Ich meine, mehr als zwei übereinandergestapelte Genos II
Uuuuuuh, lass das nicht die Wersi-Jünger lesen.
Aber du hast recht. Ein Wersi Keyboard, respektive die Orgeln sind nicht mehr als ein Genos, nur halt ggf. mit Pedalen dran und einer angebauten Bank.
Nur, dass sich der Sound einer Wersi schon lange nicht mehr mit neueren Generationen von Keyboards messen kann. Der Genos, selbst der Genos 1 mit seinen Werkssounds und Styles klingt um ein Vielfaches besser als alles, was ich in der jüngeren Vergangenheit im Vergleich von Wersi gehört habe.
Die Zielgruppe für solche Geräte dürfte somit recht klein sein.
So ist es. Aber das war schon immer so, zumindest seit ich "denken" kann und mich mit dem Thema Heimorgel beschäftigte. Die Preise, der Kult, der um Wersi aufgebaut wurde. Die Vermarktung als Luxus-Musikmöbel. Der Nimbus des Besonderen, den eine kleine zahlungskräftige Klientel der oberen Mittelschicht brauchte, um sich abzugrenzen vom normalen Heimorgelspieler.
Damals anno 1985, als meine Eltern für mich die dreimanualige Yamaha Electone D85 kauften, war Wersi DAS Maß der Dinge, wenn es um Orgeln ging und ich war hin und weg, weil ich direkt neben Franz Lambert stehen durfte anlässlich der Präsentation seiner neuen Orgel auf der hiesigen Messe. Und dann durfte ich mich auch noch direkt neben ihn setzen und es wurde ein Foto gemacht für die lokale Presse.
Wohl gemerkt, ich durfte neben ihm sitzen, das Instrument durfte ich nicht spielen, ja es eigentlich nicht mal anfassen und ich habe explizit danach gefragt.
Wersi war schon immer mehr Schein als Sein. Eigentlich Blendwerk, denn auch damals klangen schon andere Orgeln nicht schlechter. Nur waren die um 50 bis 75 % günstiger.
Warum man sich heute sowas noch antun will, muss ich nicht verstehen. Selbst gebraucht sind die Dinger noch viel zu teuer für das, was sie bieten. Es sieht aus wie Orgel aus den 80ern und 90ern und es klingt so. Und die Klientel, die sich darüber definiert, eine WERSI zu spielen, stirbt kurzfristig aus.
Wersi ist für mich ein Anachronismus.