Blues-Mundharmonikaspieler Lazy Lester gestorben

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Selbst wenn sie die Pop- und Rockgeschichte mächtig beeinflusst haben, stehen Bluesmusiker nicht oft in den großen Schlagzeilen, auch wenn sie die Bühne des Lebens verlassen. So erging es kürzlich Lazy Lester, dessen Tod zwar in US-Zeitungen gemeldet wurde – New York Times und Washington Post schrieben von der Koryphäe bzw. dem Meister des Swamp Blues – in der deutschen Presse aber nicht erwähnt wurde, weshalb dieser Nachruf auch etwas spät kommt.
Dabei steht der Name Lazy Lester für Klassiker wie „I'm a Lover Not a Fighter“, „I Hear You Knockin'“ und „Sugar Coated Love“, die später von zahlreichen Bands wie den „Kinks“ und den „Fabulous Thunderbirds“ gecovert wurden.
Lazy Lester kam am 20. Juni 1933 als Sohn eines Farmers unter dem Namen Leslie Johnson in Torras, Louisiana zur Welt und arbeitete in seiner Jugend als Tankwart, Holzfäller und in einem Lebensmittelgeschäft. Dort kaufte er sich auch seine erste Mundharmonika und „Juke“ von Little Walter, der zusammen mit Jimmy Reed zu seinem großen Vorbild wurde. Lazy Lester beherrschte aber auch andere Instrumente wie Gitarre, Bass und Schlagzeug. Seine Karriere begann mit einer Busfahrt, auf der er mit dem Musiker Lightnin’ Slim Bekanntschaft machte, der gerade zu einer Aufnahmesession bei seinem Label Excello unterwegs war. Weil der dafür vorgesehene Mundharmonikaspieler nicht kam, sprang Lazy Lester ein, der seine Sache so gut machte, dass ihn der Label-Chef Jay Miller gleich als Solokünstler und vielseitigen Session-Musiker übernahm. Lazy Lester veröffentlichte 1957 seine erste Platte und spielte in der Folge mit einer Menge Kollegen wie Lightnin’ Slim, Slim Harpo und Katie Webster. Nach seinem Zerwürfnis mit Jay Miller, der ihm auch seinen Spitznamen verpasst hatte und als Autor für seine größten Hits eingetragen war, die nach seiner Auffassung von ihm selbst geschrieben worden waren, zog sich Lazy Lester verbittert für fast zwei Jahrzehnte aus dem Musikgeschäft zurück und zog mit Slim Harpos Schwester nach Pontiac, Michigan. In dieser Zeit gab er nur ein paar Konzerte, aber 1975 kehrte er wieder zur Musik zurück und nahm bei Alligator und Telarc und den europäischen Labels Blue Horizon und Ruf auf. Er spielte mit Jimmie Vaughan und Dani Wilde und 2003 auf dem Blues Tribute Konzert von Martin Scorsese. 1987 gewann er den W.C. Handy Award für das beste Contemporary Blues Album, 2012 wurde er in die Blues Hall of Fame in Memphis aufgenommen. Sein Swamp Blues war eine Mischung aus Blues, Swamp Pop und klassischem Country. Am 22. August starb Lazy Lester im Alter von 85 Jahren in Paradise, Kalifornien, an Magenkrebs.

Lazy Lester - Sugar Coated Love




Lazy Lester - They Call Me Lazy




Lazy Lester - I Hear You Knockin'



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