Beethoven - 2 Sonatinen, Lustig-Traurig

von Asteroid, 13.04.06.

  1. Asteroid

    Asteroid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.04.06   #1
    Hallo zusammen<img>

    ich hab mich mal im allgemeinen so umgesehen nach brauchbaren Stücken für einen aktiven Einstieg in Beethovens Klaviermusik, und habe in diesem Zusammenhang zwei Fragen:

    Sicher kennen einige hier die beiden leichten Sonatinen Kinsky-Halm Anh. 5 G-Dur und F-Dur. Selbige hielt ich bis vor kurzem für sehr geeignete "Beethoven-Einsteigerstücke"... nun habe ich aber erfahren, dass aus Quellengründen angezweifelt wird, dass diese tatsächlich aus Beethovens Feder stammen.
    Das erste mal veröffentlicht wurden sie anscheinend erst nach Beethovens Tod von einem Hamburger Verleger, der, wie man angeblich weiß, weder Kontakt zu Beethoven selbst noch zu ihm nahestehenden Personen hatte, und man nicht weiß, wie er an die Noten gekommen sein könnte. Ein Autograph liegt nicht vor.
    Und da sich diese beiden Sonatinen besonders in ihrer Leichtigkeit von den anderen beethovenschen Sonatinen unterscheiden, liegt der Gedanke an einen "Etikettenschwindel" wohl zwangsläfig nahe. Selbstverständlich ändert dass an den Sonatinen selber nichts, ob sie nun tatsächlich von Beetoven stammen oder nicht... aber wenn dies tatsächlich nicht der Fall sein sollte, können sie wohl schwerlich als Einstieg zu Beethoven dienen!<img>
    Weiß da jemand näheres?

    Ebenso gekannt ist sicherlich das Stück "Lustig-Traurig", meiner Meinung nach ebenfalls ein sehr geeignetes Stück für den Einstieg. Allerdings bin ich mir da immer an einer Stelle etwas unsicher: Zwischen dem 14. und 15. Takt ist in der rechten Hand ein Haltebogen auf dem zweigestrichenen E, am Ende von Takt 14 noch ein C und ein G, am Anfang von Takt 15 ein C und ein A mitgespielt. Nun bin ich mir irgendwie nicht sicher, ob der Haltebogen nicht vielleicht auch für das C mitgelten soll.
    Meine Frage also wäre, wird das C am Anfang des 15.Taktes neu angeschlagen oder ebenfalls gehalten<img>


    Vielen Dank schon mal im Voraus <img>

    Beste Grüße
    Sebastian
     
  2. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.06   #2
    Klar können sie als einstieg in beethovens musik sein, auch wenn sie nicht von beethoven sind. Für mich war beethovens musik z.B. der einstieg in Franz Liszt Musik.
    Die Musik hat sich immer weiter entwickelt, und so muss sich das gehör auch erst weiter entwickeln. Das geht auch mit stücken von mehreren Komponisten.
    Und die Müssen ja nicht Chronologisch nacheinander entstanden sein. Z.B. Der Liebestraum von Liszt eigenet sich eher als einstieg in Beethovens 32. Klaviersonate, als andersrum.
     
  3. Martin WPunkt

    Martin WPunkt Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.04.06   #3
    :confused:

    Wenn ich mal kurz dazwischenfunken darf....

    Was versteht ihr unter "Einstieg in die Musik von xyz"? Besonderheiten der Stilistik, technischer Schwierigkeitsgrad oder Interpretation....?

    In wie weit "braucht" man einen "Einstieg" zu einem bestimmten Komponisten und seinen Werken?
     
  4. Asteroid

    Asteroid Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.06   #4
    Ja, stimmt schon, Stücke anderer Komponisten können ein wesentlich besserer Einstieg in Richtung Beethovens Klaviersonaten sein als Beethovens leichte Stücke, und in wie weit man einen Einstieg "braucht", das ist eh schon fast ne philosophische Frage...

    Mit "geeignete Stücke für den Einstieg in die beethovensche Klaviermusik" meinte ich auch gar nicht mal so sehr einen Einstieg im technischen Sinn, sondern eigentlich mehr leichte Originalkompositionen des Komponisten, welche vom Schwierigkeitsgrad her für (relative) Anfänger geeignet sind, um einen Bezug zum Komponisten und seinem Werk aufzubauen. Eigentlich ist das mehr ne psychologische Sache, technisch gesehen können natürlich Stücke anderer Komponisten genau so oder besser geeignet sein. Aber für den lernenden Schüler macht das im Kopf denke ich schon einen unterschied, wenn er weiß, dass was ich da spiele wurde von Beethoven selbst in Noten gesetzt, und er so einen gefühlsmäßigen Bezug zu dem Komponisten aufbaut, als wenn ihm der Lehrer bspw. ein Stück von Carl Reinecke vorlegt, mit der Begründung, dass da bestimmte technische Finessen gut zu üben sind, die man dann für eine bestimmte Beethovensonate gut brauchen kann.

    Aber das alles ist ja gar nicht das, worums mir bei meinen Fragen ging (auch wenn kleine Exkurse immer interessnat finde<img>)

    Die Quelle der Info ob der Anzweiflung der Authenzizität der beiden genannten Sonatinen hat schon über 30 Jahre auf dem Buckel... der Beethovenforschung dürfte seit dem etwas vorangeschritten sein, ich dachte, dass jemand hier da vielleicht etwas neueres weiß.

    Aber an "Lustig-Traurig" dürften sich doch viele noch aus ihrem eigenen Klavierunterricht erinnern. Da kann mir doch sicher jemand bei besagter Unklarheit weiterhelfen<img>

    Beste Grüße
    Sebastian
     
  5. Mico

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    Erstellt: 14.04.06   #5
    In meiner Ausgabe ist an der Stelle auch nur die Melodie synkopiert. Es macht an hier auch Sinn das c neu anzuschlagen, da es teil der Begleitung ist und die 2. Stimme rhythmsch parallel zu den restlichen Unterstimmen verläuft. Auf diese Weise hebt sich die Oberstimme noch etwas besser vom Rest ab, wobei man sie aus meiner Sicht ohnehin etwas lauter als die Unterstimmen spielen sollte.
     
  6. Mico

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    Erstellt: 14.04.06   #6
    Das verstehe ich nicht, was haben die beiden Stücke (meinst Du Liebestraum Nr. 3?) miteinander zu tun? Klar, die spielt man beide nicht so vom Blatt, aber technisch und musikalisch unterscheiden die sich doch sehr stark voneinander.
     
  7. Asteroid

    Asteroid Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.06   #7
    @ Mico:

    Vielen Dank für die Antwort<img>! Ja, das macht wirklich Sinn, dass sich die Oberstimme mehr abhebt, wenn man das C nicht mithält sondern neu anschlägt, und nach dem du mich darauf gebracht hast, und ich beides mal am Klavier ausprobiert hab, klingt das so in meinen Ohren auch eindeutig schlüssiger <img>



    Na ja... die andere Frage wegen den Sonatinen ist wohl auch eher was für leidenschaftliche Beethovenforscher, und das wär doch ein etwas großr Zufall, wenn so einer hier auf dem Bord unterwegs wäre<img>!


    Beste Grüße
    Sebastian
     
  8. Martin WPunkt

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    Erstellt: 14.04.06   #8
    Wenn dir die Frage zu den Sonatinen wirklich wichtig ist, würde ich mich an deiner Stelle ganz unschüchtern ans Beethoven-Archiv Bonn wenden. Die sind mit der neuen Beethoven-GA befasst und sollten dir deine Frage hinreichend beantworten können.

    Guckst du hier: http://www.beethoven-haus-bonn.de/
     
  9. kleinershredder

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    Erstellt: 14.04.06   #9
    Ich meinte vom hören her.
    wenn man nicht so an die romantische harmonik gewöhnt ist, klingt für einen selbst vieles nicht so gut. Mir ging es früher z.B. so das ich Beethovens letzte Klaviersonate nicht anhören konnte, weil sie mir absolut nicht gefiel. als ich dann vom hören etwas leichtere stücke gehört habe, z.B. die frühen Klaviersonaten, hatte sich mein ohr mehr an solche klänge gewöhnt. Und jetzt liebe ich die 32. Das meinte ich halt mit einstieg.
     
  10. Mico

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    Erstellt: 14.04.06   #10
    Ah, ok. Dann hatte ich das irgendwie nicht richtig verstanden.
     
  11. Asteroid

    Asteroid Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.04.06   #11
    @ Martin WPunkt:

    Das is ne gute Idee, werd ich machen, dankeschön<img>


    @ Kleinershredder:

    Oh, dann hatte ich dich falsch verstanden<img> Aber ich hab bei der Entwicklung meines Musikverständnisses im Prinzip die selben Erfahrungen gemacht wie du sie beschreibst, kann dir also voll zustimmen<img>



    Jetzt ists nicht mal 24 Stunden her dass ich den Threat erstellt hab und bin doch schon in beiden Fragen weitergekommen, klasse Forum, noch mal ein herzliches Dankeschön an alle <img>
     
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