Yamaha RA-70R Solid State

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Hallo liebe Musikergemeinde,

aktuell denke ich über den Kauf eines Leslieverstärkers oder Clone nach. Ich spiele zur Zeit eine Nordstage 2 und bin auch auf der Suche nach einer Hammond B3 oder C3.
Direkt fangen dort natürlich die finanziellen Probleme an, weswegen ich den Markt nach guten Alternativen sondiere.
Bin jetzt gerade auf den Yamaha RA-70R gestoßen, der auch von David Gilmour in Shine On genutzt wird. Nun frage ich mich aber was das Teil wirklich taugt für authentisches Orgelspiel. Mein Sound ist - um ein paar Namen zu nennen - eine Mixtur aus meinen drei großen Lieblingen: Rick Wright (Pink Floyd), Jon Lord (Deep Purple) und Ray Manzarek (The Doors), wobei ich vor allem für das flächige Orgelspiel einen vernünftigen Leslieeffekt brauche. Der produzierte in der Nord ist zwar sehr gut, kombiniert mit einem analogen Amp wäre mir aber lieber.
Habt ihr Erfahrungswerte über den Yamaha?
Liebe Grüße,
Till
 
Eigenschaft
 
Für "authentisches" Orgelspiel ist der RA-70r eher weniger geeignet. Denn das erfolgt in der Regel mit einem originalen Leslie-Kabinett, dessen klangliche Merkmale maßgebend von einem rotierenden Hochtonhorn UND einer rotierenden Basstrommel geprägt sind.

Der RA-70r hat nur einen rotierenden Hochtöner.Der Bass strahlt ohne jegliche Rotation direkt nach vorn ab.
Klanglich äußert sich das darin, dass man zwar einen "Doppler-Effekt" für die Mitten und Höhen bekommt, aber das gleichzeitige typische (deutlich langsamere als das Hochtonhorn) Anlaufen des Basses fehlt.

Man könnte sagen,damit hat man nur einen "halben" Leslieeffekt.
Wenn dir die interne Simulation des Nord schon ganz gut gefällt, wirst du vom RA-70 eher enttäuscht sein.
M.E. ist das Teil eher etwas für Gitarristen.

Ich hatte in den siebziger Jahren mal ein vergleichbares Yamaha-Teil (die Typenbezeichnung weiß ich leider nicht mehr genau, könnte aber ein RA-50 gewsen sein). Es klang nett, irgendwie viel zu sauber und war viel zu leise für die Bühne. Auch fehlte mir immer irgendwie was. Es klang eben nicht nach den damaligen Orgel-Heroes ala John Lord, Rick van der Linden, Jimmy Smith etc. Was ich damals noch nicht wusste: es war der fehlende Bass-Rotor.
Und das das Hochtornhorn vertikal, im Gegensatz zu der horizontalen Roatation eines Leslies, rotierte, lassen wir jetzt mal ganz außen vor...:)

Mag sein, dass Rick Wright mal so ein Teil benutzte. Aber damit klingst du dann eben wie Rick Wright auf den damit eingespielten Aufnahmen. Damit dann auch einen John Lord hinzulegen wird dann schon etwas, sagen wir mal, interessant;).



mojoh
 
Hallo Till,

ich kenne das Yamaha Leslie nur der Papierform her. Deine drei Vorbilder decken ein riesiges Klangspektrum von Orgeln ab. Pink Floyd hat meiner Erinnerung nach die Hammond mit einem Leslie verstärkt, was bei J.L. nicht immer der Fall war. Der hatte schon mal Gitarrenverstärker verwendet und bei den Doors ist keine Hammond eingesetzt worden. Ich habe Bilder gesehen, wo R.M. entweder eine Vox-Orgel oder eine Farfisa Orgel verwendet hat. Ein Leslie kam dabei nicht zum Einsatz.
Wenn Du diese unterschiedlichen Klangfargen selber verwendest, bist Du mit dem Stage auch ohne Leslie nicht schlecht bedient. Jetzt ist das zum einen Geschmacksache aber bei den 3 genannten Organisten gibt es keinen Königsweg, weil sie zu unterschiedliche Sounds verwendeten.

Trotzdem m.E. Leslie kommt nur dort raus, wo Leslie draufsteht, soll heissen das Yamahateil klingt sicherlich anders als ein Originalleslie.

Noch eine Anmerkung zur B3/C3, es gibt noch ein drittes Modell, das den beiden andern soundtechnisch identisch ist, das ist dann gleichzeitig auch die günstigste Variante -> A100.

Gruss Helmut
 
bei den Doors ist keine Hammond eingesetzt worden.
Manzarek hat seit 1968 eine Hammond C3 besessen und damit auch einige Aufnahmen eingespielt, vor allem auf LA Woman.

wildchild01.jpg


Seit 1971 hatte er auch bei Auftritten (wohl hauptsächlich nach Jim Morrisons Tod) eine portable B3.

rayb3p.jpg


Aber das weiß ich auch nicht auswendig, sondern habe es hier nachgeschaut: :D
http://www.thedoorsguide.com/music/equipment.html#ray

Viele Grüße,
McCoy
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

das Wright, Lord und Manzarek kaum vergleichbar sind ist mir klar. Für den Lordsound spiele ich über einen Nachbau vom Marshall JTM-45, was einen tierischen Sound ergibt. Die anderen 'Clean'-Sounds gehen über PA. Einfacher Footswitch dazwischen.

Aber zum eigentlichen: Vielen Dank für die Hinweise zum Yamaha. Bin einfach drüber gestolpert und war neugierig. Es soll ja auch eigentlich ein Leslie werden, da mir zur Zeit das greifbare Rotieren im Raum doch sehr fehlt. Es klingt digital über Standardboxen doch immer ein wenig künstlich leider.

Und was Rick Wright angeht: Hier mal eine Auflistung seines Gears: http://sparebricks.fika.org/sbzine28/WrightGear-rev156.pdf
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Mag sein, dass Rick Wright mal so ein Teil benutzte. Aber damit klingst du dann eben wie Rick Wright auf den damit eingespielten Aufnahmen. Damit dann auch einen John Lord hinzulegen wird dann schon etwas, sagen wir mal, interessant;).

Kurze Anmerkung nur: David Gilmour hat das Teil genutzt, nicht Wright. Daraus entsteht der wabernde Gitarrensound des berühmten Shine On-Licks. Aber ansonsten danke für die ausführliche technische Erklärung. Hört sich für Orgel unpassend an.
 
Manzarek hat seit 1968 eine Hammond C3 besessen und damit auch einige Aufnahmen eingespielt, vor allem auf LA Woman.
Seit 1971 hatte er auch bei Auftritten (wohl hauptsächlich nach Jim Morrisons Tod) eine portable B3.
Aber das weiß ich auch nicht auswendig, sondern habe es hier nachgeschaut: :D
http://www.thedoorsguide.com/music/equipment.html#ray
war mir nicht bewusst, bin aber auch kein ausgesprochener Doors Fan gewesen und zwar gerade wegen des Orgelsounds nicht. Hat die Hammond bei R. M. dann auch nach Hammond geklungen, oder immer noch wie seine Beatorgeln, das geht nämlich auch mit einer B3 ?
 
bin mal noch auf diesen interessanten Bericht gestossen. hier werden die Yamaha RA-50 resp. RA-70 u.a. als Verstärker für das Fender Rhodes genutzt. Hat jemand hiermit Erfahrung?

http://tastronauten.de/yamaha-ra-50.html
 
Hallo Schrillo!

Es soll ja auch eigentlich ein Leslie werden, da mir zur Zeit das greifbare Rotieren im Raum doch sehr fehlt. Es klingt digital über Standardboxen doch immer ein wenig künstlich leider.

Wenn es Dir darum geht und das Budget für ein echtes Leslie (momentan) nicht reicht, dann teste doch mal nen mechanischen Clone mit Hochton- und Bassrotor aus. Für 200 EUR sollte sich was brauchbares von Elka, Dynacord, Solton, Echolette o.ä. finden lassen.

Diese Kisten haben den Vorteil, dass sie sich einfach per Klinke an Dein Nord anschließen lassen, also kein Hantier mit Leslie Preamps usw.

Natürlich klingen die nicht so, wie ein original Leslie, aber für etwas "greifbare Rotation" eignen die sich in jedem Fall. Und wenns Dir nicht gefällt, wirste son Teil auch wieder für 200 EUR los.

Viele Grüße Martin
 
Betreff: Yamaha RA-70R (2nd hand-Neuerwerbung) - Stecker / Buchse

Parallel im Gitarren-Forum habe ich einen Thread eröffnet, in dem ich um Unterstützung für eine Unklarheit ersucht habe.
Auch hat mich ein User aufmerksam gemacht, dass es wohl besser gewesen wäre gleich hier mein Problem zu posten.
Naja... teert & federt mich und jagt mich aus dem Forum! :evil:

https://www.musiker-board.de/threads/stecker-m-buchse-w-remote.658193/#post-8223494

Vielen Dank schonmal im Voraus, für Eure Unterstützung! :)
 

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