Da hast Du natürlich völlig recht, eine Spule kann man ja auch schlecht außen anfangen und nach innen wickeln...

Meine zugegeben technisch nicht wirklich korrekte Formulierung war eher der Versuch, das Wirkprinzip anschaulich zu machen, und da ist mir nix besseres eingefallen. Unser Board-Fachmann

hats natürlich gemerkt und den Finger in die Wunde gelegt.
Richtiger wäre also wohl:
Ein HB beruht darauf, dass eine zweite Spule umgekehrt angeschlossen ist und dadurch die Störsignale, sprich Brummeinstreuungen, out of phase (180° phasenverdreht) zur ersten Spule ausgegeben werden.
Kann ich den Kloppmann Sinner ungefähr mit einem Di Marzio Paf Pro/Paf36th Bridge vergleichen?
Leider kenne ich den Kloppmann noch nicht aus eigener Erfahrung, aber PAF Pro und 36th Bridge sind für mich eigentlich zwei recht unterschiedliche Tierchen. Der PAF Pro ist vielleicht sogar einen kleinen Tick lauter als der 36th, aber untenrum schlanker und recht höhenbetont. In einer Superstrat aus Esche fand ich ihn am Steg schon fast unerträglich, als HalsHB in Kombination mit Medium bis Hot HB am Steg war er dagegen lange Zeit erste Wahl unter den Dimarzios - und vor dem Ausufern des Programms bei vielen bekannten Hardrockern im Einsatz, wie Paul Gilbert, Steve Vai, Petrucci, Satriani, die hatten das Ding alle mal am Hals. Inzwischen ist der mittigere Air Norton für meine Gefühl an seine Stelle gerückt, wobei das auch den veränderten Soundgeschmack gegenüber dem oft etwas fizzeligeren 80er Hair Metal-HiGain wiederspiegelt (JCM800+The Rat...). In der richtigen Gitarre ist das aber nach wie vor ein schön präziser, lauter NeckHB, ohne deshalb steril zu klingen. Vor allem für Shredder mit Keramik-Allergie immer noch ein Tipp.
Der 36th Anniversary PAF Bridge ist auf jeden Fall noch mehr ein Hot PAF, mehr Mitten und Bässe als der PAF Pro, wärmer und dreidimensionaler im Sound. Er hat aber trotzdem nicht so sehr diesen holzigen, warmen Ton (den man meist eher bei PAFs mit A2-Magneten findet), sondern ist eher ein Classic Rock-PAF. Im Vergleich klingt er schon etwas moderner als man das mit PAFs verbindet, z.B. verträgt er sehr viel Gain ohne zu matschen. Er hat auch mehr Bass als der PAF Pro, aber bleibt trotzdem eher definiert und straff. Joe Duplantier von Gojira einen eigenen Signature bekommen hat hat er keinen Super Distortion o.ä. gespielt, sondern eben den 36th, und der Fortress ist letztlich auch von diesem abgeleitet. Wer das Brett gehört hat, das Joe fährt: das heiüt bei einem PAF schon was. Ich finde, es ist einer der vielseitigsten HB überhaupt, den rockigen Crunch und angezerrtes meistert er ebenso wie Leadsounds á la ZZ Top. Dafür ist er halt weniger der Kandidat für Joe Bonamasa-Sounds würde ich sagen. Zeppelin, Whitesnake, Aerosmith, früe Van Halen, das ist aus meiner Sicht seine Stärke.
Wie gesagt habe ich keinen direkten Vergleich zum Sinner, aber von der Beschreibung bzw. dem Anwendungsbereich kann ich mir gut vorstellen, dass der in eine ähnliche Kerbe haut. Der 36th klingt auf jeden Fall lauter als er ist, aber man muss es natürlich mögen, dass er nicht ganz so viel Gain und Kompression am Amp bringt wie z.B. ein Custom Custom.
Gruß, bagotrix