Bose L1 mit Aktiv Sub als Band PA

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gutomi
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Liebe Mitmusiker,
zunächst ein Dankeschön für die vielen interessanten Beiträge, die ich immer wieder gerne lese. Ich habe nun selbst ein Anliegen und vielleicht könnt Ihr mir hier weiterhelfen. Ich spiele in einer Hobby-Band mit klassischer Besetzung, Repertoire von Eigenkomp. im Jazzpopstil bis Covers von Billy Cobham bis Prince, meist in Clubs bis 100 Gästen manchmal auch im Freien dann bis ca. 200. Die Drums spielen meist unverstärkt, manchmal läuft die Bassdrum über die PA, Guitar und Bass haben eigene Amps. Wir nutzen eine Lucas Performer und als Monitore RCF 310a. Wir haben das klassische Problem, dass wir kaum Kontrolle über den Sound nach vorne haben und der Sound auf der Bühne (oder das was man dazu in einer Kneippe nutzt) sehr bescheiden ist - manchmal eine richtige Spaßbremse. Ich habe mich einmal für eine Fohhn Linea interessiert, aber die löst das Monitorproblem auch nicht.
Neulich war ich auf einem Konzert einer befreundeten Band, die eher akustisch ausgelegt ist und die verwendeten eine Bose L1 Modell 2 als einzigen Lautsprecher, der hinter der Band stand. Sie hatten einen fantastischen Sound auf der Bühne und im Publikum kam auch alles sehr gut an. Der Musikstil war aber nicht so sehr auf fetzigen Groove ausgelegt. Von Feedback keine Spur, so wie man liest ist das wohl kontruktionsbedingt (z.B. keine punktabtrahlenden Hochtöner). Nun träume ich von solch einem Sound auch für uns auf der Bühne, befürchte aber, dass mit der Bose L1 ein knackiger Punch fehlt. Bitte nicht missverstehen, ich denke nicht an Bauchstöße á la DJ-Mucke.

Deshalb nun folgende Überlegung und die Frage, ob ihr dazu Erfahrungen habt und was ihr davon haltet. Wenn das Ergebnis es rechtfertigt spielt der Preis nicht die Hauptrolle.

2 Bose L1 Modell 2 hinter uns platziert. Wahrscheinlich wird der Soound im Vergleich zum 15er Sub der Lucas dann in den Tiefen schwächer sein. Dass Bose hier bis zu 8 zusätzliche B1 Bassmodule vorschlägt erscheint mir, was den Aufwand, Gewicht und Preis angeht, nicht überzeugend, müßte man halt hören. Macht deshalb ein zusätzlicher aktiver Subwoofer Sinn und kann er sich gut in den Klang einer L1 einfügen. Das entscheidende dürfte eine gelungen Frequenztrennung sein. Deshalb nur Aktivsubs, die eine Weiche eingebaut haben. Folgende Setups fallen mir dazu ein.

1. aus den zwei L1 den jeweiligen zusätzlichen Bassausgang direkt in die zwei Eingänge eines aktiven Subs. Mischen kann man dann über die Bose T1 an den Säulen. Nachteil?: die Bose L1 läuft dann Fullrange.

2. Aus einem Mischer (z.B. Dynacord CME 1000-3) in den Sub von da mit einer eingebauten Stereoweiche in die zwei L1. Vorteil? Bose L1 nun als Mid/High Satellit nutzbar. Nachteil? Die Urprungsidee der L1 läßt sich nicht so gut umsetzen, es sei den man mischt die Musiker konsequent nach links oder rechts. Die wohl stimmigen Presets des T1 Mischers sind dann aber nicht nutzbar.

3. Aufstellung so wie von Bose gedacht. Die L1-Säule, die Bassdrum und vielleicht Keyboards überträgt, bekommt einen Mono Aktivbass. Auch da die Frage vor der L1 und dann mit dem Mid/Highausgang in die L1. Oder von dem Bassausgang der L1 in den Aktiv Sub.

4. Und dann wäre da noch der neue Mixer von Line-6 Stagescape. Er könnte die Vorteile des Bose T1 Mixers genauso nutzen, da er Einstellungen abspeichern kann, die man dann fertig am Gig abrufen kann. Inwieweit er vielleicht sogar als Frequenzweiche einsetzbar ist, habe ich noch nicht herausgefunden. Dann könnte der Bass über den Mainout angeschlossen werden und die L1 über die Monitorausgänge und wären somit noch durch weitere L1 ergänzbar. Vielleicht ginge das ja sogar ähnlich auch beim beim Dynacordmischer.

Viele Fragen und Überlegungen. Sie sind alle theoretisch, vielleicht habe ihr ja schon ein paar praktische Erfahrungen, die ihr mit mir teilen könntet. Es geht mir um das Einkreisen einer guten Lösung, die ich dann selbstverständlich erst einmal beim Musikhändler meiner Wahl und dann bei einer Probe oder live testen würde. Da die Optionen aber so vielfältig sind, würde ich vorher gerne etwas besses wissen, was denn sinnvoll wäre.

Eine Bitte noch: bitte nur praktische Überlegungen und keine tontechnischen Abhandlungen mit Frequenzkurvendarstellung. Solches Wissen ist sicher interessant, aber als nicht Tontechniker hilft mir das nicht weiter.

So nun freue ich mich auf eure Meinung und bedanke mich schonmal.

G. aus H.
 
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AMLB
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Ich habe sowohl 2 L1 II Systeme als auch ein Rudel 310er sowie entsprechende 8003er Subs im Lager.
Die Bose L1 II machen nur mit 2 Systembässen Sinn, da bei nur einem Systembass pro SÄule die Leistung der 24 Breitbänder reduziert wird.

Für kleinere Veranstaltungen (Gala, Akustikjobs, Hochzeits-DJ) reicht eine Säule mit 2 Bose Bässen völlig aus. Wenn es etwas größer wird, gehen wir mit dem Mixer Signal (in der Regel Presonus Studiolive) in die RCF 4Pro 8003 Aktivbässe und von dort (bei 120 Hz getrennt) in die Bose Anlage. Damit ist für Akustik oder Acapella Konzerte bis zu 500 Besuchern alles bestens. Monitoring stellen wir trotzdem zusätzlich (ART310er), wir benutzen die Bose also als reine Front-PA.

Sollte es rockig werden, traue ich weder der Bose noch den 310ern. Dann setzen wir (wenns dreckig wird) HK VT 212er Tops mit den entsprechenden Bässen oder aber RCF ART 525er Tops mit den 8003er Bässen ein.

Die Reaktion auf die Bose-Stäbchen war bei uns bisher ausschließlich positiv. ...man darf sie halt nur dorteinsetzen, wo sie hingehören... Für laute Parties oder Rock sind sie nicht gebaut...
 
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gutomi
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Hallo AMLB,

vielen Dank für deinen Praxisbericht aus der Sicht eines Profis, das ist genau das was weiterhilft. Was ich auch durch dieses Forum glaube zu verstehen ist, dass es bei einer Front-PA vor der Band für unsere Zwecke, besser Geeingneteres gibt als die Bose L1. Wenn Du sagst, wenn´s rockig wird traust Du der Bose oder selbst der 310 nicht. Bezieht sich das prinzipiell auf alles oder auf Konzerte ab einer bestimmten Größe, z.B. ab 100 Gästen? Mir kommt es bei meiner Fragestellung vor allem auf den Sound auf der Bühne (oder was man dazu nutzt) an. Deshalb möchte ich meine Frage präzisieren.

Szenario 1: innen
Gaststätte rechteckig ca 6 x 11 Meter. links die Bar, rechts wir vor einer Glasfront und dazwischen seitlich Bänke und laut redendes, stehendes Publikum, ca 100 Leute. Unser Schlagzeuger hat Spaß und der Percussionist hat auch volles Programm aufgefahren. Wir spielen über die Lucas Performer und als Monitore die RCF 310A. Der Sound auf der Bühne ist Matsch und vorne raus wahrscheinlich auch nicht viel besser (das der Guitarist lautstärkemäßig die Bühne dominiert braucht man ja bei diesem Setup nicht zu erwähnen). Mir macht deshalb das Ganz nicht soviel Spaß wie es könnte. Hier nun die Überlegung: Wir rücken 1 Meter vor und stellen hinter ! uns zwei Bose L1 auf, über die Keyboards und die zwei Gesangsmikros laufen, sonst keine PA. Könnte das den Soundbrei aufräumen und vor allem könnten die Bose L1 sich gegen Drums und Guitar auf der Bühne und auch im Publikum behaupten? Wahrscheinlich eher sogar im Publikum als auf der Bühne oder? Würde jeder Gesang und Keyboards gut hören?

Szenario 2: open-air
Lounge-Garten ca 150 Leute. Bühne seitlich mittig, Rückwand Holz. (wer´s kennt ich rede vom Volkano in Heidelberg, wo wir oft spielen). Die Drums und Guitar nicht so reflektieren, finde ich den Sound auf der Bühne diesbezüglich als viel angenehmer als bei Szenario 1. Hier müßte sich doch die Bose L1 auf der Bühne als Monitordurchsetzen, oder? Aber reicht sie fürs Publikum?

(Wenn es größer wird, mieten wir uns eh eine PA mit Mixer.)

Deshalb der Ausgangsgedanke, wenn es nicht für einen deutlichen, gutklingenden Sound reicht, kann ich die Bose L1 mit aktiven Subwoofern unterstützen, z.B. dem neuen ZXA1 Sub von Electrovoice oder noch hochwertiger einem BS-12 Aktivsub von Barth Acoustic (mehr als 25 kg sollten es nicht sein, muß alles dann um 2 Uhr nachts allein in den Keller schleppen).

Oder was haltet ihr von diesem Openair Szenario: hinter der Bühne dann die Bose L1 als Monitor (vielleicht reichen dann auch die L1 compact, würden Sie dann mit den Subs auch Innen reichen?) und vor der Band eine kleine PA z.B. die Elekrovoice ZXA, oder noch hochwertiger eine kleine Barth PA mit Cardioid Satelliten, damit der Sound nicht so sehr auf die Bühne rückstrahlt?

Sorry für die vielen Fragen. Aber bevor ich zum Musikhändler fahre um zu testen und auszuleihen, möchte ich mich so gut es geht informieren.

Es grüßt G. aus H.
 
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der onk
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Ich denke, es liegt nicht zwingend am Material, wenn Ihr keinen guten Sound habt. Ich würde - bevor man für Equipment groß Geld in die Hand nimmt - mal einen Tonkutscher anheuern, der Euch abmischt und hören, ob's dann nicht besser ist.


domg
 
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gutomi
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Hallo Onk,

das ist ein guter Rat und das werde ich beim nächsten Outdoor Gig auch machen. Ich begreife auch die Gedanken eines Profis, wenn Halbgebildete zu schnell zu viel Geld ausgeben. Es ist auf meinem Gebiet durchaus frustig, wenn man als Kassenhausarzt ein doch bescheidenes Salär pro Patient hat und dann sieht wieviel Geld Patienten, die selbst nicht viel haben, für einen unglaublichen Scheiss beim Heilpraktiker ausgeben.

Ich möchte jetzt nicht eine tontechnische Glaubensdebatte lostreten, da ich dazu wirklich nicht die nötige Erfahrung habe, aber eine Sache fiel mir in den letzten Jahren schon auf: auch wenn wir auf großen Bühnen spielten und sogar dann, wenn es einen extra Bühnenmischer gab, habe ich kein einziges Mal einen befriedigenden Sound auf der Bühne erlebt. Nach vorne bestimmt gut, aber halt auf der Bühne. Und es waren erfahrene Profis, die da mischten. Vielleicht hatten wir nur Pech, vielleicht ist man als Hobbymusiker, der etwas zum reinen Vergnügen macht, sogar anspruchsvoller oder unrealistischer als ein Profi, der einfach einen guten Job machen möchte. Ich frage mich aber schon, ob ein unbefriedigender Bühnensound einfach dem Prinzip Bodenmonitor und Rückschall der PA geschuldet ist und deshalb der Boseansatz grundsätzlich sinnvoll ist. Ausprobieren möchte ich es einmal, deswegen würde ich mich über weitere Erfahrungsberichte freuen.

Grüsse
G. aus H.
 
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der onk
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Guten Bühnensound macht in erster Linie mal die Band selbst. Also sinnvolle Aufstellung der Backline, gute Sounds, stimmiges Arrangement und über die Monitore müssten eigentlich nur noch Keys, Gesang und A-Klampfe kommen, damit es in den Grundzügen schon mal passt. Ist dem bei euch nicht so, wäre da anzusetzen.

Desweiteren ist es vom FoH aus (speziell auch in Festival-Situationen mit wechselnden Bands) kaum möglich, einen guten Monitorsound zu fahren. Job des FoH ist nun mal, daß es für die zahlenden Gäste gut klingt und von der Monitoranlage keine Feedbacks kommen - viel mehr ist nicht drin.

Guten Monitorsound kriegt man bei größeren Sachen nur mit Monitor-Platz neben der Bühne oder eben - bei "Ein-Band-Gigs" mit einem ausgiebigen Monitor-Soundcheck. Dazu kommt dann eben auch die Disziplin der Musiker, beim SC getätigte Einstellungen nicht mehr zu verändern. Speziell den Saitenzupfern muß man regelmäßig das Bedienpanel der Amps mit PU-Schaum ausspritzen... lol


domg
 
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Speziell den Saitenzupfern muß man regelmäßig das Bedienpanel der Amps mit PU-Schaum ausspritzen... lol
domg

Oh, yes. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wenn man als Pianosolist sich selbst nicht mehr hört, deshalb aufhört zu spielen und der im Amprausch dahinschwelgende Begleit-!-Gitarrist mit seeligen Gesichtstausdruck weiterklampft ohne irgendetwas zu vermissen. Wenn man ihn dann drauf anspricht dann behauptet "wieso, ich hab dich während des ganzen Solos prima gehört." Gitarristen müssen glückliche Menschen sein, mit sich und der Welt im Reinen ;-)

OK, das hat jetzt mit der Bose L1 nichts zu tun. Aber vielleicht würde ja sogar ein Gitarrist, dann mit besserem Monitorsound persönlichkeitsverändernde Maßnahmen ergreifen.... Freue mich also weiter über Erfahrungsberichte.
 
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Ein kleiner Erfahrungsbericht von letztem Samstag.
Eine Bose L1 mit 1 Sub konnte ich günstig ersteigern und somit den ersten Praxistest machen. Ein kleines Openair Konzert ca. 200 Gäste. Profimischer mit PA und Monitoren. Ich stellte dann die L1 ca 1,5, Meter hinter dem Drummer auf, ins Gebüsch sozusagen. Alles, 2xvoc, key, gitarre sax, perc, drums bis auf Bass und Bassdrum lief darüber. Ich bat darum die Monitore versuchsweise auszulassen und nur die L1 als Monitor zu verwenden. Was kann man feststellen?
Erstens die L1 kann sehr laut sein, als Monitor dringt sie gut durch.
In der Pause haben wir Gitarre runter und Gesang hoch gedreht.
Alle Musiker sagten, so gut habe man sich und die Band noch nie gehört.
Nach vorne schien es den PA Klang nicht zu stören. Der Mischer mußte allerdings wegen der Drums-Overheads ein bißchen nachregeln, weil dort die L1 reinstrahlte. Aber Feedbacks gab es nicht.
Ich werde sie also behalten und weiter ausprobieren. Bin mal gespannt wie es indoor funktioniert.

Grüsse
 
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Zweiter Bericht:
heute ähnliches Setup. Openair ca. 150 Zuhörer. Profimischer mit PA und vier monitorboxen. Diesmal kein Platz die Bose L1 mittig zu stellen, also in die Bühnenecke, ich 1,5 meter davon seitlich. Klangeindruck: sie kann wirklich sehr laut. Stimmen und Sax sehr gut und überall zu hören. Diesmal Eindruck des Pianos so wie auch bei mir zuhause sehr hart und wenig plastisch. Mischer hatte aus unbekannten Gründen keine Möglichkeit etwas über EQ zu regeln. Diesmal also nicht so begeistert wie beim ersten Mal. Interessanterweise meinte der Mischer, er hätte öfters versucht die Keyboardlautstärke der PA zurück zunehmen, aber die Lautstärke wäre von der Bose von der bühne gekommen, obwohl es mir auf der Bühne nicht zu laut vorkam. Also an dem weit tragendem Klang scheint was dran zu sein. Jetzt versuche ich nächstes mal meinen RCF TT 12a Sub vorzuschalten, ob der Pianoklang dann bauchiger wird.
Späte Grüsse
 
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RaumKlang
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auch wenn wir auf großen Bühnen spielten und sogar dann, wenn es einen extra Bühnenmischer gab, habe ich kein einziges Mal einen befriedigenden Sound auf der Bühne erlebt. Nach vorne bestimmt gut, aber halt auf der Bühne. Und es waren erfahrene Profis, die da mischten. Vielleicht hatten wir nur Pech, vielleicht ist man als Hobbymusiker, der etwas zum reinen Vergnügen macht, sogar anspruchsvoller oder unrealistischer als ein Profi, der einfach einen guten Job machen möchte. Ich frage mich aber schon, ob ein unbefriedigender Bühnensound einfach dem Prinzip Bodenmonitor und Rückschall der PA geschuldet ist und deshalb der Boseansatz grundsätzlich sinnvoll ist.

Mir (als hauptberuflichem Tonschrauber und semiprofessioneller Hobbymusiker) fällt immer wieder auf, dass viele Bands quer duch alle Lager und Stilrichtungen
1. keine gemeinsame Sprache mit der Toncrew finden können, selbst wenn sich letztere darum bemüht
2. keine Ahnung haben oder nicht ausdrücken können, was ihnen auf der Bühne überhaupt fehlt. Mit "klingt suboptimal" kann man am Pult leider nicht viel anfangen, wenn keine Hinweise gegeben werden _was_warum_ nicht so klingt wie es sollte. Wenn ich mit den Worten "mir tut da irgendwo irgendwas irgendwie weh, was verschreiben Sie mir?" in die Praxis komme, hilft das auch nicht viel oder? ;-)
3. Von sich aus einen nicht optimalen Bühnensound haben.

Ansatz zu 3.: Erstmal nur Backline spielen lassen und hören was fehlt oder nicht gut klingt. Entsprechende Gegenmaßnahmen treffen: Amps in Lautstärke, Klangregelung und Aufstellung so anpassen, dass es möglichst bei jedem schon nur aus der Backline gut klingt. Drums passend stimmen. Das kann von Gig zu Gig und Location zu Location unterschiedlich sein. Nur ein auf die Location gestimmtes Drumset kann gut klingen!
Wenn dann soweit alle glücklich sind, geht's weiter mit allem was über Monitore geht. Meistens also A-Gitarren, Bläser, Gesänge und Keyboards. Auch hier gilt: Passendes Mikrofon mit guter Technik bei Gesang und Bläsern ersetzen oftmals massive EQ-Eingriffe, Mikrofondisziplin bei Bläsern und Gesängen hilft zusätzlich gegen Rückkopplungen.
Lernt (auch wenn es erstmal schwer fällt!) zumindest wie über- bzw. unterbetonte Bässe, tiefe/hohe Mitten und Höhen klingen, um das für jedes einzelne Signal dem Tonmann am (Monitor-)Pult mitteilen zu können.
Bonus: Lernt, welche Frequenzbereiche bei Euren eigenen Instrumenten gerne mal nerven. Allein diese Angabe ("zieh mal 630 und 800Hz bei den Vocals, die sind mir zu nasal und tendieren leicht zum Koppeln") bringt Euch einen absoluten Bonus bei jedem ernstzunehmenden Tonkutscher, weil Ihr seine Sprache sprecht.
Nach ein paar Gigs und eventuell etwas rumprobieren im Proberaum mit dem EQ weiß man eigentlich ganz schnell wo diese Bereiche liegen und macht sich das Leben massiv einfacher :)


wir vor einer Glasfront [...] Wir spielen über die Lucas Performer und als Monitore die RCF 310A. Der Sound auf der Bühne ist Matsch und vorne raus wahrscheinlich auch nicht viel besser

Hier wäre mein Ansatz, auf Grund der Glasfront die PA hinter der Band aufzustellen. Braucht vielleicht etwas Frickelei am EQ um das koppelfrei zu bekommen, dürfte aber selbst wenn es leiser ist als mit PA vor der Bühne deutlich besser klingen, weil die Monitorreflektionen am Glas wegfallen. Durch den Wegfall des Monitormulms kann man die Front (die dann ja hinter der Band steht) vermutlich auch gleich deutlich leiser fahren ohne dass es suppt. Also ganz ähnlich wie mit der L1.
Ich hatte am Dienstag kurz mitbekommen, dass die Thomänner das mal ausprobiert hatten (konventionelle Box hinter dem Mikro vs. L1 an der gleichen Stelle) und beim Koppelverhalten kaum Unterschiede feststellen konnten.
Wenn man die 310er über kreuz schießen lässt, dürfte sich damit auch die gesamte Bühne sinnvoll abdecken lassen.
 
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gutomi
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Lieber Raumklang,

danke für die Tipps, sie sind sehr hilfreich und ich werde mich bemühen dazu zu lernen.

Denoch eine Bemerkung. Das mit der unpräzisen Sprache stimmt schon hat aber auch seine Tücken. Ich bin Arzt, also Profi, und wenn ein Patient, Laie, zu mir kommt und sagt "mein Fuß tut weh" kann es schon sein, dass ich bei der Untersuchung beim Hüftgelenk lande ( der "badische Fuß" beginnt eben da). Ich kann aber nicht verlangen, dass ein Patient kommt und sagt: "ich spüre Irritationen Grad 2 am ileocoecalen Übergang. Testen sie bitte die Leukozyten und das C-reaktive Protein." Er kommt vielmehr und sagt: "mein Bauch tut weh". Im Gegenteil wäre es problematisch wenn er mit angelesenem Internetwissen schon eine eigene Diagnose gestellt hat und mich jetzt nur noch dementsprechend informiert. In dem Fall in Richtung akute Blinddarmentzündung lenkt. Das wäre sogar gefährlich, denn vielleicht hat er ja eine Salmonellose, die ich dann zu spät erkenne. Wenn der Patient selbst Chirug oder Intensivpfleger wäre sieht das natürlich anders aus. Abgesehen der Tatsache, dass Du schon recht hast, dass man etwas dazulernen sollte, sollten aber auch Profis lernen, die Laiensprache richtig zu deuten, auch indem man dann Fragen stellt, die ein Laie verstehen kann.

Was die Aufstellung hinter der Band betrifft. Ich werde mal versuchen vor dem nächsten Gig ohne FOH-mischer, dass alle etwas früher kommen und wir unsere RCF Boxen und die Bose hinter uns stellen und vergleichen. Wenn es auch mit der RCF klappt wäre prima, denn der Klang ist wirklich gut und ich spare (ja, auch (Haus-)ärzte müssen heute sparen ;-) auf die TT08a. Wenn ich das Prinzip richtig verstanden habe, ist es aber gerade die L1, die den relativ leisen Ton, dann aber weiter trägt. Das deutet ja auch die oben beschriebene Erfahrung an. Werde berichten.

Ein Problem hat sich gezeigt. Ich wollte den RCF TT12a Sub vor die Bose schalten, das hat nicht geklappt. Ihn nach der Bose über den Bass-Linkeout anzuschliessen war kein Problem. Aber mein Plan ist ja, vom Mischer erst in den Sub zu gehen und von dort dann stereo in zwei L1. Das hätte ja auch den Vorteil, dass die Stereoweiche bei 110 Hz trennt und so die Bose entlastet wird. Das macht doch Sinn, oder? Jedenfalls wenn ich aus dem Xover output des Sub in die Bose gehe (XLR-Klinke) dann brummt sie und übersteuert sofort. Weiß jemand Rat?

Viele Grüsse
 
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RaumKlang
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wenn ein Patient, Laie, zu mir kommt und sagt "mein Fuß tut weh" kann es schon sein, dass ich bei der Untersuchung beim Hüftgelenk lande

Woher kenne ich das?
"Ich habe Ohrenschmerzen"
leichter Druck auf die Schulter - "tut das weh?"
"JIHAAAAAAAAAAAA!"


Abgesehen der Tatsache, dass Du schon recht hast, dass man etwas dazulernen sollte, sollten aber auch Profis lernen, die Laiensprache richtig zu deuten, auch indem man dann Fragen stellt, die ein Laie verstehen kann.

Das ist ebenfalls ein sehr wichtiger und guter Punkt. Problematisch ist es halt, wenn man z.B. Monitormixes vom FoH aus machen muß. Da kann man u.U. nicht ständig die 60m zur Bühne latschen um mal zu hören, wo es denn beim Monitor des Bassisten hakt.
Und leider ist es oftmals so, dass Klangeindrücke von verschiedenen Menschen extrem unterschiedlich wahrgenommen werden. Eine Sängerin sprach mal "klingt irgendwie dumpf", meinte aber eigentlich "hat viel zu viel hohe Mitten und klingt extrem scharf und harsch". Wenn ich da jetzt noch mehr obenrum gezogen hätte, wäre es also schlimmer statt besser geworden...


Wenn ich das Prinzip richtig verstanden habe, ist es aber gerade die L1, die den relativ leisen Ton, dann aber weiter trägt.

Ich halte das für eine Werbeansage aus dem Bereich der Mythen und Sagen. Humi hatte das mal schön vorgerechnet. Soweit ich mich erinnere, funktioniert die L1 allenfalls im extremen Nahfeld als Linienstrahler, das dürfte auf die erreichbare Wurfweite also so gut wie keinen Einfluß haben.


Jedenfalls wenn ich aus dem Xover output des Sub in die Bose gehe (XLR-Klinke) dann brummt sie und übersteuert sofort. Weiß jemand Rat?

Hat die L1 nur Klinkeneingänge? Wenn ja: Kann man in Erfahrung bringen ob die symmetrisch sind?
Ich vermute da eine Masseschleife zwischen Sub und L1, da müsste man aber ein wenig weiter forschen und mal schauen was denn für XLR-Klinkenkabel benutzt wurden.
 
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gutomi
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Ich habe sowohl 2 L1 II Systeme als auch ein Rudel 310er sowie entsprechende 8003er Subs im Lager.
Die Bose L1 II machen nur mit 2 Systembässen Sinn, da bei nur einem Systembass pro SÄule die Leistung der 24 Breitbänder reduziert wird.

Für kleinere Veranstaltungen (Gala, Akustikjobs, Hochzeits-DJ) reicht eine Säule mit 2 Bose Bässen völlig aus. Wenn es etwas größer wird, gehen wir mit dem Mixer Signal (in der Regel Presonus Studiolive) in die RCF 4Pro 8003 Aktivbässe und von dort (bei 120 Hz getrennt) in die Bose Anlage. Damit ist für Akustik oder Acapella Konzerte bis zu 500 Besuchern alles bestens. Monitoring stellen wir trotzdem zusätzlich (ART310er), wir benutzen die Bose also als reine Front-PA.

Sollte es rockig werden, traue ich weder der Bose noch den 310ern. Dann setzen wir (wenns dreckig wird) HK VT 212er Tops mit den entsprechenden Bässen oder aber RCF ART 525er Tops mit den 8003er Bässen ein.

Die Reaktion auf die Bose-Stäbchen war bei uns bisher ausschließlich positiv. ...man darf sie halt nur dorteinsetzen, wo sie hingehören... Für laute Parties oder Rock sind sie nicht gebaut...

Ich habe das gleiche mit einem RCF TT12a versucht. Wenn ich vom Xover Ausgang (Trennung bei 110 Hz) XLR in die L1 (klinke) gehe, dann verzerrt es sehr stark. Gehe ich vom Linkausgang (fullrange) in die L1 dann gibt es kein Problem. Ich habe das gleiche mit den RCF 310 gemacht. Xover XLR-Klinke über klinke XLR Adapter in die 310 war wieder starkt verzerrt, vom Linkausgang kein Problem. Ich habe jeweils symmetrische als auch unsymmetrische Klinkenkabel verwendet. Das seltsame ist, dass es über den Linkausgang funktioniert, deshalb habe ich direkt bei RCF nachgefragt, auf Antwort warte ich noch. Verwendest vom Ausgang 8003 Bass ein Adapterkabel XLR/Klinke, um in die L1 zu gehen?

Grüsse
 
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AMLB
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Wir setzen, je nach Situation, unsere L1 II Systeme zusammen mit RCF 4PRO 8003 Subs ein. Das sieht dann wie folgt aus:

Vom Digimixer in die RCF-Subs, Trennfrequenz auf 120 Hz, vom Link-Out in die L1 II (Adapter XLR auf Klinke symmetrisch). !!! Trotz des Aktivsubs schließe ich pro Bose L1 zwei Bose Subs an !!!

Mit dieser Konstallation bedienen wir Acapella-Auftritte, Modenschauen und Jazz, jeweils bis rund 500 Gäste. Durch die Bose-Systeme sparen wir uns jegliches Nearfill, bis 20m Tiefe kommen wir auch ohne Delayline aus. Außerdem ist bei Veranstaltern die Optik (dezent, fast unsichtbar) gern gesehen und seit dem Einsatz dieser Systeme gab es KEINE Beschwerden über zu hohe Lautstärke mehr (die Optik hört mit).

Zum Brummproblem: Bisher noch nicht vorgekommen. Weder mit 4Pro 8003, noch mit dB Opera 4015 oder DVX Sub.

Was Brummprobleme geben kann: Vom Mixer in die Aktivsubs, von dort (X-Over) ins Tonematch-Pult und von dort in die L1!
 
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Genau. Über den Linkausgang kann ich den RCF TT Sub problemlos mit der Bose L1 verbunden, vom Xover jedoch verzerrt es stark. Wäre es für die Bose L1 nicht sinnvoll die Frequenzweiche des Sub zu nutzen? Bringt es Vorteile, wenn die Bose Subs nur Frequezen über 110 Hz bekämen? Oder glaubts Du dies brächte keine klanglichen Vorteile gegenüber einem Fullrangbetrieb? Hast Du schonmal probiert zwischen dem Xover und den Bose L1 eine DI-Box zu schalten? Dies war der Vorschlag von RCF, um die Verzerrung wegzubekommen?
Grüsse
 
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Klar schickst Du das x-Over Signal zur L1. Ich trenne bei 120 Hertz. Damit übertragen die Bose Bässe den Bereich von 120 - 180 Hz, erst dann greift die Säule ein.
Wichtig: Falls Du nur einen Bose Bass anschließt, wird die Leistung der 24 Breitbänder deutlich verringert. Also: Pro Stange immer 2 Bose Subs!

Je nach Veranstaltung kann auch ein RCF 8003 beide L1 Systeme versorgen.
 

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