Marshall 2203 - Welche Auswirkungen haben diese Modifikationen?

  • Ersteller Lumberjack88
  • Erstellt am
Lumberjack88
Lumberjack88
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
17.01.26
Registriert
07.07.06
Beiträge
121
Kekse
128
Habe einen vintage Marshall 2203 aus dem Jahre 1980 kürzlich erworben und festgestellt, dass nicht alles original ist.

Besonders die Schaltung um die Inputs, das Preamp Gain und das Master Volumen scheinen vom Original abzuweichen, jedoch weiss ich nicht, welchen Effekt das ganze Zeug haben soll im Vergleich zum Original.

Auch sind zwei komische Kabel zwischen dem Ein/Aus-Knopf und der Endstufensektion vorhanden: Das weisse Kabel geht hin zum Filterelko Erdungspunkt und das rote Kabel geht auf Pin 7 des Endstufenröhrensockels ganz links. Kann ich diese zwei Kabel getrost rausnehmen oder erfüllen die eine zusätzliche Funktion, die auch im Original vorzufinden ist?

Sind noch sonstige Abweichungen vom Original erkennbar in den Bildern?

rotweiss.jpg

powerswitch.jpg

inputmod.jpg

input2.jpg

1.jpg

filterkondensatoren.jpg

22.jpg

33.jpg

44.jpg

Ich weiss auch nicht, welche Schaltung die periodenkorrekte wäre für diesen Amp. Entspricht dieses Layout der original 2203 Schaltung?

2203 stock.JPG
 
Pin 7 ist Heizung
Pin 2 ist Heizung
Vielleicht für ein Signal Lämpchen?
Schalterreperatur?
Ich würde auf jeden Fall noch Schutzdioden einbauen, für den AÜ
Die anderen mods könnten den Regelweg beeinflusst/ optimiert haben.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Das rot/weiße Kabel macht für mich keinen Sinn, das würde ich entfernen.
Die R/C Combination am Master hab ich schon gesehen, die könnte eventuell sogar original sein, im Prinzip filtert das alles unter 40Hz aus…
Ansonsten scheint der Amp größtenteils original zu sein, einzig ein Cap Job wurde schon gemacht.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 3 Benutzer
Das rot/weiße Kabel macht für mich keinen Sinn, das würde ich entfernen.
Die R/C Combination am Master hab ich schon gesehen, die könnte eventuell sogar original sein, im Prinzip filtert das alles unter 40Hz aus…
Ansonsten scheint der Amp größtenteils original zu sein, einzig ein Cap Job wurde schon gemacht.
Danke für die hilfreichen Kommentare!

Das rote und weisse Kabel beliefern ein winziges LED Lämpchen, da wahrscheinlich die ursprüngliche Lampe des Powerschalters nicht mehr funktionstüchtig ist. Nehme an, dass das keinen sonderlich grossen Einfluss auf den Ton haben sollte, wenn Pin 7 einer Endstufenröhre ein bisschen strom und spannung hin zu einer LED liefert?

Beim Presenceregler war ich mir ebenfalls unsicher, aber er scheint auch original verdrahtet zu sein, jedoch nicht nach dem Schema von oben sondern nach diesem hier:
presence.jpg


Scheint den Vorteil zu haben, dass auch bei einem Poti-Ausfall der Amp immer noch funktioniert und nicht zusammenbricht wie im oberen Schema.

Bezüglich der Input/Preamp/MV Region: Da wurde ganz sicher was gebastelt, da der Low Input Jack überhaupt nicht mehr funktioniert. Weiss nicht, ob das vielleicht mit Geräuschunterdrückung zu tun haben könnte? Sehe auf den meisten Layouts, dass ein shielded cable in dieser Region verwendet werden sollte, aber Marshall origina benutzt halt nur einfache Kabel.

Hier hab ich noch die modifizierten Leitungen markiert:


View: https://i.imgur.com/nL2jeGI.jpeg

Ist es üblich, dass diese 40Hz Filtrierungsschaltung direkt über das äussere Terminal der Low Input Büchse geht? Auch die Leitung hin zum Preamp Regler geht direkt vom Brett aus anstatt von der Buchse. Was könnte diese Modifikation bewerkstelligen?
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Low Cut und trebble bleed, für die Tretminen Ausgabe ein wenig anzupassen
Ich hätte das am Kathoden Widerstand gegen gekoppelt und Anode auf Eingangswiderstand der Röhre, weil's Effektiver ist.
 
Habe nun die Input/Preamp/MV-Sektion umgebaut nach dem oben verlinkten, blau untermalten Layout und nun sieht es so aus:

input_2.jpginput_1.jpg

Habe die Resistor/Kondensator serie ausgebaut hin zum Master Volumen und das rechte Terminal des Preamppotis ist nun verbunden mit Low Input Terminal links unten. Das einzige extra Kabel ist nun jenes Gelbe, welches vom Low Input Oben links hin zum High Input oben rechts geht. So sollte es originalgetreu sein, oder?

Weiss nicht ob das normal ist, oder ob ein Deoxidierungsmittel nötig ist, aber ich habe bemerkt, dass der Low Input deutlich weniger Gain hat als der High Input bei gleichen Settings. Ist das normal? Also ich rede hier von high gain, fast schon Metal Sounds auf dem High Input, und dann ein bisschen angezzerten Country-Twang beim Low Input?

Hab ich da was falsch verdrahtet oder funktioniert alles so, wie es sollte? Falls ich Deoxidierungsmittel probieren sollte, welches kann man da empfehlen, um Buchsen und Potis funktionstüchtig zu halten?
 
Der low Input hat einen niedrigeren Eingangswiderstand. Deshalb also Low
Das kann je nach Ausgangswiderstand des vorgeschalteten Signalgeber als Spannungsteiler zur Abschwächung des Signales führen.
Zum Putzen der Kontakte ist Vodka ganz gut.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
*edit*
Aber kann es sein, dass der low input dermassen weniger gain hat auch bei aufgerissenem preamp drive und master auf 5? Der low Input klingt da wie ein leicht angezerrter Fender Tweed verglichen mit dem stark übersteuerten high Input.

Ist Isopropanol ebenfalls gut für die Reinigung der Kontakte? Bräuchte man nicht noch ein Mittel zur Deoxidierung nebst dem Alkohol?
 
Grund: edit by C_Lenny -> Vollzitat Vorpost
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Gefällt mir
  • Interessant
Reaktionen: 2 Benutzer
Nein, der preamp sollte niederohmig genug sein ! Es dürfte nicht wirklich bemerkbar sein.
Da ist was faul
Ein Kondensator vor der Röhre ist nicht unbedingt erforderlich. Das kann das g1 auch übernehmen.
Dann dürfte der high Eingang ca 1065 kOhm und der Low Eingang 165kOhm betragen, bei dem üblichen 65kOhm Gridwiderstand

Isopropanol ist auch okay(, Aber nicht mit trinken.)
Chemischer Kontakt Reiniger ist mit Vorsicht zu benutzen, der greift so ziemlich alles an, und sollte wirklich nur auf die Kontakte.


Mit Kontakt 60 habe ich in meiner Lehre massenhaft Hifi Geräte zerstört.
War in den Ende 70er Jahre noch Allheilmittel.

So langsam sollte ein Schaltplan zu Rate gezogen werden, die erste Röhre überspringen bei Low?
Interessant, sowas hab ich bisher noch nie gesehen .
Ich hätte eher den Low mit fet OP ergänzt, da hängt eh Transe vor.
Schaltplan
 
Zuletzt bearbeitet:
Grund: Bilder eingebunden
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
  • Wow
Reaktionen: 1 Benutzer
Danke , krasse Schaltung, dann ist das wohl oder übel normal :nix:

Der DI Ausgang ist Murks, eine DI Box muß noch dazwischen, das hätte ich als Hersteller direkt mit auf den Trafo gewickelt Vorwiderstand XLR
Aber so ist es halt normal :nix:


Nimm den High Eingang.
Das gelbe ist Stummschaltung , und Ausgang der ersten Röhre, mit dem braunen zusammen wenn die Stecker gezogen sind ,stumm. also original.
 
Zuletzt bearbeitet:
Beim 2203/2204 gab es über die Jahre immer mal kleinere Änderungen in der Schaltung. Der Schaltplan der Endstufe/des Netzteils, welchen ich angehängt hatte, entspricht wohl nicht zu 100% der Version des TE , sollte aber trotzdem nah genug dran sein, dass es hilft. Der Schaltplan der Vorstufe müsste identisch sein.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Gefällt mir
Reaktionen: 1 Benutzer
Das scheint zu passen.
Die Platine ist vermutlich für mehrere verschiedene Versionen gemacht.
 
Hab nun die Modifikationen entfernt und auf original gesetzt. Nun wollte ich auch noch den Bias kontrollieren, aber ich merkte, dass da einfach nicht genug Ruhestrom kommt, zumindest nicht, wenn man dem TAD Biasmaster System trauen kann. Komme da nur auf ca. 25mA bei en 4xEL34, was an der unteren Grenze für 100W Marshalls liegt nach TAD Anleitung.

Da die Biasschaltung originalbelassen zu sein scheint in meinem Fall, gehe ich davon aus, dass dieser Verstärker für 6550 Röhren ausgelegt ist, wegen dem zu niedrigen Ruhestrom bei der Minimaleinstellung des Bias Potis. Ist das korrekt?

Das lila Kabel hin zum Impedanzschalter ist mit dem schwarzen Kabel verlötet, und ich nehme an, dass das der 4 Ohm Pin ist? Solte das lila Kabel hin zum gelben Kabel am Impedanzschalter gehen in den EL34 100W 2203s?

SInd die Filterkondensatorwerte ebenfalls anders zwischen der 6550 und der EL34 2203 Versionen? Gibt's noch sonstige Unterschiede, im Phaseninverterabschnitt etc.?
 
? Bias, wenn das nicht reichen würde, käme zu viel Ruhestrom.
Die Schaltung ist definitiv mit 1 k Schirmgitter für EL 34 .

Das passt auch mit 25mA bei 500V
Die Stellung des bias Potis richte man nach der Röhre, nicht umgekehrt.
Daß die Röhren vom Daten Blatt etwas abweichen um so mehr je durchgenudelter die sind , ist normal und der Ruhestrom sinkt.
Deshalb wird das eingestellt .
Den negative Spannungswert etwas Richtung plus zu regeln ist nicht mehr möglich? Dann sind die Röhren zu schwach .
Bei JJ zum Beispiel El 34 L bestellen nicht EL34, die sind viel zu schwach.
(Ausschuss) Bei Mesa muss man die richtige Farbe wissen.
Oder Modifikationen einbauen.
Die Filterkondensator/Koppelkondensator Werte richten sich nach dem nachfolgenden EingangsWiderstand, nicht nach der Röhre.

Bei den Kabeln müßte man wissen wo die beiden Kabel herkommen, kann auch Masse sein. Oder Gegenkopplung.
Ist wohl richtig so.
 
Zuletzt bearbeitet:
? Bias, wenn das nicht reichen würde, käme zu viel Ruhestrom.
Die Schaltung ist definitiv mit 1 k Schirmgitter für EL 34 .
Das Biaspoti ist auf Minimum gesetzt und dabei erhate ich einen Ruhestrom von 24mA. Wenn ich das Biaspoti ganz aufs Maximum stelle, erhalte ich 6mA. Das Ruhestromintervall von 6 bis 24mA ist alles, was zurzeit möglich ist mit dem Biaspoti und der derzeitigen Kondensator/Resistor Konstellation.

Die Röhren sind vier Telefunken EL34. Habe sie mit dem Orange Valvetester MK II getestet und alle vier Röhren kamen als gut durch.

Kann es nicht sein, dass mein 2203 ursprünglich für 6550 Röhren ausgelegt wurde, für den amerikanischen Markt?
 
Wie groß ist Dein Widerstand nach dem Bias Poti? 56k? 47k? 27k?
Normal ist 56k und der Bias Filter (zwischen den 10uF Kondensatoren) 15k und 220k von der HT kommend, vor der Diode.
 
  • Gefällt mir
Reaktionen: 2 Benutzer
Wie hoch ist die negative Vorspannung?
Die 6550 ist mit 35 W doch etwas fetter.
Die richtige Schirmgitter Spannung wäre bei 300V
 
Also nur um ganz sicher zu gehen, dass wir von den gleichen Resistoren reden:

biascircuit.jpg


Der Widerstand direkt unter dem Biaspoti ist 56k, wenn's nach dem Farbcode geht. Gemessen habe ich nur 35k, aber das liegt wahrscheinlich an den umliegenden Elementen, gehe stark davon aus, dass dieser Widerstand immer noch rund 56k beträgt. Der nächste Widerstand in der gleichen LInie, aber ganz unten im Foto, misst 14.8k und sollte laut Farbcode 15k betragen.

Ich habe nun einen 220k 1W resistor parallel auf den 56k direkt neben dem Biaspoti verlötet und nun kriege ich Ruheströme bis hin zu 46mA.

Habe nun zwischen 29.6 und 33.6mA Ruheströme von Röhre 1 bis 4. Die Anodenspannung (Pin 3) beträgt rund 453V mit sehr geringen Abweichungen von nicht mal 1 Volt zwischen den 4 Röhren. Pin 5 liefert um die 38.5V.

Dieser Website nach liege ich da bei ungefähr 60% Anodenverlustleistung (Class AB 60%, EL34, Plate Voltage 452 VDC):


Ich nehme an, dass nun alles im grünen Bereich ist und die Röhren relativ lange halten sollten mit dieser Biaseinstellung und moderat eingestelltem Master Volumen?
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben