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Jongleur
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x-Riff schrieb:Du machst auch Musik, jongleur?
Ja.
Ich definiere mich eher als Musiker denn als Texter. Ich schreibe Texte auf Musikdemos, weil ich (leider) selten Texte in der Schublade habe...
... dafür aber -zig Musiken ohne eigene Texte.

Am liebsten baue ich fremde Demos sogar in einem Sequenzer oberflächlich nach, um mir alle beteiligten Melodien, Rhythmen und Sounds präsent zu machen.
Meine Meinung berücksichtigt also sowohl aus meiner Fähigkeit, spielerisch Musiken entwickeln zu können, als auch Erfahrungen mit fremden Musikern.
Und vor allem! meine beträchtlichen Schwierigkeiten beim Texten.

Ich glaube allerdings genau wie Du, dass ein reiner Texter bei den Musikern grünere Wiesen vermutet.
Wie schaut es bei Dir aus? Bist du auch Musiker?
X-Riff schrieb:Wie kommst Du auf Nachdenklichkeit? Zwischen Text, Aussage und Nachdenklichkeit liegen Welten - aber mir scheint, es wird etwas die Transzendenz, die Ambivalenz und Vielschichtigkeit von Popmusik unterschätzt ...
Nachdenklichkeit meint: Wenn zu wenig DIREKTE Impulse vom Text ausgehen... Wenn ich mich beim direkten Hören schnell frage, was ES soll, weil es spürbar vorsichtig daher kommt statt frech...
Damit attackiere ich eben NICHT mehrdeutige oder kryptische Texte. Wenn die Sprache provozierende Coolness ohne sofortigen Erlösung bietet, bleibt mein Gefühl gerade dran: neugierig, misstrauisch, eifersüchtig, lauernd, erregt
In diesem Sinne teile ich Morbos ambivalente Faszination für Texte wie die neueren von Tocotronic (und sehe heute in deinen Beispiele eindeutige Aussagen
Nein, ich polemisiere gegen ängstliche Texte.
Das führt mich wieder zu meinem Anliegen. Ich behaupte mal für die Pop-Musik: ein Texter sollte sich eher vor einem "zu wenig" fürchten als vor einem "zu viel".
Zu wenig bedeutet für mich unsicher, zach, unentschlossen... wenn schon unentschlossen, dann aber mit Pauken und Trompeten!
Wobei dieser direkte Impuls eben aus der Musik heraus gelesen werden muss. Prinzipiell versuche ich auf dramatischen Phrasen Wortpathos zu vermeiden und leiste mir eher mehr Komplexität an leisen Stellen.
Aber wenn die Idee erst mal ins Rollen gekommen ist, werde ich leicht blind für meine Ansprüche und werde dann manchmal unsanft von Musikern auf den Boden der unfertigen Tatsachen geholt.
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