[Amp] Bass-Combo SWR LA 15

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mondrian
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Bassanlagen sind schwer, nehmen viel Platz weg und klingen erst, wenn ordentlich Amp-Power und Membranfläche ihren Dienst tun. Oder doch nicht?

Auf der Suche nach einer Bass-Anlage für daheim bin ich auf die SWR LA 15 gestoßen: klein, wenig Schnickschnack und ein Hersteller, der einen guten Ruf zu verlieren hat. Da mein örtlicher Musikladen den Combo leider nicht zum Testen bereit stellt, habe ich den Amp ungehört im Internet bestellt. Schließlich kann SWR nicht sooo schlecht sein und zurückschicken kann man ihn bei Nichtgefallen sowieso.

Schon beim Auspacken macht der putzige kleine Würfel (46 x 46 x 41 cm) einen soliden Eindruck. Mit den stabilen, an den oberen Rändern angebrachten, Tragegriffen, lässt sich der Combo mit seinen gut 21 kg problemlos stemmen. Auf Rollen hat man verzichtet, was in der Gewichtsklasse aber völlig OK ist.

Ein Blick von oben auf dem Amp verrät einem, dass man auf unnötigen Komfort verzichtet hat. Neben der Input-Buchse (1/4“ Klinke) befindet sich der Volume-Regler. Daneben kommt die Klangregelung mit jeweils einem Bass-, Mid- und Treble-Regler (Mitte-Frequenz bei 80, 800, 5000 Hz). Dann folgt ein Line-out (find ich auch ganz praktisch zum Anschließen eines Stimmgerätes), ein Kopfhöreranschluss und eine Mix-in-Buchse (z. B. zum Anschluss eines CD-Players oder eines weiteren Instrumentes, Stereo oder Mono, 22 kOhm Impedanz, nicht separat regelbar). Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Amp auch über einen Power on/off Button verfügt.

Was fehlt ist ein Effekt-Loop. Und hier kommt selbst die Bedienungsanleitung ins stottern. Angeblich soll man den Line-out und Mix-in als Send- und Return-Anschluss nutzen können. Ich hab es ausprobiert und es ist möglich, aber unter uns: es muss nicht sein. Wer Effekte hat, sollte diese einfach vorschalten.

Auch eine Anschlussmöglichkeit für eine weitere Box sucht man vergeblich, obwohl der Amp mit seinen 100 Watt (RMS) schon mächtig Radau macht - aber dazu später.

Stöpseln wir erst einmal ein! Getestet habe ich mit einem YAMAHA RBX374 (4-Saiter) und einem Warwick Corvette Proline (5-Saiter). Alle Regler auf zwölf Uhr und los geht’s. Der Grundsound des Amps ist bei mittlerer Lautstärke transparent, druckvoll und eher warm. Das mag an dem 15“-Speaker liegen, der genug Membranfläche für wohliges Bauchgrummeln liefert. Unterstützt wird der Speaker durch einen High Frequency Tweeter. Erwähnt sei auch, dass die LA 15 im Gegensatz zu den kleineren Brüdern (LA 10 und LA 12) über eine Bassreflexöffnung verfügt, was sich - meiner Meinung nach - bei diesem Setup ebenfalls positiv auswirkt.

Dreht man dann an der Klangregelung, wird klar, warum auf aufwendige EQ’s verzichtet wurde. Die drei Regler (Bass, Mid, High) arbeiten sehr effektiv, so dass nur wenige Soundwünsche offen bleiben dürften. Mit einem Mikrofon abgenommen, kommt der kleine ganz groß, was sich bei Aufnahme-Sessions positiv bemerkbar macht.

Also kitzeln wir ihn mal: Bassgitarre aufdrehen und Volume langsam hochdrehen. Zuletzt noch den EQ ein bisschen nachziehen, damit auch das letzte bisschen Leistung rausgequetscht wird. Und siehe da: Unser Klötzchen kann auch laut, ohne allzu viel von seinem ausgewogenen, warmen Sound zu verlieren. Beim Zupfen und Slappen macht er eine gleich gute Figur, allerdings sollte man die EQ-Einstellungen jeweils anpassen um das beste Ergebnis zu erhalten.

OK, laut ist er. Aber wie laut ist eigentlich laut? Also ab in den Proberaum mit dem Teil, wo meine Bandkollegen mich schon mitleidig anschauen (zugegeben, meine 8 x 10“ Ampeg-Box hat mehr Eindruck gemacht…). Dann einstöpseln und in moderater Lautstärke losspielen. Und siehe da, man kann ihn hören. Dank seinem soliden und transparenten Sound setzt sich der Kleine sehr angenehm durch.

OK, Belastungsprobe. Wir spielen Basket Case (Green Day) und lassen es extra ordentlich krachen ... und schwupp, ist er im Bandsog ersoffen.

In Foren wird oft gefragt: „Reicht die Leistung aus um zu proben und kleine Gigs zu spielen?“ Die Antwort ist: „Es kommt drauf an!“ Die Jazz-Combo wird ihren Spass an dem kleinen Freund haben, die DeathTrashMetalPunkHardCore-Band wird ihn wahrscheinlich schon beim Gitarre stimmen nicht mehr hören.

Mein Fazit: Für etwas über oder um die 300 Euro ist das Teil ein erstklassiger Übungsamp für zuhause. Im Proberaum macht er bei leiser bis mittlerer Lautstärke noch eine sehr gute bis gute Figur. Live würde ich ihn - wenn überhaupt - nur bei sehr kleinen Gigs als Bühnenmonitor einsetzen. Ich selbst nutze ihn hauptsächlich zuhause und bei kleinen Akustik-Sessions, wo er hervorragende Dienste leistet und uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Positiv:- kompakte Bauweise
- einfache Handhabung
- warmer, ausgewogener Sound

Negativ:
- kein separater Effekt-Loop
- keine Anschlussmöglichkeit für Zusatzbox

Übersicht technische Details (laut Bedienungsanleitung):

Bedienelemente:- Input-Buchse
- Volume-Regler
- Bass-Regler
- Midrange-Regler
- Treble-Regler
- Tuner Out/Line Out-Buchse
- Stereo Headphones-Buchse
- Mix In-Buchse
- beleuchteter On/Off Neon Power-Schalter
- Line-Sicherung (Nennwerte sind unter Technische Daten aufgeführt)
- Netzkabel-Eingang

Gewicht: 21,3 kg
Abmessungen: 46 cm (H) x 46 cm (B) x 41 cm (T)
Ausgangsleistung: 100 Watt RMS
Tuner-Ausgangsimpedanz: 100 Ohm
Impedanz Mix In-Buchse: 22 kOhm
Mitte-Frequenz der Klangregler: Bass = 80 Hz, Mid = 800 Hz, Treble = 5 kHz
Lautsprecher-Impedanz: 8 Ohm
 

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Recht informativ, danke dafür! Nebenbei hat mal jemand den Unterchied zwischen der Combo und die Combo herausgestellt, was hier täglich durcheinandergebracht wird. ;)

...lässt sich der Combo mit seinen gut 21 kg problemlos stemmen.

...Die Jazz-Combo wird ihren Spass an dem kleinen Freund haben
 
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