das LI sagt, es sei kein Punkt. Doch dann bekräftigt es diese Aussage mit "vielleicht ein Komma, ein Gedankenstrich". Was de facto die zweitkleinste Möglichkeit aller Satzzeichen ist. Und selbst darin ist es sich nicht sicher, denn es sagt "vielleicht" ... und man muss sich hinzudenken "vielleicht aber auch nicht".
„zweitkleinste Möglichkeit aller Satzzeichen“ - derartige Bewertungen beschäftigen mich nicht wenn ich schreibe! Für mich beendet ein Punkt nur ein Satzgebilde!
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Hingegen hinter dem Komma folgt noch etwas…eine Erklärung, eine Erweiterung, eine Eingrenzung, eine Begründung usw. es ist eines meiner Lieblingszeichen, denn es erzwingt keine militanten Schritte wie beim Marschieren von Hauptsatz zu Hauptsatz. im Gegenteil, es erzwingt von mir trotz der Dichte eines Songtextes mehr und mehr
Kohärenz.
Und außerdem habe ich ja jederzeit die Möglichkeit, aus einem kleinen Bergen von Nebensätzen am Ende des Schauprozesses größere Hauptsätze zu bilden, mit viel Spielraum für unterschiedlichste Gedanken und Gefühle.
Anders gesagt, ich bilde gern anfangs Gedankensplitter und verbinde sie zum Ende hin mehr und mehr zu größeren Satzgefügen. Früher habe ich anders geschrieben. Heute benutze ich gern Kommas, Gedankenstriche bevor ich den Satz abschließe! Gern lasse ich diese Zeichen auch mal am Ende wurde weg und animiere so
geduldige Leser zum Nachdenken über plötzlich entstandene Wortspiele!
Der Punkt hindert mich mit seiner abrupten Art anfangs daran, komplex, kohärent zu denken und zu empfinden, hat für mich offensichtlich eine völlig andere Bedeutung, als für deine forsche Schreibweise.
Der fehlende Spielraum zwischen Hauptsätzen nervt mich, drängt mir ständig Sprünge auf, obwohl ich viel lieber langsam dem Verlauf meiner Gedanken und Gefühle folge.
Und hier kommen nochmals die Kommas und Bindestriche ins Spiel. Ich skizziere beim Texten gern anfangs in Form von Satzsplittern meine momentanen Gedanken und Gefühle. Dabei vermeide ich Punkte!
Ja, ich gebe mich anfangs sogar sehr bewusst unsicher, nehme für die meisten Stichpunkte mindestens 5 Varianten. So bilden sich eher langsam Bilder heraus und aus ihnen kleine Szenen. Und am Ende manchmal eine Geschichte.
Hier kommt ein weiterer Aspekt meiner Abneigung gegenüber Punkten. Setze ich Punkte, wähle ich automatisch die Endreime, die ja gewöhnlich am Versende stehen, falls man kein Enjambement benutzen will.
Dabei beginne ich mit dem Reimen am liebsten erst dann, wenn die Struktur des Liedtextes feststeht. Wer dieser Schilderung folgen kann, wird sicher verstehen, welche Bedeutung Kommas und Gedankenstriche für mich außerdem haben: sie machen oft den Tonfall der Gedanken und Gefühlen leiser! Deshalb sind interne Satzzeichen für mich wie Konnektoren; sie müssen meine emotionalen und spontanen Bilder so miteinander verbinden, dass sie für mich lebendig wirken.
Am Ende passe ich langsam meine Gedankensplitter an die entstandene Metrik an. Da muss noch ne Menge rumgefeilt werden. Und wenn der Text geschrieben wurde, bin ich auf diese Weise vermutlich in mehreren Kontinenten gewesen oder unter der Erde oder im All!
In der Hoffnung, dass du,
@logologia farfalla mich halbwegs richtig verstanden hast… komme ich abschließend zu deinem spöttischen Unterton, betreffend Sehnsüchte .
Ich reise gern und lass mich viel zu oft und gern dazu anstecken. Meine Kopf und meine IPad sind voller Bilder. Und bin ich unterwegs, dann sehne ich mich nicht nach Berlin. Ein Grund mehr, weshalb ich meine Texte nicht als Kompensation von Einsamkeit zu betrachten. Wenn ich mich nach etwas sehne, dann eher nach mehr Einsamkeit, um mehr Schreiben zu können, denn ich habe noch viele Ideen
Ein LI mit Selbstbewusstsein hätte gesagt, ich bin zwar bloß ein Punkt - aber na und
Wow… wow… jetzt soll ich wohl dressiert werden? Das ist ja förmlich…, oh Wow! Bescheidenheit ist nicht gerade deine Stärke,
Ein LI mit Selbstbewusstsein hätte gesagt, ich bin zwar bloß ein Punkt - aber na und?
Oder: Ich bin kein Punkt, sondern ein Wort, oder ein ganzer Satz, ein Text, ein Buch, ich habe etwas mitzuteilen.
Ja, diesen Tonfall bin ich von dir gewohnt!!! Du bist für mich ein Basta-Schreiber. Hier setz ich einen Punkt, Ich weiß, wo der Hase hinläuft. - sagen die Jäger. Aber ich mag weder die Jagd auf Hasen, noch die auf Menschen. Mir reicht eine Familie und einige Freunde, über die ich halbwegs informiert bin.
Aber ein LI, das sagt, ich bin kein Punkt, sondern vielleicht ein Komma . . . ruft bei mir eben die genannte Assoziation hervor. Und das ist nicht abwertend gemeint, sondern einfach das, was ich aus dem Text herauslese.
Ja, damit sind wir scheinbar wieder am Anfang. Ich habe aber in der Zwischenzeit mal im Forum geblättert und meine, wir sind erst mal am Ende,
Noch ein Versuch, Deinen Text auf der literarischen Ebene zu besprechen.
Ich wünsche Dir alles Gute!