Anti-Emoausschreitungen in Mexiko u.A. durch Metaller

von Gobard, 29.03.08.

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  1. Gobard

    Gobard Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #1
    Es ist gerade in den Medien: In Mexiko gab es eine Welle der Gewalt gegen Emos.

    http://youtube.com/watch?v=OMp7Nnn7VbY

    Hintergrund: Emos stammen zum überwiegenden Teil aus sozialen gehobenen Schichten( das ist empirisch fundiert) und geben sich bewußt "weiblich". Der Hass ist ein Melange aus Homophobie und Klassenkampf.

    Nun wisst ihr genauso gut wie ich, dass es im Metal in den letzten Jahren total in Mode gekommen ist ,Musik die klingt wie "beating the shit out of an emokid" zu machen, T-Shirts zu tragen auf denen "kill emos" steht usw usf. Die Verrohung was Gewalt betrifft war ja in der Metalszene immer schon bemerkenswert, die Selbstverständlichkeit mit der die Emohetze hingenommen wurde ist aber nochmal eine Steigerung.

    Ich selbst beobachte die (und bin Teil der)Wiener Extremmetalszene jetzt schon etwas länger und sie rekrutiert sich zu nicht unwesentlichen Teilen aus Menschen mit niedrigem Bildungsstandard die insgesamt eher Außenseiter der Gesellschaft geblieben sind, die sich einen lächerlichen Jugendsubkulturethos a la "Wir sind harte Männer und echte Metaller" bewahrt haben. Es gibt bestimmte Szenenormen an die sich die meisten halten und einige betrachten Metal als Lebensphilosphie, was meiner Meinung nach völlig kindisch ist, deren Essenz es ist lange Haare zu haben und sich dunkel zu kleiden und überhaupt "hart" zu sein - die ganze Szene entwickelt sich immer mehr zu einem Haufen ekzentrischer Vollidioten. Ich betrachte "meinen Metalstil", den technischen Avantgarde-Deathmetal, als bemerkenswerten Stil unter den Popularstilen und finde im Allgemeinen dass Deathmetal eine sehr wichtige Message hat - aber nochmal: Es ist Kunst und kein "Lebensstil" ! wie kann man sich so hineinsteigern andere Subkulturen zu verabscheuen ? Aus dieser trve-Mentalität verbunden mit Metal-Außenseitertum, Hang zum Radikalen und einer allgemeinen Tendenz zur Intoleranz folgt dann genau dass was jetzt in Mexiko zu beobachten ist.

    Für mich ist Emos zu hassen schlicht Homophobie und Ausdruck der eigenen geistigen Beschränktheit und sollte endlich mal angesprochen werden - es gibt UNZÄHLIGE Beispiele vorallem bei Bands im Deathmetal/Core/Grindcore-Bereich.
     
  2. DeadEye

    DeadEye Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #2
    ich finds einfach nur arm
     
  3. Nashrakh

    Nashrakh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #3
    Das mit der Homophobie verstehe ich nicht ganz. Emos mögen sich zwar feminisieren, aber darin erkenne ich beileibe keine homosexuellen Anleihen... :confused:
    Also diese Anti-Emo-Stimmungsmache habe ich persönlich eher für Sticheleien gehalten. Zudem habe ich "Metaller" auch nie im geringsten als gewaltbereit empfunden.
     
  4. I_dunno

    I_dunno Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #4
    Ja ich habs gestern auch im Internet gelesen. Ist echt traurig, aber ich erlaube mir kein Urteil darüber zu fällen da ich ehrlich gesagt keine Ahnung hab was in Mexico so alles abgeht.
    Und außerdem versteh ich immer noch nicht was Emo überhaupt ist :D Ich mein woran erkennt man das ? Röhrenjeans und gestreifte shirts waren in den sechzigern schon in. Und musikalisch seh ich auch keinen Stil. Naja aber das ist ja nicht das Thema.

    Erinnert mich an Mods und Rocker. Sowas gabs leider schon immer.
     
  5. Corny

    Corny Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #5
    Ein weiteres: http://youtube.com/watch?v=oJBKFX1xIxc&feature=related


    Kannte die Videos schon, meine Meinung hat sich nicht geändert. Vorweg: Es ist schlimm, inakzeptabel und absolut nicht lustig.

    Aber: Dieses Gerede vom "Metal-Mob" ist doch Schwachsinn. Man schaue sich mal dieses Video an und zähle die Langhaarigen und Metal-Shirt-Tragenden. Ich komme auf genau eine Person. Nicht dass Metaller unbedingt lange Haare haben müssen, aber von Die-Hard-Fans, die sogar gegen Emos zur Gewalt aufrufen, erwarte ich dann doch etwas mehr. Gerade wenn es um eine "Metaller gegen Emos Schlacht" geht, würden sich Metaller, um ihre Einheit zu demonstrieren, ihre Shirts überstreifen.
    Was ich damit sagen will ist, dass dieser Mob bestimmt zu weiten Teilen von anderen wütenden Jugendlichen, nicht unbedingt Metalfans, getragen wurde.


    Es mag sein, dass es viele Splattertexte gibt und dass Gewalt innerhalb der Texte oft geduldet oder erwünscht ist. Ansonsten sehe ich überhaupt keine Verrohung. Metalfans gelten der Polizei schon lange als besonders friedlich, auf Metalfestivals kommt es so gut wie nie zu Ausschreitungen und hast du in deinem Leben schon eine nennenswerte Anzahl von metallischen Übergriffen auf Andersdenkende gezählt?
    Dem stimme ich teilweise zu, diese Pseudo-Wikingermentalität geht mir auch auf den Keks. Das äußert sich aber nie in Übergriffen.
    Ansonsten kommen Metaller aus allen Bildungsschichten. Bei uns an der Uni siehst du sehr viele Metaller, kannst ja mal an einer Hauptschule zählen. Man muss sich schon fragen: Ist es in Österreich dermaßen unterschiedlich?



    Was ich tatsächlich an der Szene bemängle ist die vieldiskutierte Intoleranz. Alles, was über das übliche Sticheln untereinander und gegen Emos hinausgeht, ist für mich armselig. Aber eben dieses Witzeln gehört einfach dazu.
     
  6. SigurTool

    SigurTool Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #6
    Also dieser Emotrend empfinde ich eher als peinlich. Liegt daran, dass ich eh Mode/Trend der Masse immer ein wenig kritisch gegenüber stehe. Aber solche Ausschreitungen sind einfach nicht zu tolerieren. Ich kenn mich nicht sooo in der Metalszene aus, aber es kommt mir so vor, als würde diese Szene sich immer mehr in den Extremen (nicht nur musikalisch) niederlassen.

    EDIT: meine Fehler mal verbessert...
     
  7. Corny

    Corny Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #7
    Begründung bitte. Und zwar mehr als nur diese halbgaren Handyvideos von oben.
     
  8. SkaRnickel

    SkaRnickel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #8
    Tja, wer selbst nichts kann vergreift sich halt an schwächeren, Notfalls auch in der Gruppe. Für mich ist das genauso geistige Armut wie der "Emo Kid Beatdown Day"... Hier in Koblenz gibt es eine Kneipe die sich Skinheads und größtenteils Emos teilen, erstere zwar leicht widerwillig, aber es kam noch nicht wirklich zu Konflikten oder sogar Schlägereien...

    Edit: Ein schönes Beispiel ist doch Post #4.... Im Profil als Beruf "Penner" angegeben, trver Avatar, und natürlich erstmal hier im Thread einen auf dicke Hose gegen Emos machen...
     
  9. sickranium

    sickranium Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #9
    Ich schließ mich an: man mag von anderen Subkulturen halten, was man will, aber Gewalt ist echt das aller-aller-allerletzte! Armselig, echt armselig, das ganze! Und dabei ist es mir völlig egal, was in Mexiko vor sich geht. Egal, was hinter dieser Hetze steckt, was auch immer die Gründe dafür sein mögen, DAS ist das falsche Ventil!

    grühs
    Sick
     
  10. SigurTool

    SigurTool Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #10
    Zack Zack ai Sir! :D

    Ich habe zwei Freunde, die wirklich in der Black Metal Szene drinstecken. Einflüsse von Nationalsozialismus (beide halten davon überhaupt nichts) oder gewisse Gewaltverherrlichung können beide aber feststellen. Das heißt nicht, dass die Metalszene insgesamt abrutscht. Ich denke aber, dass zumindest die Subkulturen zwar Facettenreicher werden aber oft auch extremer.

    Das können hier aber andere besser beurteilen, nach Lamb of God und Meshuggah höre ich nämlich kein Metal. :D
     
  11. monsy

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    Erstellt: 29.03.08   #11
    Das seh ich EXAKT genau so..

    Aber davon zu reden ob "Metaller" gewaltbereit sind oder nicht halte ich für vollkommenen Blödsinn... Welche Musik man hört lässt wohl kaum zulässigen Schlüsse auf die psychische Konstitution zu...
     
  12. Aussensaiter

    Aussensaiter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #12
    @monsy:
    Es waren aber im allgemeinen Metaller und Punks, wobei ich beide Gruppen als eher tolerant empfunden habe, bis jetzt. Es ist unter aller Sau, und sowas darf man nicht tolerieren, vor allem das Vorgehen ist einfach nur feige. Kleiner Keilereien hat es schon immer gegeben, aber das schockiert mich echt.

    Und auch ich kann das Homophobie Argument nicht verstehen. Ich will auch nicht, das alle gleich ausschauen, egal wo ich hingeh. Individualismus, ist etwas schützenswertes meiner Meiniung nach, keine Frage das DAS die falschen Mittel sind..
     
  13. Multifrucht

    Multifrucht Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #13

    Ich kann auch nur aus Erfahrungen berichten, dass das kleine Rudel Blackmetaller an unserer Schule auch antisemitische und nationalsozialistische Ansichten vertritt. Habe über diesen Trend auch schon eine Reportage gesehen, die eigentlich recht objektiv war.
     
  14. Bergly

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    Erstellt: 29.03.08   #14
    Also dieser Hass gegen Emos, den ich eigendlich nie richtig ernst genommen hab, kommt in allen Gruppierungen vor. Ich dachte auch immer das, dass nicht so richtig ernst ist und mehr sone Stichellei ist , aber anscheinend hab ich mich da getäuscht. In dem besagten Video sehe ich keine Mettaler also warum wird hier dann nur über die bösen Emo hassenden Metaller gesprochen?

    Zum Emohass in anderen Gruppierungen: http://de.youtube.com/watch?v=gRPfXQ2kLOo
     
  15. Matkra

    Matkra Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #15
    Sehr erschreckende Sachen sind das - dass irgendeine
    komische aufkeimende Subkultur solchen Hass auf sich ziehen kann,
    obwohl sie selber wohl kaum jemanden angreifen.
     
  16. Limbo

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    Erstellt: 29.03.08   #16
    Welche angeblich objektive Reportage meinst du denn?
    Sorry dass ich frage, aber ich höre im Gitarrenbereich hauptsächlich Black Metal und bin kein extremer Zeitgenosse. Ich nehme an dass du dich auf NSBM beziehst, aber der wird selbst von "truen" BM-Fans abgelehnt, weil Black Metal für Nonkonformismus und Individualismus steht, also das genaue Gegenteil von der ganzen, irgendein Kollektiv verherrlichenden Nazischeiße. :)
     
  17. SkaRnickel

    SkaRnickel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.03.08   #17

    Genau das ist es. Ich frage mich auch nach dem Grund. Weil sie "anders" sind? Weil sie auf außenstehende irgendwie "weinerlich" wirken, und damit einfach gute Opfer darstellen? Von vielen Hardcore Fans kommt ja das Argument, dass sie den Musikstil versaut hätte, aber naja ich bitte euch Hardcorefans.. naja. ;) :D
     
  18. Antagonism

    Antagonism Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.08   #18
    es gibt emowitze und sticheleien dagegen.
    aber meine fresse.
    hab das schon in anderen foren kommentiert.
    unter aller sau.vorallem weil es ja nicht nur metaller, skater und was weiß ich was waren.sondern auch ganz normale menschen.ist ein bissel wie die hexenjagd im mittelalter.
    auf jeden fall kann ich das in keinster weise gutheissen.
     
  19. .nOx

    .nOx Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.08   #19
    am besten finde ich das sich die ganzen extremen doch kaum von ihrer art her unterscheiden.
     
  20. zakk93

    zakk93 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.03.08   #20
    Ganz genau das ist mir auch aufgefallen, in dem Video sehe ich ehrlich gesagt keinen wirklichen Metaler (Hab mir nur ein Video angeguckt, vllt. leigt es daran ;) ), die meisten der Leute sehen "normal" (Ja, ich weiß "normale" Kleidung gibt es nicht, aber ich denke ihr wisst was ich meine ) gekleidet aus, und ich bezweifele, dass "richtige" Metaler in Hawaii-Hemden darum rennen, und Emos kloppen :rolleyes: ;)
     
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