Warum ist der Koppelkondensator in der Röhrenendstufe so klein?

von bosseler, 13.01.20.

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  1. bosseler

    bosseler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #1
    Ich bastele mein halbes Leben Verstärker (Röhren, Transistor, Hybrid) und bin letztens auf eine Frage gestoßen, die ich nicht beantworten kann. Daher die Frage an die Experten:
    Bei der Marshall 2203 Endstufe findet man nach dem Phasendreher vor jeder Endstufenröhre einen 22n Koppelkondensator, der über einen 220k Widerstand wechselspannungsmäßig an Masse gekoppelt ist. D. h. Hochpass. Aber hier ist die Grenzfrequenz viel höher als bei den Koppelkondensatoren davor in der ganzen Schaltung. Da geht's mit ca. 1M gegen Masse. Wird hier in der Endstufe nicht einiges an Bass beschnitten? Durch die Gegenkopplung wird wohl ein Teil des Basses wieder zurückkommen, aber nur ein Bruchteil. Oder verhält sich das hier anders, vielleicht weil die Gittervorspannung statisch erzeugt wird, oder ...?
    Der Soldano hat hier 47n Kondensatoren eingesetzt.
    Ich kann leider mangels einer geeigneten Röhrenendstufe das Ganze nicht einfach ausprobieren.
     
  2. bluesfreak

    bluesfreak Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 13.01.20   #2
    Richtig getippt, Bassbegrenzung. Machte man damals weil der Gitarrist dem Bassisten und der Bassdrum nicht in die Quere kommen soll. Das war im übrigen nicht immer so, ein JMP100 Superbass hat dort 0.1uF...
     
  3. Clipfishcarsten

    Clipfishcarsten Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.20   #3
    Wobei, wenn ich mich nicht verrechnet hab, die Grenzfrequenz bei ~33Hz ist. So tiefe Frequenzen sind netto eh nur Spulenheizung für die meisten Gitarrenlautsprecher :ugly:.

    Gibt aber auch mehrere Gitarrenendstufen die durchaus bewusst so tief rumsuppen. Meine Mesa 50/50 die ich hier noch rumfliegen hab koppelt mit 0.1uF/220k aus, über die lässt sich auch problemlos Bass spielen.
     
  4. bluesfreak

    bluesfreak Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 13.01.20   #4
    220k/0.1uF = 7 Hz
    220k/0.022uF = 33Hz
     
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  5. Jenzz

    Jenzz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.20   #5
    So sieht es aus.... Tiefes A auf dem Klavier ist 27Hz, der Bassverlust durfte sich also absolut in Grenzen halten.

    Jenzz
     
  6. mr.coleslaw

    mr.coleslaw Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.20   #6
    was ihr so alles wisst, aber trotzdem toll beschrieben :great:
     
  7. Clipfishcarsten

    Clipfishcarsten Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.20   #7
    Aus eigener Erfahrung weiß man das spätestens auswendig wenn man sich in einer Stufe beim Einbau mal verliest, um den Faktor 10 nach unten vertut und der Amp dann den Küchenradio-Sound rockt :rofl:. Aber wie schon gesagt, sind die meisten Koppelkondensatoren "weiter hinten" so ausgelegt, dass die untere Grenzfrequenz für Gitarre keine Rolle spielt. JCM800s/Plexis haben 22nf/220k, die beschriebene 50/50 hat 100nF/220k und ein Mesa Rectifier z.B. 47nF/220k...macht in der Praxis de facto wenig Unterschied.
     
  8. Christoph1

    Christoph1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.20   #8
    Mag der vllt sogar als Bassamp konzipiert sein?
     
  9. chick guevara

    chick guevara Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.20   #9
    Ich denke sowohl als Bass- als auch als Gitarren oder Sonstiger Verstärker
     
  10. Rostl

    Rostl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.20   #10
    was meinst du warum der Superbass heißt :D
     
  11. bosseler

    bosseler Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.20   #11
    Dank an die Experten. Dann war ich nicht auf dem Holzweg und es ich auch nichts "magic" an der Stelle.
     
  12. Christoph1

    Christoph1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.20   #12
    Ich meine garnichts, weil ich's nicht weiß....:great:
     
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