Hm, Ich meine, es war ein "Klein AB", damit er "die Streicher satt drin" hat.
Die Quelle für das zusätzliche "groß-AB" im Saal als Raummikro finde ich nicht mehr. In seinen PDF´s dazu finde ich es jedenfalls nicht. Womöglich hat er das im Forum "tonthemen.de" publiziert. Dort hat Sengpiel viel geschrieben, waren es ja vorwiegend professionelle Kollegen, die sich bei "tonthemen.de" beteiligten. Leider ist dieses Forum vor einigen Jahren bei irgendeiner Software-Umstellung übel gecrasht und der (private) Betreiber wollte oder konnte weder Zeit noch Geld hinein stecken um es wieder ans Laufen zu bringen. An die Beiträge dort kommt man also nicht mehr heran.
An die Angabe von 2m Abstand für dieses groß-AB erinnere ich mich aber deshalb ganz genau, weil ich mir für die erwähnte Decca-Tree-Aufnahme eine einfache Alu-Schiene gebastelt habe, wo ich die beiden Raum-Kugeln (zwei alte, kleine und leichte
Sennheiser* MKH) an dieser Schiene außen befestigt habe. So konnte ich sie mit nur einem Mikroständer positionieren, was nötig war, da sie im Mittelgang der Kirche stehen mussten. Sonst hätte ich die Stative zwischen die Bänke stellen müssen, da hätten sie das Publikum dort behindert (und sicher hätten die Leute in der Nähe ständig gegen die Ständer gestoßen, wodurch diese Spuren praktisch unbrauchbar geworden wären).
Wie wird eigentlich das Original-DECCA gepegelt? Center so laut wie die LR?
Dazu findet sich bei Sengpiel in dem PDF "Decca-Tree-Tutorium":
Als Faustregel gilt: Die Abstände der drei Mikrofone zueinander sollten jedoch niemals kleiner als ein ganzer Meter (3 feet) sein. Wenn man das Mikrofon im Center mehr als 3 dB gegenüber den anderen Mikrofonen im Pegel absenken muss, dann kann an den Mikrofonabständen etwas nicht stimmen. Dieses Dreier-System ist kein Groß-AB-System mit "Hilfsstütze" für das Center.
Frage dazu, wenn ich den Decca Tree nun um zwei Microfone nach hinten ergänze, könnte ich doch Surroundaufnahmen machen?
Auf einen Versuch käme es auf jeden Fall an.
In dem erwähnten PDF findet sich auch dazu eine Passage:
Besonders seit es Surround-Sound-Aufnahmen gibt, kommt man nicht mehr an dieser Decca-Tree-Aufnahmetechnik vorbei, auch wenn diese sich einer mathematisch-akustischen Berechnung entzieht. Künstlerisches Gestalten lässt sich eben nicht berechnen. Das phantasievolle Surround-Sound Mikrofon-Gebilde Atmos 5.1 (mit einem Front-Mikrofon-abstand zueinander von kleinen 25 cm) wird aus Werbegründen völlig falsch mit Decca-Dreieck bezeichnet. Auch alle anderen Dreiecke mit um die 30 cm Seitenlänge sind zwar schön klein und praktisch, stellen sich aber akustisch immer als falsch heraus und haben mit der Idee eines Decca-Dreiecks wirklich nichts zu tun.
Da Decca-Tree den Raum prinzipbedingt intensiv abbildet, spricht ja auch viel für die Anwendung bei Surround-Aufnahmen.
DPA bietet dazu sogar eine spezielle Montage-Spinne an (zu DPA-Preisen, es gibt aber auch Angebote dazu günstigerer Hersteller):
https://www.dpamicrophones.de/zubehoer/surround-decca-tree-halterung-fuer-staebchenmikrofone
Diese Halterung lässt Abstände der Mikros von 0,6 bis 2,0/2,5m zu, wobei kleinere Abstände als ca. 1-1,5m eigentlich nicht für Decca-Tree empfohlen werden.