Allgemeine Zweifel an meiner Technik

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Dariolicious
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Hallo erstmal!

Ich bin neu hier im Forum bin zwanzig Jahre alt und nehme noch nicht mal ein Jahr Unterricht bei einem Vocal Coach, meine Stimme nehme ich erst seit ca Ende 18 wieder ernst.
Ich habe wie viele Männer das Pech/Glück Bariton zu sein. Ich habe keine tiefe Stimme, aber sie hat auch mit Tenor nicht viel zu tun

Als ich mit dem Unterricht begann kam ich mit der Bruststimme mit Mühe auf ein fis, also überhaupt nicht hoch... Mittlerweile kann ich bis zum A4, B4 hochsingen wobei ab B4 und höher es sehr weinerlich und "mischend" wird, derzeit bin ich am Mischstimme bilden, ich hoffe jedenfalls, dass sie sich noch verändern wird.
Die Kopfstimme ist meine grosse Stärke, da kann ich schon standart ein A5, B5 erreichen und manchmal gar höher.

Ich bin von Natur aus eine sehr laute Person und werde oft gar beim sprechen darum gebeten leiser zu sein, also ich bemerke es gar nicht.
Da komme ich schon zu meinem Problem, ich habe das Gefühl ich geh mit zuviel Power auf die hohen Töne zu, denn es gibt Tage da komm ich nirgends hin mit der Stimme und es gibt Tage da schiesse ich ohne Probleme hoch, so ein hin und her ist recht deprimierend für mich, ich will konstant auf der Schiene bleiben :/.
Es kommt auch nicht selten dazu, dass ich nach 4-5 Stunden singen eine Stimmermüdung feststelle, also das ich auch am Tag darauf nicht mehr so viel Power aufbringen kann, weil es anstrengend ist.
Ab wann spricht man von Heiserkeit? Und ab wann ist eine Technik schädigend? Ich denke doch das Müde werden normal ist oder?

Ich kann extrem viel Gefühl in die Stimme bringen und vor allem in Balladen trumpfe ich damit richtig auf, aber sobald es schneller, lauter und rockiger wird scheint das ganze Gefühl zu verfliegen und ich fühle mich überfordert.
Ich arbeite daran mit meinem VC mit Ansatz, Spitzigkeit, Rythmus etc.
Mit der Kopfstimme habe ich null Probleme einen Heavy Metal Scream mit Power und Leidenschaft rauszubringen, aber alles in der Bruststimme ist mühsam und ich habe einfach nichts unter Kontrolle.

Ich habe Angst, dass ich zuviel Pushe und quetsche und irgendwann nirgends mehr hinkomme, vielleicht ist es ja auch einfach eine Frage der Zeit wegen den schnellen und härteren Songs.
Sollte ich mehr mit Mischstimme arbeiten um zu entspannen oder allgemein versuchen leiser zu werden?
Auch meine Kopfstimme ist extrem laut und ich habe bemerkt, dass mein Adamsapfel fast klickend hochschiesst sobald ich die Kopfstimme einsetze, liegt es auch in der Bruststimme daran das ich mich vielleicht zu sehr verkrampfe und meinen Hals zu mache, weil der Kehlkopf leicht hochsteigt?

Habe noch nie geraucht und habe mit Trinken aufgehört, wenn ich trainiere dann oft lang (2-3 stunden mind.) und anspruchsvoll, also immer in die höhe trainieren etc.
Mein Ziel ist singtechnisch hochgesteckt, ich will als Bariton so hoch und so kräftig wie möglich singen können :D.
Leider zweifle ich sehr oft an vielem und denke viel zu viel... Auch mein Vocal Coach hat mir schon gesagt einfach den Kopf ausschalten.^^


Mfg
Dariolicious
 
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da du es offenbar relativ 'athletisch' angehst, kann ich nur auf die auch zum Training gehörenden Erholungsphasen hinweisen (!)
den Rest überlasse ich den Fachleuten...

cheers, Tom
 
Kenshi
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Also... mischen tust du ohnehin immer. Allerdings, und das entnehme ich deinem Post, schwankt bei dir die Qualität des Vollstimme-/Randstimme-Mischverhältnisses mit der Tagesform.

Zunächst mal Entwarnung: So schlimm wirst du schon nicht singen, sonst würdest du das nicht 4 Stunden können. Der Check um zu sehen ob die Stimme überlastet ist: Sanft in Kopfstimme singen. Klingt sie noch wie immer, ist sehr wahrscheinlich alles tutti.
Mehr Infos zur Gesundheitsbedenklichkeit deiner Technik gibts mit einer Hörprobe. ;)

Was die Höhe in der Bruststimme betrifft - da wirds natürlich interessant. Zunächst mal ist A5 so ziemlich das Limit von dem was du mit roher Kraft erreichen kannst. Danach (und streng genommen auch schon ein gutes Stück davor) musst du den Ton abschlanken. Das ist dann nochmal eine Wissenschaft für sich, die dir dein Lehrer bestimmt gut erklären kann.
Und genau dieser Mechanismus scheint bei dir noch nicht richtig zu funktionieren, so erkläre ich mir zumindest das "hochschießen" des Adamsapfels. Du schaltest Gewissermaßen beim Auto vom 1. in den 5. Gang. ;)
 
Foxx
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Ich vermute mal basierend auf Deiner eigenen Beschreibung, dass Du eben doch kein Bariton sondern Tenor ohne technische Höhe bist. Ohne Hörbeispiel ist das zwar ein wenig geraten,, aber Deine Schilderungen klingen allzu vertraut. ;)
 
Dariolicious
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Erstmal danke für die Antworten! :D

@Kenshi Meinst mit dem Verhältnis die Stimmen an sich? Weil meine Kopfstimme ist um einiges stärker als meine Bruststimme, nach wie vor.

Also ich stelle auch bei der Kopfstimme ab und zu eine Ermüdung fest, vor allem wenn ich den ganzen Abend mal so bei Guns N' Roses oder Steelheart mit "schreie".
Oftmals habe ich auch direkt nach dem einsingen nach einer Zeit das Gefühl, das die explodierende, laute Kopfstimme eher da ist, als meine ganze leise, sanfte.

Also meinst du A4 in der Bruststimme oder A5 in der Kopfstimme? Tatsächlich fühlt sich dieses "klickende" hochgehen des Adamsapfel bei der Kopfstimme sehr nach einer Gangschaltung an, das klingt jetzt so geschrieben vielleicht schmerzhaft, aber ich war bisher höchstens müde mit der Stimme als heiser nach vielem Kopfstimmengebrauch, aber irgendwie braucht es das auch um dieses explosives, "Ted Neeley" Feeling zu erzeugen, zum Anmerken in dieser hohen Kopfstimme habe ich schon lange vor dem Gesangsunterricht herumexperimentiert, aber mein Vocal Coach sagte bisher eigentlich nie, dass ich es falsch mache und ich habe vorher auch nie auf meinen Adamsapfel geachtet, aber halt erst seit kurzem gelesen, dass diese Kehlkopfhaltung schädlich sei.

@Foxx
Ist es wirklich möglich ein Tenor zu sein ohne hohe Töne aufgrund von "noch" fehlender Technik? Ich fand es ja auch seltsam, dass meine Stimme sich doch recht schnell den hohen Tönen anpasste innerhalb kurzer Zeit. Mein Lehrer sagte relativ schnell sicher, dass ich Bariton sei, ich kriege auch tiefe Bariton Töne hin, nur habe ich nie so ein dunkles Timbre bzw. dunkle Klangfarbe. Vor dem Stimmbruch waren ja auch Frauensongs wie "My Heart will go on" null Problem, es fühlt sich ein wenig wie ein wiederfinden meiner Stimme an.

- Ich versuche mal gute Aufnahmen zu finden, ich habe bisher nichts schlaues aufgenommen, nehme nächstens aber 2-3 Songs auf mit meinem Lehrer.
 
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Als ich mit dem Unterricht begann kam ich mit der Bruststimme mit Mühe auf ein fis, also überhaupt nicht hoch...

Mittlerweile kann ich bis zum A4, B4 hochsingen

Die Kopfstimme ist meine grosse Stärke, da kann ich schon standart ein A5, B5 erreichen und manchmal gar höher.

Du hast ohne Ausbildung bis zum F#4 in der Bruststimme singen können? In der Kopfstimme erreichst du nach nur einem Jahr Unterricht manchmal ein C6?

Na dann: Glückwunsch! Du hast eine verdammt hohe Stimme und solltest dich - da du ja auch hoch singen willst - glücklich schätzen und die Sache deutlich entspannter angehen. Woher kommt deine Vorstellung, welche Töne ein Tenor erreichen müsste?

Wenn du auf dieser Seite ein wenig rumstöberst, dann wirst du sehen, dass auch Leute wie Bruce Dickinson oder Axl Rose nur ganz gelegentlich (wenn überhaupt) höher als du singen.
http://therangeplace.forummotions.com/f1-range-stuff
 
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Hoch? ich dachte A4, B4 ist vor dem Tenor C, also C5? und F#4 ist noch weiter unten in der Mitte? C6 kratze ich vielleicht in Topform mal an, ich kam vor dem Unterricht schon auf ein A5.

Mein grösstes Problem ist, dass ich sehr schnell recht laut werde und mich ab A4 und kurz davor sehr verausgabe und im Moment Anlaufschwierigkeiten mit der Mischstimme habe, also alles ab A4 ist teils noch relativ unkontrolliert.

Das ich hohe Töne in Kopfstimme super treffe ist ja nicht mein Problem, also habe eher Angst vor den hohen Brust-Tönen und Misch-Tönen.

Ab wann ist man denn ein Tenor? Ist es so ungewöhnlich, dass ich als Bariton (?) bereits nach knapp einem Jahr das C5 "ankratze"?
 
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@Foxx
Ist es wirklich möglich ein Tenor zu sein ohne hohe Töne aufgrund von "noch" fehlender Technik?
Klar! Die Höhen, von denen Du sprichst, sind ja auch für ausgebildete Tenöre kein Pappenstiel! Das sog. "hohe C" ist eine Kunst, keine Selbstverständlichkeit.


Lies Dir doch mal unseren FAQ-Thread zum Thema Stimmfächer durch. Den Link findest Du in meiner Signatur. Da sind auch Klangbeispiele für Tenor- und Baritonstimmen, denn die Stimmfarbe gibt viel mehr Auskunft darüber, wie die Stimme tatsächlich veranlagt ist, als der singbare Umfang.

Hoch? ich dachte A4, B4 ist vor dem Tenor C, also C5? und F#4 ist noch weiter unten in der Mitte? C6 kratze ich vielleicht in Topform mal an, ich kam vor dem Unterricht schon auf ein A5.

A4 (a') ist in der Vollstimme auf jeden Fall hoch - vor allem, wenn man das nach relativer kurzer Unterrichtszeit schafft. fis' als Grenze für eine ungeübte, hoch veranlagte Männerstimme ist eigentlich sehr typisch.

Mein grösstes Problem ist, dass ich sehr schnell recht laut werde und mich ab A4 und kurz davor sehr verausgabe und im Moment Anlaufschwierigkeiten mit der Mischstimme habe, also alles ab A4 ist teils noch relativ unkontrolliert.
Solltest Du das A4 nicht bereits längst mischen - was ich nicht so recht glauben kann -, dann halte ich das für dein größtes Problem. ;)

Was die Höhe in der Bruststimme betrifft - da wirds natürlich interessant. Zunächst mal ist A5 so ziemlich das Limit von dem was du mit roher Kraft erreichen kannst.
Ich hoffe doch sehr, es ist A4 (bzw. a') gemeint? o_O
 
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Damit wir nicht aneinander vorbeireden, hier eine Übersicht zu Notennamen:
http://www.sengpielaudio.com/Rechner-notennamen.htm

Es ist gar nicht so leicht, die Oktaven richtig zu erkennen. Eine hohe Männerstimme kann sehr schrill klingen und dadurch hoch wirken, während der gleiche Ton auf dem Klavier rund klingt und dadurch weniger tief zu sein scheint.

Mit einer tiefen Stimme solltest du deutlich unter A2 kommen. Das liegt eine Oktave und drei Halbtöne unter dem Schloss-C des Klaviers und entspricht der leeren A-Saite einer Gitarre.

Und du kommst über diesen Ton 2 Oktaven (also bis zum A4) mit Brust-/Mischstimme hinaus und kannst dann nochmal mehr als eine Oktave über das A5 hinaus in Kopfstimme drauflegen? Hast also eine Range von mehr als 3 Oktaven? Dann mach' einfach so weiter, wie bisher. Du scheinst eine gute Veranlagung für deine Ziele zu haben und der Unterricht passt anscheinend auch.

Mal so zum Vergleich: Ich als Bassbariton kann (mit Kraft und Technik!) max. bis F#4 in Bruststimme singen, nur ganz vereinzelt komme ich mit der Kopfstimme bei bestimmten Übungen in den Bereich von E5.
 
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Also meine eigene Vermutung ist, habe gerade wieder gesungen und hatte mich mal wieder verkrampft (es schnürt mir den Hals zu :/) das ich mit zu viel Gewicht nach oben möchte und also schon ab A4 anfangen soll zu mischen? Bzw. einfach dünner und leichter werden? Habe z.B. schon bei Strange kind of woman von Deep Purple diese "Abschnür" Probleme.

Ich dachte bisher immer ich sei so tief, weil ich teils einfach keine Songs hinkriege, z.B. treffe ich das C5 in Übungen, aber in Songs ist es wieder was anderes, da wird ein A4 schon eine Herausforderung.
Also liegt die Tatsache, dass ich so viele Songs nicht hinkriege daran, dass ich einfach die Kontrolle verliere, wegen Rythmus, Aussprache, Ansatz usw.?
In Balladen macht mir z.b. keiner was vor, aber sobald es schnell wird, wird gequietscht und weinerlich hochgezogen etc.
Z.B. ging Steelheart - She's Gone heute so gut wie noch nie, weil ich das Mischen heute besser im Griff hatte, aber noch gar nicht Bühnenreif oder allg. für andere Ohren.

Sollte ich aufhören mich mit den grossen Sänger zu vergleichen? Oder darf ich weiter so hoch träumen und vielleicht irgendwann in 5-10 Jahren zumindest technisch ein kleines minidingens bisschen auf Augenhöhe zu sein? :rolleyes:

Das mit den 3 Oktaven könnte so etwa hinhauen, ich habs mir mal selber angeschaut und es geht tatsächlich in diese Richtung, was ich kaum glauben konnte, ich klinge noch gar nicht so gut wie all diese Sänger, welche man so etwa kennt mit 3 Oktaven etc. Aber dabei gehts ja nur um die Tonhöhe, nicht um Technik und Sicherheit etc.
Ein A2 konnte ich glaube ich knapp noch nicht erreichen, so wie ich das in Erinnerung habe und höre.

Ich habe lustigerweise die Erfahrung gemacht, wenn ich ohne diese "Begrenzungen" singe, sondern einfach denke "ich kann alles" dann naile ich jeden Song, welcher sonst zu meiner "Noch zu früh" Kategorie gehört.

Ich bin ein Mensch, welcher nie zufrieden ist, ein Perfektionist und teils auch ein wenig Pessimist.
 
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Auf deinem Profilfoto siehst Du recht jung aus ... insofern würde ich mal sagen: Du darfst Dir selbstverständlich immer große Vorbilder nehmen und hohe Ziele stecken, aber sei geduldig mit Dir und verzweifele nicht an übersteigerten Erwartungen. Finde einfach Deine eigene Stimme und Deinen eigenen Stil.

Und zu mischen solltest Du bereits weit unter dem A4 beginnen, eigentlich so um D4 herum, wenn nicht noch früher.


Wie gesagt, eine Hörprobe bringt uns weiter - vor allem weil man sich bezüglich der Begriffe Misch- und Kopfstimme auch leicht missverstehen kann. :)
 
Dariolicious
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Ich schaue, dass ich sicher mal was aufnehmen kann mit meinem Coach^^
Ich habe leider noch nicht das nötige Equipment hier Zuhause.

Also so wies sich anhört mische ich wohl automatisch :O

Ich bin 20 Jahre alt^^ Also habe mit 19 den Unterricht begonnen, mit einem Unterbruch komme ich also etwa auf ein bisschen mehr als 3/4 Jahre Unterricht.

Und ja man merkt an meiner Art, schon alleine dass ich poste, ich bin relativ ungeduldig, so nach dem Motto "I want it all, I want it now", trotz schnellen und grossen Fortschritte. :D
 
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Also meine eigene Vermutung ist, habe gerade wieder gesungen und hatte mich mal wieder verkrampft (es schnürt mir den Hals zu :/) das ich mit zu viel Gewicht nach oben möchte und also schon ab A4 anfangen soll zu mischen? Bzw. einfach dünner und leichter werden? Habe z.B. schon bei Strange kind of woman von Deep Purple diese "Abschnür" Probleme.
"Schon" ist gut. A4 ist so ziemlich der höchste Ton auf den man gerade noch so kommt, wenn man nicht verschlankt, es sei denn man geht mit "roher Gewalt" an den Ton. Selbst beim "Belting" (also eher lautem, intensiven Gesang) verschlanken die meisten Männer (auch Tenöre) im Bereich zwischen D4 und G4. Bei "softerem" Gesang eher noch vorher (wie Foxx auch schon geschrieben hat).

Ich dachte bisher immer ich sei so tief, weil ich teils einfach keine Songs hinkriege, z.B. treffe ich das C5 in Übungen, aber in Songs ist es wieder was anderes, da wird ein A4 schon eine Herausforderung.
Also liegt die Tatsache, dass ich so viele Songs nicht hinkriege daran, dass ich einfach die Kontrolle verliere, wegen Rythmus, Aussprache, Ansatz usw.?
Das liegt meistens vor allem an der Vokalbildung. In Übungen bist du oft auf einem Vokal, den du sehr kontrolliert aussprichst und evtl. sogar auf die Übung angepasst ist. In einem echten Song musst du je nach Lyrics Vokale singen, die in der aktuellen Gesangseinstellung sehr schwierig sind. Rhythmik und Tempo sind natürlich auch schwieriger als bei Übungen.

Das mit den 3 Oktaven könnte so etwa hinhauen, ich habs mir mal selber angeschaut und es geht tatsächlich in diese Richtung, was ich kaum glauben konnte, ich klinge noch gar nicht so gut wie all diese Sänger, welche man so etwa kennt mit 3 Oktaven etc. Aber dabei gehts ja nur um die Tonhöhe, nicht um Technik und Sicherheit etc.
Ein A2 konnte ich glaube ich knapp noch nicht erreichen, so wie ich das in Erinnerung habe und höre.
Range ist nicht unbedingt ein Indikator für guten Gesang. Es werden zwar gerne Dinge gesagt wie "3-Oktaven-Range", "4-Oktaven-Stimmwunder", bla bla bla... aber das ist nicht wirklich ein Qualitätsmerkmal, noch nicht einmal ein Merkmal für eine ausgebildete Stimme. Range an sich ist letztlich einfach nur Trainingssache. Wenn du dir Mühe gibst und es wirklich darauf anlegst sind 6-7 Oktaven durchaus drin. Die Frage ist aber wie es klingt ;)

Ein Merkmal für eine ausgebildete Stimme hingegen ist die sog. "Timbre-Konsistenz" und "Durchgängigkeit" der Stimme. Das hießt z.B. dass du ein Glissando machen kannst von deinem tiefsten Ton bis zu deinem höchsten. Dabei darf sich aber zum einen dein Timbre nicht sprungartig ändern und zum anderen darf es keinen "Bruch" geben in der Stimme oder sich die Klangqualität drastisch ändern.

Ein A2 ist wirklich nicht gerade tief und deutet in der Tat eher auf Tenor hin. Für einen Bariton gehört normalerweise das G2 noch zur normalen Sprechtonlage und ist daher noch leicht erreichbar. Die Tiefe ist generell schlechter ausbaubar als die Höhe, weshalb die tiefste Note in unausgebildetem Zustand ein besserer Indikator ist als die Range nach oben hin. Trotzdem ist es immer nur ein Anhaltspunkt.
 
Dariolicious
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Also das mit dem Mischen bemerke ich jetzt, wo ihr es sagt eigentlich auch, aber ich glaube ich sollte allgemein schlanker werden bei den hohen Tönen, ist schon mal ein sehr guter Anhaltspunkt, ich brauch dann auch nicht so viel Power, je schlanker ich werde.

Mein Gesangslehrer ist eher praktisch veranlagt, weil er vor allem bei mir meint, ich denke dann zu viel, wo er auch recht hat.
Er erklärt mir schon auch die Theorie zu allem, doch soll ich viele Sachen, welche ich lese wie Pulled Chest, flache Zunge = Angeblich schädlich (?) usw. vergessen.
Er hat mir auch gesagt, dass ich mir bei meinen Fortschritten nicht zu viele Gedanken machen soll, wegen der Technik, weil etwas muss ich ja richtig machen^^
Habe gestern beim Unterricht auch wieder das Tenor C leicht unsicher und quietschend erreicht etc.

Von vollkommener Kontrolle über alle Töne, die ich haben will, kann ich noch lange nicht sprechen, aber ich glaube, ich bin auf einem guten, bisher sicheren Weg.

Ich bin mir jetzt zwar überhaupt nicht mehr sicher ob Bariton, Tenor oder weiss ich was, aber ich denke schlussendlich die Idee, dass ich halt (Schlechtes Wortspiel mit dem eigenen Namen incoming!) Dariton bin war gar nicht sooo dumm x).
 
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Tip: Lass einfach diese Unterteilung in Tenor und Bariton weg, das alleine dürfte schon ein Stück weiterhelfen. ;-)

Das ist sowieso etwas, das ich mich seit einer ganzen Weile frage: Was soll diese Unterteilung in Opern-Stimmfächer, wenn man am Ende Steelheart singen will?^^
Und ganz abgesehen davon: Würde es nicht erheblich mehr Sinn ergeben, erst die Stimme so auszubauen, das man seinen Mix zwar nicht perfekt, aber doch zumindest bühnentauglich drauf hat, und dann erst in Stimmfächer einzuteilen?
 
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Datarecovery09 hat völlig recht.

Diese für klassische Opernrollen gedachten Stimmfächer machen in der Popularpmusik überhaupt keinen Sinn, vor allem, wenn man sich Techniken wie zB Screaming bedient. Ein Tenor erreicht seine Höhen nicht durch Screaming.

Man könnte allerhöchstens den Stimmumfang als sehr grobe Orientierung anwenden. Aber sogar da gibt es bei den Stimmfächern Unterschiede (lyrischer Tenor, dramatischer Tenor, Spieltenor, Heldentenor usw - haben alle eine andere Range)
 
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Stimmfächer sind einfach nur nahezu willkürlich festgelegte Kategorien. Es ist aber durchaus sinnvoll seine Übergangspunkte bzgl. der Stimmregister zu kennen, völlig egal, ob man diese nun mit einem Namen verbindet oder nicht. Wenn dein Übergang in die Kopfstimme z.B. bei f' ist, dann ist er nunmal da. Viele würden dich dann "Tenor" nennen, weil die meisten Tenöre nunmal ihren Überangspunkt in diesem Bereich haben. Letztlich ist das aber völlig egal, wichtig ist nur, dass dein Übergang dort liegt und dass du weißt, dass er dort liegt.

Die Übergangspunkte zu kennen lässt dich auch leichter abschätzen, wie stark du "chest pulling" betreibst. Wenn du halt als Tenor auf g' noch in der Bruststimme bist, weißt du, dass du gerade das Brustregister "hochziehst". Das muss nicht unbedingt schlecht sein, aber es muss gekonnt sein und es ist im Gegensatz zum "early bridging" sicherlich eher die Variante für Fortgeschrittene.
 
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Ja möglich - aber über diese Stimmfächer wird immer geredet, als sei es etwas Angeborenes, Schicksalhaftes. Man schafft X Töne, der Bruch liegt bei Ton Y: "Aha - Bariton, Mist - wie soll ich jetzt bloss dieses jenes Lied ordentlich singen können. Da kann ich es ja gleich ganz lassen, denn das schafft nur ein Tenor."

broeschies schrieb:
Es ist aber durchaus sinnvoll seine Übergangspunkte bzgl. der Stimmregister zu kennen, völlig egal, ob man diese nun mit einem Namen verbindet oder nicht.

Warum ist das sinnvoll? Da der Übergangston ja auch kein angeborener, fester Parameter ist und trainert werden kann/muss, lässt sich erstmal auch keine valide Aussage treffen
 
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Es ist aber durchaus sinnvoll seine Übergangspunkte bzgl. der Stimmregister zu kennen, völlig egal, ob man diese nun mit einem Namen verbindet oder nicht.

Wozu? Wichtig ist doch, dass man weiß, welche Töne man erreicht. Mischen muss man in der Regel doch (fast) immer; vielleicht setzt man mal leichter an und mal schwerer. Ich definiere mich inzwischen nach "Was steht vor der Zeile, die ich singe?" :D Okok, im Herzen bin ich Alt (hab aber keine Ahnung, ob ich nicht doch vielleicht Mezzo... - ey, bin ich Opernsängerin?! Und selbst da gibt es Stimmen, die an der starren Einteilung nach Stimmfächern zweifeln!)
 
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Ich denke isch mische um f' herum^^ Habe eigentlich eine relativ dünne Stimme in der Höhe, im Moment noch, also wie gesagt ein Tenor C klingt sehr dünn und kopfstimmig, das wird sich hoffentlich noch ändern, denke und hoffe es, wenn sich das Ganze besser bildet nach einer Zeit.

Mein Gesangslehrer sagt mir eig. allgemein, dass ich vieles nicht so theoretisch anpacken soll, sondern einfach loslegen.^^
Also klar das Verständnis haben, aber halt nicht immer so "eingeschachtelt" denken.

Er meinte auch, das mein Fortschritt doch relativ schnell sei, also super, weil die ersten 2-3 Monate kam irgendwie nichts und dann ging es plötzlich auf.

Ich habe halt mit den Fortschritten immer mehr Angst "was ist, wenn ich es falsch mache? Werde ich es mit vierzig noch können?"
Also das klingt jetzt sicher dämlich mit meinen zwanzig Jahren, aber die Tatsache, dass viele Profis und Vorbilder von mir stimmlich extrem abgenommen haben und ich suche da halt immer Gründe wie Alkohol und Drogen, oder zu wenig Training etc.
Vielleicht haben all diese Scream-einlagen ja ihren Preis^^

Ich kann doch schon 3 Tage am Stück, mehrere Stunden singen (2-4h) beim dritten Tag, brauche ich dann doch eine Pause, nicht weil ich heiser wäre, aber halt stimmlich müde, leicht schwach.
Wahrscheinlich übertreibe ich es und habe falsche Ansichten, erwarte zu viel von mir :p
 

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