Absolutes Gehör Vor- und Nachteile


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Lixi
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Hallo

Ist hier irgendjemand der ein absolutes Gehör besitzt?
Mich würde nämlich interessieren was genau einem das absolute Gehör für vorteile bringt und welche Nachteile es hat. Am besten könnte natürlich jemand der selbst ein absolutes gehör besitzt beantworten.

Gruß
Lixi
 
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Günter Sch.
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Ich fühle mich nur indirekt angesprochen, ich erkenne tonhöhen wieder, wenn ich, soweit möglich, das bewusstsein ausschalte. Das sogenannte absolute gehör ist nämlich eine gedächtnisleistung. Kaffeeriecher oder weinkenner haben das auf anderen gebieten, frauen wissen nach jahrzehnten, was andere frauen wann anhatten, von elefanten will ich in diesem zusammenhang nicht reden.
Als ich mit chören a capella (für rechtschreibungsathleten: es geht auch mit zwei "p")arbeitete, konnte ich töne aus dem bauch heraus angeben, war auch übungssache, bei sängern gesellt sich zum tonhöhengedächtnis das der muskelspannung. Bei mir ist es
- wie mein allgemeingedächtnis - nicht sehr ausgeprägt, so habe ich auch nicht darunter gelitten. Vor nicht allzu langer zeit galt noch der kammerton mit 435 Hz, jetzt sind es 440 und mehr, wer darauf geeicht ist, hat es schwer.
Übrigens, das absolute gehör ist keine garantie für musikverständnis !
 
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Tofu
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Günter Sch. schrieb:
Ich fühle mich nur indirekt angesprochen, ich erkenne tonhöhen wieder, wenn ich, soweit möglich, das bewusstsein ausschalte. Das sogenannte absolute gehör ist nämlich eine gedächtnisleistung. Kaffeeriecher oder weinkenner haben das auf anderen gebieten, frauen wissen nach jahrzehnten, was andere frauen wann anhatten, von elefanten will ich in diesem zusammenhang nicht reden.
Als ich mit chören a capella (für rechtschreibungsathleten: es geht auch mit zwei "p")arbeitete, konnte ich töne aus dem bauch heraus angeben, war auch übungssache, bei sängern gesellt sich zum tonhöhengedächtnis das der muskelspannung. Bei mir ist es
- wie mein allgemeingedächtnis - nicht sehr ausgeprägt, so habe ich auch nicht darunter gelitten. Vor nicht allzu langer zeit galt noch der kammerton mit 435 Hz, jetzt sind es 440 und mehr, wer darauf geeicht ist, hat es schwer.
Übrigens, das absolute gehör ist keine garantie für musikverständnis !

Naj in Frank Sikoras Neuer Jazz-Harmonielehre steht das sich Leute mit absoluten Gehör innerhalb kürzester Zeit auf neue Frequenzen bzgl. von Tönen einstellen können, was ja auch logisch ist, da sie ein fotographisches Gedächtins für Tonhöhen haben.
Allerdings ist sikora der Meinung das ein relatives Gehör wesentlicher für den Musiker ist, als ein absolutes Gehör, aber das nur am Rande.
 
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Allerdings ist sikora der Meinung das ein relatives Gehör wesentlicher für den Musiker ist, als ein absolutes Gehör, aber das nur am Rande.
Was sich auch jedem Nicht-Harmonielehre-Buecher-Autoren sofort erschliesst. Damit, dass das ganze Stueck in Amoll ist, kann ich nichts anfangen, wenn ich nicht auch hoere, dass der zweite Akkord ein C-Dur, und der dritte G9 ist.

Ich kenne ein paar Menschen mit absolutem Gehoer - Nachweis erfolgte allerdings nicht durch hoeren, sondern durch A singen. Komischerweise sind 2/3 von denen Organisten und Musikhochschulstudium-Absolventen :D

Ich kann mir fuer viele Stuecke den Anfangston merken und somit (wenn ich mir ein Stueck mit A am Anfang gemerkt habe) auch ein A singen - behaupte allerdings mal, dass das eher daran liegt dass ich mir die Kraft, die ich mit den Stimmbaendern fuer den Ton aufwenden muss, merken kann. Einfach so ist mir ein A noch nie in den Kopf gekommen :)
 
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S.O.D schrieb:
Nette Idee... Sollte man eigentlich des öftern machen...:great:
Jetzt ist doch für mich der ganze Reiz verflogen... :(
 
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Tofu schrieb:
Allerdings ist sikora der Meinung das ein relatives Gehör wesentlicher für den Musiker ist, als ein absolutes Gehör, aber das nur am Rande.
Der Meinung bin ich auch, zumindest wenn man nicht gerade im Chor singt oder Klaviere stimmt.
Schließlich sind ja im Grunde nur die Intervalle, die die Beziehung zwischen den Tönen angeben wirklich wichtig,
ansonsten sollte man natürlich noch die ungefähre Oktavlage erkennen ;)

Einzelne Stimmen höre ich eigentlich immer sofort und völlig richtig heraus,
bei mehrstimmigen Sachen erkenne ich allerdings oft nur die oberste Stimme richtig,
falls mich dann die anderen Stimmen nicht rausbringen.
Außerdem bin ich zugegebenermaßen mehr auf Melodien als auf harmonische Gebilde (= Akkorde) fixiert,
bei zweiterem habe ich so meine Schwierigkeiten wenn es über die Standard-Akkorde hinausgeht.
 
Günter Sch.
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Ich kenne ein paar Menschen mit absolutem Gehoer - Nachweis erfolgte allerdings nicht durch hoeren, sondern durch A singen. Komischerweise sind 2/3 von denen Organisten und Musikhochschulstudium-Absolventen :D

Bei denen kommt es zutage, bei anderen, die sich nicht mit musik beschäftigen, wird es nicht entdeckt.
 
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Meine Gesangslehrerin meinte, ich hätte eins, weil ich (s.o.) mein Kammer-A jedes Mal wenn sie mich danach fragt treffe. (Ich schlage dann einfach in meiner Erinnerung die Stimmgabel an oder so ähnlich...)
Und weil ich ohne nachzudenken jeden Song von 'ner CD präzise in Originaltonlage singe, wenn man mich nicht mit einem Vorgabeton in eine andere Tonlage schubst oder ich selber hoch-/runterzähle.

Vorteile: Ich stimme auch meine Harfe ohne Stimmgerät.

Nachteile: Gibt es - finde ich - für einen Hobby-Musiker auch.

1.) Du leidest, wenn ein Instrument verstimmt ist. Du hörst jede Nuance. (Weißt Du, wie viele Gitarristen ihre Gitarre nicht sauber stimmen? Da hilft ein Stimmgerät auch nur begrenzt.)

2.) Du leidest, wenn Du selber einen Ton beim Singen doch nicht triffst ;) ("... jetzt verzieh' doch nicht so das Gesicht, außer Dir hört das eh keiner...")

3.) Wenn Du in einem Chor singst, der in A-Capella-Stücken die Tonart nicht halten kann, wirst Du irgendwan dissonnant zum Chor, weil Du die Tonart hältst. Besonders kreativ ist das dann, wenn Du der Solist bist. Ich muss mich also meistens dem Chor bewußt anpassen.

4.) und für mich besonders nervig ;) Ich transponiere das E-Piano für Song X und denke nicht mehr dran, dass transponiert ist. Dann will ich eines meiner Klavierstücke spielen und nichts passt, obwohl ich die richtigen Tasten drücke. Klar, mein Fehler, aber ein bereits geübtes Stück "einfach transponieren" ist nicht. Ich muss es dann neu üben um die neue Tonart auch zu speichern.
 
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Weiß jemand wie man Jemanden testet um zu bestätigen, dass er ein absolutes Gehör hat?
Werden dann Töne vorgespielt und man muss sie benennen oder wie funktioniert das?
Gruß
 
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Kommt drauf an... meine Gesangslehrerin sagte eben "sing' mal ein a." Und ich fiepte dann einen Ton und traf.
Wenn man mir einen Ton vorspielt und dann sagt: jetzt sag' mal, welcher war das? müsste ich heute passen, das konnte ich aber schon mal. Das ist bei dann Übungssache und nennt sich Gehörbildung ;)

Aber da sind wir dann wieder an dem Punkt, an dem sie sich drüber streiten, wass denn nun ein absolutes Gehör ist und wie es zu definieren ist.

Der "A-singen"-Test ist allerdings durchaus üblich.

Schau' Dir mal den Wikipedia-Artikel zum Thema an - verräterisch ist es auch, wenn Du ein Stück immer in der passenden Originaltonart singst.
 
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Mmn braucht man ein absolutes Gehör, gerade für den Populärbereich eigentlich nicht - es sei denn, man spielt ein Streichinstrument und muss die entsprechenden Nuancen raushören. ;)
 
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Hallo Lixi

Ich habe ein absolutes Gehör. Zum größten Teil gibt es damit nur Vorteile, wie z.B. gute Noten in Gehörbildung, gute Intonation usw...
Was mir sehr schwer fällt, ist z.B. auf transponierten Instrumenten spielen, weil ich da doppelt denken muß, ebenso das Singen in einer anderen Tonart als Sie auf den Noten steht.
Ansonsten denke ich, gibt es keine Vor- und Nachteile, man muß genauso viel üben wie andere auch....

:) machs gut
 
nookie89
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Nachteile: Gibt es - finde ich - für einen Hobby-Musiker auch.

ooooooooooh ja, das kenn ich:redface:
Deshalb versteh ich irgendwie nicht, warum das "absolute Gehör" immer als elitär dargestellt wird...

Ich glaube, die Vor und Nachteile wiegen sich gegenseitig auf...lass mich aber gerne eines besseren Belehren^^
 
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Hagenwil
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Es gibt auch Menschen welche keine Musik praktizieren und ein absolutes Gehör haben.
 
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Kay Tokner
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Hallo liebe Musiker Board Community,

zum spannenden Thema "Absolutes Gehör" habe ich den ersten Teil meines Erfahrungsberichtes mit dem "Absoluten Gehöres" verfasst.

Erstaunt war ich zum einen über die große Resonanz die dieser Bericht hervorruft und zum anderen wie viele Menschen (Musiker) sich mit diesem Thema beschäftigen.

Für alle interessierten hier der Link:

http://www.scribd.com/doc/13318642/Absolutes-Gehor-von-Kay-Tokner-Absolutes-Gehor-Teil-1

Solltet Ihr ganz spezielle Fragen haben könnt Ihr mich gerne anschreiben.

Herzliche Grüße
Kay Tokner
www.kaytokner.com
 
ninanna
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Wo Wagner und Liszt sich gute Nacht sagen.
Ne ich würde nicht sagen, dass ich eines besitze, obwohl ich bestimmte Töne, wie z.B. das a oder ein es, richtig singe wenn ich danach gefragt werde...

In der 5. Klasse hat unsere Musiklehrerin ein "Spiel" mit uns gemacht... Im Nachhinein erkenne ich es als "hat wer ein absolutes Gehör?" Erkennen wieder ^^ Sie hat uns die Tonleitern vorgespielt und Notennamen gesagt und dann haben wir Töne gespielt und mussten raten welche es waren...

*hab ich überhaupt nicht hinbekommmen...*
 

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