[Amp] Cornford Roadhouse 30 Head

von heavygrog, 11.08.10.

Sponsored by
pedaltrain
  1. heavygrog

    heavygrog Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.04.07
    Zuletzt hier:
    21.11.12
    Beiträge:
    96
    Ort:
    Münster
    Kekse:
    628
    Erstellt: 11.08.10   #1
    Salut!

    Intro
    Von meinem Ziviabschlussgeld habe ich mir diesen kleinen Traum erfüllt: mein erster Röhrenamp!
    Entschieden habe ich mich für das 'Cornford Roadhouse'-Topteil in der 30watt-Variante. Ich betreibe den Amp zusammen mit einer Box von Orange, mit einem 12" Vintage 30 Speaker. Ich habe mich für diese Box entschieden, da sie relativ günstig war und ich unbedingt einen Vintage 30er haben wollte, da Cornford in alle hauseigenen Cabs Vintage 30er verbaut und ich (so denke ich) am nähesten an den "richtigen" Cornford-Sound herankomme.

    Unboxing
    Musik Schmidt in Frankfurt ist (leider) Cornfords einziger Händler in Deutschland, und (wie einige vielleicht wissen) weil die Firma von Cornford zur Hälfte abgebrannt ist gab es logischerweise erhebliche Lieferprobleme, besonders nach Deutschland. Also musste ich mir etwas anderes einfallen lassen. Ich habe den Amp dann von der Insel gekauft, für umgerechnet 790€, was ein sehr guter Preis ist.
    Das Paket kam dann unversehrt bei mir an und enthielt:

    * den Amp
    * einen Fußschalter
    * eine kurze Bedienungsanleitung
    * ein (englisches!) Stromkabel [mit einem Adapter für ca. 3€ war das Problem auch gelöst]

    Features
    Die Roadhouse-Reihe ist die einzige Reihe von Cornford die mit PCB's läuft (Printed Circuit Board) und nicht handwired ist - deshalb auch der günstige Preis, im Vergleich zu den anderen Modellen.
    ...und dennoch bekommt man den satten Cornford-Sound, Daumen hoch!
    Die Roadhouse-Amps sind Single-Channel-Amps, mit einem zuschaltbarem Boost.
    Etwas skeptisch war ich anfangs schon, aber ich vermisse nicht unbedingt einen zweiten Kanal. Später mehr dazu.
    6 Chickenheads zieren die Vorderseite, von links nach rechts:
    MASTER - TREBLE - MIDDLE - BASS - BOOST - GAIN
    Hinzu gesellen sich ein Toggleswitch (ON - STANDBY - OFF), der Effectsloop ( SEND - RETURN), Input, ein Miniswitch für den Boost (+ kleines rotes Lämpchen) und eine etwas größere, grüne "Status-Lampe".
    Auf der Rückseite befinden sich Inputs für: BOOST, und 16, zwei mal 8 und zwei mal 4 Ohm. ...und natürlich die Buchse für das Netzkabel. Es sind insgesamt 5 Röhren verbaut, drei in der Vorstufe und zwei in der Endstufe. Die Vorstufenröhren sind 12AX7, und in der Endstufe sitzen zwei 6L6er. Cornford hat neuerdings von EL34 auf 6L6 umdisponiert, welchen Unterschied das macht kann ich nicht sagen. Außer: 6L6er mag ich!
    Das Design ist "pretty basic". Die Verarbeitung ist erste Sahne, der Amp weist keinerlei Mängel auf - alle Potis sitzen fest, alle Schräubchen auch, im Inneren ist auch alles in bester Ordnung und der Griff und die "Metallschoner" für die Kanten gefallen mir besonders gut.
    Fotos kommen hier:
    [​IMG] [​IMG] [​IMG]
    [​IMG]Panel Slideshow Details Slideshow Rückseite Slideshow




    Sounds
    Dieser Amp hat zwar nur einen Kanal, aber trotzdem ungemein viel zu bieten. Ich würde behaupten er kann alles, außer Metal. :p
    Ich spiele selber viel Funk und Jazz/Fusion, mit meiner Band geht's ab und zu von Indie bis Alternative. Brit-Pop, Rock und und und ist mit diesem Amp alles kein Problem. Ein besseres Bild kann man sich dann durch die Soundpröbchen machen. Allein mit dem Master-, Gain- und Volumepoti an der Gitarre kann man echt eine Menge an verschiedenen Sounds abrufen. Gain zurück, Master rauf - der Amp fängt nicht so schnell an zu zerren. Master zurück, Gain rauf - der Amp fängt logischerweise schneller an zu zerren. Zusammen mit dem Gitarrenpoti kann man aber einiges an Drive rausnehmen, Dynamik ist hier das Stichwort - da hat der Roadhouse eine sehr gute "response". Ich habe den Gain immer auf 12, den Boost auf 3 und den Master je nach dem wie laut ich es gerade haben möchte, das ist für mich der perfekte Kompromiss: noch clean genug und jederzeit bereit mit dem Boost (+ Humbucker) einen dicken Leadsound zu erreichen. Mehr dazu bei den Soundpröbchen.
    Die Potis reagieren auch ziemlich gut auf die Einstellung, beim Bass ist es ähnlich wie beim Mesa Boogie LoneStar (zB beim Andy Timmons Setting) - auch mit wenig Bass bleibt der Ton knackig und matscht nicht. Der Mittenregler ist mein Liebling, ich stehe total auf Mitten - damit kriegt man eine gehörige Portion "Sahne", mmmmhhhh.
    Der Trebleregler arbeitet auch super, wenn man genug Crisp haben will - man bekommt es!

    Soundpröbchen
    Hier habe ich einige kleine Hörproben aufgenommen. Mit Ausnahme von einem Beispiel, sind immer mehrere Spuren zu hören. Alles mit dem Roadhouse aufgenommen und z.T nach links und rechts abgemischt, damit man auch den Unterschied heraushören kann. Ich habe folgendes Setup benutzt:
    Cornford Roadhouse > Line6 Toneport GX > MacBook Pro mit GarageBand
    Aufgenommen habe ich die Tracks mit meiner Framus Spitfire Pro, zu den Pickup-Konfigurationen komme ich gleich.

    Track 1:
    Klick
    Ein kleines Häppchen von Guthrie Govan's "Wonderful Slippery Thing". Die Rhythmusgitarre wurde mit dem Halssinglecoil eingespielt, das Tonepoti etwas zurückgenommen. Treble 12, Middle 1, Bass 11, Gain 11.
    Die Leadgitarre wurde fast gleich eingespielt, hier habe ich noch mehr vom Tonepoti weggenommen .

    Track 2:
    Klick
    Ein königinnenlicher Happen. Gespielt mit Bridgehumbucker, Volume und Tone voll aufgedreht, Treble 12, Middle 12, Bass 12, Gain 1, Boost 3. Und ab dafür.

    Track 3:
    Klick
    Bringin' da Funk! Hier kommen insgesamt vier Gitarren auf euch zu, Gitarre 1 ersetzt mehr oder weniger den Bass. Halssinglecoil, Volume voll, Tone etwas zurück. Treble 11, Middle 12, Bass 1, Gain 12. Gitarre 2 (rechts), Hals- und Mittelsingecoil, Volume und Tone voll. Treble 12, Middle 11, Bass 10, Gain 12. Gitarre 3 (links, Oktaven), Halssingecoil, Volume und Tone voll. Treble 1, Middle 12, Bass 11, Gain 12. Gitarre 4 (mitte, kommt als letztes) Halssinglecoil + Bridgehumbucker gesplittet, Volume und Tone voll. Treble 1, Middle 12, Bass 12, Gain 12.

    Track 4:
    Klick
    Zum Schluss noch etwas Jazz/Fusion. Als Basis dient die Progression von Greg Howe's "Bird's Eye View".
    Gitarre 1, Halssinglecoil, Volume voll, Tone etwas zurück. Treble 11, Middle 1, Bass 12, Gain 12.
    Gitarre 2, Bridgehumbucker, Volume voll, Tone etwas zurück, Treble 11, Middle 2, Bass 12, Gain 1, Boost 4.

    Soviel zu meinen Soundpröbchen. Der Sound ist zu 98% identisch wie mit der Orange Box, ich habe bei Gearbox von Line6 als Cab Vintage 30er ausgewählt und bin als "No Amp" straight in GarageBand rein.
    Falls jemand noch mehr Soundhäppchen haben möchte dann soll er das gerne hier, oder per PN mitteilen - ich spiele dann gerne noch etwas ein, Genre: egal. Was ihr mögt :great:


    Fazit
    Ich bin mit diesem Amp mehr als zufrieden. Im Duell gegen den Mesa Boogie LoneStar (den ich anfangs haben wollte, ich dann aber nicht genommen habe weil der Preis und das was dafür rauskam nicht befriedigend für meine Ohren war) liegt er vorne. Die Verarbeitung ist solide und fehlerfrei, die Sounds sind bombastisch, man kriegt von "sparkling" Cleansounds, über crispen Funk und Soul, smoothen Jazz bis zu erdigen britischen Rock und sahnigen Leads alles geboten, nur Metaller gehen (leider) leer aus, Hi-Gain ist zwar ansatzweise drinne - aber man bekommt keinen Metalsound hin. Dafür aber eine herzerwärmende und volle Zerre.
    Für unter 800€ inklusive Shipping ein absoluter Geheimfavorit :)

    Cheers!
     
  2. gutmann

    gutmann Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.01.06
    Zuletzt hier:
    26.01.21
    Beiträge:
    3.769
    Ort:
    88515
    Kekse:
    24.544
    Erstellt: 11.08.10   #2
    Ein absolut tolles Review, wirklich sehr informativ geschrieben und ohne übertriebene rosarote Brille beschrieben. Zu den Samples bin ich noch nicht gekommen, das werde ich nachholen. Über den Roadhouse hab ich ebenfalls bei letzten großen meiner Ampsuche sinniert, konnte aber leider keinen testen. Bei dieser Suche hab ich mich übrigens auch recht schnell vom Lonestar abgewandt ;)

    Das gibt ne Bewertung :great:
     
  3. rabbitgonemad

    rabbitgonemad Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.06.07
    Zuletzt hier:
    26.01.21
    Beiträge:
    2.204
    Kekse:
    10.407
    Erstellt: 11.08.10   #3
    Mir hat das Review ebenfalls sehr gut gefallen. Für einen Guthrie Govan-Fan (ich bin auch einer ;)) kommt ein Cornford natürlich automatisch in die nähere Auswahl.

    Die Clips werd ich mir später mal anhören. Dass du dir die Mühe gemacht hast hebt das Review definitiv von anderen ab.

    Der Netzkabel-Anschluss ist auf deiner Slideshow leider nicht zusehen, aber hättest du für die drei Euro des Adapters nicht ein neues Stromkabel mit Euro-Stecker kaufen können. Adapter gehen schnell mal verloren bei Gigs, verlieren Kontakt oder sonstwas. Nur so eine Überlegung....
     
  4. QUICKSILVER

    QUICKSILVER Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    04.10.08
    Zuletzt hier:
    7.02.20
    Beiträge:
    1.127
    Ort:
    In der bayerischen Provinz
    Kekse:
    6.363
    Erstellt: 11.08.10   #4
    Tolles Review!

    Übersichtlich, informativ und gibt einen tollen Überblick darüber was man mit dem Amp alles machen kann. :great:
     
  5. heavygrog

    heavygrog Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.04.07
    Zuletzt hier:
    21.11.12
    Beiträge:
    96
    Ort:
    Münster
    Kekse:
    628
    Erstellt: 11.08.10   #5
    @rabbitgonemad: Schau mal auf das erste Foto, da sieht man im linken Teil des Bildes den Netzstecker und den Adapter. ;)
    Beides habe ich extra für das Foto auseinandergezogen, was schon etwas Kraftaufwand kostet - der Adapter steckt echt bombenfest auf dem Netzstecker. Ich habe hier irgendwo noch ein deutsches Netzkabel rumfliegen, ich dachte mir aber "Nimmste das originale von Cornford". :great:
     
  6. rabbitgonemad

    rabbitgonemad Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.06.07
    Zuletzt hier:
    26.01.21
    Beiträge:
    2.204
    Kekse:
    10.407
    Erstellt: 11.08.10   #6
    Hatte ich gesehen.

    Na wenn das so ist, warum nicht. Hatte es halt als mögliche "Sollbruchstelle" identifiziert und wollte drauf hinweisen. Es ist ja auch nicht als würde ein anderes Netzkabel den Sound verändern, es sei denn man hat ein extrem mojo-behaftetes, hand verdrahtet in USA- Boutique-Netzkabel, aus Einhornhaar geflochten - DAS wäre natürlich was anderes :).
     
  7. Eggi

    Eggi Inaktiv Ex-Moderator HFU

    Im Board seit:
    27.08.06
    Zuletzt hier:
    17.02.17
    Beiträge:
    16.976
    Kekse:
    131.234
    Erstellt: 11.08.10   #7
    Super Review, und wirklich tolle Soundfiles.

    Die Marke kannte ich bis gerade eben nicht. Macht aber einen guten ersten Eindruck auf mich.
     
  8. Lonestar

    Lonestar Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    11.08.07
    Zuletzt hier:
    22.01.21
    Beiträge:
    1.630
    Kekse:
    28.745
    Erstellt: 18.09.11   #8
    Hi,

    die Soundfiles sind leider nicht mehr verfügbar, könnte man die evtl. erneut hochladen? :) Der Roadhouse käme für mich auch in Frage, und ums anspielen komme ich ohnehin nicht herum - aber ein kleiner Eindruck vorab wäre was.

    gruß
    Joey
     
  9. Myxin

    Myxin Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    25.07.04
    Beiträge:
    16.514
    Ort:
    münchen
    Kekse:
    52.673
    Erstellt: 19.09.11   #9
    Die Amps gibt es aktuell bei Andertons zu Schleuderpreisen, falls jemand hier Interesse hat. In Deutschland werden die ohnehin schwer zu finden sein.
     
mapping