Wie matt gewordenen Lack an Höfner Jazzgitarre BJ 1957 auffrischen?

Ralfi
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Servus in die Runde,

ich habe eine sehr schöne Höfner Jazzgitarre BJ 1957, leider habe ich sie in letzter Zeit wenig gepflegt. Am letzten Wochenende wollte ich sie wieder zum Strahlen und glänzen bringen, natürlich mit entsprechenden Pflegemitteln (Dunlop 65) doch leider ist sie immer noch mett, jemand eine Ahnung wie ich die wieder zum glänzen bringe?
 
Eigenschaft
 
...natürlich mit entsprechenden Pflegemitteln (Dunlop 65)

Sollte man niemals verwenden, schon gar nicht auf historischen Instrumenten!

Schick mal bitte ein Foto vom jetzigen Zustand.
 
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Sollte man niemals verwenden, schon gar nicht auf historischen Instrumenten!

.

Das kann man doch so pauschal nicht sagen. Bei einem modernen Polyesterlack (Squier etc.) kann man mit dem Dunlop nichts versauen.
 
Bei einem modernen Polyesterlack (Squier etc.) kann man mit dem Dunlop nichts versauen.

Das ist ja der Marketing Trick dabei. Ein Produkt das idR (aber nicht immer) nix versaut und unglaublich billig in der Herstellung ist.
Leider hat es keine positiven Effekte auf Gitarren, Lacke, Griffbretter usw. Lemon oil besteht aus über 95% Erdöl + Aroma.
Der einzige positive Effekt den das Zeug hat , ist der auf den Geldbeutel des Herstellers.

Auf historische Intrumenten, die bestimmt keinen modernen Polyesterlack haben, sollte man erst recht die Finger davon lassen !!!!!!
 
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Mir ist so ein Fauxpas auch schon das eine oder mal unterlaufen.
Da will man einer alten Dame einen Gefallen tun und dann gehts daneben...

Je nach Schwere des Schadens und Zustand des Lackes kann man sowas mit viel Geduld auspolieren, oder - wenns gar schlimm ist - muss wohl lackiert werden.
Bei uns gibt es einigeTischler (Möbelrestaurateure) und Lackierer (eigentlich Autoteile^^), die solche Arbeiten auch und gut machen.
 
Hi,

auch wenn Du wahrscheinlich das Dunlop 65 Polish meinst und nicht das dem Kollgen so verhasste 65 Lemon Oil, war das wohl leider ein echter Fehler. Bei dem Alter hat die Gitarre sehr wahrscheinlich ein Finish aus Nitrolack, und das 65 Polish enthält Silikon, das man NIE auf Nitrolack verwenden sollte. Es löst nämlich Nitrolack leicht an und verbindet sich mit dem Finish. Viele Gibson-Fans mussten das schon feststellen, denn wenn man das Zeug irgendwo bestellt, wird man in den seltensten Fällen gewarnt, dass es sich nicht mit allen Oberflächen verträgt.

Der erste Gedanke wäre, mit einem Poliermittel ranzugfehen, dass die oberste Schicht letztlich etwas abträgt. Wenn die Gitarre die typischen feinen Lackrisse alter Gitarren hat, ist es damit aber problematisch, denn nomale Poliermittel enthalten Schleifkörper und die setzen sich in diese Risse. Soweit die Gitarre eine geschlossene Oberfläche hat, ist das aber grundsätzlich eine Möglichkeit.

Vor allem anderen würde ich aber immer versuchen, dem Lack das Silikon zu entziehen, denn solange es da ist, funktioniert auch das Polieren nicht gut und kann es sogar noch verschlimmern, weil der Lack auch etwas weich geworden sein könnte. Wenn es sich noch nicht gar zu tief mit dem Lack verbunden hat, könnte der "Entzug" klappen. Ich würde es mit Waschbenzin versuchen - mangels genauer Kenntnis der Zusammensetzung des Lacks ohne Gewähr, aber grundsätzlich reagiert Waschbenzin nicht mit Nitrolack. Machen übrigens auch manche Gitarrenbauer so.

Wichtig: Ein Patentrezept für alle Finishes gibt es nicht, und meistens sagt der Hersteller nicht viel über die Zusammensetzung - erst recht bei alten Instrumenten. Du solltest also alle eventuell anzuwenden Mittel sowieso vorher an einer kleinen, soweit möglich unauffälligen Stelle (Rückseite, untere Zargen) ausprobieren.

Es gibt auch spezielle Silikonentferner, aber deren Zusammensetzung ist nun auch wieder verschieden, von daher wäre das Waschbenzin mMn noch der sicherste Weg. Nach dem Reinigen würde ich es erst mal ein paar Tage stehen lassen und dann wenn nötig mit einer Lackpolitur drangehen, die ausdrücklich für Nitrolack geeignet ist.

Viele Vintage-Gitarristen (gerade auch in den USA) und Gitarrenbauer schwören auf Virtuoso Polish und Cleaner. Nach vielen Berichten scheint es auch bei alten Gibsons und Martins safe zu sein. Nicht billig, aber wenn man damit ein Finish retten kann?

https://www.theguitarrepairworkshop.com/product-page/virtuoso-polish-and-cleaner

Der Reiniger sollte auch das Silikon rauslösen -man sollte ja sehen können, ob es schon eine Verbesserung bringt - und mit dem Poliermittel den Glanz wieder herstellen. Interessant ist nicht zuletzt, dass Virtuoso laut Hersteller im Poliermittel keine Schleifkörper hat. Hinterher gründlich mit einem weiteren, sauberen Lappen nachreiben, um alle Reste der Mittel wieder runterzunehmen.

Viel Erfolg!

Gruß, bagotrix
 
Vielen Dank für die Tipps :great:

Ich habe etwas gefunden, damit glänzt die alte Damen wie neu. Für BJ 1957 ist sie echt faltenfrei :D


Das Mittel Dr. Ducks:

 
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Auch das Axewax ist ein Erdölraffinat, also billigstes Weißöl mit Duftstoffen.

Immerhin ziemlich schadstoffarm aber nicht frei:

Specifically:
Lead - Pb <0.1% (1000ppm)
Mercury - Hg <0.1% (1000ppm)
Cadmium - Cd <0.01% (100ppm)
Hexavalent Chrome - (Cr+6) <0.1% (1000ppm)
Polybrominated Biphenyls - PBB <0.1% (1000ppm)
Polybrominated Diphenyl Ethers - PBDE <0.1% (1000ppm)

Jedes Speiseöl hätte das gleiche Wunder vollbracht und wäre dabei deutlich umweltfreundlicher.
 

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