Benötige Rat zum Thema "Analyse von klassischen Liedern"

von verHohner, 20.03.06.

  1. verHohner

    verHohner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.03.06   #1
    Hi,

    im Musikunterricht machen wir gerade Analyse von klassichen Liedern. Besprochen haben wir Lieder wie "Das Veilchen" (verschiedene Versionen: z.b. von Johann Friedrich Reichhardt) oder Belsatzar von H. Heine sowie ein paar Lieder von Franz Schubert. Analysiert wurde dabei eben generell gesagt wie die Noten auf den Text abgestimmt worden sind, und wie man anhand der Noten den Text interpretieren kann. Da ich auf dem Gebiet aber noch nicht so fit bin und am Donnerstag dazu eine Klausur geschrieben wird würde ich mir gerne mal ein paar Tipps einholen was ich dazu lernen könnte oder was es zu beachten gibt. Ein paar ähnliche Lieder, die zu dem Thema passen und unter umständen drankommen könnten wären natürlich auch hilfreich.
     
  2. Mico

    Mico Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.06   #2
    Welche Aspeke habt ihr denn bisher besprochen? Die Analyse von Wort-Ton-Beziehungen ist ein weites Feld, da kann man so allgemein nur schwer Tipps geben. Wichtige Merkmale sind natürlch Wechsel von syllabischen und melismatisch gesungenen Teilen bzw. Wörtern. An welchen Textstellen ändert sich der Rhythmus, wo kommen plötzlich große Tonsprünge oder Pausen vor. Das sind nur ein paar Punkte, nach denen man suchen kann.
    Was für Infos interessieren dich konkret?
     
  3. verHohner

    verHohner Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.06   #3
    Soweit ich das beurteilen kann gehen wir da so gut wie garnicht ins Detail. Es geht also z.b. darum das bei Belsatzar diese auf- und abbewegungen im Notenbild, die sich wie ein Rauschen anhören, die Feier, die im Hintergrund läuft, darstellen sollen.
    Oder auch an welcher Stelle der höchste und der tiefste Ton im Lied vorkommen und was das für die Interpretation bedeuten kann. Das z.b. bei der Stelle "Ich bin der König von Babylon" die Töne immer tiefer werden und schließlich der tiefste Ton im Stück vorkommt könnte eben auf die anbahnenden Ereignisse hinweisen.

    Ich hoffe es ist jetzt klarer worum es geht.
     
  4. Mico

    Mico Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.03.06   #4
    Dazu kann man so allgemein wohl nicht viel sagen, da jeder Komponist andere Stilmittel einsetzt. Im Barock gibt es typische Figuren, die bei bestimmten Inhalten immer wieder vorkommen (Seufzermotive, Weltmotiv, Kreuzmotiv usw.). Da ist es dann nicht so schwer einen relativ eindeutigen Bezug zum Text herzustellen.
    Bei klassischen und romantischen Gedichtvertonungen o.ä. ist das nicht mehr ganz so einfach. Ob der höchste oder tiefste Ton mit der Textinterpretation in Verbindung gebracht werden kann, hängt auch von der Tondauer ab und auch davon, wie exponiert sie aus dem musikalischen Umfeld herausstechen. Alles andere grenzt dann meist schon an Überinterpretation.

    Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, was ich da für allgemein gültige Tipps geben könnte, außer vielleicht, auf herausstechende musikalische Parameter zu achten, z.B.
    • wenn alles syllabisch gesungen wird (pro Silbe ein Ton) und plötzlich eine auffällige melismatische Stelle kommt (mehrere Töne pro Silbe) hat das was zu bedeuten
    • große Intervalle und Synkopen in der Singstimme können meist mit dem unterlegten Text in Verbindung gebracht werden
    • Rhythmuswechsel, unerwartete harmonische Wendungen o.ä. haben auch in vielen Fällen einen Textbezug
    Keine Ahnung, ob das jetzt weiterhilft. Falls dir konkrete Dinge unklar sind, kannst Du die ja nochmal beschreiben.
     
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