welchen Preamp / EQ für Yamaha YEV um mit Kopfhörern zu spielen

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Mendrik
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Moin zusammen,

ich bin Wiedereinsteiger auf der Geige. Ich habe einige Jahre als Jugendlicher A-Geige gespielt und fange jetzt nach 16 Jahren wieder an. Ich habe damals viel zu wenig geübt und bin dadurch nur langsam voran gekommen. Letztendlich habe ich einigermaßen solide bis in die dritte Lage gespielt.

Nun habe ich vor 1-2 Monaten wieder angefangen regelmäßig zu üben. Durch meine Familie komme ich aber häufig erst am späten Abend zum Üben. Bisher habe ich deshalb regelmäßig zum Tonwolf gegriffen. Das geht auch ganz gut, aber so richtig gut komme ich damit nicht klar, weil die Obertöne und die Resonanzen nicht so richtig da sind und ich daher mit der Intonation nicht so richtig gut klar komme.

Daher und weil ich E-Geigen schon immer spannend fand, habe ich mir jetzt eine gebrauchte Yamaha YEV 104 besorgt. Mit der Verarbeitung bin ich im Vergleich zum Neupreis nicht zufrieden. Die Wirbel halten nicht vernünftig weil sie schlecht eingepasst sind (hab ich bei geigen die über 200€ kosten so noch nicht erlebt). Das Griffbrett finde ich ungewohnt eckig an der Kante und noch viele andere Kleinigkeiten.

Jetzt aber zum eigentlichen Thema:
Ich möchte die YEV vor allem nutzen um leise mit Kopfhörern üben zu können. Hierfür möchte ich einen möglichst natürlichen Klang haben (das das nur eingeschränkt bei Piezo TA möglich ist, ist mir bewusst). Um an die passive Geige Kopfhörer anschließen zu können brauche ich natürlich irgend ein Preamp. Ich hab es jetzt erstmal ganz blöd mit einem Vox Amplug Clean und mit einem Line 6 Pocket Pod probiert. Der Amplug ging von klang her gar nicht und auf die schnelle hab ich auf dem Line 6 auch noch keine Einstellung gefunden mit der ich so richtig glücklich bin. Ich wollte aber gerne alles am Mann haben um es nicht zu kompliziert zu machen und möglichst mobil zu sein beim Spielen. Vermutlich könnte ich den Klang mit dem Line 6 noch optimieren, aber so ganz das richtige scheint das noch nicht zu sein. Um zig Effekte zur Verfügung zu haben sicher gut, wenn es um klangliche Anpassung für einen natürlichen Klang geht wohl eher nicht. Der Amplug passte so gar nicht.

Was ich brauche ist meiner Meinung nach ein Device was folgendes mitbringt:
- Preamp
- Kopfhörerausgang
- Volume Einstellung
- möglichst guter EQ, am besten noch mit Notch Filtern. Parametrischer EQ könnte wohl auch ganz hilfreich sein.

Ich glaube aber, dass es das so nicht für kleines Geld geben wird.

Was könnt ihr empfehlen, was habt ihr für Erfahrungen gemacht. Ich hatte her z.B. noch von den Palmer Pocket Amps gelesen.

Ich bin über jeden Hinweis dankbar.

Wenn es ganz blöd läuft, muss ich wohl noch einmal ganz tief in mich gehen und ggf. in ein anderes Instrument investieren, welches von Haus aus schon einen natürlicheren Klang mitbringt wie eine Fidelius oder eine Marc Wood.

Vielen Dank und Gruß,

Mark
 
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Hallo @Mendrik und willkommen hier im MB und natürlich ganz speziell in unserer kleinen Streicherecke!

Gratulation zur YEV, das ist im Bereich der E-Geigen schon ein feines Teil. Mit den Wirbelpassungen hast Du vermutlich etwas Pech gehabt, bei meiner war das vorbildlich eingestellt. Aber die Vorlieben und Gewohnheiten sind sehr individuell, eine Kante am Griffbrett ist mir noch nie aufgefallen, dafür ist mir persönlich aber die Saitenlage nen Ticken zu hoch. Macht alles nix, es sind industriell gefertigte Instrumente, ein "handelsüblicher Geigenbauer" wird sie Dir anpassen.

Was deinen gewünschten Preamp angeht: ich kenne kein Gerät, welches alle deine Vorstellungen in sich vereint. Um aber mal näher heranzukommen:

- Preamp: klingt einfach, sollte aber eine passende Eingangsimpedanz haben = 1mOhm und größer
- Volumenregler: easy
- Kopfhörerausgang: bei Intrumentenpreamps eher selten zu finden.
- guter EQ: ja, parametrisch ist für uns Streicher der richtige Weg.

Bis auf den Kopfhörerausgang findest Du alle Anforderungen bei diesem Teil:


Ich habe den schon mit der YEV zusammen gespielt und hatte einen wirklich guten Sound damit.

Allerdings fehlt da noch der Kopfhörer und wenn man es ganz genau nimmt: ohne Hall ist eine E-Geige schwer zu ertragen. Was gibt denn dein Budget so her und welchen Anspruch hast Du letztlich an den Sound? Es gäbe hier zahlreiche Lösungen:

- Kopfhörerverstärker aus der Gitarren / Bassecke direkt in die Klinkenbuchse (ab 25€)
- Kleinmischer mit (oder ohne) Halleffekt und Kopfhörerausgang (ab 30€ / 70€ mit Effekt)
- Multieffekt mit Kopfhörerausgang (geht bei ca. 80€ los)

Jeder dieser Wege hat seine Vor- und Nachteile und all das Zeug gibt es in unterschiedlichsten Qualitäten und Preisklassen. Steht neben dem leisen Üben noch etwas an, was eventuell mit vorbereitet sein soll?
 
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Nur mal so als Idee.

Ein Mischpult, Digtal, (inzwischen) Parametrik, Effekte, Speicherbar und div. ggf anders Features...


https://www.amazona.de/test-behringer-flow-8-digital-mixer-fuer-stage-studio/
Vielen Dank für den Input. Eigentlich ein interessantes Konzept. Ist aber nicht was ich suche. Ich brauche nur einen bzw. zwei Kanäle. Ich hätte zwar ein paar Effekte, aber die sind bis auf ein mini bisschen Hall nicht mein Ziel. Das Pult hat auch nur 9 Kanal EQs und nichts parametrisches oder gar Notch-Filter. Und ohne Motorfader würde ich das Pult auch nur über die App benutzen.

Wenn ich was größeres vor habe, kann ich noch mein altes analoges Mackie 2404 und mein nur noch halb gefülltes Side-Rack aus der Garage holen. Aber bevor das passiert, muss ich mir erstmal ne Band suchen und noch viel üben :)

Mit den Hall muss ich Dir ein bisschen recht geben. Am besten üben kann ich aber ganz ohne Hall. Nur dann komme ich optimal mit der Intonation zurecht, weil ich nur dann die Resonanzen optimal höre. Durch den Hall hab ich immer das Gefühl dass die Resonanz da ist, wenn ich dann aber doch einmal mit dem Oberton oder der Vergleichsseite vergleiche, merke ich regelmäßig, dass ich noch leicht daneben liege. Ich finde das sehr trügerisch. Wenn man Auftritt ist das super, zum Üben finde ich das suboptimal auch wenn es sich schöner anhört.

Gruß, Mark
 
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Gratulation zur YEV, das ist im Bereich der E-Geigen schon ein feines Teil. Mit den Wirbelpassungen hast Du vermutlich etwas Pech gehabt, bei meiner war das vorbildlich eingestellt. Aber die Vorlieben und Gewohnheiten sind sehr individuell, eine Kante am Griffbrett ist mir noch nie aufgefallen, dafür ist mir persönlich aber die Saitenlage nen Ticken zu hoch. Macht alles nix, es sind industriell gefertigte Instrumente, ein "handelsüblicher Geigenbauer" wird sie Dir anpassen.

Was deinen gewünschten Preamp angeht: ich kenne kein Gerät, welches alle deine Vorstellungen in sich vereint. Um aber mal näher heranzukommen:

- Preamp: klingt einfach, sollte aber eine passende Eingangsimpedanz haben = 1mOhm und größer
- Volumenregler: easy
- Kopfhörerausgang: bei Intrumentenpreamps eher selten zu finden.
- guter EQ: ja, parametrisch ist für uns Streicher der richtige Weg.

Bis auf den Kopfhörerausgang findest Du alle Anforderungen bei diesem Teil:



Ich habe den schon mit der YEV zusammen gespielt und hatte einen wirklich guten Sound damit.

Allerdings fehlt da noch der Kopfhörer und wenn man es ganz genau nimmt: ohne Hall ist eine E-Geige schwer zu ertragen. Was gibt denn dein Budget so her und welchen Anspruch hast Du letztlich an den Sound? Es gäbe hier zahlreiche Lösungen:

- Kopfhörerverstärker aus der Gitarren / Bassecke direkt in die Klinkenbuchse (ab 25€)
- Kleinmischer mit (oder ohne) Halleffekt und Kopfhörerausgang (ab 30€ / 70€ mit Effekt)
- Multieffekt mit Kopfhörerausgang (geht bei ca. 80€ los)

Jeder dieser Wege hat seine Vor- und Nachteile und all das Zeug gibt es in unterschiedlichsten Qualitäten und Preisklassen. Steht neben dem leisen Üben noch etwas an, was eventuell mit vorbereitet sein soll?
Vielen Dank für die Ausführliche Antwort. Aufgrund Deiner Aussage habe ich mir noch einmal meine Wirbel angeschaut. Evtl. passen die doch nicht so schlecht sondern ich muss mich nur mal ein bisschen mit Seife und Kreide probieren. Die Eigentlich Passung scheint ok zu sein. Zur Zeit verhalten sie sich aber ganz komisch. Man bekommt überhaupt kein Grip und auch mehr seitlicher Druck hilft nur wenn da richtig kraft hinter ist. In normaler Spielhaltung kann man mit den Wirbeln derzeit nicht stimmen. Ich kann nur auf dem Schoß vorstimmen und dann die Feinstimmer benutzen. Das mit der Saitenlage sehe ich genauso, lässt sich derzeit für mich verschmerzen. Komisch finde ich, dass ich von fast allen E-Geigen höre, dass die Saitenlage zu hoch seih.


Vielleicht habe ich mich mit meinen Vorstellungen etwas falsch ausgedrückt. Was ich aufgeschrieben habe, ist meine Wunschliste. Dass ich die vermutlich nicht in einem Kompakten Gerät dass ich mir an den Gürtel schnallen kann vereint finde, hatte ich mir schon fast gedacht. Ich war nur der Hoffnung, dass es hier noch mehr gibt die ein vergleichbares Übungs-Setup haben und dabei einen Natürlichen Klang haben wollen. Andere Ambitionen habe ich derzeit mit der E-Geige nicht. Irgendwann könnte noch ein Effektgerät dazu kommen. das könnte dann aber auch das Line 6 sein, was ich schon habe.

Preislich bin ich nicht so festgelegt. Eigentlich wollte ich nicht viel mehr als 100€ ausgeben, aber im zweifelsfall sind auch 200€ (ggf. gebraucht noch OK).

- ein Amplug habe ich schon probiert. obwohl es die Clean Version war, hörte sich das gruselig an.
- ein Kleinmischer ist mir eher schon zu groß und inmobil. Häufig auch nicht für Batteriebetrieb.
- den Fishman hatte ich auch schon gefunden, dann bräuchte ich nur zusätzlich einen Kopfhörerverstärker

der hier machte auf mich auch einen guten Eindruck und bringt fast alles mit was ich gesucht habe:
https://www.thomann.de/de/palmer_mi_pocket_amp_acoustic.htm
13286891_800.webp

Kennt den jemand? Hat den schonmal jemand ausprobiert?

Der schaut auch interessant aus, wenn auch recht teuer und wieder kein Kopfhörer Ausgang:
https://www.thomann.de/de/headway_edb_2_h_e.htm
15416756_800.webp


Mehr fallen mir jetzt auch erstmal nicht ein.

Vielen Dank und Gruß,

Mark
 
Hallo Mendrik,

ja, der Fishman hat keinen Kopfhörerausgang. Dafür ist es ein Preamp, der mit Streichinstrumenten wirklich gut funktioniert. Was auch immer Du mit der YEV vor hast - mit dem Teil hast Du eine solide Grundlage für alles was danach ansteht.

Die anderen beiden Preamps kenne ich selbst nicht, der Palmer erfüllt deine Anforderungen auf dem Papier zu 100%. Den Regelbereich der parametrischen Mitten kann ich nicht erkennen. Für Geige ist die Ecke zwischen 2,5 und 4kHz wichtig. Eventuell vorher mal die Bedienungsanleitung runterladen. Ne Klemme für den Gürtel zusammenzufrickeln ist selbst für Bastelfeinde keine Unmöglichkeit. Wie der aber mit der YEV klingt, das musst Du selbst ausprobieren - und natürlich hier davon berichten - sofern Du dich für den entscheidest.

Den Headway kenne ich nicht aus eigener Erfahrung, ein befreundeter Geige hatte den aber schon mal, war damit aber nicht glücklich geworden. Das Teil ist schon etwas speziell, vielleicht könnte @GeiGit das mal mit seiner Dual-Pickup-Geige verkabeln?

Im niedrigeren Preisbereich könntest Du auch noch den

zum Test mitbestellen. Den hatte ich schon mal an einer Geige dran und wäre damit auch ne ganze Weile glücklich geworden, wenn es den in einer Version für den Gürtel gäbe. Aber ich glaube fest daran, dass man ein hochohmiges Piezisignal nicht durch lange Kabel leiten darf, da die Kabeldämpfung das Signal übel beschneiden kann. Was Menschen die von Strom etwas verstehen bestätigen, und dann Kabellängen von 1,5m als Maximum bezeichnen. Diese Sichtweise wird gelegentlich bezweifelt, wollte das trotzdem gerne erwähnen.

Meine Übesetup mit E-Geige ist übrigens trocken ohne Kopfhörer, ohne Amp. Wenn man gelegentlich zwischen A- und E-Geige wechselt, gewöhnt sich das Ohr ein wenig daran, den Klang der unverstärkten E-Geige zu deuten. Ist leise und nicht immer schön, aber für Techniken der linken Hand vollkommen ausreichend. Und "Bogen" übt sich mit einer E-Geige grundsätzlich nicht gut. Bei den einfachen Techniken verzeiht eine E-Geige zu viele Fehler, und bei Dynamik und Umgang mit Obertönen muss man so übertrieben spielen bis die E-Geige das wiedergibt, dass einem die A-Geige schon um die Ohren flöge. Ich bin ja echt ein überzeugter E-Geiger, dennoch gibt es viele gute Gründe, auch regelmäßig die akustische Geige zu spielen.

Nachtrag: hier sind Klangbeispiele der yev auch mit Fishman EQ
https://www.musiker-board.de/threads/review-yamaha-yev-104-e-geige.706728/
 
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