Blockflöten - Aspekte von Grifftabellen und Notennamen

mirabilos
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Dann eine rein textliche Grifftabelle, barrierefrei, sie geht von c1 - g3:
Ui, die hat noch mehr Abweichungen.

(c1-g3? Sollte das nicht C4-G6 (klingend C3-G5) sein?)

Beim G♯4 zum Beispiel hat die visuelle Form das Äquivalent von (6), die textuelle (6;‌).

Die visuelle hat für C♯5 nicht nur den Standardgriff 1 2, sondern auch einen Alternativgriff 0, der in der textuellen fehlt.

D♯5 hat textuell 1 2 3 4 5 6 7 und visuell das eher bekannte 2 3 4 5 6.

H♭5 hat textuell 0; 1 2 5 6 7; und visuell 0; 1 2 5 6 7 wie Mollenhauer.

C♯6 hat textuell 0; 1 3 4 6 UL und visuell 0; 1 3 5 7 UL.

Insgesamt würde ich hier als Kunde mal ein dickes WTF und eine Frage, was das denn bitte soll, in Richtung Hersteller werfen. (Wäre auch super, wenn sie die Ziffen vertikal dazuschreiben am Anfang der Zeile bei der visuellen Darstellung, und vielleicht einfach beide in ein PDF packen, damit man immer eine zugänglichere Form mit archiviert hat.) Kommt wohl aktuell auf ausprobieren und hören/messen raus…
 
(c1-g3? Sollte das nicht C4-G6 (klingend C3-G5) sein?)
Das hängt davon ab, wie man das mittlere C auf der Klaviertastatur bezeichnet. Also die Note zwischen den beiden Systemen,

Das, was ich als c1 bezeichne, ist bei Deinem System das C4.

Ich zitiere mal aus Googles KI:

In Deutschland und Europa ist c1, c2, c3 Standard. Im internationalen Kontext, bei elektronischen Instrumenten und in der Musikproduktion (DAWs) ist C4 üblich.

So weit ich weiß, ist die Tenorblockflöte doch (im Gegensatz z.B. zur Sopranblockflöte) klingend notiert, und nicht oktaviert? Bei der Sopranblockflöte würde ja korrekterweise eine kleine 8 an den Violinschlüssel geschrieben, was in der Praxis aber oft nicht geschieht.

Dass die beiden Tabellen auch innerhalb des gemeinsamen Bereichs differieren, war mir, ehrlich gesagt, gar nicht aufgefallen.
 
KI kannste sonstwohin stecken.

In Deutschland ist das Helmholtz-System üblich, das hat aber „Striche“ (technisch: prime), keine Ziffern: C₄ = c′, dann kommen c″, c‴, c⁗, usw.

Das mit den Ziffern ist SPN (scientific pitch notation). Das ist auch die, wo sich z.B. das A₄ drauf bezieht.

Ja, vergiß mein „klingend“, ich war falsch abgebogen (Blockflöten „klingen“ fürs Empfinden eine Oktave tiefer, das hat mit klingender Notation aber nix zu tun). Sorry.
 
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Ich zitiere mal aus Googles KI:
Den Hinweis von @mirabilos möchte ich noch unterstreichen. Unsere Tonbezeichnungen folgen außerhalb der in Pop, Rock und Jazz üblicheren englischen Bezeichnungen den Oktavräumen ab Subkontra-Oktav, Kontra-Oktav, große Oktav, kleine Oktav, eingestrichene Oktav beginnend mit dem Schlüsselloch c bzw. c' und weiter bis zur fünfgestrichenen Oktav, legt man die übliche moderne "88er" Klaviertastatur zugrunde.
Informativ ist eine entsprechende Übersicht auf der Homepage von Eberhard Sengpiel selig:
sengpielaudio.com/rechner-notennamen

Außerdem ist nicht nur dazu eine aktuelle Ausgabe von Wieland Ziegenrücker, ABC Musik eine nützliche Anschaffung. Das Lese- und Nachschlagewerk habe ich als besonders lesefreundliche Großdruckausgabe.
https://www.breitkopf.com/work/7238/abc-musik-allgemeine-musiklehre
Die inhaltlich gegliederten Kapitel sind darin als "lehr- und Lernsätze" durchmummeriert, unter Nummer 34 bis 36 wird die Darstellung mit Bezifferung erläutert. Es gibt aber auch die Bezeichnung der Oktavräume mit "einfachen Anführungsstrichen" nach dem Notennamen rechts oben und ab Kontra-Oktav vor dem Notennamen links unten.
Ziegenrücker Notennamen 1.jpg

Ziegenrücker Notennamen 2.jpg


Quelle: Wieland Ziegenrücker, ABC Musik, S. 31

Gruß Claus
 
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Ich hab’ mir mal eine Vergleichstabelle zwischen SPN, Helmholtz-Notation und GW-BASIC-„PLAY“-Oktaven sowie normalen¹ MIDI-Nummern gemacht, leider aktuell nur als Kommentar in einem (WIP‑)Shellskript: ab Zeile 91 oder so in https://mbsd.evolvis.org/music/Tuner/Tuner.sh

Das hilft beim Umrechnen. (Ich habe GW-BASIC gelernt und dann SPN, nie Helmholtz, mangels Musikunterricht².)

① ja, ich weiß, nicht alle halten sich dran und oktavieren eins hoch oder runter, aber jene ist die mit Abstand verbreitetste Fassung

② in der Flötengruppe reichte „hohes“ / „tiefes“ z.B. C
 
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Ja, vergiß mein „klingend“, ich war falsch abgebogen (Blockflöten „klingen“ fürs Empfinden eine Oktave tiefer, das hat mit klingender Notation aber nix zu tun). Sorry.
Ja, das wird immer mit dem "grundtönigen" Klang der Blockflöte erklärt.

Am deutlichsten wird das ja im Vergleich mit der gewöhnlichen Konzertflöte, die ja von der Tonlage her der Tenorblockflöte entspricht, und der Piccolo-Querflöte, die gleichauf mit der Sopranblockflöte liegt.

Ohne diesen grundtönigen Charakter hätte sich die Sopranblockflöte kaum so verbreiten können. Sie lässt sich halt auch von Kinderhänden greifen, aber hier wird der Sigo vielleicht Abhilfe schaffen im Sinne einer angenehmeren Tenor-Tonlage auch für diese Altersgruppe. Wobei ich persönlich auch den Sopranklang mag - entsprechendes Spielkönnen vorausgesetzt.

Ob man nun c1 oder c' schreibt, jedenfalls ist es ein anderes System als das, wo man C4 schreibt.
 
Es gibt aber auch die Bezeichnung der Oktavräume mit "einfachen Anführungsstrichen" nach dem Notennamen rechts oben und ab Kontra-Oktav vor dem Notennamen links unten.
Ich habe hier "nur" die "Praktische Musiklehre" von Ziegenrücker Heft 1 BV 311 ISBN 978-3-7651-031-7 2. Auflage von 2007.

Die Grafik, die Du oben zeigst, ist auf S. 16 in ähnlicher Form enthalten.

Für die eingestrichene Oktave verwendet Ziegenrücker durchgängig c1 (mit hochgestellter Ziffer, die ich hier im Text nicht dargestellt bekomme) oder eben als c' (mit Hockomma bzw. Strichlein).

KI kannste sonstwohin stecken.

Man muss ihre Aussagen stets hinterfragen; mitunter ist sie zeitsparend und nützlich.
 
Naja, von Standard kann man angesichts der seit vielen Jahrzehnten auch in Deutschland nebeneinander exitierenden Notenbezeichnungen kaum sprechen.
Die zitierte KI war offenbar nicht in der Lage, auf die Frage eine bessere Antwort zu geben.

Also ein kleiner Abriss zum Thema - dank meinem musikalischen Hobby und jahrzehntelangem Lesen, zum letzten Absatz der mir nicht mehr so vertrauten Synth/MIDI-Welt habe ich sicherheitshalber frisch von Hand nachgeschlagen.

Es gibt in Deutschland die schon erwähnte Bezeichnung nach Oktavräumen, wie sie in elementaren Musiklehren und im Bereich der klassischen Musik verwendet wird.

Außerdem üblich sind die mit Noten zu Pop, Rock und Jazz auch bei uns populär gewordenen englischen Notennamen in durchgängigen Großbuchstaben. Hinsichtlich der Oktavräume werden die allerdings umständlich beschreibend wie "middle c" für das eingestrichene c, "high C" für das zweigestrichene c und "double high C" für das dreigestrichene c oder "low G" für das kleine g und auch "above the staff" oder "below the staff" oder der Angabe des Bereichs mit Anzahl der Hilfslinien (ledger lines).

Die Bezeichnung nach der 88 Tasten-Klaviatur vom Subkontra A als A0, dem ersten C von links als C1 bis zum fünfgestrichenen c als letzter Taste ganz rechts als C8 und dem eingestrichenen c als C4 ist vergleichsweise praktisch, falls man es am Klavier gesehen und verstanden hat.

Im Zuge der Synthesizer und MIDI-Entwicklung kamen auch exotischere Zuweisungen auf, die ich nicht mit den in der Musik allgemein üblichen Bezeichnungen gleichsetzen würde. Ein Zitat dazu, Fettdruck von mir:
There are pitch-octave notation conventions that appear similar to scientific pitch notation but are based on an alternative octave convention that differs from scientific pitch notation, usually by one octave. For example, middle C (“C4” in ISPN) appears in some MIDI software as “C5” (MIDI note 60).[4] This convention is probably related to a similar convention in sample-based trackers, where C5 is the basic pitch at which a sample plays (8287.12 Hz in MOD), forcing the musician to treat samples at any other pitch as transposing instruments when using them in songs. Alternately, both Yamaha and the software MaxMSP define middle C as C3. Apple’s GarageBand also defines middle C (261.6256 Hz) as C3.
https://www.elektronauts.com/t/5-octave-keyboard-standard-tuning/169408/4

Gruß Claus
 
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