Und, wie ist es? Meine Frau hat es auch bei Weltbild gekauft, aber irgendwie hab ich eine Hemmschwelle - nicht wegen des Inhaltes, sondern der gewundenen Schreibweise...
Oh oh oh, mein Rat in literarischen Dingen wird erbeten.
Ich muss mir als Allererstes eingestehen, dass es erst mein zweites Grass-Buch ist. Nach dem ich "Im Krebsgang" für die Schule lesen musste/durfte, hat mich die "Zwiebel" nahezu magisch angezogen, zu erfahren, wie sich der Antifaschist Grass (als solchen bezeichne ich ihn jetzt einmal dreist

) im Umfeld des NS entwickelt hat, interessierte mich dabei besonders - ich gebe es ja zu: eigentlich war ich nur auf die Episode Division Frundsberg scharf.
"Gewundene Schreibweise" - kann man so sagen. Da ich nur den Vergleich zum "Krebsgang" habe, fällt es mir schwer, den Stil in sein Schaffen einzuordnen, auf jeden Fall präsentiert sich mir die "Zwiebel" schwerer zugänglich, viele Metaphern und Symbole, komplexe Satzstrukturen, aber auch die typischen Ellipsen - was jetzt nicht heißen soll, dass ich daran zerbreche.

Liest sich eigentlich recht flüssig, mMn.
Letztendlich ist es aber ein recht belangloses Werk, eine Sammlung von Kleinodien, die aber recht nette Informationen zum Wirken Grass' liefert. Mehr ist es aber mMn nicht - manche Abschnitte sind zu hölzern, als dass sie wirklich unterhaltsam sind, aber auch nicht wirklich tiefgründig, dass man in einen tranceähnlichen Zustand philosophischer Ergründungen versetzt wird.
Es wird sicherlich nicht das letzte Werk von Günter Grass gewesen sein, dass ich gelesen habe, aber danach brauche ich erstmal wieder etwas anderes.
Ich bezweifel, dass ich dir wirklich helfen konnte, aber eine gewagte These will ich dennoch aufstellen:
Wer nicht wirklich Grass-Fanatiker ist, der kann auch ganz gut auf die Lektüre von "Beim Häuten der Zwiebel" verzichten.
