Manchmal ist etwas Salz in der Suppe geschmacklich verfeinernd.
Deshalb eine weitere Meinung:
Ich finde, die Reiche-Ostfeld Serie sind Congas sind die der Markt nicht braucht. Es ist nichts Innovatives zu erkennen.
Jost
Reiche ist m. E. in mehreren Aspekten auf dem falschen Weg. Um nicht falsch verstanden zu werden. Ich mag seine Arbeit und die Trommeln, die dort bisher gebaut wurden und man darf sich glĂŒcklich schĂ€tzen, neben
Munz&Simonsen, die in Deutschland exzellente Instrumente bauen, einen solchen Trommelbauer im Lande zu haben, der solides Handwerk mit afrikanischen Mahagoni Hölzern abliefert.
Zu der neuen Serie:
Bis zu neun Spannhaken zu benutzen sieht fĂŒr meinen Geschmack nicht nur furchtbar aus, sondern ist auch noch instrumententechnisch völlig unnötig. Die von Vielen hoch gelobten Raul und einige andere Marken kommen mit fĂŒnf Spannhaken aus. Sechs sind Standard und reichen nun wirklich aus. Das hĂ€lt den Stimmaufwand in Grenzen und ist absolut genug. Ich hatte mal eine Ă€ltere Schalloch mit acht Haken. Das fand ich schon ĂŒberflĂŒssig. SchlieĂlich haben wir es hier mit Trommeln zu tun, nicht mit einem Klavier.
Die an
Gon Bops angelehnten Sideplates kann man sicher machen. Aber man kann sich auch das Original kaufen, wenn man auf diese Optik steht. Ich finde, er hĂ€tte bei seinen bewĂ€hrten Rautenböckchen fĂŒr Congas bleiben sollen. Das ist Markenpflege, sieht gut aus und ist technisch ausgereift. Die verwendeten âGon Bops Böckchenâ passen sehr gut zu Reiches âTumbassosâ. Dort hĂ€tte er es belassen sollen. (Zu sehen auf seiner Homepage unter dem Reiter âFotosâ das vierte Bild von Unten.)
Wenn Jost Reiche eine neue Conga Serie einfĂŒhrt, wĂ€re es gut zu wissen, wie sie sich, auĂer im Facelifting von den anderen unterscheidet. Nur im "Endorser"? Oder: Höhe? Holzart? Innere Beschichtung? Felle?... Was ist neu? Warum ist seit mehr als einem Jahr keine Information ĂŒber diese Instrumente auf der Homepage?
"Die neuen Congas klingen dank einer neuen, einzigartigen Fellauflage wesentlich prĂ€senter, klarer und direkter" Das ist alles, was man ĂŒber Facebook erfĂ€hrt. Aber wie soll denn diese "geheimnisvolle Auflage" aussehen?
Ich verweise hier mal auf die abgebildete Richie Gracia LP - Conga. So geht Innovation: Von der Spannung ĂŒber das Holz, von der Optik ĂŒber die innere Ausgestaltung, bei Pflege der Marke, also dem Gesicht der traditionellen Sideplates.
Letztlich entscheidend sind immer der Klang und die persönliche Vorliebe. Deshalb bitte ich das Geschriebene hier auch nicht als Kritik an Menschen zu verstehen, die sich fĂŒr diese Congas entscheiden.
Am Ende ist es eine Liebhaberei, denn der Kunde, also unser geschĂ€tztes Publikum vor der BĂŒhne kann beim Gig sowieso nicht unterscheiden, ob der da Vorne eine Meinl oder Natal Conga spielt. Wir tun es in vielen FĂ€llen fĂŒr uns selbst. Und das ist gut so.
Will sagen: Die an der Grenze zur Legendenbildung gequirlte Lobhudelei, welche den sachlichen Blick etwas verschattet, sondern auf ĂŒberwiegender Liebhaberei beruht, hat seine Berechtigung, sollte aber auch als solche benannt werden.
Schönes Wochenende
Sonoero