch" hingegen wäre für mich eine (selbstironische) Erweiterung eines Gedankens.

Oder einfach mal so gesagt: Wenn Du schreibst...
" Die Wände sind so weiß, es ist zum Veröden" -
und ich sehe in dieser Zeile einen Patenten, dem die Hämorrhoiden verödet werden,
... dann wäre das wiederum eine Erweiterung:D

SoleLuna schrieb:
Kälte, eher gemeint, diese gefühlskalte Atmosphäre unter Menschen

Das war mir eigentlich schon klar, aber wenn der Ort der Handlung im Dunkeln liegt, dann sucht man ihn manchmal sogar bei den Temperaturen...:D

Jongleur schrieb:
Hand in Hand schweben wir davon, wie zwei türmende Gangster schweben türmende Gangster? Das ließe ich nicht mal als Schweizer Humor gelten.
SoleLuna schrieb:
:gruebel: das ist ein sehr naives Bild, von zwei frisch verliebten, die sich auf und davon machen und sich dabei wie gefährliche Gangster (Bonnie und Clyde?) vorkommen, als würden sie was Verbotenes tun... unerträglich naiv?

Türmen heißt für mich, so schnell wie möglich aus dem Knast, oder vom Tatort zu fliehen. - Na gut, wenn sie mit einem Heißluftballon türmen... Aber ach nee... zu viel heiße Luft:D

Jongleur schrieb:
Zeilen mit vielen Silben verleiten zum Labern! Achte mal drauf. Manchmal hilft es, beim Schreiben solche Langzeilen zu brechen.
Kannst du mal ein Beispiel aus dem Text machen?

Pfff, lieber Freund, DAS nachts um zwei...sollte ich lieber passen.

Vielleicht hast Du mich aber in diesem Punkt noch gar nicht verstanden. Na gut.

Ich würde den Text bei Bedarf mal anders notieren. Also beispielsweise:


Ref.
Ich sitze im Warte
saal der Liebe
Auf einem Stuhl
und warte auf dich
Und jedesmal,
wenn die Tür wieder aufgeht
Hoff ich, es
wäre für mich
Dann würde ich mal versuchsweise so gut es geht auf Enjambements verzichten:

Du siehst nur Bahnhof
Ich seh Sterne
Du schaust nicht her
Und ich nicht zurück
Sonne und Mond
Strahln sich an aus der Ferne
NurDu tust dich schwer
Und ich hab kein Glück
Zugegeben nicht gerade große Poesie, aber der Zweck heiligt um diese Zeit die Mittel.
Die Spielräume werden mMn größer: Einmal Weltall hin und zurück.

Uff, wir zwei bewerben uns hier wieder mal um den Weltrekord im Monsterposting.
Ein Glück, dass das DEIN Thread ist.

Aber morgen muss ich mal wieder texten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lieber Jongleur

Vielen Dank für deine Antwort.:)

Uff, wir zwei bewerben uns hier wieder mal um den Weltrekord im Monsterposting.
Ein Glück, dass das DEIN Thread ist.

Ich setz mich mal gemütlich hin ;). Ja, es braucht Zeit und Ruhe, das Posten, Zeit, die ich meist gar nicht habe, aber die ich mir gerne ab und an zusammenklaue….

Da fällt mir das Zitat von Seneca ein, das auf meiner Werbegeschenk-Agenda steht „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen“

... weißt Du nicht, ob solche kurzen Texte als Pop überhaupt akzeptabel sind?

Hm, das wär mir eigenlich egal, nur was mach ich mit 10 Texten, die ich musikalisch für ein kleines Liveprogramm umsetzen möchte, wenn das Programm dann nur 15min dauert? Und wer erinnert sich dann noch an einen Text, wenn die Songs so schnell vorbei sind (ich studiere immernoch an visuellen Beiträgen rum)?

Zum Glück (?) hab ich einen Drummer als Mitmusiker, der das Komponieren eines Songes sehr strukturiert betrachtet, ich hoffe die ideale Ergänzung zu mir, er hat, was mir fehlt und ich, was ihm fehlt….

Hm... ganz verstehe ich diese Frage nicht. Aber ich erahne hoffentlich ihre Richtung.

mit einem Minimum an Worten

einen Film vor Augen

Den hab ich auch, wobei ich das Texten oft dazu benutze, mich langsam dem Punkt zu nähern, was ich eigentlich sagen möchte (das ist mir, wenn der Film auftaucht meist noch unklar…) . Also wie ein Vorspiel zur eigentlichen Aussage (Hookline). Und der Text ist dann plötzlich zu Ende, weil ich einfach nicht mehr dazu zu sagen habe…
Ist natürlich nicht bei allen texten so.
Dann betrachte ich wieder den Anfang, also die Annäherung und die Schlussaussage und der Kreis hat sich geschlossen, wenn ich den Text dann selber verstehe… klingt ziemlich schizophren :eek: ist aber erlösend ;)

Anregungen anderer zum Text sind dabei ein äußerst wertvolles und hilfreiches Mittel.

Also ähnlich…

Falls DER sich plötzlich ändert, dann lasse ich den Film quasi rückwärts laufen und überprüfe, ob die "Anschlüsse" noch stimmen.

Was natürlich bei kurzen Texten wesentlich einfacher ist...

Dieser Text ist ganz anders entstanden, eher ein ungeduldiges drauflos schreiben, ein endlich abschliessen können des Textes, da der Film zu unklar, zu verwirrt war…

So wie, ich höre oft Leuten zu, die reden, und reden und ich frag mich, was will mir der jetzt eigentlich sagen, bis ich selber den Faden verliere und mein Kopf auf „Durchzug“ stelle….

Und ich muss gestehen, dass ich das wohl in schwachen Momenten an mir selber auch erlebe ;)
Hier müsste ich wohl wieder zurück, streichen, sortieren, Worte abwägen usw…

Weisse Wände wirken so öde... Das wäre für mich ein weißer Schimmel.
Hm, für mich nicht unbedingt, denn

Wände müssten nicht weiss sein
obwohls die meisten sind…
Schimmel aber schon!

Ich sitze im Warte
saal der Liebe
Auf einem Stuhl
und warte auf dich
Und jedesmal,
wenn die Tür wieder aufgeht
Hoff ich, es
wäre für mich

Das spricht mich schon wieder sehr an ;)

Du siehst nur Bahnhof
Ich seh Sterne
Du schaust nicht her
Und ich nicht zurück
Sonne und Mond
Strahln sich an aus der Ferne
NurDu tust dich schwer
Und ich hab kein Glück

Wie hast du das nun wieder hingekriegt??? Vielen Dank dafür :)

Denn können sich ein Poet und jemand, der sich am Arsch kratzt wirklich verstehen?
 
Sali zämme,

ich bin nun selbst überhaupt kein Texter und kann kein so detailliertes Feedback geben, aber trotzdem ein, zwei Anmerkungen:

Auf Schweizerdeutsch funktioniert der Text sehr gut, finde ich, er ist flüssig zu lesen und ich bin nirgendwo hängengeblieben (ich meine jetzt punkto Metrum und Reime). Was mich aber die ganze Zeit gestört hat, ist die Sache mit dem Wartsaal - das assoziiere ich halt schon eher mit einem Bahnhof (wo ich auf den Zug warte, und der Zug kommt nicht ;)) und nicht mit einem Spital oder einer Arztpraxis.

Aber ansonsten - schöner Text! :great: Schön, dass Du dafür den Dialekt genommen hast.

(Keine Ahnung was Du für Musik machst? Der Text würde zur neuen Schweizer Singer-/Songwriter-Garde passen, so à la Sophie Hunger, oder liege ich da komplett daneben? :))

Gruss!
Andreas
 
Hallo,
ich finde den Text toll. Habe mich als Norddeutscher etwas quälen müssen (habe die Übersetzung zu spät gesehen hi hi), aber in deiner Sprache "groovt" er wie ich finde perfekt.
In der Übersetzung allerdings nicht mehr so. Ich persönlich würde nicht mehr zu viel ändern. Es besteht dann immer die Gefahr des "Weichspülens" und dann fehlt irgend etwas. Aber das ist nur meine Meinung. Irgendwie hat er was, lese ihn mir gleich nochmal durch :)
Viele Grüße
 
Vielen Dank für die weiteren Feedbacks.

@El Peregrino

Ja, der Wartesaal passt wirklich nicht, vom Textfluss her wärs das geeignete Wort... Wartezimmer etwas holprig, Warteraum wäre wieder passender.:gruebel:

Der Text würde zur neuen Schweizer Singer-/Songwriter-Garde passen, so à la Sophie Hunger, oder liege ich da komplett daneben?

Folkig, elektronisch, schwierig einzuordnen, auch haben wir erst grad angefangen die Songs umzusetzen, bin selber gespannt. Dieser wär schon was für Gitarre, groovig, weiss aber nicht, ob ich ihn verwende, da er ziemlich abweicht von meinen andern Texten...

@ Vester

Frag mich auch oft, wieviel Deutsche wirklich vom Dialekt verstehen und wieviel nicht :gruebel:, daher die Uebersetzung, was halt auch nicht ganz eins zu eins geht.
 
Guten Abend liebe Texter

Nach längerer Schreib-Abwesenheit, in der ich mich vermehrt um meine Musik gekümmert habe, möchte ich hier diese "Total-Revision" meines Textes vorstellen. Beweggrund u.a. natürlich die vielen Ungereimtheiten, die mir hier aufgezeigt wurden.

Bin natürlich gespannt was ihr von dieser Verdichtung und beschriebenen Bildern hält auch im Vergleich zum alten Text, oder ob er auch funktioniert, wenn jemand den alten Text nicht gelesen hat?

Hier der Originaltext in Schweizerdeutsch:

Warterum vo de Liebi


1. Strophe

I drei mi
I drei mi hin und her

Oh, I drei mi uf dem herte
I drei uf dem Bett

Und wünschti oh es wär
Min Chopf nid e so schwär


2. Strophe

I warte
I warte mi devo

Oh, I wart mi us dem chline
I wart mi us em Fenster

Und sehn mich noch em
erschte warme Sunnestrahl

Refrain:

Oh, when comes the sun?
When comes the sun?
Oh, when comes the sun?
When comes the sun?


3. Strophe

I lige
I lige umenand

Oh, I lige i dem triste
I lige i dem Wartrum

Im Wartrum vo de Liebi
Und warte da uf dich


Refrain:

When comes the one?
When comes the one?

When comes the sun?
When comes the one?




Für die deutschen Kollegen, wissend, dass eine Uebersetzung niemals die gleiche Wirkung erzielen wird, (v.a. der Lesefluss geht recht verloren, merk ich grad beim Uebersetzen):

Warteraum der Liebe

1. Strophe

Ich dreh mich
Ich dreh mich hin und her

Ich dreh mich auf diesem harten
Ich dreh mich auf diesem Bett

Und wünschte, oh es wär
Mein Kopf nicht so schwer


2. Strophe

Ich warte
Ich warte mich davon

Ich wart mich aus diesem kleinen
Ich wart mich aus dem Fenster

Und sehn mich nach dem
Ersten warmen Sonnenstrahl


3. Strophe

Refrain:

Oh, when comes the sun?
When comes the sun?
Oh, when comes the sun?
When comes the sun?


3. Strophe

Ich liege
Ich liege umher

Ich liege in diesem tristen
Ich liege in diesem Wartraum

Im Warteraum der Liebe
Und warte hier auf dich


Refrain:

When comes the one?
When comes the one?

When comes the sun?
When comes the one?


Freu mich auf Ansichten und Anregungen!

Liebe Grüsse

SoleLuna
 
Hallo Soleluna,

meiner Meinung nach hat dieser Text mit dem Original nichts mehr zu tun (soll ja wohl auch so sein?)

Die ganzen schönen Bilder, Vergleiche, der Fluss der Story, die knackigen sprachlichen Höhepunkte sind ja nicht mehr vorhanden. Aber gerade die waren es, die die Spannung bzw.Wirkung ausmachten.

Im alten Text konnte man mitleiden und mitgefühlen und hat die schöne Vorstellung geteilt- um dann erneut in den Zustand der Ernüchterung zu verfallen. Oder besser gesagt, man konnte sich irgendwie in die Person hineinversetzen.

Der neue Text wirkt im Vergleich zum alten Text sehr sachlich, korrekt; quasi wie so ein Zustandsbericht.
Ich bleibe daher bei meinem Standpunkt vom letzten Jahr (Beitrag 9)

Die Originalversion finde ich nach wie vor perfekt.....

Viele Grüße
 
Ich muss mich da Vester anschliessen - die ganzen Bilder sind weg, die bei mir einen Film im Kopf ablaufen lassen, die Atmosphäre ist weg... und warum muss der Refrain jetzt Englisch sein....??

Also von mir aus gesehen gab es an dem alten Text nicht so viel zu korrigieren... ;):)
 
Ich hab mir den Text jetzt nicht durchgelesen, aber der Wartesaal (zum Glücklichsein) ist das Thema einer aktuellen Single von Bosse... mir Sprang nur grad die Ähnlichkeit des Titels ins Auge, nicht dass das nachher noch eine Unbewusste Übernahme ist, sowas kann ja durchaus passieren (ohne dir was unterstellen zu wollen) ;)
 
Habt Dank für eure Anregungen. Ich werd erst am Abend etwas Zeit zum Schreiben finden.
 
Guten Abend

@Vester

Vielen Dank für deine Anregungen und Gedanken, du warst ja schon beim ersten Text mit dabei.

meiner Meinung nach hat dieser Text mit dem Original nichts mehr zu tun

Hm, eigentlich wollt ich den Inhalt, zumindest die wichtigsten Bilder beibehalten, bzw. verdichteter, geordneter darstellen. Z.B.

- Das sich vor Langeweile im Bett hin und her drehen, man ist nicht müde vom Nichts-Tun, es ödet einen alles an an diesem Ort

- Das sich sehnen nach der Ferne mit dem aus dem Fenster-Starren, in die Ferne

- Das Warten auf die grosse Liebe, die plötzlich dann alles verändern wird...(?)

Nun ja, vielleicht ist mir das nicht gelungen.

Der neue Text wirkt im Vergleich zum alten Text sehr sachlich, korrekt

Ja, das war ja auch meine Absicht, auch die Emotionen wollt ich etwas ordnen.


@El Peregrino

und warum muss der Refrain jetzt Englisch sein....??
:gruebel:

Hm, das muss nicht, reimt sich aber so schön und passt zu den Strophen. Der Refrain ist melodiös und erinnert etwas an "Here comes the sun" von den Beatles... das gefiel mir irgendwie...

@Lehrgut
Ich hab mir den Text jetzt nicht durchgelesen, aber der Wartesaal (zum Glücklichsein) ist das Thema einer aktuellen Single von Bosse... mir Sprang nur grad die Ähnlichkeit des Titels ins Auge, nicht dass das nachher noch eine Unbewusste Übernahme ist, sowas kann ja durchaus passieren (ohne dir was unterstellen zu wollen)

Vielen Dank für den Hinweis, hab mir grad das Video angesehen. :gruebel: Na ja, ich kannte weder das Lied noch die Band, ausserdem hab ich ja den Text schon im letzten Jahr geschrieben :gruebel: Gefällt mir aber ganz gut.
Na ja, Wartesaal ist ja schon an sich ein sehr poetischer Ort.

Greez
SoleLuna
 
Hallo SoleLuna,

Zitat SoleLuna: Hm, eigentlich wollt ich den Inhalt, zumindest die wichtigsten Bilder beibehalten, bzw. verdichteter, geordneter darstellen. Z.B.

das "Problem" ist natürlich der Vergleich zwischen dem ersten und dem zweiten Text. Wenn man den ersten nicht kennen würde, wäre die geschriebene Meinung logischerweise anders.
Allerdings wäre der zweite Text auch nicht so, wenn es nicht vorher den ersten gegeben hätte:)

Bei mir ist es oftmals so:
Es sammeln sich Vorstellungen, Wörter und Phantasien an, die dann irgendwann rausquellen und geschrieben werden müssen. Ich sitze dann manchmal Stunden im Stück daran und versuche die Sache zu verarbeiten. Meiner Meinung nach fängt man durch die Art und Weise wie man dann schreibt auch ein Stückchen Atmosphäre dieser Zeit mit ein. Wenn später zuviel korrigiert wird, geht oftmals etwas davon verloren.
Ich spreche nicht von Fehlerbeseitung oder Widersprüchen im Text, sondern von grundlegenden Änderungen.

Viele Grüße
 
Mein lieber SoleLuna,

Zunächst finde ich es toll, dass Du die Fähigkeit besitzt, mit Themen zu spielen.
Dann finde ich sehr bemerkenswert, wie radikal Du beim Spielen veränderst.

Der Mensch in der ersten Variante wartet mitten im prallem Menschengewusel. Er muss nicht nach draußen. Er ist bereits draußen. Aber einsam. Er wartet auf die passende Begleitung, um wieder Freude am Leben zu empfinden. Meine Kopfkinokulisse ist irgendwie voller Menschen. Irgendwie finde ich allerdings die Beispiele beliebig. Durch andere Warteplätze ersetzbar. Das Gleiche trifft für seine Sehnsucht zu.

Der Mensch in der zweiten Variante ist auch einsam. Aber DAZU noch allein. Sein Tunnel-Blick erfasst nichts anderes als das Fenster.
Er steckt in einem furchtbaren Dilemma: Er wünscht sich raus und muss zugleich drinnen warten auf SIE, die Liebe. Die Handlung ist nicht beliebig. Sie scheint auf das Nötigste reduziert. Viel Spielraum scheint ihm nicht zu bleiben. Es ist Nacht (jedenfalls bei mir) und seine Sehnsucht ist klar: er wartet auf das nächst Mögliche: die Morgensonne.Was immer man darunter verstehen mag.

Ein guter Komponist hätte vielleicht mehr Freude an der neuen Fassung. Hier könnte man bereits mit sanften Variationen sehr subtile Stimmungen schaffen. Es ist quasi eine epische Variante. Der Text scheint offen für jede Musik.

Die alte Variante verlangt einen Erzähler. Auf mich wirkt der Text weniger spannend als vielmehr auf angenehm entspannte Art geschwätzig. Das schränkt aus meiner Sicht den Komponisten in seinen Möglichkeiten ein. Auf mich wirkt diese Variante eher folkloristisch.

Herzliche Grüße
 
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Guten Abend allerseits

@ Vester

das "Problem" ist natürlich der Vergleich zwischen dem ersten und dem zweiten Text

Nun gerade das hat mich ja interessiert, wie sie wirken.

die Art und Weise wie man dann schreibt auch ein Stückchen Atmosphäre dieser Zeit mit ein. Wenn später zuviel korrigiert wird, geht oftmals etwas davon verloren

Nun ja, mich fasziniert es, sprachlich etwas genau auf den Punkt zu bringen. Dazu brauch ich jeweils mehr Zeit und muss ein paar Mal an den Text sitzen. Die ersten Skizzen sind meist noch etwas unklar (gibt auch glückliche Ausnahmen), was ihnen vielleicht deine angesprochene Atmosphäre, (vielleicht diese Unklarheiten) gibt.
Persönlich empfinde ich die unklaren Texte selber als "unfertig" und befriedigen mich eher weniger, ohne das jetzt werten zu wollen.


@Jongleur

Lieber Jongleur

Es freut mich von dir zu lesen. Und deine analysierende Gedanken faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Schön, wie du die Situationen aus der Distanz dargestellt hast (was mir so persönlich noch gar nicht aufgefallen ist, daher vielen Dank dafür, wie treffend :great:).

Das 1. LI im (oder in den versch.) Menschengewusel-Warteraum, mit Menschen deren Anwesenheit ihn einengt, ihm unangenehm erscheint, als müsse es da warten (vom Arzt verordnet, oder auf die Erlöserin wartend?)

Das 2. LI, das ganz alleine im Kämmerchen-Warteraum wartet, als wolle es da warten (im Sinne von nicht alleine nach draussen wollen?), jedoch ohne Menschen, die ihm unangenehm sind.

Und beide sehnen sich, der eine innerlich "fluchend", der andere "schweigend-flehend" nach der erlösenden Liebe. Nun ja, ist das Leben ohne Liebe wirklich so trist?

Die Musik zum 2. Text hab ich komponiert, stelle es gerne eine erste Version dann rein.

Somit liebe Grüsse

SoleLuna
 
Hallo Sole,

Soleluna schrieb:
Nun ja, ist das Leben ohne Liebe wirklich so trist?

Das wäre für mich eine tödliche Frage, der ich als Texter sicher nicht gerecht werden könnte.
Denn es gibt kein Leben ohne Liebe.

Es gibt mMn nur Phasen oder gar nur Situationen, in den die Liebe eine große, keine große oder gar keine Rolle spielt
Und deshalb fragen ich mich höchstens: habe ich eine dieser vorstellbaren Phasen oder Situationen überzeugend getroffen.

Liebe Grüße
 
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