Es ist gerade in den Medien: In Mexiko gab es eine Welle der Gewalt gegen Emos.
http://youtube.com/watch?v=OMp7Nnn7VbY
Hintergrund: Emos stammen zum überwiegenden Teil aus sozialen gehobenen Schichten( das ist empirisch fundiert) und geben sich bewußt "weiblich". Der Hass ist ein Melange aus Homophobie und Klassenkampf.
Nun wisst ihr genauso gut wie ich, dass es im Metal in den letzten Jahren total in Mode gekommen ist ,Musik die klingt wie "beating the shit out of an emokid" zu machen, T-Shirts zu tragen auf denen "kill emos" steht usw usf. Die Verrohung was Gewalt betrifft war ja in der Metalszene immer schon bemerkenswert, die Selbstverständlichkeit mit der die Emohetze hingenommen wurde ist aber nochmal eine Steigerung.
Ich selbst beobachte die (und bin Teil der)Wiener Extremmetalszene jetzt schon etwas länger und sie rekrutiert sich zu nicht unwesentlichen Teilen aus Menschen mit niedrigem Bildungsstandard die insgesamt eher Außenseiter der Gesellschaft geblieben sind, die sich einen lächerlichen Jugendsubkulturethos a la "Wir sind harte Männer und echte Metaller" bewahrt haben. Es gibt bestimmte Szenenormen an die sich die meisten halten und einige betrachten Metal als Lebensphilosphie, was meiner Meinung nach völlig kindisch ist, deren Essenz es ist lange Haare zu haben und sich dunkel zu kleiden und überhaupt "hart" zu sein - die ganze Szene entwickelt sich immer mehr zu einem Haufen ekzentrischer Vollidioten. Ich betrachte "meinen Metalstil", den technischen Avantgarde-Deathmetal, als bemerkenswerten Stil unter den Popularstilen und finde im Allgemeinen dass Deathmetal eine sehr wichtige Message hat - aber nochmal: Es ist Kunst und kein "Lebensstil" ! wie kann man sich so hineinsteigern andere Subkulturen zu verabscheuen ? Aus dieser trve-Mentalität verbunden mit Metal-Außenseitertum, Hang zum Radikalen und einer allgemeinen Tendenz zur Intoleranz folgt dann genau dass was jetzt in Mexiko zu beobachten ist.
Für mich ist Emos zu hassen schlicht Homophobie und Ausdruck der eigenen geistigen Beschränktheit und sollte endlich mal angesprochen werden - es gibt UNZÄHLIGE Beispiele vorallem bei Bands im Deathmetal/Core/Grindcore-Bereich.
ich habe mir den thread jetzt nicht ganz durchgelesen und weiß deswegen nicht, ob das,was ich jetzt dazu sage, schon gesagt wurde.
also als erstes muss ich dazu sagen, dass ich es auch schlimm finde. die frage ist nur, ob man das jetzt gleich wieder auf die musik schieben sollte. mein spanisch ist nicht gut genug um den bericht von youtube zu verstehen, aber die leute, die da zu sehen waren, sahen für mich nicht so aus als wären das jetzt alles metaller. ich befürchte, dass dieser punkt wieder von den medien "ins leben gerufen" oder zumindest etwas dramatisiert wurde, denn das macht das ganze doch noch viel interessanter. meine vermutung ist, dass die gründe viel eher darin liegen, dass viele jugendliche aus den armen schichten einen hass gegen die jugendlichen aus wohlhabenderen familien entwickelt haben und da die emos wie du sagst eben aus diesen familien kommen, repräsentieren sie eben diese und sind somit ziel bzw. opfer dieser jugendbewegung geworden. ich weiß nicht, wie die situation in mexico ist, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das wieder so ein land ist, wo es viele sehr reiche, aber im gegensatz dazu wieder sehr viele sehr arme leute gibt. und dadurch wird der hass ja besonders groß und es gibt genügend anhänger einer solchen bewegung. außerdem kann ich mir vorstellen, dass bildung in mexiko nicht für jeden möglich ist und das betrifft dann wahrscheinlich auch wieder die armen. und wenn ein haufen ungebildeter jugendlicher einen solchen hass entwickelt haben, dann ist es für mich kein wunder, dass sowas passiert und das hat meiner meinung nach nicht viel mit der musik zu tun und auch nicht mit der szene.
das sind alles nur vermutungen und ich muss zugeben, dass ich zu diesem thema auch kaum fakten kenne.
zu dem anderen muss ich auch was sagen. also ich betrachte das "metallerdasein" auch als eine art lebensstil. allerdings lauf ich nicht nur mit bandshirts (natürlich hab ich auch einen haufen davon) und nieten rum (sowas hab ich auch gar nicht, weil es irgendwie bescheuert aussieht), aber bei mir liegt es einfach daran, dass ich selbst musik mache und einfach die musik liebe. und dazu gehört nicht nur metal. ich sehe mich also viel eher als musiker und musikliebhaber. und ich weiß genau welche leute du meinst. diese "mitläufertypen" denen es gar nicht wirklich um musik geht, sondern darum zu provozieren und möglichst hartes geballer zu hören. und leider sind das die leute, die nach außen hin immer für die metalszene stehen. ich meine letztens nach einem gig hat sich so einer über mich lustig gemacht, weil ich ein unbedrucktes tom tailor shirt, eine normale jeans und keine springerstiefel (die ich übrigens auch affig finde) auf der bühne an hatte und meinte, dass ich ausseh wie ein backstreet boy. find ich schon lustig, dass man als "nicht-metaller" bezeichnet wird, obwohl man mit ner gitarre auf der bühne steht und die (metal-)sogs spielt, die man selbst geschrieben hat. die musik fand er gut, aber ich bin halt kein metaller :screwy:

(und lange haare hab ich durchaus).
aber dass es eine hohe gewaltbereitschaft bei metallern gibt, kann ich nicht behaupten. ich habe immer das komplette gegenteil erlebt. der großteil ist meiner meinung nach sehr friedlich und vernünftig und zum großteil auch ziemlich intelligent und gebildet. ich würd sagen so 40% sind dann allerdings die oben beschriebenen personen und die nerven mich auch tierisch. und schwarze schafe gibt es dann auch so wie der mörder aus leer, der vor einigen wochen seiner freundin den kopf abgeschlagen hat. war auch ganz groß in den medien. zufällig hab ich mit dem typen mal bekannstschaft gemacht, als wir einen gig in leer hatten und der typ und sein kumpel waren mir da schon nicht geheuer. beides nazis und in spielpausen hat sein glatzköpfiger, blutiger kumpel uns angebrüllt, weil wir nicht hart genug sind, dem mörder hats allerdings gefallen, wie er mir später gesagt hat... der typ war übrigens so ein richtiger außenseiter. naja das sind meiner meinung nach aber einzelfälle und von den medien wird das dann gleich auf die ganze szene übertragen.
hier machen auch viele witze über emos, aber das ist alles noch lustig und hass gibt es da mit sicherheit keinen.
edit: außerdem bin ich der meinung, dass sowas hier sowieso nicht passieren würde und zwar weil wir hier einfach in anderen verhältnissen und unter anderen umständen leben. in mexiko ist gewalt doch nichts unübliches. das spricht auch wieder dafür, dass es sich hier nicht um die musik und deren szene dreht.