Wiedereinstieg E-Gitarre - wie waren Eure Vorgehensweisen?

. Leider sind meine Spielkünste noch immer anfängerhaft - dies soll sich nun ändern und ich übe fleißig Akkorde und speziell den Akkordwechsel.
das Erste zu lernen ist, wie man die Akkorde richtig greift, also die Handhaltung der Greifhand. Das ist absolute Basic, wenn das nicht richtig gemacht wird, gibt es später echte Probleme. Du hattest schon Unterricht, womöglich wurde das schon vermittelt.

Ja, dann folge einfach dem Zeitplan von @Oliver Revilo, nach 8 Wochen spielst du hier alle an die Wand :rock:(Peace, Scherz)

Wenn Du Akkorde übst, auf welcher Grundlage? Harmonielehre? Ich persönlich hab mir das nicht angetan, ich habe einfache Songs nachgespielt, dann die "Anspruchsvollen", damit habe ich über die Zeit (16 Wochen :evil:) rausgehört, bzw für mich verstanden, was passt oder nicht.

Die zweite wichtige Basic ist das Timing. Im Akkordspiel muss das sicher sein, das Timing ist hier die Schlaghand.
Ich weiss nicht, wie weit du bist, meine Empfehlung wäre, einfache Folk-Songs zu spielen, oder sowas in der Art, was nicht überfordert, wenn das sitzt, dann den Zeitplan von Oliver, 8 Wochen, alles läuft.

Oliver, nicht böse sein, meinen Respekt hast Du :prost:
 
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Aber OHNE Plan, würde ich im Chaos enden. <...> Das geht bei mir nur durch strukturiertes üben.
Völlig d'accord. (Ohne dass ich aber in der Lage bin, den Plan des Übens auch immer konkret akribisch im Voraus auf einen Tages- oder Wochenplan minutiös zu mappen.)
analoge Gültigkeit für den "Wiedereinstieg E-Gitarre..
Ich denke, dass es die Planung des Übens ist. Auch wenn der Plan vielleicht etwas weniger tough sein kann, als das Beispiel von Oliver.

Wenn gerade Akkordwechsel das vorrangige Problem sind (das wird sich immer wieder mal ändern; wenn der Wechsel von am nach G (offen gegriffen) klappt, muss das noch lange nicht für den von f#m nach E mit Barree gelten), dann dies bei den Stücken, an denen man gerade arbeitet (oder von mir aus auch "hängt") sauber hinbekommen. @Person hat dazu schon geschrieben. Aufpassen, dass man sich dabei nicht selbst beschxxx: Also nicht beim Singen die Strophe dehnen, nur weil ein Finger noch nicht da ist, wo er hingehört... Am besten andere (oder das Radio / eine Aufnahme) begleiten.
Wenn man die Akkordwechsel hinbekommt, dann können die nächsten Akkorde / Tonarten kommen. Oder Erweiterungen (andere Voicings, Zusatztöne,...) oder...
Dafür dann einen Plan machen: Was ist das "Nahziel"? Was kommt danach? Am Ende der Woche, am Ende des Monats, ...
 
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Ok, um auf den Wiedereinstieg oder Anfänger zurückzukommen:

Ich hatte gerade am Dienstag wieder einen neuen Gitarristen bei mir, der noch ganz am Anfang steht.
Auch ihm habe ich direkt mitgegeben, dieses Schema von Anfang an durchzuziehen.

Dabei ist es egal, ob jemand täglich 30 Minuten Zeit hat oder nur 3 × 30 Minuten pro Woche. Dann werden die Zeiten eben etwas reduziert, und die Zielerwartung sollte entsprechend angepasst werden.

Wenn also jemand zeitlich so stark begrenzt ist, dann zum Beispiel:
  1. Warm-up – 5 Min (z.B. 1243 Fingerübung)
  2. Technik – 5 Min (z.B. 3 Note per String Skala)
  3. Kreativ – 5 Min (YouTube bpm 80er Drumbeat, dazu Rhythmus spielen)
  4. Hauptteil – 10 Min (irgendwas neues)
  5. Ausklang – 5 Min (YouTube bpm 80er Backingtrack, dazu Einzelnoten spielen)
Das wäre Tag 1. Hat jemand 4 Tage pro Woche 30 minuten, dann 4 x unterschiedlich ....

4–5 × pro Woche eine Stunde sollte man aber eigentlich schon in das Instrument investieren, wenn man wirklich Fortschritte machen möchte.

Hat man dazu einen Plan, ist man in der Regel auch disziplinierter und hat sichtbare Fortschritte.

Das ist zumindest meine Erfahrung mit den Musikern, die ich kenne, und den Gitarristen/Bassisten, die zu mir kommen, um etwas zu lernen.
 
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Ich habe keine Ratschläge zum Gitarrelernen. Es gibt in Deutschland 100.000 Menschen, wo du was abgucken kannst.
Aber: Das Zauberwort lautet "Wiedereinstieg"! Also ist vermutlich der Wiederausstieg ebenfalls nur eine Frage der Zeit. Es sei denn, es ändert sich was Grundsätzliches. Was ist das für dich?
Ich steige gerade wieder in die Radsportsaison ein. In meinem Alter kann man aber eigentlich nicht mehr von "Sport" sprechen. Ich nutze meine Zeit und das Wetter, keine Zeitpläne.
Gitarrelernen ist ein Projekt. In deinem Leben gab es sicher zahllose, erfolgreiche Projekte.
Meine Altersweisheit: Starte jedes neue Projekt mit einer Inventur.
Deine Motivation ist ein Akku im Kopf. Wie ein Smartphone. Akkupflege ist das Wichtigste.
Du lernst Gitarre nur durch Motivation. Nicht der Wiedereinstieg bringt was, sondern die intellektuell-emotionale Analyse des Wiederausstiegs.
 
Wenn es noch darum geht Akkorde flüssig zu wechseln, dann ist das im doch kaum noch ein "Wiedereinstieg" ;-)
Im Grunde fängt man ja fast wieder bei null an.

Bei mir waren es eher Zeiten, in denen ich mal mehr, mal weniger gespielt habe. (Kinder, Job, etc.)
Eine gewisse Basis war aber immer da. Wenn auch, je nach Lebensabschnitt, vielleicht eher recht übersichtlich. ;-)

Ich glaube, auch ziemlich unabhängig vom Alter, hängt erstmal alles davon ab, wie sehr man dafür brennt etwas lernen zu wollen. Die Motivation finde ich hier sehr entscheidend.

Es ist erstmal ein großer Unterschied, ob man das Gefühlt hat man "muss" sich eher dazu zwingen üben, oder ob man das einfach wirklich will und auch aus dem Üben selbst bereits Spaß und Freude zieht.

Die Lernstrategie hat sicher auch etwas mit der Motivation zu tun und sicher auch umgekehrt. Ich glaube, da können auch Lehrer wie z.B. unser Oliver hier, eine große Hilfe sein, aber man muss halt auch der entsprechende "Lerntyp" sein und ganz allgemein die Fähigkeit haben, oder entwickeln, selbstständig zu lernen. Ein bisschen wie an der Uni, oder auch im Job. ;-)

Auch nicht unwichtig, wie ich finde, was ist denn das Ziel? Wenn ich nie ein Ziel erreiche, dann ist der Frust doch vorhersehbar.

Was sind die Schritte zum jeweiligen Ziel? Wie viel Zeit und Energie will ich da überhaupt reinstecken? Um die Motivation aufrecht zu halten, ist der Spaß natürlich wichtig.

Also erstmal kleine Brötchen backen. Unbedingt ein paar Trainerstunden nehmen, an einfachen Sachen wachsen, die sich dann vielleicht ja trotzdem schmal mal ganz gut anhören. Ich selbst fand und finde es auch heute noch immer recht motivieren auch mit Drums/Rhythmus zu spielen. Natürlich alles auch erstmal in er gebotenen Geschwindigkeit.

Ein bisschen Musiktheorie gehört für mich auch dazu. Das wird oft und gern ausgeblendet.
Weiß ich natürlich auch nur von einem Freund! :D
 
Ich habe noch eine Ergänzung zum Thema "Wiedereinstieg" bzw. besser "Einstieg".
Ich bin mit 14 Jahren aus der Ölmalerei ausgestiegen, wegen des Einstiegs in die Musik.
Gut 50 Jahre später reifte der Entschluss, wieder Ölbilder zu malen, seitdem kaufe ich Utensilien, steige ein, steige aus, steige ein, kaufe Utensilien, Bücher, Utensilien, steige aus, steige ein, steige aus.
Ich besitze eine Unmenge an Möglichkeiten. Öl, Acryl, Pastell usw. usw.
Wirklich genutzt, abgezählt als "Bildfläche buntgemalt", habe ich bislang ca. 1%. 99% warten auf Motivation.
Ich spiele halt sehr viel Gitarre. Die hängt an der Wand. Ein Griff und es geht los. Oder das Fahrrad aufpumpen.
Ohne Theorie, Talent und Ins-Machen-Kommen geht gar nichts, auf keinem Gebiet.
Letzter Tipp: In der Musik habe ich mein Leben lang fleißig Zettel vollgeschrieben, quasi eine lückenlose Dokumentation aller Aktivität.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hey,
es ist fast unmöglich "von Außen" Tipps zu geben.
Sicherlich sind viele Antworten hier on der Sache fundiert und aus lernmethodischer Sicht richtig...jedoch ist zu vieles im Verborgenen.
Ich kenne genügend Menschen die sich selbst alles relativ ohne Mühe beibringen konnten, teilweise mit nur sehr wenig Unterstützung, aber umso mehr die sich seit Jahren quälen, viel Geld für Lehrer und Equipment ausgeben...und es will einfach nicht richtig werden.
Das einzige was man wohl sls Aussenstehender mit Gewissheit sagen kann ist, dass es wichtig ist dass es Spass macht und Freude bereiten soll...alles andere muss/sollte ein Fachmann nach Kennenlernen mit Probestunde beurteilen.
Gruß,
Bernie
 

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