Akkustik in sehr kleinem Regieraum

von Patte, 04.08.05.

  1. Patte

    Patte Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.05   #1
    Folgendes Problem:

    Direkt neben unserem Probenraum befindet sich ein kleiner Nebenraum, den wir gerne als Regieraum ausbauen würden. Er ist durch eine tragende (30 cm dicke) Wand incl. Fenster und Doppeltür vom Probenraum getrennt.

    Den (nicht maßstabsgetreuen) Grundriß des "Regieraumes" sieht man unten.

    Die Grundfläche beträgt also ca 7,3 m2, die Raumhöhe ist 3,50 m.

    Der Raum steht derzeit noch völlig leer. Was die Einrichtung angeht, sind also alle Möglichkeiten offen.
    Meine Fragen:
    Ist es überhaupt sinnvoll bzw. möglich, in diesem kleinen Raum vernünftig abzuhören?
    Wie müßte man ihn ggf. akkustisch ausstatten?
    Sollte man besser in Längs- oder in Querrichtung abhören?

    Vielleich kann jemand von den Akkustikfachleuten den einen oder anderen Tip geben.
    Gruß, Patte.
     

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  2. mika

    mika HCA - Raumakustik HCA

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    Erstellt: 04.08.05   #2
    Hi Patte
    aus deiner skizze werde ich irgendwie nicht schlau genug.
    Es wäre super wenn du die angrenzenden Räume mit auf die skizze packen könntest.
    Ist es denn möglich eine Tür zu zubauen?
    3 Türen und ein fenster in einem soooo kleinem Raum ist schon mehr als ungünstg uns vorallem nicht normal.
    Wie sieht euer Proberaum aus?
    Es gibt sicher eine bessere lösung als den Regieraum in ein so kleinen raum mit so ungünstig liegenden Türen zu bauen.
    Der kleine Raum würde sich zum beispiel sehr gut als aufnahmeraum nutzen lassen. Auf grund der hohen decke lassen sich sogar fast brauchbare schlagzeugaufnahmen verwirklichen. :great:
    Ist der Proberaum auch 3,5 meter hoch :)
    wie gesagt, ich brauch ne skizze mit proberaum , dem kleien raum und wohin die angrenzenden Türen führen.
    Ich müsste wissen wo tragende wände liegen, und was man baulich nicht verändern darf.
    ein Buget wäre auch ganz gut zu wissen, da man mit genug geld fast alles machen kann aber nicht alles auch finanzierber ist.
    also
    peace
    mika
     
  3. Patte

    Patte Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.08.05   #3
    Hallo Mika,
    vielen dank für die schnelle Antwort. ich habe unten nochmal das Ensemble komplett skizziert. auch diesmal mangels fähigkeiten nicht maßstabsgetreu... aber die relationen stimmen ungefähr.

    Zur Skizze:
    - Alle Räume sind 3,50 m hoch, außer die Gesangskombüse mit 2,07 m Höhe. (Die Gesangskabine ist gemauert (war schon so...!), d.h. in ihrer äußeren Form nicht veränderbar. Aber über die Kabine können wir vielleicht nochmal separat sprechen.. )
    Mit "Länge" meine ich immer die Entfernungen auf der Skizze von oben nach unten, "Breite" also entsprechend immer quer. aber ich glaub, das war schon klar...


    - Alle Wände sind extrem dick gemauert, mit Ausnahme der Wand zwischen Raum 2 und 3 und der Wand der Gesangskabine zum Probenraum hin. Die Wände sind, was bauliche Veränderungen angeht, tabu. Was den Innenausbau angeht, gibts glaub ich vom Vermieter keine Probleme. sofern die Einbauten auch wieder entfernbar sind, und der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt werden kann.

    - Die Tür 2 (vom Raum 2 zum Flur) könnte zugestellt werden.

    - Die 3 Fenster nach draußen sind zwar schallschutzfenster, aber dem altbau entsprechend mit 2,60 m ziemlich hoch.

    Unsere Idee war, den Probenraum gleichzeitig als Aufnahmeraum mit zu nutzen, damit wir zwischen Proben und Aufnehmen nicht immer das Equipment zwischen den Räumen hin- und herschleppen und neu aufbauen müssen.

    Das "Akutbudget" würde ich bei ungefähr 1000€ ansetzen, d.h. zukünftig kann ggf. nochmal nachgelegt werden...

    Vielen Dank und Greetings, Patte.
     

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  4. mika

    mika HCA - Raumakustik HCA

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    Erstellt: 05.08.05   #4
    Ich würde was in diese richtung probieren:
    [​IMG]
    llinks (unten) die Slotresonatoren kannst dann ja auf rollen bauen, und bei den poroben einfach in eine Ecke schieben.
    Die gesangskabine ist einfach auszubauen. Das prinzip habe ich hier schon in einigen Threads erkärt.
    Wie du die Slotresonatoren baust wird hier super erklärt:
    http://www.johnlsayers.com/HR/index1.htm
    Vorne die cornerabsorber würde ich anders aufbauen.
    Die Fronfläche genauso wie bei den Slotresonatoren an der seite. Direkt hinter die slots würde ich eine schicht Mineralwolle packen. und den restliche hohlraum mit möglichst schweren, großen ,Platten (holz oder Kuststoff, oder blei oder, oder, oder),haupsache schwer mit einer großen fläche, füllen.
    Diese platten hängst du freischwingend an einer kordel oder Kette auf. Die platte werden noch mit mineralwolle umwickelt, und anschließend einfach mit kordel oder klebeband mit 3 oder vier ringen fixiert. Diese sogenannten Akustikhanger dürfen sich gegenseitig nicht berühren wenn sie hängen!!!
    die Hintere Wand gestalltest du am besten ähnlich wie die rearwallabsorber in den oben genannten link für die slotsresonatoren.
    Die rückwand diese absorbers sollte jedoch als gelochte platte ausgefürt werden (so wie in der gesangskabine) hinter dieser gelochten platte einfach mineralwolle reistopfen.
    die absorber an der decke sollten schräg (ca 15 Grad) aufgehöngt werden. Diese Deckenabsorber bestehen aus einer gelochten MDF Platte (3er , 6er, 10er, 15 er, 20er Löcher , lochanteil ca30%) die von beiden seiten mit Noppenschaum bespannt werden.
    Der Drumroom kriegt am besten auch zwei Slotresonatorwände, mit akustkhangern dahinter verteckt
    Wenn du an der decke noch irgendwo platz haben solltest , ist es immer nour vorteilhafft diesen mit akustikhangern verschiedenster größen und stärken zu füllen.
    benutzt einfach das restholz um Zusätzliche akustikhanger für die noch freien fächen zu bauen.
    Dem Schlagzeug wird es auch bei den proben nichts schaden in den nebenraumverbannt zu sein, da man ja die tür zum Proben offen lassen kann, und mir einer monitorbox im drumraum dürfte das hören von euch für den drummer kein problem sein. Durch das fenster besteht sogar noch sichtkontakt zwischen euch :great:
    glaubt mir, eure ohren werden es euch auf dauer danken, wenn ihr die probelautstäreke so senken könnt.
    so ich muß jetzt leider weg, aber werde morgen wieder für fragen bereitstehen
    peace
    mika :D
     
  5. Patte

    Patte Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.08.05   #5
    Hallo Mika!
    schonmal überlegt mit innenraum-akustik geld zu vedienen??... :)

    aber im ernst: vielen dank für deine gute skizze und die links!!!!
    ist ja im grunde ein kompletter studio ausbau!

    bei unserer 5-mann-band (vox, git, git, b, dr) ist es allerdings so, dass der schwerpunkt eindeutig auf proben und live spielen liegt. recording kommt vor allem aus zeitgründen (alle sind zum glück vollzeit berufstätig) leider erst an zweiter stelle.
    gerade für das proben neuer songs und das tighte zusammenspiel müssen wir optisch und akustisch schon intensiven kontakt haben und dafür müssen wir einfach alle in einem raum sein. auch wenn der drum room wohl akustisch und auch recording-technisch die optimale lösung wäre.

    das der kleine raum 2 eigentlich kein geeigneter abörraum ist klar. andererseits wollen wir auch kein professionelles studio aufmachen ;) Dafür fehlt uns eh know-how, equipment, erfahrung und wie gesagt auch die zeit.
    ich sehe deshalb für uns 3 baustellen/fragen:
    1. und wohl das kleinste Problem: Optimierung der Gesangskabine. dabei sind dank deiner anderen threads die wesentlichen infos, denke ich, schon geklärt. (yes!)
    2. Optimierung des großen probenraums hinsichtlich raumklang: auf welche massnahmen würdest du dich dabei als erstes stürzen, sprich was sind deiner meinung nach die wichtigsten massnahmen?
    3. siehst du eine möglichkeit, den kleinen raum (2) so einzurichten, daß er hobby-recording ansprüchen hinsichtlich abhören genügt?

    Grüße aus Berlin, Patte.

    BTW - Wieviele Satz Holzbohrer hast Du inzwischen bei den Lochplatten verschlissen..? :D
     
  6. mika

    mika HCA - Raumakustik HCA

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    Erstellt: 07.08.05   #6
    Hi Patte
    Alsternativ könntet ihr auch zu probezwecken das schlagzeug in dem Großen raum lasen und wirklich nur zu recordingzwecken das zeug rüberschleppen. ( ich bin selbst mal drummer gewesen und weiss, dass das kein großes Problem ist)
    die rückwand hinter dem abörplatz würde dann etwas anders gestalltet werden
    nämlich mit pannelabsorbern.
    [​IMG]
    wie die am besten zu bauen sind ist hier beschrieben:
    http://www.bobgolds.com/TrapMartin/home.htm
    hier gilt auch umso dicker umso besser. 5 cm sollten aber mindestens sein besser 10 oder 20cm.
    Im grunde genommen sind alle maßnahmen wichtig, da sie sich gegenseitig ergänzen.
    Wenn ihr erstmal hauptsächlich probt könnt ihr den ausbau des Recordin drumrooms erstmal weglassen.
    Die hier beschriebenen absorber sind leicht und billig zu bauen.
    Ich habe meinen studioumbau, der wesentlich aufwändiger war fast alleine in 2 wochen hinbekommen. Wenn ihr als bang gemeinsam anpackt dürfte das ganze an einem Wochenende zu schaffen sein. Ok die slotresonatoren auf rollen könnste man auch später (spätestens vor den ersten Mischarbeiten) noch bauen, der rest sollte jedoch schon so sein.
    Da ihr ja alle berufstätig seid und somit alle Geld verdient düfte es auch finanzeill kein problem darstellen die materialien im baumarkt zu besorgen.
    Wenn jeder von euch so ca 80 bis 100 euro in die Kasse schmeißt, ist der umbau schon finanziert. (sucht euch den billigsten Baumarkt, fertig)
    oder habt ihr vielleicht sogar eine Bandkasse?
    Wohnst du direkt in berlin?
    ich bin nächstes wochenende in berlin und gegebenenfalls wäre es dann möglich mal ein treffen zu arragieren wo man das alles besser beschreiben kann als hier im Forum.
    schick mir einfach ne PMail.
    peace
    mika
     
  7. Patte

    Patte Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.08.05   #7
    Hallo Mika!
    Etwas späte Anwort, aber ich mußte So und Mo ein bißchen reichlich arbeiten :(

    Dafür sind mir aber noch ein paar Fragen in den Sinn gekommen.

    Zu dem Link mit den Panel-Absorbern:
    1. Seh ich das richtig: Holzrahmen mit Dämmaterial füllen und mit Stoff bespannen? Oder ist da noch irgendeine Trägerplatte o.ä. unter der Dämmschicht?
    2. Und welches Dämmmaterial ist denn für das ganze Projekt überhaupt empfehlenswert? (Ich hatte bisher noch nix damit zu tun, aber ich schätze, es gib diverse verschiedene, oder?)
    3. Sollten die Absorber wie in dem Link angegeben mit (einem bestimmten??) Abstand zur Wand montiert werden?
    4. Auf einigen Studio-Fotos sieht man immer wieder, daß einzelne Absorber in regelmässigen Abständen über die Länge der Wand verteilt sind, d.h. mit Lücken dazwischen. Würdest Du eher die ganze Länge mit Absorbern bedecken?
    5. Auf Deiner Skizze, sind die Absorber auch über die komplette Höhe der Wand verteilt. Absicht? (3,50 sind irgendwie scheiß hoch, vor allem wenn man an der Decke was befestigen will... Da fällt mir ein, wir ham noch gar keine passende Leiter :o)
    6. Der Mensch der den Absorber-Link verfaßt hat, schrieb was von wegen Absorber in die Ecke postieren. (sieht man auch auf den Fotos). Wohl so "ähnlich" wie ne Bassfalle. Macht das Sinn, den Panelabsorber einfach vor die Ecke zu hängen?
    7. Und wozu das Bügeleisen? :confused:

    Gruß, Patte.
     
  8. mika

    mika HCA - Raumakustik HCA

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    Erstellt: 10.08.05   #8
    ja so einfach ist das. Umso dicker umso besser
    Eine Holzplatte wird hier nicht benötigt, da hier auch die hohen frequenzen mit bedämft werden sollen, weil von hinten kein schall zurück an die abhörposition gelangen soll.
    nehm einfach die schwerste Dämmwolle aus dem Baumarkt. Rockwoll oder Glasswolle spielt kaum eine rolle. Nehm was da ist und günstig ist.
    Besser ist das aber muß nicht sein. Umso größer der abstand umso tifer absorbieren die Dinger.10 oder 20 cm wären schon nicht schlecht, aber mach die dinger lieber dicker und häng sie 10 cm entfernt hin als dünner und 20 cm entfernt.
    le mehr absorber du aufhängst desto höher ist der absorbationsgrad. Lücken würde ich aber schon lassen damit der Raum nicht total totgedämft wird.
    oben werden euch die absorber am wenigsten platz wegnehmen.
    die basstraps vorne in den ecken sollten aber schon bis zur decke hoch gehen. die Slatresos an den seiten würde ich ca 2m hoch machen da das auch die standard zuschnitte von den kanthözern sichd und das ding sonst zu schwer wird wenn du es mal wegschieben möchtest.
    die Bassfalle die ich dir gezeichnet habe, ist um längen effektiver. Die Slatresos außen bedämfen die tiefen mitten und den oberen bassbereich, und die akustikhanger dahinter bedämfen die subbässe (je nach größe und gewicht des Hangers)
    die Stimmfrequenz des Slatresos kannst du übrigens mit diesem exel tool berechnen
    Helmholzresonator Rechner
    und so sollten die Slatresos vorne und an der seite dann in etwa aussehen
    [​IMG]
    übrigens komme ich aus Frankfurt un nicht aus berlin
    bin nur am we dort weil ich meine mutter besuche (geburtstag)
    also falls noch fragen auftauchen weißt du ja wo du mich findest :D
    peace
    mika
     
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