40 Funkmikrofone gleichzeitig möglich?

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Mal eine ganz ketzerische Frage: ist da überhaupt Funk für die Lösung zwingend nötig?
Klar ist es chic, wenn man sich kabellos bewegen kann, aber wenn ich OBS höre, dann geht es doch um Aufzeichnung und Streaming.
Eventuell könnte man das mit kabelgebundenen Lösungen und Richtmikrofonen lösen.
Hier muss ja wohl nicht unbedingt ein Sprecher verstärkt werden, der mit Rückkopplungen kämpft.
Was das nahe Mikro natürlich bringt, ist eine bessere Versändlichkeit, weil wenger Raumhall mit drauf ist.
Daher nehme ich meine Veranstaltungen (übrigens auch mit OBS Studio) in der Regel mit Headset auf. Das ist dann aber ein ganz popeliges PC Headset von Sennheiser um ca. 20 EUR. Und ja, dann bin ich eben mit Headset im Bild, sieht nicht so gut aus, aber für das Ergebnis tut es das.

40 Funkstrecken betreiben zu wollen, grenzt irgendwie an Wahnsinn.
Bei Gebäuden, wie wir sie hier haben mit Stahlbetondecken und Blechwänden würde vermutlich die 2.4 GHz Variante funktionien, wenn man die Frequenzen entsprechend geschickt wählt wie es @LoboMix in Beitrag #8 erwähnt.
Die Empfänger stehen ja im gleichen Raum recht nahe beim Sender, während anderer "störenede" Sender weiter weg sind und durch Decke bzw Wände schon ganz gut abgeschwächt sind. Ist das Verhältnis Nutzsignal zu Störsignal gut genug, dann wird man vom Störsignal nichts mitbekommen.
Und die 2.4 GHz werden durch Blechwände und Betondecken hinreichend genug gedämpft. Wenn möglich bei allen Sendern die Sendelistung so klein wie möglich wählen.
Vielleicht wären auch Bluetooth Headsets in diesem Fall die geeignetere Lösung.

Eine große Gesamtlösung mit Fernmanagement durch einen geeigneten Techniker wird es wohl eher nicht geben, weil es den vermutlich dort gar nicht gibt, die Anlagen jede für sich Stand alone herumstehen und in den meisten Fällen bald vor sich hin vergammeln werden, weil die Nutzer mit diversen Problemen kämpfen werden.

Ich sehe die fachliche Kompetenz hier im Board durchaus, und für ein Musical mit vielen Akteuren wäre eurer Ansatz sicher der richtige, aber hier denke ich, dass man sogar eher einbremsen sollte und vielleicht auf einfachere (kabelgebundene) Setups setzen sollte.
 
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2,4GHz in einer FH? Die vorhandenen Wlans teilen sich ohne Überlappung 3 Kanäle in diesem Band, mehr sind nicht verfügbar.
In der Regel gibt es mindestens ein WLAN für die Studenten, eines für die Dozenten und eines für die Verwaltung - diese werden per controllergestützten Access-Points in der ganzen Fakultät verteilt. Irgendwelche Audiosignale in diesem Bereich übertragen zu wollen ist zum Scheitern verurteilt.
Es muss zwingend in jedem Raum, in dem ein Mikrofon betrieben wird, ein Empfänger installiert sein, je niedriger die Frequenz, desto sicherer ist die Übertragung.
 
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Es muss zwingend in jedem Raum, in dem ein Mikrofon betrieben wird, ein Empfänger installiert sein
Genau das hat er doch vor. Lauter kleine lokale Einzelanlagen. Von einer zentralen Empfangseinheit für alle war doch nie die Rede.
 
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Das schliesst die Remote-Steuerung und DANTE nicht aus. Ganz im Gegenteil.
 
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Genau das hat er doch vor. Lauter kleine lokale Einzelanlagen. Von einer zentralen Empfangseinheit für alle war doch nie die Rede.

Das ist richtig. Mittlerweile konnte ich die Gebäudepläne finden. Anscheinend handelt es sich zwar um einen Gebäudekomplex. Dieser besteht aber aus abgetrennten Bereichen, die sich auf einer größeren langgezogene Grundfläche erstrecken. Was das Problem wahrscheinlich entschärfen wird. Sobald ich die Infos habe, welche Räume im Detail bestückt werden müssen, wird man sehen, wie heikel es wird. Kabelgebunden wäre für viele sicher die bessere Wahl. Allerdings ist das mit Lehre und Didaktik immer so eine Sache. Der eine will sich bewegen und benutzt unterschiedliche Medien, der andere sitzt stumpf vor seinem Notebook. Und da niemand vorher planen kann, wer wann in welchem Raum sein wird, muss es wahrscheinlich über Funk laufen.
 
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Der TE berichtet doch in seinem Eingangspost von guten Erfahrungen:
In meiner eigenen Fakultät haben wir hier bislang sehr erfolgreich mit den Line6 XD75 Anlagen und Lavalier Mikros getestet, insgesamt 6 Stück auf verschiedenen Kanälen.
Vielleicht, @tylerhb, kannst du noch nähere Details über diesen Test berichten, und wie das Streaming selber gehandhabt wird (z.B. Live / zeitversetzte Aussendung der Aufzeichnungen / Archivierung im Downloadportal usw.)? Nur Ton oder auch Video?

Nun sind 40 Einheiten eine ganz andere Größenordnung als nur 6 (deshalb ja auch deine Anfrage), was nicht nur für die technische Ausführung mögliche Konsequenzen nach sich zieht, sondern auch und vor allem finanziell eine andere Größenordnung darstellt. Ich kann nicht beurteilen und abschätzen, in welchem finanziellen Rahmen sich die hier vorgeschlagenen voll-professionellen Lösungen bewegen, incl. Montage/Einrichtung.

Der Einfachheit habe ich mal einen Vergleich nur der hier erwähnten Funktechnik angestellt (Preise bei großen Internetversendern ohne Berücksichtigung möglicher Rabatte):
40 x Line6 XD75 = 15,560,- €
40 x Sennheiser ew100 = 23.360,- €
40 x Shure QLXD24/SM58 = 50.230,- €

Allein hier liegen schon Welten zwischen den Preisen.

Kannst du etwas zu dem absehbar verfügbaren bzw. zu beschaffenden Etat für diese Technik sagen?
 
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kannst du noch nähere Details über diesen Test berichten, und wie das Streaming selber gehandhabt wird (z.B. Live / zeitversetzte Aussendung der Aufzeichnungen / Archivierung im Downloadportal usw.)? Nur Ton oder auch Video?

Das ist ganz unterschiedlich, da jeder Dozent ganz andere Lösungen nutzt und es keine Lösung gibt, die für alle Zwecke gleich gut funktioniert. Im letzten Semester wurden sehr viele Systeme getestet. Selbst gehostete Open Source Systeme wie Jitsi oder Big Blue Button bieten den Vorteil, dass hier gewisse Anforderungen eingehalten werden, was den Datenschutz und die Vertraulichkeit angeht. Hier ist meist die Performance bei vielen Teilnehmern schlechter als bei Systemen, die auch vor Corona bereits für große Userzahlen ausgelegt waren. Discord und Youtube haben sich hier als besonders stabil erwiesen. Discord mit Nitro Lizenzen bietet imo mit Abstand die beste Klangqualität. Auch wenn man viele Kleingruppen virtuell betreuen muss ist Discord hier den anderen Lösungen imo weit voraus. Ob das Ganze nun live, zeitversetzt bzw. mit Aufnahme oder nicht betrieben wird, macht für die OBS Lösung keinen großen Unterschied. Hierfür werden auf dem Streaming Deck einfach Buttons hinterlegt. Sofern man sich für eine Aufzeichnung entscheidet, kann man danach den Upload auf einen Server entweder vornehmen oder nicht. Wie schon gesagt, OBS mischt mehrere Kameras + den Bildschirminhalt des Dozenten Notebooks per HDMI und den Ton vom USB Audio Interface zusammen, je nachdem welches Preset auf dem dem Streaming Deck gewählt wird. Das hat sich beim Testen als erstaunlich gut nutzbar auch durch wenig technisch versierte Dozenten erwiesen.
 
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@tylerhb, danke für die ausführliche Antwort!
Sehe ich das richtig, dass in jedem Raum ein PC/Notebook steht, in den das Mikrofon- und Videosignal gehen und von dem aus dann mit OBS über das hausinterne LAN das Signal zum Server geschickt werden? Von dort geht es dann weiter als Live-Stream ins Internet und/oder es wird auf dem Server gespeichert für den späteren Abruf? Wobei der PC/das Notebook auch das eigene Notebook des Dozenten sein kann, der einfach das Interface und das LAN-Kabel anschließt.
In jedem Fall liest es sich so, dass die Dozenten die Übertagungstechnik/OBS selber bedienen (und es offensichtlich auch hin bekommen).

Im Zuge der absehbar zunehmenden Digitalisierung und der weiteren Einbeziehung digitaler Medien sowie Übertragung/Streaming/Aufzeichnung im Unterrichtsbetrieb wird es ganz sicher so kommen, dass von allen DozentInnen wie selbstverständliche erwartet wird, die dazugehörige Technik sicher bedienen zu können. Dazu wird es auch Einweisungen geben und sinnvollerweise sollte die eingesetzte Technik Bediener- und wartungsfreundlich sein (OBS z.B. finde ich in dieser Hinsicht ganz gut gelungen).
Ein Beispiel: Wir - das Kollegium unserer Musikschule - wurden zu Beginn des Lockdowns im März von der Musikschulleitung aufgefordert, für die Schüler ein (für die Schüler freiwilliges) Online-Angebot einzurichten, so dass wir sie von zu Hause aus in ihrem Zuhause betreuen konnten. Dazu haben wir uns dann mit ZOOM bzw. Jitsi-Meet vertraut gemacht, was für einige im Kollegium ein ziemlicher Kraftakt war. Hin bekommen haben wir es dann aber (fast) alle, mit gegenseitiger Unterstützung. Die Schüler, die dieses Angebot angenommen haben, haben das auch geschafft.

Das würde durchaus für die Möglichkeit sprechen, auf eine "Bastellösung" zurück zu greifen, vor allem, wenn die voll-professionelle Variante nicht einzurichten (weil es keine betreuende Fachkraft dafür gibt) und/oder nicht finanzierbar ist.
Ohne einen ausführlichen Test mit den preiswerten Sendern im 2,4 GHz-Bereich in den fraglichen Gebäuden und Räumen würde ich aber nicht in diese Richtung gehen wollen. Erst, wenn gründlich abgeklärt wurde, dass dies Sender/Empfänger im "Inselbetrieb" und abgestimmten Kanälen dort alle störungsfrei funktionieren, und wenn zudem absehbar ist, dass alle damit konfrontierten Dozenten auch damit klar kommen (bzw. nur ganz wenige eine Betreuung dazu benötigen) würde ich diese "simple" Technik der anderen Fakultät vorschlagen.
Denn es stimmt schon, dass wenn nicht alles später zuverlässig funktioniert, es sehr lange Gesichter geben und zudem peinlich werden wird. So ganz billig ist die "Billig-Lösung" denn auch nicht.
Grundsätzlich halte ich es aber nach wie vor für möglich nach den bisherigen Informationen, dass sie funktionieren kann.
 
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OK - ab hier bin ich raus, eine Lösung die aufgrund von ein paar Infos aus dem Board installiert wird und dann 20 - 50tsd€ kostet, ohne das ein Profi hier einen Plan gemacht hat, halte ich für sehr gefährlich.
Wer steht für Probleme, die im Betrieb auftreten, gerade? Immer derjenige, der das angeschafft bzw. gebastelt hat. Eine Firma kann hier in die Pflicht genommen werden, die sind i.d.R. auch versichert - für den Mitarbeiter, der das so "Nebenbei" macht, kann das (nicht nur) Reputation oder gar den Job kosten.
Ich denke auch, dass eine Musikschule kaum mit einer (technischen?) Fakultät vergleichbar ist. Bei einer von mir betreuten FH (University of Applied Sciences and Arts) sitzen die Gelder seit Corona relativ locker, 100.000€ sind da eher Peanuts.
Ohne einen ausführlichen Test mit den preiswerten Sendern im 2,4 GHz-Bereich
Wie sollen diese Tests denn ohne geeignete Meßgeräte durchgeführt werden? Nach dem Motto "geht grad, das machen wir"? Unter Meßgerät verstehe ich hier nicht einen PC mit einem Freeware-Programm.
Dazu kommt, dass das 2,4GHz-Band nicht statisch ist, sondern jeden Moment anders ausgelastet, gestört ist. Schon ein Mikrowellenherd kann hier eine Verbindung abbrechen lassen.
 
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Warum muss das ganze eigentlich mit Funk realisiert werden? Kann nicht zumindest ein Teil der Dozenten mit Kabellösungen auskommen?
 
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... eine Lösung die aufgrund von ein paar Infos aus dem Board installiert wird und dann 20 - 50tsd€ kostet, ohne das ein Profi hier einen Plan gemacht hat, halte ich für sehr gefährlich.
Auch wenn ich hier fleißig Gedanken zu einer "Bastellösung" beisteuere, möchte ich nicht den falschen Eindruck erwecken, dass ich diese für der Weisheit letzten Schluss hielte.
Für den TE ist es sicher gut und wichtig, über die Spannbreite möglicher Lösungen einen Überblick zu bekommen. Ich halte ihn für kompetent und umsichtig genug, selber von dort aus weiter zu denken.

Wie ich schon schrieb, kostet alleine die Anschaffung von 40 Line6 XD75 rund 15.000,- € (mit Rabatt sicher etwas weniger, aber bestimmt immer noch deutlich über 10.000,- €). Das wird keine untergeordneter Verwaltungsangestellter einer Hochschule mal eben so genehmigen. So etwas geht immer über mehrere Schreibtische, meist durch Gremien. Und spätestens dann müssen harte Fakten und verlässliche Konzepte auf dem Tisch liegen.
Deshalb halte ich es auch nach wie vor für notwendig, mindestens ein professionelles Angebot einzuholen - nach Abklärung des genauen Anforderungsprofils, das dem Anbieter ja vorzulegen ist.
Wenn die Hochschule dann 100.000.- € dafür im Etat hat und bewilligt, dann nur zu!

Wenn die aber dann nur mit Mühe und Not die Mindestsumme für die Line6 oder ähnliches zusammen gekratzt bekommt und unbedingt so eine Technik einrichten will, dann kann der TE ja die "Bastellösung" aus der Schublade holen als "Fall-Back-Lösung". Und dann natürlich auf die damit verbundenen Bedenken ausführlich hinweisen.
Ohne einen eigenen ausführlichen, vorgelagerten - und natürlich erfolgreichen - Funktionstest würde ich die Idee allerdings besser in der Schublade lassen.

Nachtrag:
Das Beispiel mit unserer Musikschule sollte kein Vergleich sein, sondern eben nur ein einfaches Beispiel, wie selbstverständlich heutzutage detailliertere und anspruchsvollere Anforderungen in der Anwendung digitaler Technik auch auf Personen zukommen können, die damit eher wenig am Hut hatten (wie es in meinem KollegInnenkreis tatsächlich der Fall war: Mailverkehr, im Internet googeln, das war es bei einigen schon).
Im Hochschulbetrieb wird es sicher über kurz oder lang einfach erwartet werden, dass Dozenten mit der hier zur Diskussion stehenden Präsentations- und Streaming-Technik ohne weiteres vertraut sind. Sicher in einigen Fächern/Fachbereichen mehr als in anderen, aber ganz daran vorbei wird sicher bald niemand mehr kommen. Was ich auch für angemessen halte.
 
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@tylerhb, danke für die ausführliche Antwort!
Sehe ich das richtig, dass in jedem Raum ein PC/Notebook steht, in den das Mikrofon- und Videosignal gehen und von dem aus dann mit OBS über das hausinterne LAN das Signal zum Server geschickt werden? Von dort geht es dann weiter als Live-Stream ins Internet und/oder es wird auf dem Server gespeichert für den späteren Abruf? Wobei der PC/das Notebook auch das eigene Notebook des Dozenten sein kann, der einfach das Interface und das LAN-Kabel anschließt.
In jedem Fall liest es sich so, dass die Dozenten die Übertagungstechnik/OBS selber bedienen (und es offensichtlich auch hin bekommen).

Fast richtig, in jedem Raum steht ein fester PC, der alle Audio / Video Komponenten beinhaltet und auf dem OBS + Streaming Deck installiert ist. Der Dozent kann entweder sein eigenes Notebook per HDMI anschließen und sein Material darüber "einspielen" oder aber er nutzt den Streaming PC selbst dazu. Und ja, jeder Dozent muss das selber bedienen. Steile Lernkurve, man wird sehen, wie es läuft. ;) Aufregende Zeiten, 10 Jahre Digitalisierung passieren in 10 Wochen. :D

In der nächsten Woche werden etliche Tests stattfinden, dann wird man schon etwas besser planen können.
 
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Danke @tylerhb für die detaillierten Ausführungen. Das ist mal wirklich angenehm, wenn man einem nicht jedes Detail aus der Nase ziehen muss. ;) Im Gegenteil geht aufgrund der Informationsfülle sogar einiges unter, hab ich so den Eindruck. Wie das Ganze bedient wird, hattest du ja in Post #19 schon recht ausführlich erläutert (meine Rückfragen beantwortend) und warum ihr gern eine Funk-Lösung hättet, hast du ja auch schon erklärt.

Also ich fasse mal zusammen: Wie ich es mir dachte, wird das über das mittlerweile übliche OBS realisiert, dazu wird entsprechende Hardware an den PCs angeschlossen für Audio und Video. Das steht so in der Konstellation in jedem Hörsaal beisammen. Wenn es tatsächlich so ist, dass da niemand den Umgang damit scheut und das offensichtlich auch hinbekommt, ist das ja schon mal eine gute Voraussetzung. Das waren ja eigentlich meine Hauptbedenken.

Da hab ich grade an Schulen schon abstruseste Sachen erlebt.
OK, eine FH ist keine klassische Schule, trotzdem führt auch da sicher nicht jeder Dozent im Nebenerwerb eine IT- oder Medientechnik-Firma und hat hinreichend Ahnung von der entsprechenden Hard- und Software, um im Ernstfall "Troubleshooting" zu betreiben, wenn OBS das Audiointerface nicht erkennt (weil beim Anschließen eines anderen USB-Teilnehmers abgestürzt) oder das Beltpack nicht mehr auf den Empfänger linkt (weil beim Versuch des Ausschaltens der Vorgänger stattdessen versehentlich den Kanal verstellt hat). Und selbst wenn man es kann, reicht es einem vielleicht auch irgendwann, wenn man drei Mal am Tag "on the fly" noch eine Anlage wieder herrichten muss, bevor man loslegen kann. Genau solche Probleme sehen ich und @netstalker eben. Und da reden wir wie gesagt noch nicht mal von der Funk-Problematik, das käme dann noch "on top".
Aktuelles Beispiel: Der Hausmeister einer Berufsschule die wir installiert haben hat mich drei Mal angerufen: "Ich krieg schon wieder kein Bild auf den Beamer!" Und drei Mal habe ich ihm erklärt: "Du musst den HDBT-Sender am VIERTEN Port des Bodentanks anstecken - da wo eben VIDEO steht." - "Ach so, jetzt gehts, ja, danke...". Und da sind jetzt noch nicht mal wirkliche Probleme aufgetreten.

Ich wollte im Übrigen auch schon eine Lösung mit stationärem Mic vorschlagen (Grenzfläche o.ä.). Da das Signal ja nicht unmittelbar im Raum wieder über Lautsprecher wiedergegeben werden muss, fällt der wesentliche Punkt "Gain before Feedback" schon mal weg, der einen sonst in der klassischen Hörsaalsituation bei einem durch den Raum wandernden, über eine PA zu verstärkenden Dozenten in 99% der Fälle zum Lavalier oder sogar eher Headset greifen lassen wird. Ich würde das wirklich mal vorab ausprobieren, das würde euch halt schon eine Menge konzeptionellen und auch finanziellen Aufwand sowie eben auch diverse "Sollbruchstellen" ersparen...
 
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Nur so mein Einwurf, Ich würde hier nur eine Lösung anbieten und das ist Kabel wie es schon einige Vorgeschlagen haben.....aber nicht Handheld und nicht Richtmikofon sondern Headset oder Ansteckmikrofon mit dem Phantomspeiseadapter am Gürtel so kann jeder herumlaufen wie er will. (so lange eben das Kabel ist) Wenn es Funk sein muss dann braucht es eben auch entsprechendes Personal und entsprechendes Material wie es die anderen Kollegen schon vorgeschlagen haben! Entscheidend ist der Kostenfaktor und die Bedienung.
 
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Ich wollte im Übrigen auch schon eine Lösung mit stationärem Mic vorschlagen (Grenzfläche o.ä.). Da das Signal ja nicht unmittelbar im Raum wieder über Lautsprecher wiedergegeben werden muss, fällt der wesentliche Punkt "Gain before Feedback" schon mal weg, der einen sonst in der klassischen Hörsaalsituation bei einem durch den Raum wandernden, über eine PA zu verstärkenden Dozenten in 99% der Fälle zum Lavalier oder sogar eher Headset greifen lassen wird. Ich würde das wirklich mal vorab ausprobieren, das würde euch halt schon eine Menge konzeptionellen und auch finanziellen Aufwand sowie eben auch diverse "Sollbruchstellen" ersparen...
Dazu müsste man ermitteln, welche Dozenten eher stationär am Schreibtisch/Notebook ihren Unterricht abhalten und welche lieber (oder aus sachlichen Gründen) mehr "in Action" sind und beim Unterricht ein gewisses Laufpensum absolvieren.
Für die "stationären" reicht ein Kabel-gebundenes (Clip-)Mikro, für die mit nur "kleinem Radius" ggf. die Grenzfläche, die "Läufer" bräuchten definitiv Funk. Wobei der Funk für alle funktionieren würde (wenn sie damit umgehen können).

Bei 40 Räumen würde ich auch nicht von 40 wirklich großen Hörsälen ausgehen, wo die Dozenten per se über eine PA verstärkt werden (müssen). Darunter werden auch viele eher kleinere Hörsäle oder Gruppenräume sein, in denen generell ohne PA unterrichtet werden kann.
Wenn es um Streaming während eines Lockdowns geht, braucht man auch in einem großen Hörsaal den Dozenten nicht verstärken, da keine Studenten anwesend sind. Dann wird nur vor der Kamera vorgetragen.

Alles mit Kabel wäre natürlich am günstigsten und am wenigsten störanfällig.
Wobei es da sicher auch wieder "Experten" gibt, die so am Kabel zerren, dass die ganze Technik zu Boden kracht, die die Stecker und Kabel alle Nase lang schrotten, oder die ständig bei eingeschalteter Phantomspeisung ihr Mikro aus- und wieder einstecken, und was es noch so an Stolperfallen dabei gibt ... sehr schön auch die zu einem unentwirrbaren Knäuel zusammen geknüllten Mikrofonkabel ...* :stars:

Wie man es dreht und wendet, ohne die Kenntnis und die Praxis eines sorgfältigen Umgangs mit der eingesetzten Technik sind Ausfälle vorprogrammiert.

*)
Ich habe mir einmal - vor vielen Jahren - von einem technisch absolut unbeleckten, aber freundlich seine Hilfe anbietenden Mitmusiker nach einem Konzert, wo ich meine PA im Einsatz hatte, helfen lassen und ihn alle Kabel in die Kabel-Kiste packen lassen ("das wird er schon schaffen") - solches habe ich dann nie mehr wieder gemacht!!!
 
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Du hast natürlich recht aber Bitte was kostet ein 10 Meter XLR Kabel?? und so ein Kabel ist unter Leien sehr zäh! (hält nur bei den Profis nix aus:redface:) Außerdem wenn man soclche Probleme heraufbeschwört wie wird das erst bei 40 Funkstrecken sein?? Batterien, Antennen, Kabel usw. Viel Spass beim Support:evil:
Und das mit den Helfenden Händen kennt man ja-Ich bin gegendenurzeigersinnwickler alle Freiwilligen machen es anders und was mir aufgefallen ist: egal wie lange das Kabel ist sie machen immer Wickel bzw. Knäuel mit max. 10cm Durchmesser:great:
 
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Bei 40 Räumen würde ich auch nicht von 40 wirklich großen Hörsälen ausgehen, wo die Dozenten per se über eine PA verstärkt werden (müssen).


Ich gehe davon, dass eine Verstärkung via PA in überhaupt keinem der Räume stattfindet. Wenn keiner drin sitzt, sowieso nicht. Ist auch völlig irrelevant, ich wollte ja (hatte ich m.E. auch recht eindeutig dargestellt) eigentlich auf was völlig anderes raus: Wenn die Bude nicht hallig wie noch was ist, ist es bei einem Livestream erstmal völlig egal, ob der Sprecher 5m vom Mikro weg ist und der Gain dementsprechend auf +50dB steht, weil schlicht und ergreifend nix koppeln kann. Also spricht selbst bei einem größeren "Aktionsradius" des Vortragenden nichts gegen ein schön auflösendes, stationäres Kondenser, wenn der zumindest ein halbwegs geübter Sprecher ist (wovon man ja doch ausgehen können sollte). Gern auch mit FetHead o.ä. davor, falls das Rauschen überhandnimmt.

Im Gegensatz zu einer Situation mit PA, wo einen genau das eben dazu bringt, ein Headset zu verwenden, damit die Schallwandlung so nah wie nur irgendwie möglich stattfindet.
 
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... dazu kommt für mich, dass der Aktionsbereich ja für die Kamera(s?) überschaubar im wahrsten Sinne des Wortes bleiben muss, wenn da nicht mit einem Kameramann gearbeitet wird, der den Akteur verfolgen kann. Und so komme ich für mich immer mehr zum Schluss dass das Geld besser in gute Mikrofone investiert werden sollte und eher Kabelgebunden gearbeitet werden sollte. Mit etwas Übung sieht sicher kein Mensch im Video ob da das Kabel vom Headset, wenn es sowas überhaupt braucht, zu einem Bodypack oder weiter runter auf den Boden geht um von dort dann zum Interface/Mischpult zu gehen.
 
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Ich empfinde diesen Thread als ein gutes "Brainstorming", in dem viele gute und brauchbare Infos und Gedanken zum angefragten Projekt ausgebreitet werden. Lasst und kein Streitgespräch daraus machen. Viele Wege führen nach Rom und gerade mit dem so breit gefächerten Input kann der TE ausloten, welcher Weg davon sowohl praktisch-technisch als auch von der Finanzierung her gangbar sein wird.
Vielleicht ergeben sich für einzelne Räume je nach Funktion angepasste, individuelle Lösungen aus dem hier vorgestellten Fächer.

In Einzelfällen könnte es vielleicht auch sein, dass eine Unterrichtseinheit so aufwändig ist, bzw. besser sein sollte, mit zusätzlichem Material, das in das Video integriert werden soll usw., dass es sogar ratsamer ist, diese regelrecht zu produzieren. Also beispielsweise als ein studentisches Projekt mit bedienter/bedienten Kamera(s), Videoschnitt, Nachvertonung etc. Dann kann die Technik von vorne herein in sachkundige Hände gelegt werden und Probleme damit sind in diesem Fall nicht zu erwarten.
 
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Nochmal vielen Dank für den tollen Input bislang und auch, dass sich hier nicht gleich alle völlig an die Gurgel gehen auch wenn mal unterschiedliche Meinungen vorhanden sind. Eine professionelle Lösung, die von Profis geplant, umgesetzt und am besten auch administriert wird, wäre natürlich auch meine Wunschlösung gewesen. Aber die Zeiten sind nun mal speziell und da ist vor allem ein schnelles Reagieren auf veränderte Situationen notwendig. Die momentan anvisierten Streaming PCs + Consumer Level Funksysteme werden sich preislich in gleichen Rahmen bewegen wie eine professionelle Audiolösung allein kosten würde. Möglicherweise würde man sogar mehr Geld locker machen können, aber man darf auch nicht vergessen, dass die Lösung eben nur ein Reagieren auf die gerade aktuelle Corona Situation darstellt. So wie sich die Infektionszahlen bei uns entwickeln kann es bald zu einem totalen Lockdown kommen, wodurch sämtliche Lehre nur noch von den Dozenten zu Hause aus passieren kann. Andersherum ist es natürlich auch möglich, dass es doch bald einen Impfstoff gibt und die Lehre wieder in Präsenz stattfinden kann. Ein 100% Lösung wird man mangels Personal, Zeit und Planungssicherheit eh nicht realisieren können.

Bzgl. einer richtigen "Produktion" von Lehrinhalten... Sowas machen wir schon, dafür sind bei uns sogar Studios mit Greenscreens, Beleuchtung usw. vorhanden. Nur kann man das schlicht nicht für die Breite der gesamten Lehre realisieren. Wir sprechen hier von mehreren hundert Lehrenden, die wöchentlich mehrere Veranstaltungen fahren.
 

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