[Amp] Egnater Renagade 112 - 65/18 Watt

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Vorgeschichte:

Nachdem ich mir im letzten Jahr, nach vielen Jahren als Kitty Hawk User, wegen chronischer Rückenprobleme einen Engl Thunder 320 angeschafft hatte, mit dem ich allerdings nie richtig warm wurde, begab ich mich schon bald wieder auf die Suche nach meinem ganz persönlichen "heiligen Gral". Eigentlich war ich mit meinen beiden Kitty´s, die ich fast 25 Jahre lang zusammen mit einer Thiele Box gespielt hatte, immer sehr zufrieden.

Aber wenn das Rentenalter immer näher rückt und man zudem im 3ten Stock Altbau ohne Aufzug lebt, wird eine solche Vorliebe immer mehr zur Belastung. Der Engl gefiel mir Anfangs, wegen seinem einfachen Aufbau und dem geringen Gewicht ganz gut, aber nach relativ kurzer Zeit war mir klar: das ist er nicht. Ein letzter Versuch den Silberling durch Speakerwechsel und ein paar kleinen Modifikationen an der Schaltung auf die rechte Bahn zu bringen, brachten nicht das gewünschte Resultat. Nach einem Motorradunfall im letzten Herbst, bei dem mein linkes Handgelenk dreimal gebrochen war und es ohnehin fraglich war, ob ich überhaupt noch einmal der zweitschönsten Sache der Welt frönen würde, hatte ich zumindest genug Zeit, um mich musikalisch neu zu orientieren.

So schlenderte ich den ganzen Winter durch diverse Gitarrenläden, las unendlich viele Testberichte und Reviews, um dann festzustellen, dass es doch nicht der "Richtige" war. Der entscheidende Tipp kam von der deutschen Küste. Von hier berichtete mir ein befreundeter Gitarrenkünstler, auf dessen Meinung ich großen Wert lege, mit viel Enthusiasmus von einem neuen Amp, den sich sein Mitstreiter vor kurzem zugelegt hatte und den ich mir unbedingt einmal ansehen sollte. Der Name war mir bis dahin völlig unbekannt. Zufälligerweise brachte G&B in der Februar Ausgabe einen Test über das kleinere Modell, den Rebel 20, aber die Empfehlung für mich lautete: Egnater Renagade 112.



Der Amp:

Eigentlich habe ich mir noch nie "blind" ein Instrument gekauft, aber die Firma Egnater wird in Deutschland z.Z. nur vom großen T vertrieben. Außerdem war ich der Meinung, dass mein Küstenfreund schon recht gut wusste, wonach ich suchte und so wurde der "Überläufer" genauso schnell geliefert wie er bestellt worden war. Im Nachhinein erwies sich meine Eile als durchaus berechtigt, der Renagade war inzwischen vergriffen und nach telefonischer Auskunft erst frühestens in 2 Monaten wieder lieferbar. Als ich nach Hause kam stand der große Karton noch leicht unterkühlt im Flur. Die erste Überraschung erwartete mich unmittelbar nach dem Öffnen, denn man hatte dem Amp einen schicken und gut gepolsterten Frack aus schwarzem Cotton verpasst, auf dem mit weißen Lettern Egnater Custom Amplification eingestickt war.

Hilft man ihn aus dem Dress, erscheint der Renegade in einem smarten Ocker-schwarzem Tolex, die Lautsprecherbespannung ist in den gleichen Farben gehalten. Das Gehäuse ist aus Birke und bietet dem Amp und seinem von Celestion gebauten Elite 1000 12 Zoller ein stabiles Heim. Das zeitlose Design des Renegade sucht wirklich seinesgleichen und schmückt ein funktionelles Studio genauso wie Omi´s 50er Jahre Wohnzimmer mit Nierentischchen und Ohrensessel.



Die Technik:

Der Egnater Renagade ist ein reinrassiger Zweikanaler und mehr als das, aber dazu später. Das Bedienfeld der beiden völlig getrennten Kanäle ist im Grunde identisch, bis auf die Tatsache, dass der erste Kanal für den Cleansounds und dem Zweiten die verzerrten Klänge zugedacht sind. So findet man nach den Guitarinput jeweils ein 65/18 Watt-, ein Tight/ Deep- und ein Bright/ Normal-Kippschalter, Gain, Bass, Middle, Treble, Tube Mix und ein Volumenpoti pro Kanal. Neben dem identisch aufgebauten Kanal 2 folgt die Masterabteilung mit sechs Drehreglern: Channel 1Rev, Channel 2Rev, Density, Presence, Main 1 und Main 2. und die obligatorischen Power- und Standby-Schalter. Während die 65 Watt Option für mehr Headroom sorgt, geht der Amp im 18 Watt Modus schneller in die natürliche Endstufenzerre.

Der wahre Gimmick besteht jedoch aus dem Mix von je 2 EL34 und 2 6L6 Endstufenröhren, die zudem für jeden Kanal separat gewählt, bzw. miteinander gemischt werden können. Außer den vier Endstufenröhren kommen noch sechs 12 AX7 Vorstufenröhren zum Einsatz. Während sich der Cleankanal selbst bei aufgedrehtem Gain kaum in die Zerre treiben lässt hat der zweite Kanal größere Gainreserven. Hier lassen sich die einzelnen Kanäle durch die jeweils separaten Tight/Deep Schalter nochmals schlanker im Bassbereich, bzw. in fette Rocksounds treiben. Wird der Bright Schalter aktiviert werden dem Sound mehr Höhen zugegeben.

Durch den Tube Mix Regler lässt sich so zwischen amerikanischem 6L6 und britischem EL34 Marshallsound wählen. Durch die zusätzlichen Masterregler lassen sich die Lautstärke der beiden Kanäle wunderbar aufeinander abstimmen. Zudem besitzt jeder Kanal einen eigenen Hall, der auch durch den Fußschalter schaltbar ist und beim Ausschalten als Spillover ausklingt. Während der Density Schalter für mehr Dichte im Bassbereich sorgt, bringt der Presence Regel mehr Obertöne. Hier sind die Regler jedoch für beide Kanäle zuständig.

Auch der robuste Fußschalter, mit dem sich nicht nur Channel, Effects, Reverb und Main 2 schalten lassen, mit einem Minischalter lässt sich festlegen, ob sich der Schaltvorgang Kanal 1, 2 oder beide beinhaltet. Möchte man z.B. nur auf dem Cleankanal Reverb haben, auf den Zweiten aber keinen, so lässt sich das mit dem Minischalter einrichten. Das gleiche gilt für den Fall, dass der Leadkanal beim Solieren etwa lauter sein soll.



Hier macht es sich sicherlich bezahlt, dass es sich bei Mister Egnater um keinen reinen Techniker handelt, sondern seine Wurzeln in einer langen Gitarristenkarriere zu suchen sind. Ähnlich wie Peter Diezel hat er sich seine ersten Brötchen im Verstärkerbau durch das Modifizieren von Marshall Tops und anderen Amps verdient. Wer anders als ein guter Gitarrist kann wissen, was ein solcher wirklich braucht.







Die Rückseite des Renagade ist mindestens genauso gut durchdacht wie umfangreich. Hier befindet sich zuerst einmal der Power Tube Bias Regler. Im übersichtlichen, aber leider nur englischsprachigen Owner´s Manual, ist eine Liste der möglichen Röhrentypen aufgelistet. So lässt sich der Renagate mit 6L6/5881, EL34/6CA7, E34L, 6550, 6V6 (JJ only !!!), KT66 und KT77 ausrüsten. Solche Möglichkeiten waren mir zumindest bisher unbekannt. Allerdings würde ich als technisch Unbegabter solche Arbeiten immer einem Fachmann überlassen.

Für den Fußschalter sind zwei Klinkeneingänge vorgesehen. Für Zusatzspeaker steht ein Impedanz Wahlschalter mit 4, 8 und 16 Ohm ebenso zur Verfügung, so zwei zusätzliche Speakereingänge. Für Record und Line Out steht ein Ausgang zur Verfügung, ebenso ein Effects Loop Return und Send. Das ist eine Menge gut durchdachter Features, die man hier für sein Geld bekommt. Obwohl ich mit Sicherheit kein technisches Genie bin und nicht einmal meinen DVD Recorder programmieren kann, waren mir alle Funktionen nach kurzer Zeit geläufig.





Der Sound:

Das ist für mich immer der schwierigste Teil eines Reviews. Als wäre es nicht schon schwer genug einen Klang zu umschreiben, beschreibt doch jeder subjektiv seinen eigenen Sound, mit seinen eigenen Worten. Als Testgitten dienten mir eine alte Tokai Telecaster und eine Stratocaster mit dem Seymour Duncan "Everything Axe Set" mit 3 Humbuckern. Mein erster Eindruck kam vom Lüfter. Direkt nach dem Einschalten stellte sich ein leises Summen ein, dass ich von meinen PC´s kenne. Nicht wirklich störend und im Bandbetrieb sicherlich unhörbar spitzte ich trotzdem die Ohren. Mit einem Lüfter hatte ich nun nicht gerechnet. Aber ein kurzer Anruf beim Verkäufer beruhigte mich umgehend. Da die Rückwand geschlossen ist, sorgt ein leiser Lüfter für die nötige Kühlung der Endstufen. Die Telecaster angekabelt und zuerst einmal die Lautstärke angepasst. Mein Gott, können 65 Watt laut sein. Zuerst fiel mir die direkte Ansprache auf. Im Manual gibt es einige Vorschläge für verschiedene EQ Einstellungen. Ich habe zuerst einmal alles auf 12 Uhr belassen und war beeindruckt wie ausgeglichen der Amp bei kleinen und mittleren Lautstärken eingestellt ist. Über den Bridge PU hatte ich im Handumdrehen einen wunderbar glockigen Sound.

Die 6L6 bringen mit sachtem Reverb den typischen Fendersound. Besser kann es auch kein Twin Reverb. In der Zwischenstellung brauchte ich nicht lange nach dem allseits bekannten Twang zu suchen. Eine leichte Übung für Telly und Renagade. Ich habe ein bisschen mit dem Tube Mix gespielt und musste feststellen, dass er mir hier in der Mittelstellung am besten gefiel. That´s Funk. Mit dem Halstonabnehmer wird es dann fast schon jazzig. Jetzt klingt die Tele schon fast nach Paula, mit samtweichen Mitten. Der Engl guckt nur dumm aus der Wäsche und das Chrom scheint vor Wut anzulaufen.



Ich versuche ich mit dem Tube Mix deutliche Soundveränderungen zu erreichen, aber es ist nicht so, dass beim Schrauben von 6L6 auf EL34 plötzlich das volle Marshallbrett da ist. Der Übergang ist wesentlich sanfter als ich angenommen hatte, aber durchaus hörbar. Der Ton wird rauer und rotziger, aber alles in Grenzen. Beim Umschalten auf den zweiten Kanal wird schon klarer was Sache ist und die Tele liefert mit ein wenig Schrauberei amtliche Leadsounds. Beim zusammenschalten der beiden Kanäle kann es ganz schnell brachial werden und ich finde es erstaunlich welchen Einfluss die Tight/ Deep und Bright/Normal-Kippschalter auf den Gesamtsound haben.

Die "Schmitz Strat" mit ihren drei Humbuckern bringt jetzt schon ein ganz anderes Pfund auf die Waage. Der Renagade lässt seine Muskeln spielen, von sweet & bluesy Overdrive bis zum brachialen Iron Maiden Riff ist hier alles ohne große Mühe abrufbar. Anfangs haben mich die vielen Soundmöglichkeiten fast erschreckt, jetzt macht es nur noch Spaß. Man muss sich fast schon anstrengen, um diesen Amp mies klingen zu lassen. Ein ganz großes Dankeschön an Rainer, ich war schon kurz davor bei Gregor Hilden einen Kitty zu ordern. Nicht auszudenken was mir da entgangen wäre. Sicherlich sind 1200 Taler kein Pappenstiel, aber ich hatte schon wesentlich teurere Kisten am Kabel und ich bin mir sicher, dass ich noch lange nicht alles ausgereizt habe, was dieser Egnater zu bieten hat.



Fazit: Der Egnater Renagade ist ein außergewöhnlicher und vielseitiger Amp. Der Entwickler ist hier neue Wege gegangen, weit weg von Computerchips und diversem Bits und Bites. Ich bin mir sicher, dass man noch viel von diesem Hersteller hören wird. Hier wurde alte Probleme neu überdacht und den Mut aufgebracht nicht den 23sten Boogie oder Marshall zu klonen. Blueser, Jazzer & Rock ´n Roller und sicherlich auch die Fans der etwas härteren Gangart werden ihren Spaß am Renegade und seinen Kollegen haben :great:.
 
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Schickes Review! Lääst du ihn uns jetzt auch noch hören? ;)
 
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Super Review, gute Bilde, zu sehr interessanten Amp :great: thx


lg,NOMORE
 
Armin H.

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Schickes Review! Lääst du ihn uns jetzt auch noch hören? ;)

Mach´ ich, aber gib mir ein paar Tage. Ich bin gerade dabei mein kleines Homestudio neu aufzumöbeln und ein Update von Essential 4 auf Studio 5 durchzuführen. Danke für´s Lob :)
 
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Sehr schönes Review, schöne Bilder, und ein klasse Amp! :great: Ich liebäugelte mit dem kleinen Rebel-20 und hätte ihn schon fast bestellt, aber auch der ist schon zu laut - wenn ich bloss einen Raum hätte, wo ich einigermassen aufdrehen kann! :rolleyes:

Freue mich auf die Soundfiles! Was spielst Du für Musik mit dem Amp?
 
Armin H.

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Sehr schönes Review, schöne Bilder, und ein klasse Amp! :great: Ich liebäugelte mit dem kleinen Rebel-20 und hätte ihn schon fast bestellt, aber auch der ist schon zu laut - wenn ich bloss einen Raum hätte, wo ich einigermassen aufdrehen kann! :rolleyes:

Freue mich auf die Soundfiles! Was spielst Du für Musik mit dem Amp?

Hallo El Peregrino. Grade für kleine Lautstärken ist der Rebel 20 doch gerade zu gemacht. Im Unterschied zum Renagade hat der kleine noch ein Power Soak mit dem er sich stufenlos auf 1 Watt herunterregeln lässt. Er ist zwar etwas teurer als die Mitstreiter in dieser Liga wie Nighttrain und Tiny Terror, hat dafür aber auch eine ganze Menge mehr Features. Das beginnt bei der doppelten Endstufenbestückung mit 6L6 & EL34 mit Tube Mix und geht über einen FX Loop zu einer komplette Röhrenbesückung mit Groove Tubes (die ich nicht unbedingt für die Schlechtesten halte). Und mit 20 Watt und einer 112er Box kannst Du Dich bei jeder Kneipenschlacht noch tapfer schlagen :great:.

Noch eine Nummer kleiner gibt es den Tweaker (auch als Combo) mit 15 Watt bei dem man zwischen American, V-X und British Tone wählen kann. Er kann immer noch mit drei 12AX7 und einem selektierten Pair 6L6GTA und buffered Effect Loop aufwarten. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass im Hause Egnater mit Röhren nicht gespart wird :great:.

PS.: Abschließend möchte ich noch darauf hinweisen, dass ich mit Herrn Egnater nicht verwandt oder verschwägert bin und weder Aktien noch Verkaufsprovisionen dieser Company besitze oder erhalte. Wahrscheinlich spielen lediglich meine Synapsen verrückt, weil ich´s so gut getroffen habe :D:D:D.

http://www.egnateramps.com/download/PremierGuitar.pdf

http://www.egnateramps.com/manuals/TweakerIM.pdf

In diesem Sinne "Rock on" Mister Egnater :rock:
 
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Hallo El Peregrino. Grade für kleine Lautstärken ist der Rebel 20 doch gerade zu gemacht. Im Unterschied zum Renagade hat der kleine noch ein Power Soak mit dem er sich stufenlos auf 1 Watt herunterregeln lässt.

Die Wattregelung des Rebel macht selbigen leider noch nicht Wohnzimmertauglich. Auch wenn ich selbigen noch gar nicht antesten konnte (gibt es ja wie von dir erwähnt nur bei Thomann), ist dies schon in Fachzeitschriften, Foren und Youtube Reviews bestätigt worden. Aber abgesehen davon finde ich diese Amps einfach nur klasse. Nur zu schade, dass ich noch keinen anspielen konnte.

Glückwunsch zu diesem Sahneschnittchen :great:
 
Armin H.

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Die Wattregelung des Rebel macht selbigen leider noch nicht Wohnzimmertauglich. Auch wenn ich selbigen noch gar nicht antesten konnte (gibt es ja wie von dir erwähnt nur bei Thomann), ist dies schon in Fachzeitschriften, Foren und Youtube Reviews bestätigt worden. Aber abgesehen davon finde ich diese Amps einfach nur klasse. Nur zu schade, dass ich noch keinen anspielen konnte.

Glückwunsch zu diesem Sahneschnittchen :great:

Hallo Klaus.

Da bist Du rischtisch. Ein Watt ist eine Menge Holz. Aber wir sprechen hier von Vollröhrenamps ohne Chips & Tricks. Solche Übersteuerungen bei erträglichen Lautstärken lassen sich eben nur mit Mogelingamps realisieren. Da das Antesten beim T auch immer schwieriger wird, da denen schon die Amps ausgehen, kann ich Dir nur ein Angebot machen: falls Du mal in Kreuzberg bist kannst Du ruhig bei mir klingeln, wenn Du die Schuhe ausziehst und meine Katze nicht ärgerst, kannst Du den Amp ruhig mal anspielen :D.

Gruß, Armin :great:

PS.: An dieser Stelle kann man sich auch mal über die beste Technik beim Quad fahren auf Wüstenboden austauschen ;)
 
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da denen schon die Amps ausgehen, kann ich Dir nur ein Angebot machen: falls Du mal in Kreuzberg bist kannst Du ruhig bei mir klingeln, wenn Du die Schuhe ausziehst und meine Katze nicht ärgerst, kannst Du den Amp ruhig mal anspielen :D.

Ein durchaus nettes Angebot. Aber leider ist mein letzter Berlin Besuch schon 6 Jahre her. Sollte da mal unverhofft was anstehen, komm ich da gerne drauf zurück. Und die Katze würde ich höchstens unbewußt mit meinem Geklimper ärgern :D.

PS.: An dieser Stelle kann man sich auch mal über die beste Technik beim Quad fahren auf Wüstenboden austauschen ;)

ist schnell erklärt...

...einfach Vollgas geben :D. Viel wichtiger sind lange Hosen. Der heiße Wüstensand verbrennt dir nämlich die Haut beim Fahren ;)
 
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Die Wattregelung des Rebel macht selbigen leider noch nicht Wohnzimmertauglich.

Das habe ich mir eben auch sagen lassen. Ich habe mich deshalb nicht getraut, blind einen Amp zu bestellen, von dem ich dann nicht sicher weiss, dass er wirklich das Richtige für mich ist (aus der Schweiz kann ich das Paket nicht einfach portofrei wieder an Thomann zurückschicken). So habe ich jetzt auf eine Empfehlung hin erst mal den Laney Cub-10 gekauft. Es ist mein erster Röhrenamp, und ich bin SEHR zufrieden damit! :great: Der kostete nur 200 Euro, aber klingt richtig gut, perfekt für mich zum Einsteigen. (In der Februarnummer von G&B wird er übrigens gleich eine Seite vor dem Rebel-20 besprochen!)

Die Egnaters haben es mir aber einfach angetan, das sind richtige GAS-Amps! :cool: Wenn ich dann mal den "Amp fürs Leben" kaufe, werde ich wieder darauf zurückkommen. Vielleicht ist es dann gleich der Rebel-30 oder eben auch der Renegade.
 
Armin H.

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Natürlich lässt sich ein 1200 Euro Verstärker nicht mit einem 200 Euro Amp vergleichen. Die kleine Laney Serie ist sicherlich auch eine Empfehlung in seiner Klasse, aber mit einem anderen Ziel. Ich denke nicht, dass das der Laney für eine Clubsessions oder als bändtauglich gebaut wurde. Es würde doch auch niemand einen Roland Cube 30 mit einen Boogie Mark IV vergleichen :confused:. Mich fasziniert auch ein wenig die neue Technik, nicht nur verschiedene Endstufenröhren in einem Amp zu verbauen. Das haben die Gebrüder Roy und ein Alexander Dumple schon vor 30 Jahren gemacht. Der nächste Schritt war die verschiedenen Röhren und auch deren Dynamic zu mischen :great:. Und das alles ohne Tricks aus der Computerbranche. Ein Grund für mich vor Amps wie Bogner Spider Wave Abstand zu nehmen.
 
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Ich wollte auch nicht sagen, dass der kleine Laney und der Rebel vergleichbare Amps seien. ;) Ich bin einfach bei der Evaluation zum Schluss gekommen, dass so ein kleiner für mich (ausschliesslich Wohnzimmereinsatz) momentan sinnvoller ist. Aber das Röhrenvirus hat mich jetzt infiziert, und ich hoffe schliesslich auch, irgendwann einmal mit der Gitarre aus dem Wohnzimmer hinauszukommen und grösseres Gerät bespielen zu können! :cool:
 
Armin H.

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Da ich irtümlicherweise meine Bilder im web gelöscht habe und man nur noch 24 Std. nachbearbeiten kann, hier noch ein paar Einblicke:







 
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Hi Armin,

nach gut einem Jahr wäre es mal interessant zu hören, wie du mit der Qualität des Amps zufrieden bist. Gibt es irgendwo Mängel, fällt was auseinander, snd die Röhren noch o.k. usw. usw.

Ehrlich gesagt schrecken mich die vielen negativen Berichte im Netz etwas ab. Vor allem bei einem Gebrauchtkauf.

Desweiteren iwären ein paar Worte zur Verträglichkeit mit deinen Bodentretern interessant.
Vielleicht kannst du dazu noch mal umfassend etwas sagen.

Ich interessiere mich ja schon länger für die Egnater Amps, und als ich jetzt mal die Gelegenheit hatte den 20er Rebel und den Tweaker zu spielen, war ich doch sehr angetan. Allerdings kommen die beiden für mich nicht in betracht, da sie keinen Recording Output haben. Interessant wäre daher nur der 30er Rebel Combo.

LG Klaus
 
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Fred ausgraben.........................:D

Ehrlich gesagt schrecken mich die vielen negativen Berichte im Netz etwas ab. Vor allem bei einem Gebrauchtkauf.

Hey Klaus, von welchen neg. Berichten sprichst du da ? Bitte um Info, da ich den RENEGADE eigentlich schon ins Herz geschlossen hätte :gruebel::confused:

lg,Clemo
 
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Hi Clemo

is ja schon länger her, weshalb ich gerade erstmal wieder nachdenken mußte. Es war halt so, dass ich hier und da von Kinderkrankheiten gelesen habe, die der ein oder andere User zu beklagen hatte.

Da müßte ich aber auch wieder detailiert nach googeln (defekte Lötstellen, brummen, so was in der Richtung).

Das ist aber wie gesagt schon länger her, und ich würde meine anfänglichen Ängste jetzt mal nicht auf die Goldwaage legen. Am besten wäre es auch, wenn der Armin mal etwas über die Langzeitqualitäten seines Amps erzählt.
 
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Hi Clemo

is ja schon länger her, weshalb ich gerade erstmal wieder nachdenken mußte. Es war halt so, dass ich hier und da von Kinderkrankheiten gelesen habe, die der ein oder andere User zu beklagen hatte.

Da müßte ich aber auch wieder detailiert nach googeln (defekte Lötstellen, brummen, so was in der Richtung).

Das ist aber wie gesagt schon länger her, und ich würde meine anfänglichen Ängste jetzt mal nicht auf die Goldwaage legen. Am besten wäre es auch, wenn der Armin mal etwas über die Langzeitqualitäten seines Amps erzählt.

Meiner hatte mal gekränkelt, aber nicht wegen irgendwelcher kalter Lötstellen, sondern wegen eines völlig überdimensionierten Lüfter für die Röhren. Der Egnater hat insgesamt 10 Röhren, die alle kopfüber im Chassis hängen. Das ist aber nicht nur bei Egnater so und hat ja auch durchaus seinen Sinn, denn bei geschlossenen Combos kann es deshalb hin und wieder zu einen Wärmestau führen. Kaum ein Hersteller baut deshalb gleich einen Lüfter ein, aber man war da wohl sehr sorgsam und wollte nicht das Risiko eingehen, dass eventuell die Lebensdauer der Röhren unnötig verkürzt würden. Deshalb hat man einen schicken, allerdings etwas großen Lüfter eingebaut. Zarte Geister wie ich erlebten das jedoch beim Recorden als Handicap, gerade wenn man über Mikros aufnimmt, nimmt man den Recording Line Out, hört man es ja nicht. Also habe ich kurzerhand die Rückseite geöffnet und habe den Lüfter auf etwas Bauschaum gesetzt, um ihn abzudämmen. Dabei ist mir ein kleines Missgeschick passiert, ich muss wohl an die Reverbplatine gekommen sein. Jedenfalls hatte dadurch die Platine etwas Kontakt zu dem Lüfter, was zu unangenehmen Geräuschen führte. Die habe ich dann dem Techniker von Thomann erklärt und der Amp ging zu Egnater, die inzwischen auch schon eine neue Lösung für ihr Lüftergeräusch gefunden hatten, das hat nämlich nicht nur mich gestört. Also wurde alles von der Firma Egnater heile gemacht und der Amp funzt und rockt wie am ersten Tag. :)

Der Renagade und die anderen Modelle waren jeweils sehr neu entwickelte Amps und da kommt es eben auch mal zu solchen Problemen, die bei den Tests nicht sofort auffielen. Ich würde jetzt einen etwas zu lauten Lüfter auch nicht unbedingt als Fehlkonstruktion bezeichnen. Sowas gibt es bei Mesa, Bogner oder anderen renomierten Herstellern auch. Ich kann sagen, dass der Renagade für mich der beste Allroundamp war, den ich bis dato gespielt habe. Das geht den anderen Usern hier im Board nicht anders. Allein der Headroom und die Leistungsreserven, die die Endstufenröhren, je 2 x EL34 und 2 x 6L6, die sowohl gemeinsam oder auch päärchenweise genutzt werden können ist wirklich erstaunlich. Der Egnater/Celestion Speaker ist dem Mesa C90 sicherlich ebenfalls ebenbürdig. Ich habe einige mal mit Alex, dem Gitarrist der Factory Crew, einer Bluesband gemailt, der den Egnater ständig in Livebetrieb hat und dies nun schon seit 2 Jahren, und höre dort auch nur Lobe. Der Umstieg auf den Hiwatt Custom 212 hat auch nicht mit dem Renagade zu tun. Das ist ein völlig anderer Amp, Einkanaler ohne Effektloop und ohne Reverb. Aber für mein Pedalboard genau der Richtige. ;)


PS.: Mein Egnater steht übrigens pikfein, mit Papieren und von Lüftergeraüschen geheilt und von Egnater frisch inspiziert zum Verkauf. Mit 14 Monaten Restgarantie und ohne das allerkleinste kleinste Kratzerchen. Ich glaube Du dürftest mich lange genug kennen, um zu wissen, dass ich in solchen Dingen sehr penibel bin. Was mir bei dem Rebel missfällit ist alleine die Bedienpanele auf der Oberseite. Wenn man gewohnt ist den Amp auf ein Case zu stellen und so den Speaker auf Bauch/Brusthöhe zu haben, ist eine Bedienung an der Frontseite viel einsichtiger.
 
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Nachruf auf einen tollen Combo:

Jetzt ist er weg und irgendwie vermisse ich ihn schon. Wenn dieses Ärgerniss mit dem Lüfter am Anfang nicht gewesen wäre, hätten wir nur gute Tage gehabt. Was haben auch Lüfter in einem Amp verloren, das ist doch kein PC? Aber da sieht man wieder mal, viel Technik, viel Fehlerquote. Trotzdem baut Bruce Egnater verdammt gute Verstärker. Ich hatte noch nie einen so flexiblen Vollröhrenamp mit einem so tollen Sound. Von zartem Blues bis zum fettesten Hardrock seviert der Amp wirklich alles. Er versteht sich mit Pedalen aller Art und arbeit mit einer sehr fortschrittlichen und ausgereiften Vollröhrentechnik, die ausserdem einiges an Gimmiks auf Lager hat. Ich habe unlängst mit einem Mitarbeiter von Thomann gesprochen, der meinte, ausser insgesamt 16 Rückläufern ganz am Anfang und alle mit dem gleichen Problem mit dem Lüfter, habe es in den letzten 2 Jahren mit der ganzen Serie keine Probleme gegeben.

Sollte jemand, der über diesen Artikel stolpert und mit dem Gedanken spielt, sich einen solchen Amp zu holen, kann er mir auch weiterhin, falls es offene Fragen gibt, gerne eine PN schreiben. Dem Nachfolger wünsche ich viel Spaß und Rock ´n Roll. Ich weiß, jeder macht das anders, aber ich heize meine Röhrenamps immer erst mindestens 20 - 30 Minuten auf, bevor ich Hand an die Gitarre lege. Damit bin ich über viele Jahre gut gefahren, denn im Grunde genommen können Röhren wirklich ewig halten. Demnächst kommt dann in einem neuen Thread der Nachfolger. :)
 
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Hi Armin,

schön, dass der Renegade dann doch ein positives Bild bei dir hinterlässt.

Ich bin mit meinem seit dem letzten Problem auch im großen sehr zufrieden. Mir kommt er zur Zeit nur ein bischen dumpfer vor als noch vor ein paar Monaten. Ich tippe einmal auf die Röhren. Die werde ich vielleicht einmal checken lassen. Oder könnte ich das auch selber, mit umstecken etc.?

Hast du in deiner Renegade-Zeit einmal versucht den Lüfter abzuklemmen? Da traue ich mich ohne weitere Kenntnisse nicht heran.

Gruß Jan
 

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