Aufbereitetes Saxophon-Audiosignal ins DJ-Pult quetschen

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Hallo miteinander,

ich bin Saxophonist und spiele öfters mit verschiedenen DJs. Ich benutze dafür live ein AMT Clipmikrophon an einer Sennheiser-Funkstrecke. Vom Funk-Empfänger geht das Audiosignal weiter zum dbx-Equalizer und einem t.c.-electronics-Multieffektgerät. Dort habe ich dann am Ende zwei symmetrische Line-Ausgänge (Stereosignal) mit einem maximalen Pegel von +14dBu (laut Bedienungsanleitung).

Da DJ-Mischpulte meist eine sehr begrenzte Zahl an Eingängen haben, suche ich nun nach der besten Lösung, mich dort anzuschließen. Am besten wäre es natürlich, wenn das Mischpult einen symmetrischen-Line Eingang hätte, was leider selten der Fall ist. Welche der folgenden Alternativen haltet ihr für die Beste?

1. Die meisten Line-Eingänge der Mischpulte sind leider unsymmetrisch, sprich Cinch. Ich habe überlegt, hier bis kurz vor das Mischpult per XLR zu gehen, um dann mittels Übertrager und einem kurzen Cinch-Kabel einen Line-Eingang zu benutzen. Allerdings heißt es zum Beispiel bei diesem hier "max. Eingangspegel (@ 50 Hz, 1% THD): -3 dBu" - bezieht sich das nur auf tiefe Frequenzen um 50Hz (die für Saxophon eher unrelevant sind), oder bekomme ich bei meinem Pegel von max. +14dBu hiermit Probleme?

2. Die meisten DJ-Mischpulte haben zwei Mic-Eingänge. Wenn man das Line-Signal dort direkt anlegt, gibt es je nach Pegel natürlich schwaches bis starkes Clipping. Aber auch, wenn ich je eine DI-Box benutzen würde, um den Pegel auf Mic-Level zurückzubringen, geht das Signal hier den Umweg wohl den Umweg über die (mäßig qualitativen) Preamps des Mischpults. Würdet ihr das trotzdem für möglich halten?

3. Als letztes ist mir noch eingefallen, den Effekt-Return als Eingang zu benutzen, da es sich hierbei ja um symmetrische Line-Eingänge handeln sollte. Ist das möglich, oder kann es hier zu Problemen kommen?

Ich bin dankbar für jegliche Tipps und Ratschläge!

Mit freundlichen Grüßen,
Sascha
 
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Nail.16
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Der Weg von Deinem TC Effektgerät zum Mischpult ist doch kurz, oder? Wenn ja, dann kannst Du einfach einen Adapter von XLR zu Cinch nehmen. Die Übertragung erfolgt dann zwar unsymmetrisch, aber das ist ja egal. Solange Du den Master nicht voll aufreist, ist das kein Problem.


Zu 1.: So eine passive DI (welche auch von symmetrisch aufn unsymmetrisch wandeln kann) wäre natürlich eine Option. Die +14dBu sollte das Gerät über einen deutlich breiteren Frequenzbereich abkönnen. Hier wird nur angegeben, dass bei 14dBu eine Verzerrung von 1% auftritt. Und zwar gemessen bei 50Hz. Würde an über den gesammten Frequenzbereich messen, würde sich ein anderes Bild geben. Aber Du willst die DI ohnehin nicht am Limit fahren, wirst Du auch nicht müssen. Also sollte sich die Verzerrung auch in Grenzen halten.


2. Würde auch gehen, aber nicht jeder Mischer hat 2 Mic-Ins, die man auch noch nach rechts und links panen kann, auf einen Fader legen usw. Ist halt nicht so flexibel. Die Chande, dass der DJ noch ein Cinch-Pärchen frei hat, ist meistens größer.

3. Dass die Returns immer symmetrisch sind, würde ich bezweifeln. Auch kann man hier schlecht die Lautstärke regeln. Die Frage ist aber auch, ob der DJ überhaupt regeln darf/soll/können muss.

Also wie gesagt: Bei kurzen Kabelstrecken wüprde ich einfach einen Adapter von XLR auf Cinch verwenden.
 
.sascha
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Hallo Nail.16,

vielen Dank für deine Antwort. Deine Bedenken zu 2. und 3. leuchten mir ein, dann werde ich eher zu 1. tendieren.
Die Kabelwege sind meist relativ kurz, allerdings handelt es sich beim verlinkten Gerät nicht um eine DI-Box, sondern um einen sogenannten "Übertrager", der verwendet werden sollte, um bei der Verbindung von symmetrisch auf unsymmetrisch Erdungsproblemen und damit Brummschleifen und ähnlichen Störgeräuschen vorzubeugen (siehe "AES48-2005: AES standard on interconnections - Grounding and EMC practices - Shields of connectors in audio equipment containing active circuitry").
Diese Geräte haben anscheinend sowieso schon den Ruf, vor allem im Bassbereich nicht sonderlich linear zu arbeiten. Von dem genannten "max. Eingangspegel (@50Hz, 1%THD): -3 dBu" war ich dennoch etwas abgeschreckt, da ich an meinem Effektgerät nur den Eingangsgain einstellen kann, nicht aber die Ausgangslautstärke, die wie gesagt bei max. +14dBu liegt.

Weiß jemand, ob dieser bzw. ähnliche Übertrager diesen Audiopegel bewältigen können? Welcher max. Pegel sollte dann am Cinch-Eingang des Mischpults anliegen? Vielen Dank!

Grüße,
Sascha
 
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Es gibt genug DI-Boxen mit schaltbarem -20dB Pad und einem Eingang, der 14dBu verträgt. Am Ausgang dann einfach noch den XLR-Cinch Adapter und gut...
 
.sascha
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...ohne Übertrager danach?
 
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...ohne Übertrager danach?

Doch, mit Übertrager. Aber Übertrager dürften vom Kern her, sofern der hochwertig ist, bei höheren Frequenzen auch mehr Signal vertragen bzw. bei gleichem Signal weniger klirren. Und wenn das kein billiger Eisenkern ist, sondern ein gutzer Ferrit Übertrager, hoch bis 20 kHz keine Probleme machen.
Je höher das Signal und je niedriger die Frequenz, desto eher treibt man einen Übertrager an die Grenzen der Kernsättigung.
 
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Ah OK, danke! Wenn ich also alles richtig verstanden habe, brauche ich eine DI-Box, um zunächst den Audiopegel abzusenken, und dann noch einen Übertrager, um von symmetrisch auf unsymmetrisch zu wechseln. Ganz schöner Aufwand :D.

Sind die genannten Neutrik-Übertrager denn bereits "hochwertig" in diesem Sinne?
 
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Nein, nur die DI-Box. DI Boxen haben den Übertrager drin und verhindern Brummschleifen. Zusätzlich haben viele Di Boxen einen Pad Schalter zum Absenken des Pegels. Alles was man danach noch braucht ist ein Kabeladapter auf asymm.
 
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Alles klar, vielen Dank!
Leider kann ich gerade keine zweikanalige DI-Box mit symmetrischen Eingängen und Pad-Schalter finden, aber ich werde mich weiter auf die Suche begeben.
 
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Nein, eine passive DI. Die können auch von symmetrisch auf unsymmetrisch. Aktive DIs können das nicht.

Aber wie gesagt. Line-Pegel und vllt. 5 Meter Kabel würden keine symmetrische Übertragung erforderlich machen. Da kann man auch ohne Übertrager von symmetrisch auf unymmetrisch gehen, indem man Cold und Masse zusammenführt.
 
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Ich möchte trotz des vergleichsweise kurzen Kabelwegs die unsymmetrische Verbindung nur mittels Übertrager/DI-Box nutzen, um Brummschleifen auszuschließen. Leider finde ich immer noch keine passive DI-Box mit symmetrischen Eingängen und einem Pad zur Pegelabsenkung, nicht mal eine einkanalige (wobei mir zweikanal natürlich lieber wäre, dann bräuchte ich nur eine Box statt zwei einkanaligen). Wisst ihr da zufällig eine passende?

Vielen Dank für die Hilfe schon einmal!

---------- Post hinzugefügt 27.04.2012 um 00:01:13 ---------- Letzter Beitrag war um 23:05:40 ----------

...die Art DTI scheint der Beschreibung nach zwar meinem Zweck zu entsprechen, jedoch gibt es zu viele negative Rezensionen, die ihr mindere Qualität und sogar Funktionsuntauglichkeit bescheinigen. Ich bin auch bereit, noch deutlich mehr für ein gutes Gerät auszugeben, aber irgendwie scheint es kaum etwas passendes auf dem Markt zu geben...

---------- Post hinzugefügt um 02:31:50 ---------- Letzter Beitrag war um 00:01:13 ----------

...die Palmer PLI-02 hat zwar auch nicht die Möglichkeit einer Pegelabsenkung, allerdings stelle ich mir gerade die Frage, ob ich diese wirklich benötige. Müssten Line-In-Eingänge, ob Cinch oder nicht, am Mischpult nicht solche Pegel verkraften? (Am Ausgang des Effektgeräts soll der max. Pegel bei +14dBu liegen, der Palmer Übertrager soll laut Herstellerangaben ohne Pegelverlust arbeiten...)
 

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