Welche Vorstufenröhren für 80er-Jahre-Sound?

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Hi Leute!

Ich bräuchte mal wieder selbst 'nen kleinen Tipp, bevor ich sinnfrei mir ohne Ende Vorstufenröhren ranschaffe ... Ich benutze ja sehr oft meinen H&K Trilogy (neben meinen diversen anderen Amps), da er für mich im Live-Betrieb mit der Coverband einfach am flexibelsten ist und sehr gut mit Effektpedalen umgeht.

Wer den Amp kennt, weiß ja, dass dieser Amp eher modern gevoiced ist mit einen kleinen Einschlag britischer Note. Ich möchte jetzt jedoch den Sound des Amps ein bißchen mehr Richtung 80er-Jahre (Anfang 90er) bringen, da die meisten Coversongs aus dem Programm deutlich in diese Kerbe einschlagen ... Dazu möchte ich wissen, ob es da ein paar Vorstufenröhren gibt, die den Sound ein wenig in diese Richtung schieben können.

Und kommt mir jetzt bitte nicht mit Sachen wie "verwend doch 'nen alten Plexi" oder sonst was in die Richtung ... klar könnte ich ohne weiteres einen anderen Amp einpacken, aber ich möchte ja nicht noch mehr Bodentreter mitnehmen müssen, um dann das was einem alten Amp für neue Nummern an moderner Note fehlt, wieder ausgleichen zu müssen ... Ich habe es einfach schon probiert verschiedene meiner älteren Amps mitzunehmen und es funktionierte einfach nicht so wie ich es wollte, zumal auch mein Effektboard für den LIVE-Einsatz perfekt auf den H&K-Amp abgestimmt ist. (Effektboard besteht aus ein paar Einzeltretern und einem Multiboard ...)

Also hat da vlt. jemand einen Tipp für mich? Oder soll ich das Vorhaben gleich wieder vergessen? ich dachte eben an die Vorstufenröhren, da ja bekanntermaßen bei den meisten heutigen modernen Amps, der Sound in der Vorstufe erzeugt wird ...
 
Eigenschaft
 
Versuchs mal mit ner Tung Sol in V1 und der Rest dann JJs.

Die Tung Sol ist schlank im Sound, hat wenig Bass und dafür feinzeichnende Mitten, gut für 80s Hair Rock und Power Metal.

Kann aber auch sein, dass es mit der dann etwas zu kreischig klingt. Die Zerre von Hughes & Kettner Amps (den Puretone und Duotone mal ausgenommen) hab ich immer als sehr analytisch und auch etwas fizzelig empfunden. Aber probieren kannst du es ja mal.
 
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An die Tung Sol habe ich auch schon gedacht ....

Weiß jemand vlt noch welche Röhren ab Werk in 'nem Marshall 2203 verbaut sind? ... die sollten doch am ehesten meinen Amp eine Nuance Richtung 80s-Touch geben, oder? :gruebel:
 
Wenn man's genau nimmt brauchts für typischen 80er JAhre Sound chinesische Röhren denn was anderes hast Du damals schon nicht mehr bekommen ausser man hatte Beziehungen zu irgendwelchen Radio/Fernsehtechnikern.
Die Idee mit TungSol und Rest JJ hört sich für mich ok an, ggf mal eine reine JJ Bestückung probieren mit einer ECC803 in V1 (das ist die LPS Version der ECC83). Ansonsten müsste man dem Amp auch ein bisschen zuleibe rücken und das Netzteil etwas weicher machen und ggf den Slope im ToneStack ändern, dann würde er schon von dem modernen H&K Metal Sound wegkommen (ich versteh eh nicht was die Entwickler bei H&K so in die eine Richtung treibt, alle Amps der letzten Zeit sind durch die Bank sehr straff, bissig und höhenlastig abgestimmt.. Hören die schon nicht mehr so gut oder haben die ein bisschen den Bezug zur Realität verloren?)
 
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Nun ja ..der Trilogy klingt schon modern, abwr für meine Ohren noch nicht übermässig Richtung Moderne gevoiced (wie zum Beispi ein Recti oder ähnliches). Bei dem Amp merkt man schon noch die "Anlehnung an Marshall-Sounds". Na dann werde ich mal eine TungSol und eine 803 in V1 versuchen und den Rest mit JJs auffüllen. Ich berichte hier noch, ob es den nötigen Effekt (oder besser die Nuance) gegeben hat. ;)

...Ansonsten müsste man dem Amp auch ein bisschen zuleibe rücken und das Netzteil etwas weicher machen und ggf den Slope im ToneStack ändern, dann würde er schon von dem modernen H&K Metal Sound wegkommen ...

geht mir ja eher um die Rocksounds als um Metal, aber zu sehr will ich an dem amp auch nichts verändern ... will die moderne Note ja nicht verlieren, da sie mir beim Trilogy echt gut gefällt ...will eben nur eine Nuance Oldschool da rein haben ...
 
Komplett JJs ist auch eine Möglichkeit. Du kannst auch mal ein Goldpin JJ in V1 probieren. Nicht wegen der Goldschicht auf den Pins (das macht klanglich ja nix aus), sondern wegen der Selektion ab Werk. Die "klingen" wirklich im Vergleich zu den "normalen" nochmal deutlich runder, weicher und ausgewogener - sehr "röhrig", wenn du es so nennen möchtest.
Eine ECC803S kannst du auch probieren, falls sie dir in V1 nicht taugt, steck sie mal in den PI (sollte die letzte Vorstufenröhre sein), da machen die sich je nach Amp sehr gut!
 
also ich bin ein wenig skeptisch ob man einen HK zu einem 80er mit V1 Röhren biegen kann.
Im Doppelblindtest würde ich da wohl versagen

Bin aber gespannt was bei Dir rauskommt
 
Die Röhren sind da und werde die diese Woche noch testen ...

@aloitoc ..mir ist klar, dass ich aus einem H&K keinen 2203 machen kann ... aber man kann durch gezielten Röhreneinsatz sicherlich Nuancen in die Richtung geben ... werde ich alles nach dem Test berichten.
 
nicht falsch verstehen, ich spiele ja auch mit Röhren rum ;-)
zwar nicht gezielt, aber der Basteltrieb macht auch vor mir nicht halt

Meine Einschätzung ist inzwischen aber das meine "Tagesform" viel größeren Einfluß auf den Klang meiner Verstärker hat als die Vorstufenröhren ;-)
Es gibt Tage da knie ich vor meinen Thomsen nieder und Tage da will ich ihn in die Ecke treten ;-)

ichg bleibe dran hier :)
 
Ich glaube nicht, das es so einfach mit dem Tausch der Vorstufenröhren funktioniert, denn 80er Sound assoziiere ich immer mit JMP Marshalls und zwar 2203,2204, 2205 und 2210. Ich würde es, wenn dir dein Amp lieb ist, eher so machen evtl. die 12AX7 in der V1 Position gegen einer etwa weicher klingende 12AT7 zu tauschen und dann mit einem vernüftigen Zerrer zu arbeiten.
 
... Ich würde es, wenn dir dein Amp lieb ist, eher so machen evtl. die 12AX7 in der V1 Position gegen einer etwa weicher klingende 12AT7 zu tauschen und dann mit einem vernüftigen Zerrer zu arbeiten.

Nette Idee ... aber ich mag den Zerrsound des H&K ..und wie schon ein paar mal geschrieben ..es geht hier einfach, darum den Sound etwas in diese Richtung zu nuancieren ... Wenn ich wirklich puren 80er Sound haben will, schmeiß ich meinen 2203 an ;)
Vlt. auch einfach nur das etwas klinische des Trilogy ein wenig entschärfen und dem Amp einen keinen Ticken mehr Charakter geben :D


Aber ich habe ja gestern noch geschrieben, dass meine Röhrenbestellung da ist und folgendes Ergebnis kam dabei rum:

Gehäuse aufgeschraubt und erstmal den Amp rausgeholt (eine scheiß Arbeit war das, vor allem wegen der Plexiglasfront, die so bescheuert fixiert ist ...aber naja ..nach ein wenig rumdoktorn ging es und für das nächste mal weiß ich es, wie leicht es geht, wenn man weiß wie :rolleyes:).
Dann mal begutachtet was da so in V1 bis V4 drinne steckt ... aha ... TAD selected Röhren (zumindest war das draufgedruckt)...
dann ging es los mit der Umsteckerei:

V1: TungSol 12 AX7 Reissue V1
V2: JJ ECC83S
V3: JJ ECC83S
V4: (ich denke mal PI ?, da letzte Röhre und mit so 'ner Metallkappe drüber) JJ ECC803 Selected Gold

Habe also auf die ganzen Vorschläge mal so gehört, die Röhren so reingepfriemelt und Amp vor dem Zusammenbau mal wieder angeschmissen.

Und jetzt das Interessante, das Ergebnis:

Clean: nicht wirklich viel Änderung im Sound (war ja auch nicht wirklich zu erwarten)

Lead/Ultra Lead: klingt jetzt etwas runder, also nicht ganz so klinisch charakterlos, aber auch nicht nach 80ern, allerdings fand ich den Sound sehr geil, wesentlich angenehmer als zuvor

Crunch (mein meistbenutzter Channel so nebenbei): Ich nehm den Channel bewusst als letztes, weil hier der Effekt der Vorstufenröhren am deutlichsten war. Es war zwar nicht der Unterschied wie Tag und Nacht, aber der Ampsound hat deutlich (für meine Ohren) davon profitiert. Ist zwar nicht Richtung 80er geworden (jedenfalls nicht wirklich), aber der Crunch-Channel hat einiges an diesem klinisch sterilen "glattgebügelten" Sound verloren. Er klingt wärmer, weniger bissig ...einfach etwas runder. Gefiel mir beim Test so gut, dass ich mir sagte...okay das ist es jetzt (erstmal :D) und hab den Amp genau so wieder zusammen geschraubt. Auch der andere Gitarrist der Band (der mir ein wenig mit dem Herausbauen des Amps aus dem Gehäuse, vor allem bei der Plexifront) geholfen hat, fand den Sound wesentlich voller und besser als vorher. Die TADs habe ich zwar jetzt mal für den Fall der Fälle aufgehoben, aber ich denke nicht, dass der Amp die so schnell nochmal "zu schmecken" bekommt.

Fazit: War zwar mit etwas über 50 Euros nicht der günstigste Spass, aber auch nicht wirklich teuer und der für mich soundmässige Gewinn am Amp auf alle Fälle wert. Der Sound ist zwar nicht wirklich (auch nicht in Nuancen...naja vlt. minimalst aber kaum merklich) Richtung 80er marschiert, aber hat dennoch an wärme gewonnen und etwas das harsche, einfach zu direkte verloren. Passt super zu mir, meiner Mucke und dem Amp. Kann das also empfehlen! :great:

An der Stelle auch nochmal Danke an alle, die sich die Mühe mit den Tipps gemacht haben! :rock:


(Anm: Wäre es sinnvoll die V2 und V3 später noch gegen die Balanced Variante der JJ ECC83S zu tauschen, oder kann ich da auch die normalen ECC83S drin lassen? ...hab die halt genommen, weil die rund 'nen 10er günstiger waren das Stück ...)
 
ECC83 ist eine Doppeltriodenröhre. Das heißt da sind 2 getrennte Triodensysteme eingebaut.
Balanced bedeutet das diese Röhren selektiert wurden wo diese 2 Systeme sehr symmetisch arbeiten.
Hat bei einem normalen Amp wenig Sinn, weil die 2 Systeme für unterschiedliche Anwendungen gebraucht werden.
Macht mehr Sinn bei Hifi Stereoverstärker, wo 2 Kanäle wirklich identisch arbeiten sollen.
Beim PI könnte es noch am ehesten Sinn machen.

Aber du wolltes ja einen Amp der nicht klinisch steril klingt. ;)



Du könntest die JJ ECC803 auch mal als V1 probieren, find ich auch ganz gut.
 
Werde ich vlt mal wirklich machen ... aber da ich mit dem Sound so jetzt sehr zufrieden bin ...mal schauen ... irgendwann in nächster Zeit ;)
 
Die ECC803S in V1 würden dem Amp mehr Bass geben und den Sound etwas weicher und feiner machen. Also auch weniger spritzig.
Im PI ist die gut aufgehoben. Aber auch Geschmackssache, da sehr dynamisch, was den Amp weniger "straff" macht. Ich würde auf jeden Fall nochmal eine normale JJ oder eine der TADs (wahrscheinlich Shuguangs) im PI ausprobieren - den Unterschied sollte man auf jeden Fall mal gehört haben. Wenn es etwas dunkler und drückender sein soll, dann ist eine Sovtek LPS dort auch keine schlechte Wahl.
 
Kann ich alles bei zeiten mal versuchen ..werde auf alle Fälle hier davon berichten, sobald ich das erledigt habe
 
Lass mal ein paar Tage so und dann tausche wieder zurück
oft sehr spannend ;-)
 
Ich hab keinen Trilogy bisher in den Fingern gehabt aber so wie ich H&K kenne ist die Vorstufenröhre mit der Metallkappe nicht der PI sondern V1... insofern steckt momentan die ECC803 in V1....
Und um die Möglichkeiten noch mehr anzuheizen:
Mein Hauptamp (ein 2002er TSL60) läuft momentan mit


V1: TungSol 12AX7 V1
V2: JJ ECC83S
V3: JJ ECC83S
V4: JJ ECC83S
V5/V6: TungSol EL 34B mit 44(!)ma @ 485V (was ziemlich am oberen Limit ist) und klingt damit echt göttlich weich, rotzig aber trotzdem durchsetzungsfähig und auch im Clean Channel super rund
Die KT77 hab ich wieder raus weil sie mir schlussendlich zu harsch waren, man hat zwar deutlich mehr Bottom und Druck in den Mitten aber obenrum beißts nicht sondern es ätzt, da konnte ich am Bias schrauben was ich wollte...
 
Ich dachte wenn ich auf den Amp von vorne drauf schaue, dann ist V1 ganz links und die V4 (also PI) ganz rechts ... oder macht das H&K anders rum ... wenn dem so wäre, ist es dann schlimm, dass ich die TungSol im PI stecken habe?!?
 
Normal ist die V1 die Röhre, was am nähesten an der Inputbuchse ist.
Wenn ich mir jetzt Bilder vom Trilogy ansehe .... V1 müsste also die ganz rechts sein, die mit der Kappe drauf.

Da es sich bei der 12AX7 genauso um eine ECC83 handelt, ist es egal wo die steckt, ist ja alles das selbe.
 

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