Cantus UND Supita?

von JoMalse1, 19.08.16.

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  1. JoMalse1

    JoMalse1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.16   #1
    Hallo liebe Akkordeonfreunde,
    an meiner neu erworbenen Cantus V habe ich viel Freude und sie hat mein Interesse an Weltmeister-Akkordeons geweckt - bislang war ich eher Italien-orientiert. Nun wird mir eine generalüberholte Supita angeboten. Bevor ich eine längere Fahrt auf mich nehme, möchte ich mal anfragen, ob der gleichzeitige Besitz von Cantus und Supita Sinn macht oder ob sich die Instrumente ähneln und ich vielleicht doch eher nach einer Cantora Ausschau halten sollte.

    Danke für Eure Meinungen sagt
    Joachim
     
  2. maxito

    maxito Mod Akkordeon Moderator HFU

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    Erstellt: 19.08.16   #2
    Hallo Joachim,

    wenn ich das richtig verfolgt habe dann ist die Cantora die Weiterentwicklung der Supita I. Und die Cantora wurde dann später zur Supita II.

    Also wenn die Frage heißt lieber Supita oder Cantora - dann heißt die einzig richtige Antwort: ja! ;)

    Die Frage ob Cantus oder Supita, da müsst ich jetzt passen, denn mir gefallen beide auf ihre Art sehr gut. Da kommen dann persönliche Vorlieben ins Spiel, welchen Klang man lieber mag.

    Wenn ich Eigenschaften nennen soll, die man bei den beiden Instrumenten als typisch bezeichnen kann, dann würde ich bei der Cantus sagen, dass dies insbesondere der warme brummende Bass ist, der dem Instrument insgesamt einen warmen Klangcharakter verleiht. Bei der Supita gefällt mir der kraftvolle Klang und der satte sehr direkt spielbare Bass.

    Insgesamt ist die Supita ganz klar das höherwertige Akkordeon, sowohl von den Stimmzungen, als auch von der Konstruktion (Z.B. Basscassotto). Die lässt sich noch nuancierter usw. spielen und bringt im Endeffekt auch eine größere Dynamik mit.

    - Aber im Endeffekt sind Cantus und Supita zwei Akkordeons mit deutlich unterschiedlichem klanglichen Schwerpunkt und nur die Supita /Cantora kaufen, weil die von der Ausstattung her das bessere Akkordeon ist, kann voll in die Hose gehen, wenn einem der Klangcharakter nicht gefällt. - Hier gilt meine ganz klare Meinung: beide ausprobieren! Unbedingt! Und dann erst entscheiden (oder beide kaufen:D)

    Und nicht dass hier falsche Vorstellungen aufkommen: das sind beides gute bzw. sehr gute Akkordeons - die brauchen keinen Vergleich mit vielen hochgelobten Italienern scheuen! Ganz und gar nicht!

    ... und wenn ich mich entscheiden sollte zwischen Italiener oder Supita, dann wäre meine klare Entscheidung: Supita!:great:


    ( und um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: ich arbeite weder für Harmona, noch verdiene ich daran.. und ich spiele noch nicht mal eins der beiden Akkordeons! .. hab aber schon viele ausprobiert und find die beiden einfach gut:) )
     
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  3. JoMalse1

    JoMalse1 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.08.16   #3
    Hallo Maxito,
    als Neuling hier im Forum staune ich nur über die schnellen und gehaltvollen Reaktionen, ganz toll und vielen Dank!

    Du hast mir schon sehr geholfen und ich werde mir die Supita auf jeden Fall mal anhören. Und wie immer nehme ich die Cantus mit und spiele sie parallel. Erstaunlich ist für mich nämlich immer, wie das eigene Akkordeon in anderen Räumen ganz anders klingt. Da die Cantora wohl ziemlich selten angeboten wird, werde ich die Supita und die Cantora wohl niemals direkt vergleichen können. Aber so bleibt es halt spannend.

    Wie langweilig wäre das Leben doch, wenn man sich ALLE Akkordeon-Wünsche sofort erfüllen könnte ... :-)

    Schöne Grüße
    Joachim
     
  4. Ippenstein

    Ippenstein Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.08.16   #4
    Hallo Joachim,

    Die Supita 1 hat noch kein Baßcassotto, aber durch den Umlenkstock einen kräftigen Klang. Die Stimmzungen sind breiter, wodurch der Klang etwas fetter ist. Das ist auch der Hauptunterschied der C zur C deluxe.

    Die Cantora ist im Baß durch das zusätzliche Baßcassotto noch kräftiger, aber auch abgerundeter als die Supita 1. Insgesamt ist sie klanglich etwas dünkler.

    Die Cantora ist nur noch sehr selten zu finden. Dennoch sollte man sich nicht verleiten lassen, ohne professionelle Hilfe eine vom Balkan zu holen, da die dort Tag und Nacht gespielt und repariert worden sind.

    Viele Grüße

    Ippenstein
     
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  5. Ippenstein

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    Erstellt: 21.08.16   #5
    Vielleicht gelingt es mir, mal eine mp3 der verschiedenen Instrumente aufzunehmen. Das Ergebnis wird aber wohl enttäuschen, da der Klangcharakter an sich ein farbiger singender Diskant und ein gedeckter fundamentaler Baß ist - nur eben entsprechend abgespeckt. Die Nuancen bzw. den Charakter der Instrumente merkt man am deutlichsten als Spieler. Ich habe auch schon ein paar Cantus im Baß aufgepimpt. Den Unterschied merkt man als Hörer weniger als als Spieler. Auch wenn eine S4 eine abgespeckte Supita bzw. eine Cantus eine abgespeckte Cantora ist, so sind diese Instrumente nicht zu verachten. Ich betrachte sie eher als "Economy"-Version, da die Sahnehäubchen weggelassen worden sind und man sich auf das Wesentliche konzentriert hat. So wird man ja keinen Tod sterben, wenn das Innenleben nicht mahagonifurniert oder die Stimmstöcke nicht aus abgerundetem Ahornholz sind.

    Wer also eine Cantus oder eine S-4 sein Eigen nennt, sollte sie unbedingt schätzen. Es sind liebenswerte und begehrte Instrumente, die sich nicht verstecken müssen.

    Viele Grüße

    Ippenstein
     
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  6. Chroma

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    Erstellt: 21.09.16   #6
    Hallo JoMalse1,
    da gibt es Akkordeonspieler, die mit einem einzigen Instrument glücklich sein können. Wenn aber jemand Akkordeons sammelt, weil ja eins noch schöner als das andere ist, der wird wohl nie so richtig glücklich sein. Denn, es gibt mit Sicherheit schon bald irgendwo ein Akkordeon das noch besser ist. Jetzt kannst Du Dich entscheiden wohin Du gehören möchtest.
    Nix für ungut, und viel Spass beim Spielen.

    VG Chroma
     
  7. JoMalse1

    JoMalse1 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.09.16   #7
    Hallo Chroma,
    recht hast Du, man kann durchaus mit EINEM Akkordeon auf Dauer glücklich sein - gefühlt ist das aber doch die Minderheit ... :-)

    Ich habe dagegen begonnen, ein kleines Akkordeon-Museum einzurichten, in dem ich die Vielfalt der Akkordeon-Klänge demonstrieren möchte (z.B. verschieden Chor-Ausstattungen, Cassotto, Musette, Sax-Klappen, MIDI, Vox-Instrumente, elektronisches Akkordeon, Vergleich mit Keyboard usw.). Nach der kleinen Führung mit Demo können die Besucher dann nach Herzenslust alle Modelle ausprobieren.

    Und zum Schluss sollten sie zur Erkenntnis gekommen sein: Akkordeon - was denn sonst?

    Schöne Grüße
    Joachim
     
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  8. Chroma

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    Erstellt: 24.09.16   #8
    Hallo JoMalse1,
    Akkordeon-Museum, - na das ist doch ein ganz anderes Thema und eingangs auch nicht zu ersehen. Das ist eine ganz tolle Sache und kostet sicherlich viel Mühe und Geld. Aber Keyboard 's, - die gehören m.M.n. nicht ins Akkordeon-Museum. Das wird denn doch zu komplex, lässt sich mit Akkordeons auch schlecht vergleichen. Digitale Akkos, sprich elektronische Akkordeons, ja; aber auch nur zum Vergleich. Chromatische Akkordeons, mit all ihren Variationen, (Taste, Knopf, MIII, Standardbass, Konverter etc.) ist schon so vielseitig, daß Du damit mehrere Räume füllen könntest. Nun kenne ich allerdings Deine Vorstellungen nicht, und auch nicht die Möglichkeiten, Deinen Traum zu realisieren. Interessieren würde mich allerdings schon, wo denn dieses Museum zu finden sein wird. Jedenfalls viel Glück und gutes Gelingen für Dein Vorhaben. Toi, toi, toi.
    VG Chroma
     
  9. JoMalse1

    JoMalse1 Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.09.16   #9
    Hallo Chroma,
    danke für Deine nette Stellungnahme.

    Mein kleines Akkordeon-Museum strebt keine Vollständigkeit an. Es soll eigentlich 3 Aufgaben haben:

    1.) Menschen an das Akkordeon heranzuführen, denn die medizinischen und psychologischen Vorteile sind unbestritten: Entspannung, Demenz-Vorbeuge usw. Dabei halte ich es auch für wichtig, auf die Unterschiede zwischen Akkordeon und Keyboard hinzuweisen. Ich kenne etliche Akkordeonspieler, die auch ein Keyboard besitzen. Aber meistens verstaubt es in der Ecke ("Die Einstellungen sind mir zu umständlich. Ich will mich einfach hinsetzen und losspielen.")

    2.) Akkordeon-Spielern zu zeigen, welche klanglichen Möglichkeiten bzw. Erweiterungen es noch gibt. Neugierig sind wir alle ja irgendwie.

    3.) Ich selbst möchte - je nach Lust & Laune - jeden Abend auf einem anderen Instrument spielen können ... :-)

    Außerdem sollen die Besucher erfahren, dass ...
    ... das Akkordeon zweifelsfrei das vielseitigste natürliche Instrument ist
    ... jedes (gute) Akkordeon ein Meisterwerk der Handwerkskunst ist
    ... jedes Akkordeon je nach Herstellungsprozess, verwendeten Materialien, Lagerung und Benutzung ein absolutes Unikat ist
    ... ein Akkordeon leicht transportiert werden kann und keinen Strom benötigt
    ... sich mit einem Akkordeon relativ schnell musikalische Erfolgserlebnisse einstellen
    ... ein Internetkauf ohne Probespielen bzw. Möglichkeit der Rückgabe ein großes Risiko darstellt

    Das Museum entsteht ***xxx***

    Und wenn mir jemand eine Gola oder eine Supita spendieren will, dann sage ich nicht nein ...:-)

    Schöne Grüße
    Joachim



    Anmerkung d. Mod.:
    Adresse in Absprache mit Postersteller anonymisiert
     
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  10. Tobias_1973

    Tobias_1973 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.09.16   #10
    Hallo Joachim,

    das ist ein tolles Unterfangen! Ich denke die Gegenüberstellung von Akkordeon und Keyboard ist durchaus sinnvoll, denn viele "Alleinunterhalter" zogen vom Akkordeon (mit Rhythmusmaschine) zum Keyboard hin um. Meine Beobachtung ist jedoch, dass das Akkordeon hierbei eher ein "Mittel zum Zweck" (musikalische Arbeitsmaschine, mit der man eine kleine Band ersetzen kann), als das "heiss und innig geliebte Instrument" war. Interessant ist die Gegenüberstellung allemal. Aus meiner Sicht kann das Akkordeon hierbei eigentlich auf allen Ebenen nur gewinnen. :-)

    Viele Grüße,
    Tobias
     
  11. Ippenstein

    Ippenstein Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.16   #11
    Nachdem ich ja ständig mit Instrumenten in Berührung komme, habe ich die Chance mal ergriffen und versucht, eine Vergleichsaufnahme zu machen, was allerdings schwer ist, da ich vor lauter Reparieren kaum zum Spielen komme. Es geht also um den Klang der Instrumente, den ich allein durch gleiche Aufnahmebedingungen versucht habe, möglichst naturgetreu wiederzugeben. Die heutige Supita II ist ein bißchen (Nuance) heller im Klang als die Cantora, die Supra entspricht klanglich im Wesentlichen der S4 bzw. der Cantus 4 deluxe.

    In einem anderen Faden sprach ich an, daß der Baß dunkler ist, damit der Diskant schön singen kann. Vielleicht kommt das hier gut rüber. Die Baßeinstellungen sind nacheinander: (Beibaß und 1. Begleiter), (Baß, Beibaß und 1. Begleiter), (Tutti). Im Diskant (16), (8+8), (8+8+4)

    https://dl.dropboxusercontent.com/u/78908349/you-S4.mp3
    https://dl.dropboxusercontent.com/u/78908349/you-Cantora.mp3

    Wie gesagt: Die Gola und deren Pedante sind auf ihre Weise schön, aber klanglich auch einem ganz anderen Ansatz folgend.

    Viele Grüße

    Ippenstein
     
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  12. jomalse

    jomalse Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.11.16   #12
    Hallo Ippenstein,
    ganz herzlichen Dank für Deine Mühe. Besonders die Cantora klingt beeindruckend. Vor einiger Zeit hatte ich auch mal die Möglichkeit, sie kurz anzuspielen. Der Unterschied zur Cantus ist schon bemerkenswert, sie ist noch deutlich getragener und orgelähnlicher.
    Schöne Grüße
    Joachim
     
  13. Tobias_1973

    Tobias_1973 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.11.16   #13
    Hallo Ippenstein,

    danke für die tollen Aufnahmen, die deutlich den klanglichen Unterschied zeigen. Solche Beiträge sind Gold wert!

    Ich finde die beiden Akkordeons klanglich sehr beeindruckend - gerade die Nähe zur Orgel. Mein Klangideal liegt bei "Holzbläser" - den Diskant angelehnt an eine Klarinette, die Bass-Seite an eine kleine Holzbläser-Kombo (Fagott, Klarinette, Oboe...). Derartige Anklänge finde ich bei meiner Tango IIIM (wenn jemand einen Tipp hat, welches höherwertige Instrument eine solche Klangästhetik hat - gerne mitteilen!).

    Viele Grüße und nochmal vielen Dank,
    Tobias
     
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  14. Chroma

    Chroma Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.17   #14
    Hallo Tobias,
    auf die Gefahr hin hier etwas off-Topic zu werden, anhand der beiden Einspielungen von Ippenstein lässt sich meine Frage aber gut beschreiben.
    Die extrem tiefen Basstöne klingen in meinen Ohren nicht mehr angenehm, fast schon unmelodisch. Andere Hörer mögen das anders empfinden. Vielleicht klingt so etwas bei einer richtigen Orgel auch schon anders, oder läßt sich möglicherweise anders regulieren. Wie ich das meine, wird durch meine jetzt folgende Frage erklärt: kann man bei elektronischen Akkordeons die Lautstärke der beiden Seiten separat regulieren? Links leiser - rechts lauter, oder umgekehrt. Wenn Du eine Antwort hast, schon mal vielen Dank im Voraus.

    VG Chroma


    P.S. Habe gerade meinen Irrtum bemerkt. ich wollte den anderen Tobias ansprechen, = Tobias R.

    VG Chroma
     
  15. asinge

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    Erstellt: 03.02.17   #15
    Das kann aber auch ein Problem mit der Aufnahme und Wiedergabe sein. In beiden Fällen gehen Bässe verloren. Das Problem habe ich mit meiner Cantus auch. Wenn man die z. B. mit einem iPad aufnimmt, dann bleibt von den Bässen nichts mehr übrig. In Natura hört sich die dann ganz anders an.

    Gruß
    Axel
     
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  16. Ippenstein

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    Erstellt: 03.02.17   #16
    Der Aufnahmeort sowie die eingesetzte Technik tragen erheblich zum Klangcharakter bei der Aufnahme bei, so daß man, will man Akkordeons miteinander vergleichen, immer die selben Voraussetzungen einhalten muß. Und selbst dann geht ein Teil des Klanges leider verloren, so daß man nur einen 2D-Eindruck gewinnen kann, während ein Akkordeon wie ein jedes analoges Musikinstrument 3D klingt.

    Zurück zur Entwicklungsgeschichte des Basses, um die Klangästhetik zu verstehen, die dahinter steckt:
    Mitte der 50er Jahre wurde die S-Serie (S-4 und S-5) als erstes Cassottoinstrument in Klingenthal entwickelt. Diese hatte noch ganz nach dem Geschmack der früheren Jahrzehnte 5 Chöre, ging im Baß ab "G" los und der 5. Chor war eigenständig, so daß es auch "italienische" Registerkombinationen gab.
    Anfang der 60er Jahre wurden auch die beiden Baßchöre auf "E" als tiefstem Ton gesetzt. Der 5. Chor wurde weggelassen, da der Klang trotzdem noch hell genug war. Der 5. Chor tauchte nur noch in der Serie 90 lange Zeit auf und Ende der 60er Jahre wurde er ganz aufgegeben. (Er tauchte dann wieder in der Consona als uneigenständiges Anhängsel zum 4. Chor auf - bzw. auf Bestellung).
    1963 wurde die Supita eingeführt, die ein geschlossenes Baßverdeck hatte, wodurch die Obertöne gedämpft und das Baßvolumen vergrößert worden war. Die S-Serie bekam ebenfalls ein geschlossenes Baßverdeck. Die Supita bekam zusätzlich noch den Umlenkstock, der den Baßchor kräftiger und tiefer klingen läßt.
    Während die Cantus-Serie die S-Serie ablöste, löste die Cantora die Supita ab. Die Besonderheit der Cantora im Baß ist das zusätzliche Baßcassotto, das die Bässe nochmals verstärkt und die hohen Chöre flötiger klingen lässt - Cassotto eben. So wurde dem singenden Diskant ein kräftiges Baßfundament gegengestellt. Da der Baß tatsächlich sehr kräftig ist, ist es um so schöner, daß Beibaß und Grundchor zusammen ebenfalls einen schönen Baß ergeben, der den Diskant manierlich begleitet. ( https://dl.dropboxusercontent.com/u/78908349/Postmann-Cantora.mp3 )

    Bei elektronischen Akkordeons lässt sich die Lautstärke des Basses und des Diskants separat einstellen. Vermutlich gibt es noch viele weitere Parameter - zudem kann man da ja zwischen verschiedenen Akkordeons auswählen.

    Bei der (größeren) Kirchenorgel hat jedes Manual und das Pedal mehrere Register, durch die sowohl die Lautstärke als vor allem der Klang bestimmt wird. Dabei folgt die Orgel einem Klangideal, sei es Barock, Romantik, Neobarock oder moderne Klangideale.

    Anbei mal eine Orgel, die einen mächtigen 32-Fuß Baß hat Da dürfen unsere Akkordeons bescheiden von dannen schreiten ;) und das ist auch der Grund, warum man den Baßchor eines Akkordeons nicht mit 32-Fuß betiteln sollte, da er nunmal in der 16-Fuß-Lage ist, während Orgeln tatsächlich noch eine bis zwei Oktaven weiter runtergehen können. Das 64-Fuß Register (bis 8 Hz runter) ist aber nur etwas für den Magen ;)

    Viele Grüße

    Ippenstein
     
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  17. Chroma

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    Erstellt: 04.02.17   #17
    Hallo Axel, hallo Andreas,
    vielen Dank für Eure Antworten und speziell die auf meine Frage. Wenn ich mal nach Thrier komme, werde ich sicher die Konstantin-Basilika besuchen um die Orgel mal live zu erleben. Das ist mit Sicherheit nicht mit dem was hier im INT.Net zu hören ist zu vergleichen. Also vielen Dank und Grüße aus Dortmund.
    Chroma
     
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