[Bass] - großer Bassvergleich von "Billigbässen" bis zu Profibrettern

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Scottydoesntknow
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ich war in letzter Zeit sehr viel unterwegens und konnte eine Menge an Instrumente in meinen Händen halten
da ich ja so gerne Reviews schreibe, möchte ich euch hier nun ein Vergleichsreview darbieten, dass ich in 3 Preiskategorien unterteilen werde
natürlich kann ich nich auf jeden Bass wirklich detailiert eingehen, aber ich werd versuchen, jeden Bass mit möglichst 2-3 Sätzen gut zu umschreiben ;)

WICHTIG: Alle Bässe wurden über einen Glockenklang-Fullstack (1x15 und 2x10 mit passendem 300-Watt(?)-Topteil) gespielt
sehr gute Verstärker, nebenbei bemerkt, nur leider schweineteuer :redface:

Fangen wir also beim Preis erstmal unten an:

200-500 €:


Squier Vint. Modified. Jazz Bass: ein sehr ausgewogenes und erwachsenes Instrument! Der beste Squier, den ich je in der Hand halten durfte, da er (auch dank des Amps) überall mitmacht und ne sehr gute Höhenwiedergabe hat. Für den Preis mit das beste, was man bekommen kann. Wirklich jedem Einsteiger zu empfehlen!

Squier Vint. Modified Precision: auch dieser Squier hat eine gute Höhenwiedergabe, allerdings is das Fundament beim Jazz Bass breiter gefächert. Er bringt vor allem (wenn gewünscht) genau die richtigen Mitten, die viele Basser bei Leuten wie Mike Dirnt so lieben. Wer sich mit dem Design des Jazz Basses also nich anfreunden kann und auf ein paar Höhen verzichten kann, der ist hier prächtig bedient! Mit dieser Serie hat sich Squier übertroffen!

Squier Classic Vibe Preci 60s: nach hohen Erwartungen von allen Seiten, hält sich der Ton in Grenzen. Das Teil fühlt sich billig an (teurer als Vintage-Modified-Series!) und hat sehr wenige Höhen. Ich persönlich empfand den Sound als dumpf, dafür macht das Ding Druck! Für mehr als ein OK reicht es dann leider nicht... (beim Jazz Bass siehts ganz ähnlich aus, daher kein Zusatz)

Epiphone The Ripper: das Teil is ne Wucht! Das bezieht sich aber eher auf die Haptik, als auf den Gesamteindruck. Ziemlich sperrig ist das Ding ja, der Sound bietet (dank PJ-Bestückung) nen gute Höhenanteil und dezente Mitten. Wirklich drücker tut da aber nix ausm Amp. Eher als Rarität unter Bassisten anzusiedeln, als als empfehlenswerten Anfängerbass.

OLP MM2: dazu gibts nich mehr viel zu sagen.. passive MuMan-Kopie mit ordentlich Druck, Original-Look und gutem Feeling. insgesamt bestimmt gut für den Preis, wer mehr Geld hat sollte aber zu Fame greifen! (dazu später mehr..)

Ibanez ATK305: einer der wenigen 5-Saiter, die ich getestet hab. Leider besitzt auch der hier die bekannte Krankheit, dass die B-Saite schlabbert und der Sound im Vergleich zum 4-Saiter unausgewogen is. Der Triple-Coil allerdings is echt eine Wucht! Kommt einigen MuMan-Sounds relativ nah, allerdings würde ich dieses Ding lieber für Punk-Rock als für Chili Peppers benutzen, da die Mitten fast immer (außer natürlich wenn sie ganz draußen sind) extrem präsent sind. Insgesamt ein ziemlich empfehlenswerter Bass, wenn auch das Handlich für Anfänger schwierig sein dürfte

kommen wir nun zur nächsten Preiskategorie

500-1000€:


Fame MM400: deutlich besser als der OLP! allein die aktive Reglung macht ihn deutlich authentischer. Leider ist das Schlagbrett nich in der Originalform.. find ich doof! naja, der Sound geht vor, und der is klasse! Die Höhen sind absolute spitze, das Bassfundament ist allein durch den fetten Pickup gewährleistet. Wenige Bässe, die ich getestet hab, kommen einem echten Stingray so nah. Klare Kaufempfehlung!

Hohner B2A: dieses Teil sieht so abnormale aus, dass ich ihn testen musste! :D wer der Bass schonmal gesehn hat, kann sich vorstellen, dass er sich nich grade traumhaft auf dem Oberschenkel hält. Auch sonst is der Bass kein Bringer, die tiefen Töne klingen ziemlich arm. Gibt bestimmt Leute die so ein Ding mögen werden (könnt ich mir im Jazz vorstelln), mein Ding is das nich.

Fender Mike Dirnt Precision: DRUCK! Ein Wort, dass wenig sagt und trotzdem diesen Bass hervorragend beschreibt. Der Hals is schon sehr fett und so klingt auch alles an ihm. Man denkt echt, man hat was riesiges in den Händen. Etwas wenig Höhen, aber dafür sind die Tonabnehmer auch gar nich macht. Geiles Bassfundament für jeden Rocker! (gleich noch der Vergleich zum Mark Hoppus)

Fame Baphomet Gothic MM/J: Fame macht schon schöne Bässe. Auch der hier überzeugt vorallem mit guter Holzoptik! Der Sound klingt so, wie die fetten Tonabnehmer vermuten lassen. Untenrum verdammt dicke und als Hochtöner ganz brauchbar. Der, den ich hatte, war leider mies eingestellt, daher hatte ich ihn nur kurz genommen. Sicher auch eine brauchbare MuMan-Kopie für diesen Preis.

Fender Mark Hoppus Signature Bass: Der Bass strotzt vor Höhen! Musste echt mit der Regelung am Amp aufpassen... Der MD macht zwar mehr Druck, dafür find ich den Sound beim MH noch ein wenig verspielter. Macht sich einfach unglaublich (!) gut zu Punk-Rock, auch Metal klingt damit Zucker. Eine deutlich erwachsenere Version meines Pete Wentz-Basses. Ach ja, und dieses Hellblau is natürlich mördergeil! :D Dicke Empfehlung für Punker!

Fender Classic 60s Jazz Bass: ziemlich viele Bässe für nen Jazzi! Leider waren im Laden alten Saiten drauf, deswegen waren die Höhen schon fast weg. (ich mag den Sound von frischen Saiten) ein gut ausgewogenes Instrument, allerdings bekommt man mMn beim Highway 1 mehr geboten. Trotzdem ein gutes Instrument!

Ibanez SRX 750: viel Druck hinter, Höhen sind OK, aber nich grade herausragend und die Mitten klingen richtig dick untenrum. Weiß nich genau, ob ich diesen Bass in ne Spalte stecken kann, aber generell würd ich ihn nich empfehlen, da man bei dem Preis schon besseres geboten bekommt. Die Holzoptik allerdings sieht lecker aus!

Fender Highwax One Jazz Bass: einer der vielseitigsten Bässe, die ich getestet hab. Sehr gutes Fundament, mit dem man wahnsinnig viel erreichen kann. Klingt mit Plek sehr gut, passt auch in Sparten wie Punk-Rock oder Metal. Klingt unglaublich ausgewogen und war auch noch perfekt eingestellt! Den Jazz würde ich dem Preci hier vorziehen, da der Preci nen deutlich schwächeren Höhenanteil hat. Auch der hier wird empfohlen!

Fender Jaguar Bass: sieht ungewöhnlich aus und fällt auf. Das Auffallen merkt man allerdings auch am Amp! Drückt untenrum sträker als ich erwartet hab. Klingt dem Mark Hoppus sogar relativ ähnlich. Viele Höhen, bin aber ehrlich gesagt nich so richtig überzeugt davon, da er ne ganze Menge kostet und nich viel mehr kann als Jazz Bässe bei dem Preis. Trotzdem sehr gut im Rock angesiedelt.

Fender Geddy Lee Jazz Bass: insgesamt stimmt dieser Bass vom Sound ziemlich mit dem Highway One überein. Erstaunlich viele Bässe für nen Jazz Bass und die gewohnten Höhen. Außerdem ne klasse Optik! Zurzeit einer der besten Jazz Bässe!

und nun die richtig teuren Schmuckstücke!

1000€ und mehr:


Fender Marcus Miller Jazz Bass: der beste Jazz Bass, den Fender hat! Verdammt ansprechende Höhen, Bässe, wie sie im Funk, Jazz und Soul präsent sind hat er auch genug! Hier stimmt im Grunde alles. Man muss sich erst an das PickUp-Cover gewöhnen, aber sowas geht relativ schnell, wenn das Instrument stimmt :great:

Fender American Std. Precision: der Sound is auf vielen Platten zu finden und ist einfach nur typisch. Druck mit viel Bässen dahinter, gute, klare Mitten, die Höhen eher schmächtig. Fügt sich mit Sicherheit perfekt in eine Band und passt zu fast jedem Stil. Außerdem is die aktuelle Serie traumhaft leicht!

Sandberg California JJ: Leider gab es nur zwei Sandberg-Bässe. Der hier war der bessere. Jazz-Bass-Ton, aber durch die PU´s ziemlich angedickt! Die Höhen klingen direkter als bei Fender und die Mitten knallen etwas meh. (ähnlich wie bei vielen RHCP-Songs) Sandberg macht verdammt gute Bässe, da kann man nichts sagen. Ob einem letztendlich Fender oder SB mehr liegt, muss man selbst rausfinden.

Gibson Les Paul Bass: ungewohnt sieht so ein Ding schon aus. Vor allem wieder man damit noch mehr zum "Gitarristen mit 2 Saiten zu wenig". Aber fett klingt er! Kaum Höhenanteile, aber die Bässe gehen richtig in den Bauch. Ich denk mal, man kann sich damit in einer Band ordentlich durchsetzen, besonders auf großen Bühnen. Das Handling is dafür umso bescheidener... eher ein Mainstream-Bass als ein empfehlenswertes Instrument

Musicman Stringray 3-Band-Aktiv mit Maple-Neck: genau in diesen Sound hab ich mich verliebt! Natürlich richtig viel Druck untenrum, außerdem strotzt so ein Stingray vor Höhen. Ein sehr guter Allrounder, außerdem lässt er trotzdem Kloppehals gut bespielen. Slapping klingt sowieso episch traumhaft auf so einem Ding! Wer will, kann auch die Mitten reindrehen und dieses typische "Snap!" bekommen.

Warwick Corvette $$ 6-String: ja, ein 6-Saiter is auch dabei! Natürlich war das Gefühl am Anfang extrem ungewohnt und der Hals bringt einen fast um! Der Sound is aber umso schöner. Könnte ich mir auch sehr gut in ner Funk-Band vorstellen, denn dieses "Snap!" vom Stringray is auch hier ständig präsent. Leider nich ganz ausgewogen und wie gesagt, schwer zu bespielen! Ich denke, so ein Kauf sollte SEHR gut überlegt werden. Dann aber ein empfehlenswertes Gerät.

Musicman Bongo 4 HH: Klingt einem Stingray schon ähnlich, was aber auch nich wirklich verwundert. Ist ja immerhin der gleich Hersteller. Allerdings hat der Bongo doch etwas weniger Höhen und nich ganz soviel von diesen markanten Mitten. Für mich persönlich eher ein Manko. Würde mir bei dem Preis eher einen Stringray zulegen. Das Design is natürlich Geschmackssache, und mein Geschmack ists nich :rolleyes:

Fender Vintage 57 Precision: definitiv vintage.. Die Bässe drücken ganz gut, Höhen sind so gut wie gar nich vorhanden, und Mitten scheint Leo damals auch nich geliebt zu haben. Leider nich wirklich mein Sound, denn das Teil lässt sich mit dem Vintagehals traumhaft bespielen. Da fühlt man sich von Anfang an vertraut drauf.

Warwick Jack Bruce FL: der teuerste und gleichzeitg auch einzige bundlose Bass, den ich gespielt hab. Der singt schön und hat ziemlich viele Mitten. Genau das, was ein Fretless braucht! die Humbucker passen dann aber nich ganz so gut, denn das Bass-Fundament passt irgendwie nich ganz zum jazzigen Sound. Klingt insgesamt cremig (Cream, haha...) und sanft. Ist eher so ein Schmunzelbass, aber durchaus klasse!


so, das wars dann auch "schon"
Hoffe, es hat euch gefallen, und hilft manchen vllt. auch weiter. Was ich geschrieben hab, ist natürlich alles rein subjektiv und soll euch keine Kaufentscheidung abnehmen, soll aber wenigstens helfen ;)
wenns gefällt, darf auch gerne bewertet werden :great:


Grüße,
Scotty :)
 
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Da hier so oft gefragt wird, wie "Bass A" im vergleich zu "Bass B" klingt kann ich nur sagen:

:great: :great: :great: :great: :great: 5 Sterne, danke :D

( Ich schreib jetzt nicht danke für die Mühe, denn eigentlich müsstest du Spass gehabt haben dich so auszutoben :D )
 
P
  • Gelöscht von bassterix
  • Grund: siehe Hinweise zum Review-Forum
Klasse Review.

Ich muss gestehen, dass ich auch vor am Donnerstag in Hamburg, endlich mal wieder ordentlich viele Bässe angespielt habe, darunter auch eigentlich alle von dir in der untersten Preisklasse angespielt habe (ATK als 4er, den Ripper und den CV Preci nicht) und kann deine Einschätzung nur doppelt unterstreichen.

Mir persönlich haben der VM Jazz und der ATK-304 am besten gefallen wobei der ATK doch noch ein wenig die Nase vorne hat. :p

Mfg Hellb00m
 
Top Beitrag, keine Frage.
Es ist dabei aber gut zu wissen, dass Deine Vorlieben bei höhenlastigen Bässe liegen. Trotzdem kann man hier sehr gut herauslesen, wie sich die Bässe verhalten und sie auch für sich selbst und den damit verbundenen Soundwunsch einzuordnen sind.
Und dafür gibt es Punkte!:great:
 
ja, ich steh definitiv auf höhenlastige Bässe! :)
habs natürlich trotzdem versucht möglichst subjektiv zu halten, damit jeder sich sein eigenes Urteil bildet
der Les Paul Bass hat mir z.B. einfach zu wenig Akzente im Spiel; das soll aber nich heißen, dass er nich gut wäre bzw. anderen nich gefallen könnte
und anscheinend is mir das ja ganz gut gelungen
darüber freu ich mich und sage: Danke! ;)
 
die echten billigbretter fehlen zwar - trotzdem: nette eindrucksammlung :)
 
Na es geht hier wohl auch eher um Marken - Billigbretter. :great:

Korrekt. ;)
Außerdem hatte ich nach 3 Stunden im MusicStore auch keine Lust mehr, mich noch mit J&D zu beschäftigen :D
nachdem ich die ganzen Bässe durchprobiert hab, war ich ja sowieso noch kurz bei den Combos und den Effekten zu Gange; da hab ich mir dann einfach den Fame MM400 von hinten genommen und nochma durchprobiert
aber dann auch nur, was für mich wirklich in den Sinn kommen würde, nich alle Amps :D
war halt insgesamt gute 5 Stunden in dieser Bassabteilung unterwegs... danach war ich kaputt und glücklich :great:

sry für OT, aber das wollte ich nochmal als Art Zusatz sagen :redface:
 
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