bei 2 Gitarristen die Spuren trotzdem je doppelt einspielen?

von metalpete, 25.02.04.

  1. metalpete

    metalpete Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.02.04   #1
    Gruß,

    Wir nehmen demnächst ein Promo auf und machen Progressive MelodicDeathmetal mit 2 Gitarristen in der Band. Die beiden Gitarren spielen in der Regel unterschiedliche Sachen, also nicht monophon.

    Wie oft sollte man da jede Gitarre einspielen, damit's ne Wand wird, aber kein Brei?

    Und: Wir haben nen DualRectifier half stack und nen Engl Screamer 50 mit der teuren Engl-box (Cel. Vintage 30) zur Verfügung; - ist es klüger, die Spuren von je einem Gitarristen mit unterschiedlichen oder mit den gleichen Verstärkern mehrfach einzuspielen?

    Thx for Reply's
     
  2. loitschix

    loitschix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.02.04   #2
    Hi.

    Also um ne "Wand" zu bekommen reicht es in der Regel eine Mono-Gitarrenspur (wenn Sie gut klingt) zu doppeln, und eine Spur ganz nach links und eine ganz nach recht zu pannen. Ein Trick dazu noch: Wenn die Spuren fertig gemischt sind verschiebt einen der Kanäle um c.a. 8 millisekunden nach hinten. Damit wird der Klang noch breiter :)

    Wichtig ist das Ihr jede Gitarre mit einem anderen Klang (und am besten auch Verstärker) aufnehmt. Um so ähnlicher sich die "Klampfen" klignen um so mehr droht Frequenzauslöschung, vor allem wenn beide im selben tonalen Bereich spielen. Auch solltet Ihr mit verschiedenen Effekten (Hall, Verzerre, Kompressor, etc...) arbeiten damit die Beiden sich voneinander abheben.

    Beim EQing ist es ganz wichtig das Ihr Frequenzen die bei einer Gitarre angehoben werden bei der anderen absenkt. Und noch was: Ausser bei Solos (Panning in der Mitte) müssen die Gitarren unbedingt demZentrum (Mittelstellung) fernbleiben, da dort die Stimme hinplatziert weden muss.Wenn Ihr das nicht macht matscht Ihr den ganzen Mix zu!

    Und noch etwas predige ich immer bei meinen Kursen: Dreht den Bass und Tiefmittenbereich bei den Gitarren beim Mix weg, sonst macht Ihr den Bass zu. Die Gitarren klingen dann zwar alleinstehend blechig und dünn, aber im Gesamtmix haut es Dich dann echt vom Hocker wen die Drums noch gut abgemischt sind (BD unter oder über Bass, nie genau drauf, Snare muss knallen --> Kompressor & etwas Hall & EQing) :)

    Gruß,
    Alex....
     
  3. metalpete

    metalpete Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.04   #3
    Vielen Dank für die Erklärung,
    du meinst man braucht die Gitarren also gar nicht mehrmals einspielen, sondern einfach die jeweilige Spur nach links drehen und nach rechts kopieren. Bringt es Pluspunkte, wenn man die jeweilige Gitarre trotzdem seperat links und seperat rechts einspielt (und wird die 8ms-Verschiebung dann hinfällig)? -und wenn man die mehrmals pro Seite mit unterschiedlichen Gain-settings einspielt?
    Macht das den Gesamtklang am Ende transparenter, wenn man die eine Gitarre links und die andere rechts etwas zurück dreht?
    Und sollte man den Bass auch doppelt einspielen oder lieber nur einmal?
     
  4. loitschix

    loitschix Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.04   #4

    du kannst natürlich die gitarren für links und rechts je einmal einspielen, dann kann es aber passieren das man unbewußt 2 verschiedene gitarren hört da es nun mal nicht möglich ist 2 gitarrenspuren genau gleich und exakt einzuspielen. damit verlierst du dann den "breiteneffekt" der ja dadurch zu stande kommt das eben zwei genau identische spuren zueinander verschoben und verzögert werden.

    vor allem darfst du eines nicht vergessen: es handelt sich hierbei ja um klang, also schwingungen der luft. das sind eben so "berg-und-tal" hügel die sich durch die luft bewegen. wenn nun eine andere klangwelle um 180 grad verdreht und diese auf die erste welle trifft löschen sich die aus und du hörst nix mehr.

    wenn du nun zwei exakte (also duplizierte) gitarren(klang)spuren zueinander um einige millisekunnden verschiebst kommt nie die gefahr auf eine frequenzauslöschung zu haben. wenn du nun zwei unterschiedliche gitarrenspuren nimmst kann das schon leicht passieren.

    wenn du mehr darüber wissen willst lies einfach meine artikelserie auf meiner homepage www.sound4you.net über sounddesign (rubrik "Ressourcen -> Fachartikel").

    um so mehr gitarrenspuren du nun übereinanderlegst um so gefährlicher wird es nun, denn in der mastersumme kommt ja alles wieder zusammen und überlagert sich bzw. wird amplitudenmäßig addiert :)

    du kannst aber folgendes machen: spiele eine gitarre mono ein, und verdopple die spur. lege diese dann ganz nach links, und ganz nach rechts. dann spielst du die zweite gitarre ein, verdoppelst die spur, und legst sie leicht links und leicht rechts. dann bei der einen die linke spur leicht verscheiben, bei der anderen die rechte spur.

    nimm auf jeden fall auch verschiedene effekte für die beiden gitarren (gain, hall, chorus, etc...) damit sie sich etwas voneinander unterscheiden. um dann die "wand" zu bekommen spielst du mit der lautstärke der 2 stereospuren (oder 4 mono), das heißt du regelst die "breiter" klingende gitarre auf eine gute lautstärke und bettest dann die andere gitarre ein indem du so lange mit der lautstärke rauf oder runter gehst bis die wie in einem "soundbett" in der anderen gitarre liegt.

    kompressoren haben bei sowas aber nix verloren! nur bei der sologitarre!

    damit hast du eine gute "gitarrenwand". nicht vergessen: lowcutfilter bei den gitarren rein um nicht dem bass und der bassdrum frequenzmäßig in die quere zu kommen.

    sologitarren würde ich nur doppeln wenn du mehrere verschiedene töne/licks gleichzeitig verwendest, also nicht ein solo 5 mal einspielen und dann übereinander legen, das bringt nix.

    den bass einmal mono einspielen reich und dann genau in die mitte legen, so wie die bassdrum. das einzige was dann noch in der mitte sein darf ist die stimme. die kannst du ruhig mehrmals einsingen und dann übereinanderlegen. ergibt einen netten "flangereffekt" :)

    transparenz hat nix mit lautstärke zu tun! transparenz, also "luftigkeit" eines mixes hast du dann, wenn jedes instrument für sich seine eigenen frquenzbereiche hat und mit keinem anderen in konflikt kommt sonst "mumpft" es oder klingt nach soundbrei.

    versuche mal einen bass total "bassig" und bissig mittels des EQs abzumischen. danach mischt du die gitarre genau so räftig ab. wenn du nun die beiden übereinanderlegst wette ich mit dir das beide gleichzeitig nicht sehr toll klingen. das kommt eben daher das immer wieder der fehler gemacht wird einfach Eq DAZUzugeben. versuche mal die frequenzen die im bassbereich vorkommen bei der gitarre abzusenken, und...voila! plötzlich klingt die gitarre für sich nicht mehr so toll, aber beide zusammen super! Transparenz kriegt man mit auch Frequenzabsenkungen hin.

    daher ist es wichtig immer zu überlegen: "wo will ich was im mix haben". das ist auch mit der bassdrum so. wenn du die schön "wummig" machst und auch den bass schön wumemrn läßt klingt beides zusammen nach mist. überlege dir vorher ob du die BD über oder unter den BASS legen willst, und stelle danach deine EQs ein.

    so, genug erklärt, muss wieder zurück ins studio.
    ich hoffe dir haben die anregungen geholfen! :)

    gruss,
    alex...

    p.s.: ich halte übrigens schulungen bzgl. dieser themen ab. guck mal auf meine HP.
     
  5. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.02.04   #5
    Naja, eigentlich machen mehrfach eingespielte Spuren schon eine bessere Wand als duplizierte. Wenn das Timing natürlich schlecht ist, dann wird es irgendwann unschön, aber eine sauber eingespielte zweite Spur würde ich jedem digitalen Duplikat vorziehen...

    :?: Hoppla :shock:
    Der Begriff "Kammfilter" sollte dir aber schon was sagen, wenn du Lehrgänge gibst etc., oder? Wenn wir mal von deinen vorgeschlagenen 8ms Verschiebung ausgehen, dann kriegst du einen herrlichen 125Hz-Kamm - also alle vielfachen von 125Hz werden bis zu 3dB verstärkt, alle "halben" dazwischen (also 63Hz, 188Hz, 313Hz, ...) löschen sich im schlimmsten Fall völlig aus, je nachdem, in welchem Verhältnis Original und gedoppelte Spur gemischt sind.
    Bei inkohärenten Signalen (zwei separat eingespielte Spuren) passieren solche Auslöschungen nur statistisch, und gerade das macht den Choruseffekt bzw. die Fülle aus.

    Ich persönlich finde doppeln von Spuren (also durch copy+paste), ob mit oder ohne Verzögerung, nur dann sinnvoll (und trotzdem in den meisten Fällen zweite Wahl), wenn die beiden Spuren total unterschiedlich gemischt werden. Also jeweils anderer EQ, eine Spur komprimiert, die andere nicht, eine trocken, eine mit Hall oder was weiß ich. DANN vermeidet man den Kammfilter weitestgehend und hat die Timingprobleme des separaten Einspielens nicht.

    Jens

    Jens
     
  6. Shadow

    Shadow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.04   #6
    ´

    Da muss ich dir vollkommen recht geben, wir haben auch versucht, die Spuren einfach zu kopieren, das kommt aber niemals so gut und fett als wenn man die Gitarre ein zweites mal einspielt :!:
     
  7. Reidelrock

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    Erstellt: 27.02.04   #7
    Ich muß auch sagen, dass doppelt eingespielte Gitarren mehr Druck bringen! Ich benutz bei meinen Gitarrenaufnahmen öfters links 4 Gitarren genauso wie rechts! Alle 4 Spuren extra eingespielt! Ich würde aber auch mal sagen, dass es sehr vom Gitarrenequipment abhängt, ob das nötig ist, bzw. vom gewollten Sound! Wenn Du Druck wie Rammstein machen willst, dann mehrmals einspielen, wenn Du feeling haben willst wie z.B. beim Blues, dann reicht vollkommen eine eingespielte Spur!
    Grundvorraussetzung ist natürlich wie schon oben geschrieben, dass die Gitarren möglichst sauber gespielt sind!
    Wegen dem Equipment: Also ein Kumpel von mir bekommt mit seinem BOSS GT-6 so einen Druck hin, dass es völlig unnötig wäre die Spuren nochmals einzuspielen!

    Gruß Marco
     
  8. Yorn

    Yorn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.02.04   #8
    Also ich würde Dir empfehlen:

    Nimm beide Gitarren jeweils mit beiden Verstärkern in ungefähr gleicher Lautstärke auf (oder normalisiere die aufgenommenen Dateien so, dass sie den gleichen Pegel erreichen) und mische dann so:

    Gitarrist 1 :

    1. Aufnahme: links: seine Anlage, 100 % Lautstärke
    2. Aufnahme: halblinks(oder mehr): Anlage von Git 2 + Reverb/Hall -Effekt, 25-50 % Lautstärke

    Gitarrist 2 :

    1. Aufnahme: rechts: seine Anlage, 100 % Lautstärke
    2. Aufnahme: halbrechts(oder mehr): Anlage von Git 1 + Reverb/Hall -Effekt, 25-50 % Lautstärke

    Wenn ihr die Verstärker/Anlage nicht tauschen wollt, dann sollte es auch reichen, mit anderen Einstellungen aufzunehmen.

    Ich würde keinesfalls die Spur eines Gitarristen doppeln und dann nach links und rechts aufteilen, weil damit eigentlich der ganze Stereoeffekt, den Eure beiden Gitarristen erzeugen wollen (?) kaputtgeht.

    Ordentlich zusammengemixt (zusätzliche Effekte nach belieben) und ohne Übersteuerung klingt das ganze dann schon recht fett.
     
  9. MechanimaL

    MechanimaL Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.03.04   #9
    jens kannst du mir mal genauer die vor- und nachteile vom leichten verschieben identischer audiodateien und den begriff des 'kammfilters' erläutern ?

    würde mich interessieren, da ich selber gerade am mischen einer cd bin und bei einem song nur eine gitarre spielt ich da aber dennoch einen leichten stereo effekt im git-sound haben möchte. dh ich möchte nicht dass die gitarre so mono klingt.

    bei den restlichen songs habe ich die (gedoppelten) gitarrenspuren einfach auf 34 nach links und die andere 34 nach rechts gelegt (cubase mischpult ;) ) was vom sound her für mich absolut ok ist.


    danke schonmal

    -felix-
     
  10. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 01.03.04   #10
    Gerne.
    Ein "Kammfilter" ist eigentlich ein Filter bzw. eine Filtereinstellung, bei der bestimmte Frequenzen in immer gleichen Abständen angehoben oder abgesenkt werden, also z.B. alle Vielfachen von 100Hz werden um XYZ dB angehoben bzw. abgesenkt. Das kann man sich z.B. mal hier anschauen. Bei der oberen Grafik ist übrigens die Frequenz logarithmisch aufgetragen, daher sind die Abstände nicht gleichmäßig.
    Beim Aufnehmen entsteht der Effekt immer dann, wenn gleiche Signale verschiedene Wege mit unterschiedlicher Laufzeit durchlaufen und schließlich zusammengemischt werden. Also z.B. wenn ein und dasselbe Signal von zwei Mikros aufgenommen wird, die einen gewissen Abstand haben (Drumrecording!). Der Abstand bestimmt dann über die Laufzeitdifferenz die "Weite" des Kamms (vgl. Rechnung oben).

    Der vermeintliche Druck beim künstlichen Verschieben zweier Signale kommt u.U. einfach daher, dass bei einer bestimmten Verschiebung typische Frequenzen (s.o., um die 100Hz) verstärkt, andere abgeschwächt werden. Jedenfalls lässt sich der Sound durch einfaches Arbeiten am EQ oft ähnlich druckvoll gestalten wie durch Verschieben.

    Räumlichkeit würde ich der Gitarre eher durch einen Hall verpassen. Das muss dazu keine "Hallfahne" sein, die alles zumatscht, ein kurzes Delay oder ein "Small Room" tuts auch - nur Stereo sollte der Effekt sein. Das macht schon eine Menge aus. Oder ein Stereochorus oder oder oder... Da sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt.

    Gedoppelt meint hier geklont und verschoben? Wenn dem so ist, dann kann es gut sein, dass das schön klingt. Denn: Das mit dem Kammfilter stimmt nicht mehr so ganz, wenn Signale "hart" nach rechts und links im Stereobild verteilt werden. Da bewirkt eine Verzögerung gegeneinander eine räumliche Abbildung, denn über den Laufzeitunterschied rechts-links funktioniert ja ein Teil unseres Richtungshörens. Beim Kopfhörer (Extremfall) hört ja jedes Ohr nur eine Spur, da kann sich also nichts auslöschen, man hat aber den Eindruck, die Gitarre läge auf einer Seite.
    Stereomikrofonie funktioniert im Grunde genauso (einige Arten zumindest).

    Das Problem taucht aber dann auf, wenn das Signal mal Mono abgehört wird und somit die beiden Spuren wieder gemischt werden. "Monokompatibilität" ist das Stichwort - ein Song sollte auch noch auf einem Kofferradio gut klingen. Oder auf einem Ghettoblaster, der ja eine sehr kleine Stereobasisbreite hat (Abstand der Lautsprecher). Hör dir mal deinen Song als Mono-Mixdown an. Wenn es immer noch gut klingt, OK. Wenn nicht, weißt du jetzt, woran es liegt...


    Jens
     
  11. MechanimaL

    MechanimaL Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.03.04   #11
    nein verschoben habe ich nichts lediglich geklont und ein klonpaar etwas nach links das andere etwas rechts gelegt
     
  12. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 02.03.04   #12
    Das wiederum bringt genau 0,0. Also gar nichts. Wiederum es sei denn, die Spuren wäre unterschiedlich abgemischt. Aber selbst das bringt eigentlich nur was, wenn unterschiedliche Kompressoreinstellungen am Start sind.

    Kleines Beispiel: eine Monospur (in der Mitte) wird gedoppelt (also geklont). Bleibt der Klon in der Mitte und wird mit Lautstärkeverhältnis 1:1 zugemischt, wird die Spur einfach um 6dB lauter.
    Eine Monospur, die im Stereocenter gemischt ist, hat auf beiden (Summen-)Spuren dieselbe Lautstärke. Jetzt möge man sich überlegen, was passiert, wenn ich noch zwei Klone nehme und die symmetrisch nach R und L lege und die Mittenspur in irgendeinem Verhältnis dazumische.

    Insgesamt passiert also bei diesem Vorgehen nichts, was man nicht auch mit dem Kanalfader oder dem Pan-Regler hätte machen können....


    Jens
     
  13. Spezi

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    Erstellt: 02.03.04   #13
    Eine Wand wird's auch wenn Du eine Gitarre mit einem Auto-Panner hin und her wechseln lässt. Gibt zudem noch 'nen verdammt coolen breiten Stereo-Effekt. Musst aber dann die Frequenz abchecken mit der es Hin und Her wandert.
    Hilft auch sehr gut bei etwas "flatterigen" Sängern wenn man es nicht mehr korrigieren kann.
     
  14. MechanimaL

    MechanimaL Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.03.04   #14
    wieso sollte das nix bringen jens ? der stereo effekt und das breitere gesamtbild des songs dadurch sind doch offensichtlich ?

    und wieso 'was man nicht hätte mit dem panregler.. machen können' genau mit dem hab ich s doch gemacht ^^

    es sind außerdem 2 verschiedene gitarren (soundmäßig gesehn).
     
  15. metalpete

    metalpete Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.03.04   #15
    Das ist wohl der alles entscheidende Satz....
     
  16. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 02.03.04   #16
    Ahhh, so.

    Also zwei verschiedene Gitarren (eine etwas links, eine etwas rechts). Gut - das macht es schon mal fett.
    ABER: wenn du jetzt jede der beiden Gitarren je einmal klonst und nichts weiter damit machst als sie dazuzumischen (irgendwo im Stereobild), dann wird die Ausgangsspur dadaurch nur lauter und verschiebt sich ggf. nochmal im Stereobild. Das meinte ich mit "was man nicht auch hätte machen können"...

    Beispiel: Manch einer denkt, er könnte einen breiten Stereoeffekt erzielen, indem er eine Gitarre in der Mitte hat, und je einen Klon davon einmal ganz links und einmal ganz rechts... Das nützt aber nix - Ergebnis ist nach wie vor eine lautere Monogitarre in der Mitte.

    Lässt man jetzt z.B. die rechte Gitarre weg (also nur noch Mitte und der Klon links), dann "wandert" die Gitarre aus der Mitte nach halblinks - mehr ist nicht.

    Fazit: Vom Spurenklonen besser die Finger lassen, es sei denn, man verspricht sich davon ganz spezielle Effekte und weiß auch genau, wie die zustande kommen.
    Das Gerücht von dem Druck aus geklonten Spuren stammt aus der Analogzeit; und da stimmt das auch - wenn ich bei einer Bandmaschine eine Spur "1:1" kopiere, ist das natürlich keine 100% identische Kopie. Es kommt ggf. nochmal neue Bandsättigung dazu, der Übertragungsweg ist nicht völlig linear, evtl. dreh ich noch am EQ, Rauschen kommt dazu (nur wenig vielleicht, aber das macht's u.U.) etc...
    Eine digitale Kopie ist aber bis aufs i-Tüpfelchen identisch, da kannnicht mehr Druck, sondern nur mehr Lautstärke kommen - und die erreicht man viel einfacher, wenn man einfach den betreffenden Regler um ein paar dB nach oben schiebt ;-)

    Jens
     
  17. Spezi

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    Erstellt: 03.03.04   #17
    Trotzallem kommt doch die Frage auf warum die Herren Gitarreros sich nicht schon mal im Vorfeld in Probeaufnahmen darum gekümmert haben daß die Gitarren schon fett klingen bevor sie im Rechner bearbeitet werden.

    Das Bedürfnis nach Soundqualität während der Aufnahme scheint ja völlig "out" zu sein. Stattdessen nimmt man's einfach mal so auf in der Hoffnung daß man's ja später eh noch korrigieren kann. :D
     
  18. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 03.03.04   #18
    Mmmhh, da hat er nicht ganz unrecht, der Spezi.

    Aber ich muss mal für die Gitarristen eine Lanze brechen: So richtig ultimativ "fett", wie man die Gitarrensounds von aktuellen Produktionen gewohnt ist, geht es ohne Doppeln IMHO nicht. Da kann man sich am Amp 'nen Wolf schrauben, irgendwann ist Schluss. Und es hat auch nicht jeder eine Turnhalle mittleren Ausmaßes und eine Handvoll Marshall-Stacks zur Verfügung, um die sprichwörtliche Gitarrenwand durch Mehrfach-Amping (verbunden mit etwas Platzbedarf zur "Entfaltung" des Sounds) mal eben "live" zu erzeugen und so mit einem einzelnen Take gleich den vollen "in die Fresse"-Sound einzuspielen.

    Generell sollte aber jedes(!) Instrument schon vor der Aufnahme so gut klingen wie möglich, hinterher "hinbiegen" ist zeitraubend und bringt meist nicht das gewünschte Ergebnis.
    Hier und da noch etwas "anzudicken", sei es per Kompressor oder durch Doppeln, ist aber IMHO kein Verstoß gegen die guten Sitten - ganz im Gegenteil.

    Jens
     
  19. Spezi

    Spezi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.04   #19
    Also die heutigen PODs, stereo aufgenommen, machen schon ne fette Wand.
    Ich, als alter Purist, sehe das so daß einige Leuts sich wohl eher besser nen guten Synthi angeschafft hätten anstatt 'ne ganze Combo zum Einspielen antanzen zu lassen um dann danach doch wieder alles so mit Plugins vollzustopfen daß sogar der CPU-Lüfter beim Berechnen ins Schwitzen kommt.... :D

    Wenn man heute das Radio oder Fernsehen an macht hört man doch nur noch überproduzierte Stücke die mit "handgemachter Musik" nix mehr zu tun haben. Da wird dann sogar eine beschissene Stimme noch "getuned" damit's sich gut anhört.
    In find's wesentlich besser wenn die Leute wissen wie sie gut aufnehmen anstatt zu lernen wie man aus einer grauseligen Aufnahme mit Plugins eine gute macht.
    Da gibt's dann E-Drums, MIDI-Gitarren, MIDI-Keyboard, Synth-Bass usw.usw. Und wenn man's dann mal live bringen soll wird man unweigerlich zum Lacher des Abends (was aus Sicht des Zuhörers auch nicht unbedingt schlecht ist :D ).

    Richtig cool ist's IMHO erst wenn man das was man da aufnimmt jederzeit in gutem Sound live so bringen kann. Bestes Beispiel dafür sind, aus meinem überschaubaren Musikschrank, NEW MODEL ARMY. Da muss man manchmal schon etwas genauer hinhören um zu wissen ob das jetzt eine Live-Aufnahme oder ein Studio-Album ist. Auch bei Live-Gigs von denen bin ich noch nie enttäuscht worden. So soll's doch sein.
     
  20. Yorn

    Yorn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.03.04   #20
    Meine Meinung dazu:

    Im Proberaum oder bei den Aufnahmen im (Hobby-)Proberaum drehst Du Deine Anlage schön auf. Da kommt der Sound dann auch schön fett rüber, weil man alle Nuancen raushören kann. Auf CD will man aber einen Sound, der auch dann noch taugt, wenn man sich die Mucke in "normaler Lautsärke" bis leise anhört.
    Als "Kollege" traue ich Metalpete's Gitarristen mal eben zu ihre Anlagen so zu beherschen, dass live ein ordentliche Sound rauskommt. Warum mit den Einstellungen rumexperimentieren, wenn vielleicht keine Zeit für sowas ist oder man vielleicht auch noch keinen Plan hat, wie das Signal vorher vom Amp nachher im PC rüberkommt?
     
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