Befreiung eines Silent Piano vom Joch der Stummschaltung

drowo
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Nach 4 Jahren habe ich ich die Schnauze voll von meinem Silent System, genauer gesagt der dynamischen Performance meines Yamaha B3 mit SC2 Silent System.
Durch den notwendigerweise hohen Wert für die "Auslösung" - bei mir geschätzt ca 8mm - ist die Dynamik einfach lausig. Im Prinzip geht unterhalb von mezzoforte kaum was, man kriegt mit einzelnen Noten vielleicht ein mezzopiano hin aber nicht im Spielfluss.
Ich habe irgendwo gelesen, dass man sich an das Spielgefühl seines Silent Klaviers gewöhnt, aber da warte ich gerade vergeblich drauf. Ich spreche wohlgemerkt vom "normalen" Akustikbetrieb - im Digital Modus über Kopfhörer klappt eine dynamische Spielweise sehr gut, ebenso auf meinem Stagepiano (Yamaha CK88).
Aber akustisch geht nur "laut" bis "noch lauter" und insbesondere in der linken Hand ist für mich kaum gefühlvolles Spiel möglich.

Bevor ich jetzt mein Klavier für viele Euronen gegen ein Non-Silent austausche ist mir folgender Gedanke gekommen: Ich lasse von meinem Klavierstimmer (ist auch Klavierbauer) die Auslösung auf den üblichen Wert von 1-3 mm einstellen und verzichte auf die Stummschaltung. Um eine versehentliche Betätigung der Stopperleiste zu verhindern soll er die Stange unten am Pedal aushängen. Falls ich das Klavier einmal verkaufen sollte, oder aus irgendeinem Grund wieder die Stummschaltung benötige wäre die Modifikation sehr leicht reversible. Zum lautlosen Üben gehe ich dann halt wieder in den Keller wo mein Keyboard steht und im Wohnzimmer wird dann eben nur noch hörbar gespielt.

Was haltet ihr davon?

LG Robert
 
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Danke für die Bestätigung! Das verlinkte Video kenne ich, tatsächlich bin ich dadurch auf diese Idee gekommen. (y)
Wenn der Wandel vollzogen ist , vermutlich im Laufe des Januar, werde ich berichten.
 
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vielleicht bringt das neue Modelle mit diesem Transducer etwas. ? In einem Tastenwelt Heft wurde die Frontplatte mal abgenommen. Dabei zeigt sich dieser Kasten, der nur über den Resonanzboden & ohne Lautsprecher dann die Sounds erzeugt. Das ist die Fortentwicklung dieses Silent Systems, Transacoustic. Wenn ich das damals richtig gesehen habe, wird das mittlere Pedal zum Auslösen betätigt


Beim Verkauf bzw. Ankauf verliert man natürlich Geld...

Das B 3 kostet 1000 € mehr, dann 8990 €.

Lieferung über Piano Expreß bzw. damals als Kraus & Pabst firmierend

 
Da gab es sicher eine Fortentwicklung bei der Erfassung der Tasten Velocity sowie der digitalen Klangerzeugung aber das mechanische Grundproblem bleibt: Die Hämmer dürfen im Stumm Modus die Saiten nicht erreichen und das erfordert eine sehr frühe Auslösung. In dem von @McCoy verlinkten Video wird das ganz gut gezeigt.
 
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Es spricht nichts dagegen. Kann man genau so machen. Allerdings würde ich die Stange unten am Pedal nicht aushängen. Kann sein, dass dann irgendwo im Gestänge Spannung fehlt und bei manchen Tönen es zum Mitrasseln des Metalls kommt (Resonanz). Geht mir jedes Mal beim stimmen so, wenn ich den Moderator ausgebaut habe. Dann rasselt irgendwann das Moderatorgestänge mit. Besser ist, du klemmst einfach einen Korken unter das Pedal, so dass man es nicht herunter treten kann.

Dass ein Spieler das überhaupt merkt, dass die Auslösung so weit eingestellt ist, ist übrigens nicht selbstverständlich. Manche Spieler merken es sofort, manche gar nicht. Interessanterweise hat das nichts damit zu tun, wie gut oder wie lange ein Spieler schon spielt. Ich hab schon blutige Anfänger erlebt, die das gemerkt haben. Und Profis, die es nicht gemerkt haben.
 
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@Piano-Gregor danke dir für den Tip! Ich denke es hängt von der Spielweise bzw dem Repertoire ab - laute Sachen gehen ja wunderbar.
@acheron65 ich habe mir mal die Beschreibung bei Yamaha angesehen. Klingt wirklich interessant, da sie tatsächlich die Resonanz steuern um leiser zu werden. Wenn sie ganz auf die Stummschaltung verzichten können besteht auch nicht die Notwendigkeit die Auslösung derart groß einzustellen. Aber ein neues Klavier zu kaufen ist mir augenblicklich ohnehin zu teuer.

LG Robert
 
Inzahlunggabe vielleicht ?
 
@acheron65 ich habe mir mal die Beschreibung bei Yamaha angesehen. Klingt wirklich interessant, da sie tatsächlich die Resonanz steuern um leiser zu werden. Wenn sie ganz auf die Stummschaltung verzichten können besteht auch nicht die Notwendigkeit die Auslösung derart groß einzustellen. Aber ein neues Klavier zu kaufen ist mir augenblicklich ohnehin zu teuer.
Verstehe ich jetzt nicht. Transacoustic ist ja immer mit Stummschaltung. Und der Output kommt halt nicht aus dem Kopfhörer, sondern aus dem Resonanzboden, der letztlich nur als Lautsprecher fungiert.
 
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Man kann in weniger als einer Minute die Auslösung des gesamten Klavieres ändern, indem man die Auslösepuppenleisten nach oben drückt. Das ist nicht 100% genau, aber die Spielart wird im ppp Bereich erheblich besser sein, als zuvor.

Michael
 
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... Das ist die Fortentwicklung dieses Silent Systems, Transacoustic. Wenn ich das damals richtig gesehen habe, wird das mittlere Pedal zum Auslösen betätigt

...

... ich kenne dieses TransAcoustic-System nur von zwei meiner Yamaha-Gitarren: Da macht es allerdings etwas ganz anderes. Letztlich werden dadurch - ohne Amp - zwei Effekte möglich, nämlich Hall und Chorus.

Das funktioniert bei den Gitarren sehr gut - und es erzeugt bei den Zuhörern immer noch ein ungläubiges Staunen, wenn man draußen im Garten nur mit der Gitarre Hall- und Chorus-Effekte beim Spielen erzeugt.

Deshalb glaube(!) ich eher nicht, dass das System auch für Silent-Funktionen taugt.

EDIT: Das hat mir keine Ruhe gelassen. Das TA bei den Pianos dient tatsächlich der Lautstärkereduzierung.
Da lag ich mit meiner Vermutung also komplett falsch :censored:
 
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EDIT: Das hat mir keine Ruhe gelassen. Das TA bei den Pianos dient tatsächlich der Lautstärkereduzierung.
Da lag ich mit meiner Vermutung also komplett falsch :censored:
Ich weiß nicht, was jetzt deine Vermutung genau war. Aber TA nutzt den Resonanzboden als Lautsprecher für den Digitalklang , während die Saiten nicht mitklingen. Anstelle eines Kopfhörers wird also der Resonanzboden zum Abhören benutzt. Was nicht geht: mit den echten Saiten spielen und den akustischen Klavierklang der Saiten leiser machen.
 
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Probier bei Deinem Händler doch mal ein paar verschiedene Yamaha.
Ich habe jetzt mehrere B3 mit und ohne Silent-System verglichen und erkenne da keinen Unterschied .
Und wie kann man denn versehentlich das mittlere Pedal aktivieren ?
 
Möglicherweise ist bei meinem die Auslösung besonders weit eingestellt. Werde ich überprüfen lassen.
Und wie kann man denn versehentlich das mittlere Pedal aktivieren ?
Dinge passieren, auch wenn sie unwahrscheinlich sind: jemand der nicht weiß das es nicht bestätigt werden soll setzt sich ans Klavier und hat bevor man etwas sagen kann den "Übungdämpfer" getreten.
 
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Hallo Drowo,
8mm sind definitiv zu viel. Die Klaviere kommen oft nur grob reguliert aus der Fabrik und die Auslösung der Silent Klaviere wird dabei mit sehr viel Puffer versehen. Wir haben die Klaviere vor dem Verkauf immer durchreguliert und die Auslösung auf 4-5 eingestellt, wie Yamaha selbst es vorgibt. In vielen Fällen sind auch 3-4 mm kein Problem. Dann schlagen die Töne zwar durch, wenn in ff Cluster in die Tasten gehauen werden, aber bei normalem Spiel reicht das immer noch aus. Dazu muss natürlich die Stoppleiste selbst erstmal um einiges näher an die Saitenebene gebracht werden, bevor die Auslösung entsprechend angepasst wird. Wenn dann immer noch kein Dynamisches Spiel möglich ist, liegt das nicht allein am Silent System, sondern an der Intonation und dem Rest der Regulierung. Auch die Silent Klaviere der B Serie sollten sich wie ein normales Klavier spielen lassen, das Silent System ist zwar ein Kompromiss, aber dieser ist wirklich minimal. Im Alltag erlebe ich genug non-silent Klaviere deren Auslösung Kreuz und Rüben ist, die aber dennoch das volle Dynamik Spektrum bieten.

Hoffe das hilft ;)
 
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Danke dir für den interessanten Hinweis! Das wäre eventuell ein erster Schritt bevor man das Silent System komplett umgeht.
 
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