Thema "Stimmbefreiung": Interessantes Interview

von blow, 13.01.05.

  1. blow

    blow Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    09.11.04
    Zuletzt hier:
    10.09.14
    Beiträge:
    228
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    34
    Erstellt: 13.01.05   #1
    Hallo,

    ich bin beim Rumggogeln auf das Thema "Stimmbefreiung" gestoßen. Quasi ein ganz anderer Ansatz, zu singen, einfach es "aus sich raus lassen" und den Atem fließen zu lassen. Irgendwie klingt da alles ziemlich einleuchtend. Was meint ihr? Sind etwa alle Tchniken, die man sich mühsam eingeprägt hat umsonst? Hier nun ein Focus-Interview von 1993 zu dem Thema.

    Gruß,
    blow
    ----
    STIMMBEFREIUNG

    Interview mit Marie-Thérèse Escribano

    Frage: ... ich möchte meine "wirkliche" Stimme kennenlernen ... Sie ist nämlich immer verschieden und für mich wie ein Rätsel ...

    MT: Für viele Menschen ist die Stimme eine Art Rätsel. Sie wird erlebt oder gar erleidet und funktioniert im Einklang mit unseren tiefsten Gefühlen. Ohne daß wir es wollen, kann sie spitz werden, dröhnen, verführen oder versagen.

    Frage: Kann man die Stimme in den Griff bekommen? Wenn ja, wie?

    MT: Das ist es eben, daß wir sie in den Griff haben wollen, und das was beherrscht wird, kann sich nicht bewegen. Statt sie in den Griff bekommen zu wollen, wäre es klüger, mit ihr Bekanntschaft zu machen. Das beinhaltet, vielleicht einen Ausflug ins Unbekannte zu riskieren. Oder ins Verdrängte. Aber letzten Endes sind Ängste unbegründet. Es kann uns ja schliesslich nur besser gehen, wenn wir die eventuellen Probleme anschauen, und diese sind meisten kleiner als befürchtet.

    Frage: Das erste Mal, als ich meine Stimme bei einer Aufnahme anhörte, war ich erschrocken. Ich hatte von ihr eine ganz andere Vorstellung ...

    MT: Das ist selbstverständlich. Unsere Ohren sind von Natur aus nicht da um uns selber anzuhören, sondern um unsere Umgebung wahrzunehmen, und wir hören uns selbst verzerrt. Fixe Vorstellungen von der eigenen Stimme, wie sie klingen sollte, können gefährlich sein. Eine Workshopteilnehmerin brach einmal in Tränen aus, weil ihre Stimme nach einigen Übungen sehr leicht in die Höhe kletterte und wunderschön glockenrein klang. Sie aber wollte die heisere Stimme einer bekannten Popsängerin. Diese war ihr Vorbild. Sie hatte sie jahrelang imitiert und war dadurch öfters heiser, leider nicht "künstlerisch" heiser!

    Vorbilder sollte man nicht haben. Jede Stimme ist am schönsten, wenn sie natürlich und frei ist. So gesehen gibt es keine hässlichen Stimmen, sonder nur verschüttete Funktionen.

    Frage: Über den "Sitz" der Stimme gibt es verschiedene Theorien. Wo sitzt sie wirklich?

    MT: Sie sitzt nicht, weil sie LUFT ist, die sich ununterbrochen bewegt. Sie hat zu fließen und nicht zu sitzen. In jedem einfachen Anatomiebuch wird die Stimmfunktion geschildert: Wir atmen ein, das Zwerchfell geht nach unten, der Bauch wölbt sich. Wir atmen aus, das Zwerchfell geht nach oben und befördert die Luft in die Luftröhre und den Kehlkopf. Die Stimmbänder schliessen sich dann und ein Ton erklingt, so wie bei einem Rohrblattinstrument. Freilich sind an der Stimme auch andere Organe beteiligt: Nase, Mund, Rachen, Zunge, Gaumen ... Aber der Sänger oder Sprecher sollte seine Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die Lockerheit des Zwerchfells richten. Das Zwerchfell ist nämlich der wichtigste Muskel der Phonation und dessen Beweglichkeit, die Basis einer freien Stimme. Gleichzeitig ist aber das Zwerchfell das Zentrum unserer Emotionen. Wir lachen, weinen, seufzen, gähnen und Stöhnen im Zwerchfell. Die alten Griechen bezeichneten es als "den Sitz der Seele". Wir können uns also vorstellen, welchen Einfluß unser seelisches Befinden auf diesen zentralen Muskel hat. Verspannen wir uns aus welchem Grund immer, beeinträchtigt dies seine Beweglichkeit. Wir können es selbst überprüfen: Wir verspannen unseren Nacken oder den Kiefer, die Beine, Arme, etc. ... gleich überträgt sich die Verspannung auf das Zwerchfell. Der Atem fließt nicht. In diesem Fall versucht der Sänger/Sprecher zu kompensieren, was mit einer grösseren Beanspruchung, der Hals- und Kehlmuskel verbunden ist. Die Stimmbänder schließen sich mit zu viel Druck, es bilden sich Entzündungen, Schwellungen, Knoten. Müdigkeit, Schmerz und Heiserkeit sind die Folgen.

    Frage: Ist es überhaupt möglich sich umzugewöhnen, wenn man jahrelang "kompensiert" hat? Wie läuft so ein Prozess ab?

    MT: Der Prozess ist für jede(n) ein anderer, es fällt mir daher schwer, theoretisch darüber zu sprechen. Allgemein versuche ich zuerst die Aufmerksamkeit auf das AUSatmen zu richten, denn unter "Atmen" versteht man meistens EINatmen. Es scheint dabei in Vergessenheit geraten zu sein, daß die Atemfunktion 3 Phasen hat: Ein/Aus/Pause. Nach dem Ausatmen tritt also die Pause ein, und in fast allen Fällen, wenn man es zulässt, meldet sich der Atem von selbst aus den Flanken der Lunge (sog. Bauchatmen). Dies ist leichter als man glaubt. Der Mensch atmet oft richtig ohne es zu wissen. Ausserdem hat sein Körper noch die Erinnerung der perfekten Stimmgebung aus der Zeit als er Säugling war, sie ist gespeichert. Was wir wieder lernen müssen, ist zuzulassen.


    Frage: Es klingt so einfach, aber in der Praxis ist diese Funktion, scheint mir, eine komplizierte Sache.

    MT: Die Stimmgebung wird kompliziert, weil wir sie als Leistung erachten. Damit wird sie des Gefühls natürlicher Kommunikation beraubt. Zwischen uns und unserer Umgebung etablieren wir eine Wand. Wir BEMÜHEN uns und erreichen nichts Gutes, oder wir nehmen eine Art Alarmhaltung ein, so wie Soldaten, wir kämpfen und spekulieren, anstatt loszulassen oder zu geniessen.

    Es gibt natürlich auch Probleme die berufsbedingt sind: der Sänger/Sprecher der zu gestreßt lebt, der eine falsche Methode gelernt hat ... Das Fließen bleibt jedenfalls auf der Strecke.

    Frage: Aber es gibt auch Leute, die eine tolle Stimme haben, und Sie irgendwann verlieren.

    MT: Der Ausdruck "die Stimme verlieren" ist irreführend, denn so wie ich früher sagte, ist die Stimme Luft. Aber es kann natürlich die natürliche Harmonie der Funktion verloren gehen oder, besser gesagt, vergessen werden. Dabei sind Streß, Angst, falsche Methoden etc. im Spiel. Nicht verwunderlich in Zeiten, die die Entfaltung der Stimme erschweren: Die Menschen haben sich daran gewöhnt Musik aus der Konserve zu konsumieren, statt selbst zu produzieren. Man singt nicht mehr. In Gesellschaften wo gesungen wird, gibt es viel weniger Stimmprobleme, auch beim Sprechen. Ausserdem ist die deutsche Sprache nicht besonders "stimmgeeignet", da sie sehr reich an Konsonanten ist, die das Fließen der Stimme fortwährend "schneiden". Einer der Gründe warum die italienische Sprache mit ihren vielen A und O leichter zu singen ist.

    Was die "falschen" Methoden betrifft, gibt es davon keinen Mangel. Gerade weil die Stimme an Rätsel grenzt, scheint alles möglich zu sein. Auf meinem langen Weg des Suchens habe ich die skurrilsten Ratschläge gehört und auch befolgt: Bauch hart/ Ton in den Bauch stoßen/ Nasenlöcher öffnen/ schließen/ Stirn gegen die Wand drücken/ Resonanzen suchen/ nach dem Sitz der Stimme überhaupt suchen/ Pobacken schließen/ öffnen/ Kopf nach vorne beugen/ Beine zu/ Beine offen/ ein Eidotter essen/ Abführmittel trinken/ einen Flügel schieben etc. etc.

    Muskelkraft und Schwergewicht schienen überhaupt in der damaligen Hochschule für Musik (mehr als 30 Jahre her) von größter Bedeutung zu sein. Daß ich ziemlich schlank war, beunruhigte den Direktor, der mich bat, ihm ein Röntgenbild meiner Lunge vorzuweisen ("Sie kann eine Ansteckungsgefahr für die anderen Studenten sein", sagte er zu meiner Gesangslehrerin). Als meine Gesundheit bestätigt wurde, rieten mir verschiedene Fachlehrer ganz einfach mehr Knödel zu essen, UM DICKER ZU WERDEN, DA MEINE STIMME DOCH FÜR MEINEN KÖRPER ZU STARK WAR! Es herrschte noch das traditionelle Bild der korpulenten Sängerin.

    Frage: Ich bin froh wenn Du meinst, daß ich schlank sein darf! Aber das was Du über die Resonanzen sagst, habe ich auch empfohlen bekommen. Ich mußte sie bei meinem Lehrer mit der Stirn gegen die Wand suchen und manchmal habe ich das Gefühl gehabt es hilft ...

    MT: Ja, man hat dieses Gefühl manchmal, aber es ist eine Illusion. Die Resonanzen kamm man nur indirekt beeinflussen, und zwar, wenn die Stimme frei fließt, z.B. wenn Du gute Lautsprecher hast, aber einen schlechten Rekorder, nützen Dir die Lautsprecher nichts.

    Frage: Noch etwas wird oft gepriesen: die Stütze

    MT: Jahrelang habe ich versucht, zu "stützen". Darunter verstanden die meisten Lehrer, den Bauch hart zu halten oder zu stossen. Ich habe mir dabei eine langjährige Bauchverspannung geholt. Später erfuhr ich, daß die Methode auf einem Mißverständnis basiert. Die alten Meister des Belcanto sprachen von "Apoggio", dessen deutsche Übersetzung Stütze wie auch Anlehnen ist. Dabei ist gemeint, die Stimme an den Atem anzulehnen und nicht: drücken, verspannen und stossen.

    Frage: Vorher hast Du gesagt, Du würdest als erstes die Aufmerksamkeit auf das Ausatmen richten. Was gibt es noch für Tricks?

    MT: Tricks gibt es keine. Jede(r) TeilnehmerIn braucht etwas anderes. Aber es gibt freilich Dinge, die immer helfen können: sich beim Singen oder Sprechen vor dem Spiegel beobachten. Frau/Mann glaubt, daß der Mund dabei offen ist, doch bleibt dieser fast geschlossen. Wie kann da die Luft (Stimme) fließen? Oder Frau/Mann beobachtet, ob sich nicht etwa die Schulter und Brust beim Einatmen heben etc. etc.

    Sich beobachten könnte der Anfang eines Sensibilisierungsprozesses sein. Mit der Zeit werden die Teilnehmer OHNE Spiegel, d.h. von innen her spüren was sie tun, und die alte, schlechte Gewohnheit wird durch eine neue, gute ersetzt. Vorausgesetzt, daß regelmässig geübt wird, versteht sich.

    Generell kommt jede Entspannung der Stimme zugute: so gesehen sind Yoga, Meditation, Tai-chi, Feldenkrais, etc. so wie körperorientierte Therapien günstig. Eine Frau, die regelmäßig bei mir sang, war eines Tages so "stimm-offen", daß ich sie fragte, was mit ihr los sei. "Ich habe soeben in der Bioenergetik Gruppe meine Mutter getötet!" war ihre Antwort. (Das ist bitte kein Allround-Rezept).

    Frage: Ich möchte etwas über das "Falschsingen" oder "Falschintonieren" erfahren. Kann man das korrigieren?

    MT: Man kann das Ohr sicherlich erziehen, besser gesagt, man kann es bereichern, wenn es nicht allzu verschüttet ist. Ansonsten helfen keine Dressurmethoden, im Gegenteil. Großteils kommt das Falschintonieren von Angst, und Angst bewirkt Verspannung. Verspannung wiederum stört die Zwerchfellfunktion. Diese wieder zu normalisieren, kann sehr behilflich sein. Es ist manchmal verblüffend, die Zusammenhänge zu beobachten; ich habe den Fall erlebt von einem Teilnehmer, der starke Augenpanzerungen hatte. Als nach entsprechenden Augenübungen diese verschwanden, war nicht nur die Stimme freier, sondern er intonierte auch richtig. Das "Falschsingen" war weg!

    Das war aber SEIN Fall und es bedeutet nicht, daß Augenpanzerungen immer mit Falschintonieren verbunden sind und viceversa.

    Eine Frau wiederum beteuerte, daß sie nur in die Brust atmen konnte, obwohl sie schon so viele Therapien gemacht hatte. Das Bauchatmen blieb ihr verwehrt.

    Ich merkte, daß sie dabei Schuldgefühle hatte, sie dachte versagt zu haben. Ich empfahl ihr eine Yogaübung (Matsyasana, der Fisch), die die Brustatmung fördert. Sie war erstaunt aber genoß die Übung, denn sie war unter meiner Verantwortung. Nach einigen Atemzügen ging es ihr sehr gut, sie war beruhigt und ihre Bauchatmung meldete sich dann.

    Frage: Ich glaube, daß ich ein Antitalent bin. Nicht nur, daß ich eine Melodie nicht zusammenbringe, meine Stimme ist hässlich und viel zu laut...

    MT: Es ist geradezu masochistisch mit welcher Akribie viele ununterbrochen beschwören, wie schlecht ihre Stimme sei. Ich pflege dabei zu erklären, daß wir einen inneren "Inspektor" haben, der uns fortwährend kritisiert und entmutigt. Wir müssen uns gewöhnen diesem "Inspektor" kein Gehör mehr zu schenken und zu unterscheiden zwischen sachlicher Kritik und Selbstdiskriminierung. Meistens ist dieser "Inspektor" im übrigen in der Kindheit entstanden.

    Ich kann hier ein paar Beispiele geben:

    Der kleine ... nennen wir ihn Peter, ist vier Jahre alt. Er lernt im Kindergarten "Hänschen klein" und schaut dabei aufmerksam auf die vorsingende Tante. Diese hebt fleissig die Brust, neigt den Kopf nach links - nach rechts, verzerrt den Mund, versteift die Arme und verdreht die Augen. Sie will ja lieb und putzig sein, weil in ihrer Vorstellung, die "lieben" Kinder auch putzig sein sollen.

    Weil Peter Mensch ist, wenn auch klein, gehört er der Art an, die am meisten dressurfähig ist. Beim Singen kopiert er genau die Frau Lehrerin. Er ist, bereits mit vier, konditioniert.

    Ab diesem Moment ist das Singen mit all diesen Verspannungen verbunden. Später wird er von sich behaupten, daß er nicht singen kann.

    Ein weiterer Fall ... nennen wir sie Anna: Anna hat Sprechprobleme. Vom Singen will sie nichts hören. Ihr Vater sagte immer: "Bei uns in der Familie kann niemand singen, ha ha." (Dabei lacht er, als ob dies ein guter Witz wäre.) Anna liebte Musik. Singen faszinierte sie. Als Kind, wenn alle schliefen, versteckte sich Anna unter der Decke und versuchte die Lieder, die sie im Radio gehört hatte, nachzusingen. Freilich war das das Brechen eines Familientabus und sie gewöhnte sich, im Zustand der Angst zu singen. Sie litt an chronischer Heiserkeit.

    Robert wiederum hat Panik vor dem Singen: sein Lehrer hatte bemerkt, daß er "falsch-intonierte". Wenn er schlimm war, ließ er ihn als STRAFE den anderen Schülern vorsingen, damit sie ihn auslachten!

    Als Robert zu mir kam, hatte er natürlich Angst, aber er brachte auch eine große Portion Mut und Neugierde mit. Er erlebte zum ersten Mal seine Stimme innerhalb einer Gruppe, die ihn NICHT auslachte, die ihn sogar unterstützte. Es war eine ganz neue Situation. Wir konnten bald finden, welche Verspannung er sich geholt hatte, wo sozusagen, der Teufel begraben lag. Die Lösung brachte ihm nicht nur eine freiere Stimme sondern viel Freude.

    Frage: Du sprichst immer vom SINGEN. Aber: kann man auch nur wegen Sprechproblemen zu Dir kommen?

    MT: Ja, freilich ist es möglich, aber meine Arbeit erfolgt meistens durchs Singen. Ein sehr einfaches Lied genügt. Falls erwünscht, kann ich auch mit langen, gesungenen Tönen, die keiner Melodie folgen, arbeiten. Wir kommen durchs Singen besser an den Atem heran, beim Singen ist der intellektuelle Inhalt nicht so wichtig, es überwiegt die Emotionalität, dessen Zentrum, wie ich sagte, das Zwerchfell ist.

    Da der Gesang einen größeren Umfang als das Sprechen hat, bekommt man durchs Singen mehr Höhen und Tiefen, die einer Sprechstimme auch zugute kommen. Eine gesprochene, monotone Stimme, die sich innerhalb 3-4 Töne bewegt, ermüdet den Sprecher und langweilt den Zuhörer.

    Nachdem uns das Singen im Zustand der Entspannung gelungen ist, können wir mit gesprochenen Texten besser arbeiten, unser Körper hat nämlich verstanden, worum es geht.

    Überhaupt empfehle ich ALLEN viele Lieder zu lernen. Menschen die viel singen, sprechen auch mühelos. Denjenigen, die "falschintonieren", empfehle ich, gemeinsam mit einer Schallplatte oder MC zu singen und aufmerksam aber spielerisch zu versuchen, die Wendungen der Melodie mit der eigenen Stimme nachzuzeichnen. Ich empfehle sogar, Noten zu lernen (diesbez. gibt es auch viele Traumata) und mit einer lieben Begleitung zu singen. Viele anfänglich "falschsingende" Schüler von mir lernen jetzt Musik mit grosser Freude.

    Was mich betrifft, hat es lang gedauert, bis ich mich zu unterrichten entschloß. Auch ich habe einen Inspektor, der mir sagte: "Stimmunterricht ist zu heilig, zu schwierig ..." Jetzt macht es aber Spaß, umso mehr, als es immer wieder neue Probleme gibt. Es ist eine Herausforderung, die mein Leben bereichert.

    AUSatmen/Pause/EINatmen/AUSatmen

    Ist es nicht wunderbar? Die Lunge regeneriert sich und aus der verbrauchten Luft kristallisiert sich die Stimme.

    Ein natürliches Recycling, in dem Körper und Seele zusammen kommen.
    (Focus Newsletter Sept. 1993)
     
  2. taster

    taster Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    21.12.04
    Zuletzt hier:
    9.09.07
    Beiträge:
    221
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    19
    Erstellt: 13.01.05   #2
    Nun, wie ich schon zum ca. 5ten mal in einem Thread in diesem Forum schreibe.
    Singen lernen ist nichts womit man so einfach mit einem Lehrer lernen kann. Man muss vom Gefühl her bereit sein. Nur der jenige selber weis, was er wärend dem Singen fühlt...

    Der Lehrer kann nur die Tür zeigen, hindurch muss man aber selber... ;)
     
  3. blow

    blow Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    09.11.04
    Zuletzt hier:
    10.09.14
    Beiträge:
    228
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    34
    Erstellt: 13.01.05   #3
    Hast Du das Interview überhaupt gelesen? Darin steht ja gerade, dass man Singen nicht lernen muss, da man es quasi schon kann - man muss sich nur befreien und die Fähigkeit rauslassen. Auch solche Dinge wie "Gähnstellung", "Atemstütze" usw. sind ja laut dieser Gesanglehrerin überflüssig, wenn man den Körper einfach natürlich atmen und singen lässt. Dazu hätte ich gerne mal Meinungen gehört.
     
  4. taster

    taster Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    21.12.04
    Zuletzt hier:
    9.09.07
    Beiträge:
    221
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    19
    Erstellt: 13.01.05   #4
    Lol

    Und jetzt erklär mir mal bitte was ich denn dazu oben geschrieben habe?
    Im Grunde NUR dass, das ich diesen Beitrag von dir BESTÄTIGE. Das ist kein Spam und wird da auch nicht dazugeordnet. ;)

    Wenn du jedoch eine Stellungsnahme darüber möchtest:

    Es ist richtig das jeder Singen lernen kann oder b.z im innernen verborgen hat, doch WIE ist die Frage. Jeder hat sein Limit den er erreichen kann, das ist wenig aber Fakt. Mehr oder Besser geht nicht!

    Der Klang der Stimme wird bleiben, den kann man NICHT verändern.
     
  5. blow

    blow Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    09.11.04
    Zuletzt hier:
    10.09.14
    Beiträge:
    228
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    34
    Erstellt: 13.01.05   #5
    Okay, da hab ich an Dir vorbeigeredet, sorry ;) Das mit dem Lernen ist ja der Punkt... Man kann ja quasi von Geburt aus singen, verlernt es dann aber wieder durch falsche Atmung etc. Der Dame in dem Interview nach ist Singen nichts anderes, als sich wieder in dieser Urzustand zurückzubegen, und sie meint, dass sämtliche von Gesangslehrern gelehrte Tehniken eigentlich überfüssig sind, wenn man den Körper einfach tun lässt. Stimmst Du dem zu - oder soll man sich an die im Unterricht vermittelten Techniken halten?

    Gruß,
    blow
     
  6. taster

    taster Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    21.12.04
    Zuletzt hier:
    9.09.07
    Beiträge:
    221
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    19
    Erstellt: 13.01.05   #6
    Ja, ich Stimme dem zu!

    Und zwar wird jeder erfahrener Sänger (der mehrere Jahre Singt, ich für meinen Teil 10J.) sagen, das man Singen nur sich selber am bessten beibrigen oder b.z entfalten kann.
    Das gilt für die Atmung auch.

    Ich meine, jeder besitzt im großen und ganzen seine eigene Technik, das kann von niemanden erlernt.
    Wenn dies jedoch "erzwungen" wird und man wirklich nur das tut was der Gesangslehrer sagt, dann wird das irgendwann mal alles "künstlich" klingen.

    Singen bedeutet nicht das man sich "Bemühen" und "aufpassen" muss wie man jetzt atmet oder etc. sondern man soll es einfach aus sich aus tun ohne daran zu denken. Diesen "denk" teil, überlässt man lieber die Gefühlsbindung die man für das singen braucht.


    Was mich in den beitrag interessiert hat, ist diese Aussage über das Hören von sich selbst.
    Es gibt niemand der seine Stimme "genial" findet, man kann höchstens nur "zufrieden" sein.
    Andere leute würden z.b "gänsehaut" von dem Klang bekommen, was man selber jedoch nicht merkt.

    Das ist jedoch meiner Meinung ein minus punkt.
    Denn wenn jemand seine Stimme nicht zufriedenstellend findet, wird er auch nicht besser werden, kann sich nur noch verschlechtern, da eben kein Gefühlvollen Klan in erscheinung kommt. Alles wirkt so kantig.
     
  7. blow

    blow Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    09.11.04
    Zuletzt hier:
    10.09.14
    Beiträge:
    228
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    34
    Erstellt: 13.01.05   #7
    Danke für Deine Ausführungen, da habe ich ja genau den Richtigen erwischt :) Kurz, warum ich das alles wissen will. Ich nehme jetzt seit 3 Monaten Gesangsunterricht (klassisch, ich wechsel jetzt aber zu Rock/Pop) und habe mich durch das Powervoice-Buch gearbeitet, mit dessen CD ich 1-2x die Woche übe. So langsam habe ich die Atmung verinnerlicht, und auch sonst habe ich große Fortschritte festgestellt, das attestieren mir auch Band und Freundin. Wenn ich jetzt singe, achte ich aber manchmal schon zu sehr darauf, dass ich richtig atme, den Ton vorne ansetze, die Gesichtsspannung aufbaue etc. Nach Lesen des Artikels habe ich vorhin mal wieder ganz "unbewusst" gesungen, sprich: Nicht an Atmung und sonstige Techniken etc. gedacht. Und siehe da: Es fühlte sich irgendwie besser an als sonst, viel lockerer und angenehmer. Die Atmung habe ich dabei automatisch richtig gemacht. Soll ich ab sofort wieder freier heraus singen?

    Gruß,
    blow
     
  8. taster

    taster Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    21.12.04
    Zuletzt hier:
    9.09.07
    Beiträge:
    221
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    19
    Erstellt: 13.01.05   #8
    Man sollte immer NUR das tun, was sich für jemand besser anfühlt. :)
    Das ist nämlich die einzig und richtige wahl. ;)

    Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man vor einem puplikum singt.
    Schon ab diesen zeitpunkt, steigt eben der Atem und das schlechte gewissen irgendwas falsch zu machen. Denkst du das dir in diesen Moment noch mehr Stress mit der Konzentration über die Richtige Technik etc. gut tun würde?:)

    Wenn man jedoch immerwieder andere Menschen mit der ganz natürlichen Gesangsart überzeugen konnte, wird einem bewusste das er im Grunde nicht anders singen kann und deshalb kann man über Gesangsfehler nicht einmal denken. Sondern man tut es einfach..... Das gibt einem auch selber Mut.
     
  9. Elisa Day

    Elisa Day Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

    Im Board seit:
    27.04.04
    Zuletzt hier:
    1.02.10
    Beiträge:
    1.345
    Ort:
    Köln
    Zustimmungen:
    6
    Kekse:
    710
    Erstellt: 13.01.05   #9
    @Blow
    Wenn Du dadurch Fortschritte merkst das Du Atmentechnik neu gelernt hast, dann hast Du vorher was falsch gemacht, sonst wäre der Fortschritt ja nicht da. ;)
    Natürlich ist es so: wenn man sich extrem auf die Atmung konzentriert, dann kommt an anderer Stelle was zu kurz. Daher dauert es Jahre, bis man ohne sich darauf zu konzentrieren alles richtig macht.

    Nach meiner Meinung ist es die Mischung, die es macht. Mach Übungen, versuch die Übungen mit Konzentration auf Songs umzusetzen und sing auch einfach frei heraus.
    Ich steh auch nicht im Proberaum oder schlimmer noch auf der Bühne und konzentriere mich auf Technik. Das würde ja den ganzen Ausdruck töten.
    Ich mache Übungen, ich setze das um in Songs und ich singe auch einfach so. Mit der Zeit werden die Sachen, die Du geübt hast, einfach mit in die Songs einfließen....

    @ alle
    Man kann das Interview ganz bewußt so verstehen (wollen), daß Technik einem das Singen verdirbt.
    Aber eigentlich steht das impo nicht drin. Vor 40 Jahren gab es noch Vorstellungen, die heute überholt sind. Und im klassischen Unterreicht ist man viel Ideal-orientierter, als im Rock/pop Gesang. (Da wird der idealen Stimme "nachgejagt" und die persönliche Stimme bewußt verändert.) Der Unterricht im Rock /Pop Bereich geht insgesamt von der viel "natürlicheren" Vorstellung aus, die Stimme durch Technik nicht zu verändern, sondern das aus ihr raus zu holen, was hinter unserer singungeübten Fassade steckt. Auch wenn die Lehrerin im Interview behauptet, daß viele Sachen unnötig wären: solange sie DIR ganz persönlich helfen, zu einem natürlichen Klang zu kommen und das aus der Stimme rauszuholen, was wirklich drin steckt, dann ist der Weg egal. So baut sich jeder mit der Zeit seine eigenen kleinen Hilfen - und wenn Gähnstellung, Resonanzraumfindung, Atemübung, oder von mir aus auch Joga helfen: gut.

    Technik bedeutet beim Singen NICHT etwas Künstliches, was das Wort vielleicht impliziert. Wir müssen etwas ganz Natürliches neu lernen - da hat die Lehrerin aus dem Interview völlig recht. Wir haben das nur verlernt...........
    .............Babys werden nie heiser vom Schreien :great:


    LG
    Elisa
     
  10. blow

    blow Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    09.11.04
    Zuletzt hier:
    10.09.14
    Beiträge:
    228
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    34
    Erstellt: 17.01.05   #10
    Sorry, ich war ein paar Tage weg.

    @Elisa:
     
Die Seite wird geladen...

mapping