Bundstärke?

von Johnny_Virgil, 11.03.07.

  1. Johnny_Virgil

    Johnny_Virgil Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #1
    Hallo miteinander,
    Ich bin auf Gitarrensuche und bin dabei auf die Frage gestossen, wie gross die Auswirkungen der Bundgrösse auf die Bespielbarkeit einer Gitarre sind.
    Beispielsweise finde ich fast alle ESP/LTD's extrem gut zu bespielen(Bundstärke XJumbo), habe aber bei Thomann eine interessante Ibanez SA mit Medium Bünden entdeckt. Was macht das effektiv aus?
    Ich habe auch gesehen, dass man Bunddraht/Bünde einzeln kaufen kann. Wäre es also zb. möglich in eine Gitarre mit Bundstärke Medium XJumbos einzulegen? Wenn ja, mit welchem Aufwand wäre das verbunden?

    Dankend,

    GuardiaN
     
  2. Ray

    Ray Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 11.03.07   #2
    Ich zitier mich mal selber:


    -----snip------


    Während beim Kauf einer Gitarre die Bünde oft eine untergeordnete Rolle spielen, können wir bei Neubundierungen nach Herzenslust auswählen.

    V.a. Breite und Höhe haben unterschiedliche Auswirkungen.

    Schmale Bünde sind sauberer in der Intonation. Bei frischen Bünden mit gut geschliffener Oberkante merkt man dies nicht, da noch eine punktgenaue Auflage vorhanden ist; spielt sich diese aber im Laufe der Zeit langsam flach ab (v.a. Bendings beschleunigen dies), ist es ein deutlicher Unterschied, ob die Auflagefläche oben auf dem Bund 1mm oder 3mm breit ist.

    Breitere Bünde dagegen erleichtern das Sliden. 3 mm Breite heißt, daß 1,5mm Platz vorhanden ist, um die Bünde im Profil seitlich vom Rand bis zur Oberkante in der Mitte schräg zu schleifen. Bei 1mm Breite sind es nur 0,5mm. Der Winkel ist also steiler, man bleibt leichter hängen. Die Kombination breit und flach ist hier für viele ein Traum. Extrem flitzig sind alte Gibson Customs, breit, aber niedrig. ("fretless wonder").

    Hohe Bünde erleichtern das Bending, weil man das Griffbrett nicht mehr so sehr berührt. Im Extremfall kann man das noch verstärken, in dem man das Griffbrett aushöhlt (scalloped fretboard).

    Dafür sind niedrige Bünde unempfindlicher gegen Verstimmung. Hohe Bünde reagieren empfindlich, wenn man zuviel Druck auf die Saite ausübt, denn dabei verstimmt sich der gegriffene Ton nach oben. Deshalb muß man bei sehr hohen Bünden sehr sauber und mit kontrolliertem Fingerdruck spielen, Fehler machen sich schneller bemerkbar.
    Niedrige Bünde sind hier weniger anfällig für Verstimmung nach oben.

    Breite Bundstäbe benötigen mehr Fläche auf den Bünden. Sprich: zwischen den Bundstäben ist weniger Platz. Dies kann für ein nach oben zu verschiebendes A-Dur-Schema bei dicken Fingern durchaus etwas ausmachen.

    Die klassischen Vintage-Bünde sind schmal und niedrig (Fender Vintage), teilweise aber auch schmal und mittelhoch. Extremer Vertreter der Mini-Variante (aus einem alten Katalog entnommen) wäre z.B. 0,74 mm hoch bei 1,19 mm Breite.

    Die heute so beliebten Flitzefinger Bünde, v.a. auf Heavy-Strats u.ä. Gitarren, sind eigentlich immer breit und meist mindestens mittelhoch (ca. 2,5 - 3mm breit auf ca. 1,3 hoch) oder auch jumbo extra high (3 mm breit und 1,5 - im Extremfall fast 2 mm hoch).

    Dazwischen gibt es fast alle Varianten. Die heute sehr verbreiteten Medium Jumbo liegen ca. in der Mitte von allem, in etwa zwischen 2,2 und 2,6 breit und 1,0 - 1,3 hoch.

    Einheitliche Bezeichnungen und Größen gibt es aber nicht wirklich, im Zweifelsfall muß man in die Listen der Hersteller schauen, wenn man die genaue Breit und Höhe (und auch Form) wissen will.


    Auch im Material unterschieden sich Bünde. Meist ist es Neusilber, aber je nach Nickelgehalt sind sie weicher oder härter. Weiche Bünde lassen sich leichter bearbeiten und schleifen, und angeblich sorgt der niedrige Nickelgehalt für einen anderen Ton, allerdings sollte man solche Aussagen mit Vorsicht genießen. Harte Bünde halten einfach länger, sind aber schwerer zu bearbeiten. Fender schwört bis heute immer noch auf weiche Bünde, Gibson ist im Mittelfeld, Dunlop bietet u.a. sehr harte an.

    Sonderfall wären Stahlbünde, die sind noch einmal deutlich härter als alles, was Neusilber bieten kann. Sie können aber nicht mehr mit normalem Werkzeug bearbeitet werden. Man findet solche Bünde u.a. im Programm von Parker.

    -----snap------
     
  3. Johnny_Virgil

    Johnny_Virgil Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #3
    Dankeschön schonmal!
    Und hab ich das richtig verstanden, wenn in meiner Gitarre mediums drauf sind kann ich(oder der Typ im Laden ;) ) problemlos XLJumbos reintun?
     
  4. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #4
    Kannst Du, aber das kostet 200-250€.
     
  5. Johnny_Virgil

    Johnny_Virgil Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.03.07   #5
    Wieso denn das? Bunddraht ist ja relativ billig und der Händler meines Vertrauens wird mir ja auch keine 200 Euro abnehmen für etwas was man laut Internet-turtorial mit wenigen Vorkentnissen selbst machen kann?
     
  6. S.Tscharles

    S.Tscharles Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 12.03.07   #6
    Yo, dann mach mal!

    Google aber vorher mal nach "refretting a guitar, complete Fretjob" etc.
    Und schau Dir (ich hoffe Dein Englisch ist gut genug) gerade mal amerikanische Seiten zu dem Thema an.
    FRETS.COM Acoustic guitar instrument care, repair for players, luthiers ist da schon mal eine gute Adresse!
    Vielleicht wird Dir dann klar, daß es nicht einfach mit ein bißchen Bunddraht getan ist.

    Schon mal dran gedacht, daß es nicht damit getan ist, Bundmaterial zu haben, sondern daß dieses in Form gebracht werden muß, die alten Bünde entfernt werden müssen, die neuen dann irgendwie ins Griffbrett kommen müssen, dann die ganze Angelegenheit noch abgerichtet werden muss, und die Gitarre nach Abschluß der Operation noch möglichst gut bespielbar sein soll.
    Der Mensch, der das macht, hat da schon einige Stunden zu tun, und wird wohl auch noch etwas für seine Bemühungen haben wollen.

    Natürlich gibt es im Internet Quellen über das gewußt wie, und das notwendige Werkzeug findet man dort auch, wenn man weiß, nach was man suchen muß (z.B. einen "Vornschneider" zum vorsichtigen Rausziehen der alten Bundstäbchen aus dem Griffbrett), der ganze notwendige Werkzeugsatz kostet aber wesentlich mehr als eine fachgerechte Komplettbundierung beim Gitarrenbauer. Dort sind dann aber immer öfter Leute da, die die Internet-Tutorials gelesen haben, und jetzt doch in den teuren, sauren Apfel beißen müssen.
    Sorry, nix für ungut, aber das mußte jetzt sein!
     
  7. s!d

    s!d Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.03.07   #7
    Jo, is schon richtig. Neu-bundieren kostet ne Ecke was. Das is eben wirklich mehr als, alte Bünde raus, neue rein. So einfach isses leider nich. Vor allem wie du sie einsetzt ist entscheidend. Ein etwas zu harter Hammerschlag und das Bundstäbchen ist verkraktzt und es wird schnarren.

    Da sind 200€ schon berechtigt!
     
  8. Johnny_Virgil

    Johnny_Virgil Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.03.07   #8
    Na wenn das so ist, gut zu wissen, danke.
     
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