Warum bewegen Blockflötisten soviel mit ihrem Kopf?

michaeldewerd
michaeldewerd
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
30.08.25
Registriert
19.02.09
Beiträge
315
Kekse
868
Ort
Wien
Ich hätte eine Frage, die ich mich schon seit Jahren beschäftigt. Es fällt mir immer wieder auf, dass professionelle Blockflötisten oft so viel mit ihrem Kopf und der Flöte bewegen. Ich finde dies eher störend und verstehe nicht, was der Vorteil davon sein soll. Das erste Musikinstrument, das ich gelernt habe, war das Klavier und meine Lehrerin hat mir immer eingeschärft alle unnötige Bewegungen zu vermeiden. Anscheinend bewegte ich am Anfang ziemlich viel, aber ich habe mir seitdem abgewöhnt. Auch wenn ich Blockflöte spiele halte ich meinen Kopf und meinen Körper immer ganz ruhig und auch die anderen Mitglieder meines Ensembles und der Leiterin tun das. Deswegen frage ich warum gerade die Profimusiker so viel hin und her bewegen.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Jetzt, wo Du das schreibst, fällt mir das auch auf. Ich glaube, dass halbwegs fortgeschrittene Musiker sich weniger auf die Technik als um die Stimmung/den Ausdruck teils kümmern und das wird oft mit dem Körper verstärkt. Viele Musiker bewegen sich zur Schwingung der Musik hinter ihrem Instrument und verstärken damit, sicher auch für sich, die Emotionen... denke ich mal... Ich zieh auch oft Grimassen bei "elektrisierenden" Phrasen oder beuge den Körper usw. usw... (siehe mein Signatur-Bild, wie ich gerade mit Schrecken erkennen muss 😂). Das kommt wohl automatisch, wenn man mehr über das Gefühl als über die Technik nachdenkt... Just my opinion, keine Ahnung ob es stimmt... Liebe Grüsse, Frank
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Meine Schwägerin hat Blockflöte studiert, ich traue mich aber nicht, sie zu fragen.

Ich vermute mal, aus dem gleichen Grund aus dem Gitarristen ab dem 14. Bund das Gesicht verziehen müssen.

Ein gewisses Mitgehen mit dem Körper mit der Musik mache ich auch (bei Sax und Klarinette), aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses Rühren mit der Flöte und das damit verbundene ständige Ändern des Ansatzes irgendwelche klanglichen Vorteile bietet.
 
  • Haha
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Ich fände es völlig unnatürlich, wenn sich so etwas Emotionales wie Musik, Musizieren, nicht auch durch eine gewisse Körpersprache ausdrücken würde ...
Egal welches Instrument.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Ich denke, es ist - wie bei vielen Musikern, die mit ihrem Instrument nicht in eine feste Haltung/Position gezwungen werden - einfach der Ausdruck der Emotionen, die die Musik in ihnen hervorruft.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Ich denke sich Bewegen gehört zu einer präsenten Performance.
Das ist der Unterschied, wir haben alle ein Instrument gelernt aber die wenigsten von uns wie man richtig und mitreißend vorträgt.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Wobei es normalerweise natürlich wirkt, als natürlich empfunden wird ... aber manche da die eigentlich natürlichen Bewegungen eben auch showmäßig übertreiben ;)
(Blöd wirds, wenn da "Emotion" vorgespielt wird, und die Bewegungen überhaupt nicht zur Musik passen).
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Reine Spekulation: in früheren Zeiten wurden klassische Musiker authoritär herangezogen und streng getrimmt, auch im Hinblick auf den Auftritt.
Spätestens ab den 1980ern wurde der Wechsel zur Nachkriegsgeneration in der Lehre und Ausbildung weithin spürbar. Diese Leute hatten die wilden 60/70er Jahre miterlebt, akzeptierten Dialog und einen weniger reglementierten Auftritt oder praktizierten den auch selbst, siehe Friedrich Gulda.


View: https://www.youtube.com/watch?v=weK_L4oxbEo

Was die Flöte betrifft, da gab es mit nicht nur die "Tänzer", sondern mit Frans Brüggen auch eine höchst persönliche Ausdrucksform der Körpersprache im Konzerts, bei ihm hatte aber auch der Begriff "Zigarettenpause" genau die umgekehrte Bedeutung. :D


View: https://www.youtube.com/watch?v=sCf1pts6TkU

Gruß Claus
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 4 Benutzer
Blöd wirds, wenn da "Emotion" vorgespielt wird, und die Bewegungen überhaupt nicht zur Musik passen).
So eine hatten wir bei uns. Die fing schon an mit dem Kopf zu wackeln, als sie noch lange nicht dran war:D Sowas macht einen schon wuschig.
Bei Ian Anderson wiederum empfinde ich das als schlüssiges Gesamtkonzept; wenn der sich nicht bewegen würde, müsste man sich wohl Sorgen machen.
 
  • Gefällt mir
  • Haha
Reaktionen: 7 Benutzer
Ich sage nur: Jimmy Shand (allerdings nicht auf der Blockflöte)
 
Das ist so eine Attitüde, sich an der Musik zu freuen.

Wenn ich von mir als Chorleiter Mitschnitte sehe, wundere ich mich auch. Let them!
 
war das Klavier und meine Lehrerin hat mir immer eingeschärft alle unnötige Bewegungen zu vermeiden.

So war es bei mir auch :cry:, und auch wenn ich beim Musizieren (Klavier, Gitarre, Gesang) recht ruhig sitze, brauche ich ein gewisses Mitgehen; eine leichte Kopf- oder Körperbewegung im Takt und/oder mit der Dynamik gibt meinem Spiel Leichtigkeit/Lockerheit.
Dagegen fand ich mein Spiel (unter der Kontrolle des Klavierlehrers) angespannt und hoch konzentriert. Ich habe zwar fehlerfrei gespielt, war aber mit meinem musikalischen Ausdruck unzufrieden.

Meine KL saß am Klavier "wie ein Brett" (keine Kopf-/ Körperbewegung), konnte aber so ergreifend spielen, daß mein Herz nur tanzte. Manche Musiker können auch in einer steifen Körperhaltung sehr bewegend spielen. Ich kann es nicht.

Gruß, Bjoern
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Lerne zwar Gitarre aber ich bin gerade dabei meine Bewegung zu üben.

Ich konnte einigermaßen Metronom, Clicktrack, Drummer folgen aber als ich mich alleine aufgenommen habe war das Tempo überall. Offenbar kann ich einem vorgegebenen Rhythmus folgen aber meine Innere Uhr? Aussichtslos. Habe das mal mit Metronom geprüft. Einen Takt mit Klick, einen ohne. So gut wie nie getroffen.

Dann habe ich es mit Oberkörper wippen, Headbanging versucht. Klappte schon aber das war mir doch zu viel Bewegung welches das Publikum das ich vielleicht mal haben könnte irritieren würde und übe jetzt Tappen mit dem Fuß.

Viel zu weit ausgeholt aber ich werfe mal die Innere Uhr in den Ring auch wenn ich das selbst nicht für wirklich stichhaltig finde. Was soll denn dann das eigenartige Schlucken bei Geigern sein?
 
Im Studio würde ich als Produkt ganz schön fluchen, wenn der Flöter seinen Kopf ständig hin und her bewegt.
Bei einer Mono- Mikrofonie mit Großmembran Kondensatormikro ginge es bei gewissem Mikroabstand vielleicht noch, aber spätestens dann, wenn ich eine Stereomikrofonie hinstelle, wird es echt doof!
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben