Bluesrock - Wo fängts an, wo hörts auf?

  • Ersteller Djangoausberlin
  • Erstellt am
den zweiten Absatz verstehe ich jetzt nicht ganz, denn Jimmy Page und Peter Green haben ungefähr zur gleichen Zeit angefangen wie Clapton, die sind alle eine frühere Generation als die anderen im 2. Absatz genanten Gitarristen, von Billy Gibbons vielleicht mal abgesehen
Ja, okay, Peter Green passt da nicht wirklich hinein, vor allem als er Ende der 60s mit John Mayall zuammenarbeitete ging es doch schon eher in die Bluesrockrichtung. Aber Jimmy Page würde ich durchaus als "Beeinflussten" zählen, da er in seiner frühen Zeit als Studiomusiker noch nicht der Bluesrocker war, wie ein paar Jahre später bei Led Zeppelin. Alvin Lee und Co. waren alle ihm da zwei bis drei Jahre voraus und dieses typische Jimmy-Page-Spiel kristallisierte sich imho wirklich erst zu Led Zeps Anfängen heraus.

Aber sicher ist das auch hier wieder Ansichts- und Definitionssache...

Greets. Ced
 
Wenn wir schonmal bei den altgedienten (späteren) Hardrockern sind. Ein "kleiner Italiener" namens Ronald James Padavona (später: Ronnie James Dio) hat 1967 die Band "The Electric Elves" (später: "Elf") mit gegründet - ursprünglicher Blues-Rock (Blues mit Rock'n'Roll oder umgekehrt) vom Feinsten!

Und in der "Neuzeit" empfehle ich "from the bottom of my heart" zwei sehr unterschiedliche aber gliechermaßen phantastische Alben:

- "Piece of your soul" von "Storyville"
- "Little John Chrisley" von "Little John Chrisley"

Sollten wirklich in keiner Sammlung fehlen..!!!
 
den zweiten Absatz verstehe ich jetzt nicht ganz, denn Jimmy Page und Peter Green haben ungefähr zur gleichen Zeit angefangen wie Clapton, die sind alle eine frühere Generation als die anderen im 2. Absatz genanten Gitarristen, von Billy Gibbons vielleicht mal abgesehen


Ich merke daß ich ein Spezialist bin im vermischen von Blues und Bluesrock. Ich glaube mit den oben genannten Gitarristien habe ich da aber was gemeinsam. Clapton nennt als Haupteinfluß Robert Johnson und der ist definitiv kein Rocker. Ihre Haupteinflüße haben die "ersten Bluesrocker" wohl kaum voneinander sondern eher aus der Generation davor, bei den "Ur-Bluesern". Dazu kam dann eine Weiterentwicklung der Technik (was wäre Hendrix ohne Fuzz und Wah?) der Gitarren, Verstärker usw. und das vermischt sich dann mit dem Zeitgeschmack und fertig ist der Bluesrock.
Deswegen kann man es sich wohl sparen sich zu fragen wer von wem Abgeschrieben hat. Viele Licks haben sie alle nicht erfunden, aber komplett anders gespielt und mit einem neuen Sound versehen.

Die genannten Namen garantieren allerdings auch nicht unbedingt Bluesrock. Was Clapton dann in den 80er und 90er Jahren gemacht hat steht bei mir nur unter Blues weil ich es sonst nicht mehr finde. Geht aber dann doch mehr in Richtung Pop. Schön daß er wieder die Kurve gekriegt hat.

Ich beschäftige mich gerade mit "Shine on you crazy diamond" von Pink Floyd: Das sind alles Blues-Licks, klingt aber wirklich nicht mehr wie Blues....
 
Was Clapton dann in den 80er und 90er Jahren gemacht hat steht bei mir nur unter Blues weil ich es sonst nicht mehr finde. Geht aber dann doch mehr in Richtung Pop. Schön daß er wieder die Kurve gekriegt hat.

Ich beschäftige mich gerade mit "Shine on you crazy diamond" von Pink Floyd: Das sind alles Blues-Licks, klingt aber wirklich nicht mehr wie Blues....

Habe gestern noch in einer Sammlung der "Geschichte des Rock" einen Beitrag von Clapton gehört in dem er sagte; er würde sowieso nach dem dritten Riff ins Bluesschema verfallen - das wäre halt sein "Ding"
 
Moin, bin neu hier!

Bitte korrigiert mich, aber hat denn noch keiner Canned Heat genannt?
Die haben den Bluesrock ja beinahe erfunden.;)
 
Willkommen im Club Moorjunge!

Erfunden geht mir dann doch zu weit, aber gefehlt haben Sie tatsächlich noch als Grenzgänger.

Danke für die Ergänzung und viel Spaß im Board!
 
Hallo -

ich kann mich vielen der vorherigen Artikel nur anschließen, aber ich denke nicht, dass man eine Rockband, nur weil sie einmal einen Blues einspielt, gleich als Bluesrock Band einstufen kann. Die Doors haben zwar auch Blues eingespielt (Backdoorman, Roadhouse Blues), AC/DC mit The Jack, oder sogar Motörhead (YouTube: Whore House Blues) haben ja tolle Blues Songs eingespielt, aber Blues Rock Bands im eigentlichen Sinne sind das dann für mich doch nicht. Die Rolling Stones sind ja auch als Blues Band gestartet und haben immer wieder alte Blues gecovert oder selbst eingespielt (+ sich sogar nach einem benannt), aber sind sie deswegen gleich eine Blues Rock Band?

Ich denke, diese ganze Unterscheidung zwischen "elektrifiziertem Blues" (Muddy Water, Howling Wolf, Buddy Guy, BB King und noch rockiger Bo Diddley und Chuck Berry) und Blues Rock ist rein künstlich und stammt aus der alten - und wie ich denke überholten - künstlichen Unterscheidung aus den 60er Jahren und davor, wonach Blues, "echte authentische " Folkmusik war und eigentlich nur von Schwarzen auf der Akustikgitarre vorgetragen werden konnte - und Blues Rock waren halt weiße "Kids", die meinten sie müssten sich am Bluesthema auf der E-Gitarre vergehen. Selbst bei Muddy Waters heißt es in den alten Interviews und Berichten immer "also eigentlich würde er viel lieber zur akustischen Gitarre greifen, aber der Lärm in den Bars zwingt Ihn zur elektrischen". Ich bezweifle, dass es früher in den Mississipi Juke Joints viel leiser war als in den Bars von Chicago ...

Wenn man sich alte Bücher aus den 60ern und 70ern durchliest (ich les z.B. grad "Blues Fell this Morning") findet man das Thema immer wieder. Rock Musik ist weiß, kommerziell und mit E-Gitarren und nicht authentisch - Blues ist schwarz und echte Folkmusik. Bob Dylan haben sie damals ausgebuht, als er auf elektrische Gitarre umstieg, genau wie Muddy Waters 1958 auf der UK Tournee und 1982 SRV auf dem Jazz-Festival in Montreux, die beide vom (vorwiegend älteren weißen und jazzorientierten) Publikum nicht als "echte Bluesmusiker" angenommen wurden - weil die E-Gitarre zu laut war.

Die Diskussion dreht sich da immer um Blues Musik im Gegensatz zu Blues Rock - wobei Rock angeblich keine "echte" Musik ist - im Sinne von authentisch und "true" - sondern flach und vor allem: kommerziell. Im Umkehrschluß bedeutet das, dass der "echte" Bluesmusiker immer arm und knapp bei Kasse ist. Hat der Titel Erfolg, dann hat sich der Künstler an den Kommerz verkauft! Bestes Beispiel "The Thrill is gone" von BB King, großer Erfolg auch im Mainstream, gleich kommt einer daher und bemerkt, dass da ja auch Streicher zu hören sind, und die haben im echten Blues ja nun mal nix zu suchen, also reiner Kommerz(kitsch).

Das finde ich dann doch ein bißchen Arg weit her geholt und aus heutiger Sicht finde ich die Unterscheidung zwischen Blues Musik und Blues Rock überholt, genau wie die Frage, ob die Hautfarbe die Fähigkeit zum Bluesmusizieren beeinflußt.

... und jetzt steinigt mich :cool:

Viele Grüße
kwz
 
In der Tat - der beste Beitrag dieses Threads.
 
Ja, gefällt mir auch;
interessanter Beitrag.

Es grüßt
Django
 
Um zu den Bluesrockbands noch bissel was beizutragen:

Definitiv Rory Gallagher, der auch schon 1967 mit Taste angefangen hatte (lange Zeit ein großes Idol von mir, RIP, Brother!)
Johnny Winter, immer im Spannungsfeld zwischen authentischem Mississippi Blues und hartem Rock'n' Roll
Die englische Band Free und ihr Nachfolger Bad Company
Die Anfänge von Whitesnake würde ich auch zum Bluesrock zählen, wohl beeinflusst durch die Gitarristen, ganz im Gegensatz zum "Vorgänger" Deep Purple.

Aber Hallo!!!
Rory ist umbedingt zu den Bluesrockern zu zählen. Er war ein genialer Gitarrist und klasse Songschreiber. Er möge ruhen in Frieden.
Calvin Russell fällt mir da noch ein. Da liegt die Betonung wieder mehr beim Blues. Aber das Thema ist ausufernd. Ist genauso wie: Was ist Rock, was ist Folk, Jazz, whatever?????
Aber der ganze Thread hat sowas von "wer war zuerst da Henne oder Ei?" Es ist immer Ansichtssache was man als Bluesrock bezeichnet.
 
Hallöli,

meine Lieblings Bluesrock Band (neben ZZ Top) sind Free mit ihrem genialen Gitarristen Paul Kossoff und ihrem Bassisten Andy Fraser.
"All right now" kennt eh jeder.

Mr. Big finde ich aber wesentlich besser: http://www.youtube.com/watch?v=hLo5K4PUxKI
Und mein Lieblingslied ist "Ride on a Pony": http://www.youtube.com/watch?v=WnDyJsSP2sQ
Auf den LPs / CDs geht es oft noch bluesiger ab.

Irgendwie gehört Dieter Bohlen auch zum Blues - zumindest bekomme ich den Blues, wenn ich ihn hören muss ... :D

Gruß
Andreas
 
Irgendwie gehört Dieter Bohlen auch zum Blues - zumindest bekomme ich den Blues, wenn ich ihn hören muss ... :D

Der D.B. hat sicher ein Händchen für Schonkost Kommerz - aber BITTE lass Ihn aus dem Blues raus !;)


lg,NOMORE
 

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