[Amp] - TRAYNOR DB-800-H

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Xytras
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So, dann will ich an dieser Stelle mal mein neues "Spielzeug"; vorstellen, den Traynor DB-800 H

traynor_official.jpg


Geholt habe ich ihn im Dezember und jetzt nach 4 Wochen fühle ich mich halbwegs in der Lage jenseits der ersten "neues Spielzeug-Euphorie"; darüber zu berichten.

Kaufgrund
Was hat mich motiviert, mir diesen Amp zu holen?
Eigentlich war ich bisher mit der Kombination Sansamp über Kompressor an Digitale Endstufe recht zufrieden (und werde sie auch weiterhin als "Backuplösung"; behalten). Trotzdem habe ich vor einer Weile bei einem Bekannten einmal eine Matamp Vollröhre spielen dürfen. Da hat mich das Handling der Endstufe zwar nicht so 100%ig überzeugen können, der "röhrig"; angezerrte Vorstufensound hat mich hingegen infiziert, es musste also eine Röhrenvorstufe mit Transistorendstufe her.

Warum dann nicht eine reine Vorstufe, wie Cervin sie z.B. kürzlich hier vorgestellt hat? Mich reizt eben immer wieder das Unbekannte ;) - außerdem fand ich es ziemlich reizvoll, mein Rack vorerst so bestehen zu lassen, wie es war und als Backup zu behalten.

Facts (frei nach www.musik-service.de)
  • 800 Watt@4 Ohm Bassverstärker im 19" Rack Metallgehäuse, 3 Höheneinheiten
  • Hybrid Vorstufe mit Röhren Overdrive (12AX7A ) und Solid State Vorverstärkung
  • Balanceregler 'wet/dry' erlaubt dem Bassisten, die perfekte Mischung aus unverzerrtem und angezerrtem Signal einzustellen,
  • schaltbarer Limiter
  • Kompressorschaltung frei einstellbarer Ansprechschwelle
  • 5-Band-Klangregelung mit semiparametrischem, durchstimmbarem Mittenband
  • stufenlos einstellbarer Scoop-Regler zum nahtlosen Übergang von linearem Frequenzgang zu einer Mittenabsenkung bei 300 Hz; nach der Hälfte des Regelwegs werden Bässe und Höhen angehoben, während die Mitten weiter verringert werden
  • Effektweg, per Fußschalter ein-/ausschaltbar
  • "Dry/Wet"-Regler für Effektweg auf der Frontseite
  • Röhrenverzerrung per Fußschalter ein-/ausschaltbar
  • symmetrischer XLR-Lineausgang hinter dem Röhrenverstärker, wählbar pre oder post EQ
  • SpeakonT- und Klinken Lautsprecherausgänge
  • Tuner/Mute-Schalter zum Stummschalten des Verstärkes (und des DI-Ausgangs) beim Stimmen

Optik
Der Traynor sieht optisch schon schick aus. Die versilberten Potiknöpfe machen "in Echt"; noch viel mehr her, als auf dem Bild, sie fühlen sich zwar ein wenig nach Plastik an, machen aber einen hinreichend stabilen Eindruck, um roadtauglich zu sein.
Insgesamt ist der Traynor mit seinen guten 20 Kilo nicht gerade leicht, aber auch (verglichen mit anderen Amps) kein Schwergewicht. Die Verarbeitung ist rundum solide.

Praxis
Noch bevor es in den Proberaum ging, hab ich das Teil (einfach aus Interesse) mal aufgeschraubt.Ich bin nun kein Technik-Experte oder so, der da irgendwas erkennen würde, aber es war auf jeden Fall im Inneren alles ordentlich verdrahtet und verarbeitet.
Also, ab in den Bunker zum Testen. Am Anfang fiel es mir etwas schwer mit den vielen Controls und Features, die der Traynor so bietet, um zu gehen. Die Funktionsweise von Reglern wie "Scoop";, "Bass Contour"; und den semiparametrischen Mitten im EQ ist zwar von anderen Amps her bekannt, ihr Zusammenspiel erfordert aber doch noch etwas Eingewöhnungszeit. Wenn man die einmal hinter sich hat, stellt man schnell fest, dass der Traynor einen ziemlich eigenen Charakter hat. Er färbt den Sound nicht unangenehm und ist in der Färbung noch sehr gut kontrollierbar, aber es gibt schon eine deutliche Klangfärbung. Im Zusammenspiel zwischen Gain und Drive-Reglern kann man dem Traynor Sounds von Clean über "leicht angezerrt"; bis hin zu "volles Brett - wer braucht schon Gitarren?"; entlocken. Außerdem kann man den Overdrive abschalten oder eben gleich auf die alternative Transistorvorstufe umsteigen. Damit man beim Overdrive nicht zu viel Druck verliert, kann man dem verzerrten noch das unverzerrte Signal beimischen, wobei sich bei meinem angezerrten Sound das Mischverhältnis von clean zu verzerrt bei etwa 60:40 eingepegelt hat.
Am stärksten ist der Traynor für meinen Geschmack in ganz leicht angezerrten Gefilden unterwegs. Hier hat er viel Power und klingt in allen Frequenzen differenziert und durchsetzungsstark. Über meine FMC 4x10er Box entwickelt der Amp auch einen so präsenten Sound, dass ich mich im Bandgefüge deutlich leiser drehen konnte, als noch mit dem Sansamp.
Ich habe den Traynor bisher mit 3 Bässen angespielt. Meine Human Base Basex.OC4 und 5 klingen gewohnt klar und drückend, die von mir eingestellte leichte Röhrenzerre liefert aber zusätzlich genau den minimalen "Schmutz";, auf den ich im Rock- und Metalbereich so stehe. Meine Warwick Corvette klingt am Traynor deutlich drahtiger, als noch über den Sansamp. Hier musste ich für meinen Geschmack die Mitten etwas absenken, allerdings entspricht das, was der Traynor hier wiedergibt viel mehr dem Sound des trocken gespielten Basses mit leichter Färbung, als das, was ich über den Sansamp gehört habe.
Unter seinen ziemlich vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten behält der Traynor immer den Charakter des Instruments bei, was natürlich wünschenswert ist, schließlich kauft man nicht teure Bässe, nur um ihren Sound hinterher weg zu "equalizern"; ;)

Bilder?
Das angehängte Bild ist nur ein Produktbild. Ich glaube, von einem Handycam-Bild von mir hat keiner was - aber wenn ich mal nen Fotografen zur Hand hab, kann ich vllt. eins im Rack nachreichen :)

Fazit
In seinem Statement auf der MS-Seite hat Martin Hoffmann geschrieben "Der DB-800H hat EIER!";. Dieses Statement kann ich zu 100% unterschreiben. Im "Neuanschaffungs-Thread"; hat mich Peter gefragt, ob ich mit dem Amp ein Abrissunternehmen eröffnen möchte. Das habe ich zwar noch nicht vor, aber wenn es mit der Wissenschaft irgendwann nicht mehr so läuft, bleibt mir die Option mit dem Amp auf jeden Fall offen. :D Bis dahin ist der Traynor ein sehr solides Arbeitsmaterial, das mich meinen Soundvorstellungen ein Stückchen näher gebracht hat und an dessen Roadtauglichkeit (trotz bisher noch nicht erfolgtem Liveeinsatz wegen anstehender CD-Veröffentlichung) ich keine Sekunde zweifle.

Pro
  • Sound-Vielfalt
  • druckvolle Sounds
  • gute Wiedergabe des Instrumenten-Charakters
  • gute Einstellung des Kompressors
Contra
  • Mute nicht per Fußschalter schaltbar
  • Handbuch enthält keine Beispieleinstellungen
  • kleine Regler (wet/dry, Kompressor-Schwelle) schwer genau zu bedienen
 
Eigenschaft
 
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