CAGED System - Verarschung? Oder nützt es wirklich…

viertoener
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Im Netz wird durch manchen Online-Spezialisten das CAGED System gefeiert, als DAS Hilfsmittel zum Griffbrett-Verstehen. Aber ist es das wirklich? Da so fast Online dieses verherrlicht und ich das völlig überbewertet sehe, meine Gedanken zu diesen … Quatsch…

Für das CAGED System werden die Griffmuster der „offenen“ Akkorde *1) C, A, G, E, D benutzt, welche man auf dem Griffbrett verschieben kann, um diese in jeder Tonart zuspielen. Der Eine zeigt das reine „verschieben“ des Akkords, der Andere zeigt das ausdünnen dieser. Und wieder Andere beziehen die Tonleiter-Shapes mit ein. Für die genauere Beschreibung kann sich jeder selbst entsprechende Beiträge anschauen…

Neulingen ist es nahe zu unmöglich, dieses umzusetzen. Die können es eh nicht greifen- Die Spezialisten hinterlassen den Eindruck, dass man mit CAGED-Chords, ohne tiefere Kenntnisse, das schnell umsetzen kann. Auch wird der Eindruck vermittelt durch verschieben der Basis-Akkorde die allermeisten Songs spielen zu können. Doch ist dem nicht so. Denn für eine Sinnvolle Kadenz (also nicht nur die Sumpfblues I - IV - V) braucht man Moll-Akkorde.

Freilich kann man die Moll-Chords auch verschieben. Doch geht das mit allen Akkorden. Nur ne Frage vom Fingersatz. Also auch sein wie E7#9, G13, F#b5b9 und solch seltsamen Gebilde.

Der Bezug zu Shapes / Fingerings / Tonleiter-Griffmuster hat Sinn. Allerdings vermittelt es den Eindruck, dass jedes Shape zu einem ganz bestimmten Griff gehört. Das tun sie nicht. Man kann andere Chord-Griffe interpretieren. Doch sind die 5 Akkorde eine mögliche Eselsbrücke, sich die Shapes besser zu merken. Die Shapes selbst lernt man aber sehr gut ohne den Bezug zu CAGED… Und damit ist alles gesagt, was ich als Sinn erkennen kann. Auch hier kann man den Griffmustern andere Akkorde zuordnen, idealerweise kaspert sich das jeder selbst zurecht.

CAGED wird man kein besseres Verständnis für die Musik entwickeln. Es lenkt vom Hörenlernen der Tonleitern und wichtigen Tönen eher ab.

Wem nützt es denn und wann hat es wirklich Sinn!?
In erster Linie den Selbstdarstellern, die das als DEN Trick oder großes Geheimnis darstellen, was ihre Welt veränderte (Blablablah…), um sich damit neue Klicks oder Kunden zu bewerben. Dem Einsteiger nützt es nix. Anwenden kann das nur jemand, der entsprechend spieltechnische Fähigkeiten erlangt hat. Da ist man aber auf einem Level die Tonleitern spielen zu können… Freilich auch mit entsprechender Gehörfähigkeit, die Konsonanten und Tensions zu hören. Da kann das „System“ eine Hilfe sein. Aber mehr auch nicht. Es wird völlig überbewertet…

Die Krönung der CAGED verarsche fiel mir neulich in die Hände.

IMG_2742.jpg


Und dann hat´s noch jede Menge Fehler drin… Zudem Ding ein fettes Erklärbuch voll Blablah. Wer den Sinn der Erklärungen versteht, braucht das nicht.

img55.jpg


Die Idee der Shapes gibt´s schon lange. Micheal Sagmeister hat diese als wichtige Basis in deinem Buch Jazz-Gitarre ausführlich beschrieben.

*1) Der Begriff „offene“ Akkorde wird gern für Chords mit Leersaiten verwendet. Mir ist das aber nicht eindeutig, da in der Theorie offene Akkorde eher als die Geschlechtslosen (keine Terz) bezeichnet werden. Darum nenne die (Gitarren)-Basis-Akkorde
 
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interessante Fragestellung(y).
 
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Jeder macht seine eigene Gitarrenreise. Der Schlüssel ist die richtige Information zur richtigen Zeit. Die versucht ein Lehrer zu vermitteln und ist auch etwas was er vermitteln kann während andere Dinge von einem selbst kommen muss.

Als jemand der ohne Lehrer versucht sich durchzuschlagen war CAGED ein riesiger Schritt als ich das entdeckte. Natürlich wusste ich damals nicht, dass es einen Namen dafür gibt und es als CAGED System vermittelt wird aber auf einmal hatte ich das ganze Griffbrett vor mir, konnte jede Tonart spielen. Der Song ist in Db? Lass mich mal kurz überlegen... Zusätzlich gibt es einem unterschiedliche Voicings und Inversionen ohne sich erst einmal durch die Theorie durchbeissen zu müssen.

Für den einen funktioniert es für den anderen funktioniert es vielleicht nicht aber es ist auf jeden Fall ein sehr gutes didaktisches Mittel.
 
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Es ist wie mit allen Dingen im Leben: es gibt eigentlich nie die eine Sache, die der goldene Schlüssel zum schnellen Erfolg ist. Wer das verspricht, der lügt. Wer sowas glaubt, ist naiv. Das CAGED-System ist sicher nicht DAS eine Ding, was man wissen und verstehen muss, und dann kann man auf einmal alles. Aber wie LUF schon schrieb: es hilft. Ich fand es auch sehr interessant und es hat mir auf jeden Fall etwas gezeigt, was ich vorher noch nicht verstanden hatte. Wieviel hat es mir nun konkret geholfen? Es war eben nur ein weiterer Baustein, von denen man auf seiner Reise ganz viele entdeckt und aufsammelt. Ich finde Kritik an dem System, was ja eigentlich nur ein Fakt ist, nicht verwerflich. Es als die einzige Weisheit anzupreisen, die man wissen muss, schon eher. Aber man darf auch nicht vergessen, dass ganz viel "Wissen" heutzutage gehyped und inflationär multipliziert wird - werden muss. YouTuber oder auch jeder sonstige Mensch, der online Geld verdient, muss einfach immer wieder was Neues raushauen. Und dann wird sowas als die eierlegende Wollmilchsau dargestellt. Ist doch nichts anderes als bei Gear auch. Alles ist supertoll, was Besseres gab es noch nie, muss man haben, perfekt! Ja, bloß dass man egal wie man es anstellt einfach Zeit investieren und lernen muss, das wird gern ausgeblendet. Stattdessen schauen die Leute sich aber auch lieber stundenlang Content an und sind dann unzufrieden, dass sie immer noch keinen Schritt weiter gekommen sind... Aber ich schweife ab...
 
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Soweit mir bekannt, hat Joe Pass erstmals diese System vorgestellt.
Es kann ein Hilfsmittel sein, eigentlich aus meiner Sicht etwas begrenzt. Wenn man sich weitgehender mit Akkorden beschäftigt, wird man erkennen, dass es viel mehr Möglichkeiten gibt, Akkorde auf unterschiedlichen Lagen spielen zu können. Dafür ist das CAGED nicht der Schlüssel.
 
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Es wird völlig überbewertet…
Naja, ich bin da eher Team "Sollte man schon kennen".
Klar gibt es viele Influenzer die Videos nur deshalb darüber machen um ihren Content-Plan zu füllen, aber wenn's mal einer erklärt von dem man weiß das er weiß wovon er redet dann kann man auch durchaus Neues an CADGED entdecken. Für mich ist es in erster Linie ein Hilfsmittel mit dem man gut Pannen beim Improvisieren vermeiden kann. Für Einsteiger, die nicht wissen wo sich die Töne auf dem Griffbrett befinden isses natürlich nichts.

Unten ein Video von einem der mir (als Autodidakt) jeden Samstag etwas neues vermittelt, dieses zum Thema Cadged. Und auch wenn er am Anfang kurz das normale 0815-Cadged zeigt, hintenraus könnt's für den einen oder anderen interessant werden. CADGED für Erwachsene.
wird darin am Anfang auch erwähnt:


View: https://youtu.be/1SdssttRkbk?si=J7OddFS3Drhbv26-
 

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