Die Wirkung der Musik

von adrenaline, 09.09.06.

  1. adrenaline

    adrenaline Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.09.06   #1
    Hey an alle,
    ich möchte mal eure Meinung zu meiner Fragestellung haben, da es mich interessiert, wie andere darüber denken, es schon erlebt haben oder Ähnliches.

    Vorgeschichte :
    Kennt ihr das ?
    Ich spiel E-gitarre und ein Freund fragte mich, ob ich ihm denn nichmal was vorspielen könne.
    Da fielen mir natürlich gleich die Stücke ein, die ich gerade gespielt habe, jedoch klingen die alleine nicht soo wie als wenn nochn Bass oder Drum dahintersteht, also kamen sie außer Frage.
    Und somit wusste ich nicht, was ich ihm vorspielen könne.
    Ich spiel schon seit 5 jahren e-gitarre und hab eigentlich schon viel gelernt an Riffs und so Solosachen, aber die kamen für mich nicht in Frage obwohl, wie sich später herausstellte, er die voll cool fand.
    Aber ich wollte sie nicht spielen, da ich sie schon oft gespielt habe, nicht so interessant fand und eher Stücke, welche ich nicht kenne und zum ersten mal höre, viel cooler finde.

    Und genau hier liegt das Problem für mich :
    man hört ein Stück zum ersten mal, denkt sich "boah cool, wenn ich das kann bin ich der Gitarrengott" ( ich denk es trifft auf andere Instrumente genausogut zu ) und man geht voller Motivation an das Stück, übt es und übt es .. wenn man es ein bisschen geübt hat, macht es am meisten Spaß, da man es kann und noch gut klingt, aber wenn man es bei irgentnem Konzert aufführt .. dann übt man es natürlich intensiver.
    Aber dieser "Zauber" geht verloren, wenn man es zum ersten mal hört und ich muss immer damit klarkommen, es nicht" lustlos" vorzutragen ..., da man es schon so oft gespielt hat.
    Es macht zwar Spaß zu spielen, aber im Vergleich zum ersten Hören liegen da Welten zwischen und das Publikum hört es ja zum ersten Mal und da möchte ich Ihnen natürlich auch das Gefühl des ersten Hörens geben ...

    Gibt es da irgentwelche Tricks oder Tipps, die einen da helfen können ?
    Na klar isses so, dass wenn man es vor Publikum vorträgt, es eine andere Situation ist und man ja auch aufgeregter / angespannter ist, aber trozdem doch noch in etwa so.

    Kennt ihr das auch oder denkt ihr genauso wie ich ?
    Is euch das auch mal so in der Art passiert, wenn man nem "Freund" was vorspielt, der sonst keine Ahnung von Musik hat ?
    Oder was denkt ihr im generellen darüber ?
    Würd mich über paar Erfahrungsberichte freuen :D

    Freundliche Grüße
     
  2. Quirrel

    Quirrel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.09.06   #2
    Ich denke das hört sich teilweise natürlich besser an, da man ja auf CDs noch Schlagzeug und Bass und vll noch 2. Gitarre und Gesang drauf hast. Im Gegensatz dazu klingt natürlich nur die Gitarrenspur teilweise etwasch lascher.

    Außerdem wenn man sich anfangs denkt: "Wow! Was is denn der fürn Gitarrengott?" und dann eben es selber kann, und sieht das man es auch kann dann isses nemme so spektakulär, da es ja auch ganz normale Leute spielen können (sofern du dich, so wie ich es tu, nicht als Gitarrengott, sondern als normalen Menschen ansiehst ^^)

    Es ist eben keine große Herausforderung mehr, wenn man es richtig kann: Keine Herausforderung ===> nicht spektakulär / langweilig (für andere)

    Ich hab jetzt kein Rezept dagegen aber wenn man sich mal klar macht, dass es immer noch rockt und recht spektakulär teilweise ist, was man da spielt, dann findet man vll auch wieder das es in gewissem Maße rockt. Auf jedenfall rockt es wenn man dann als Band und net nur Solo spielt.

    Meine Freunde meinen auch immer "wow, du bist richtig gut und gehst voll ab auf der Gitarre", ich persönlich seh es auch net als spektakulär an....

    Ich denke wenn man denkt, das das eigene Repertoire nemme so rockt, dann sollte man vielleicht herausforderndere (hoffe das is richtig geschrieben :rolleyes: ) stücke suchen und üben damit neues Leben ins Gitarrenspiel reinkommt. Oder immer besser, was eigenes schreiben ;)

    Quirrel, der hofft sein Beitrag is ne zu verwirrend für alle ;)
     
  3. adrenaline

    adrenaline Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.09.06   #3
    hey danke für deine Antwort ^^
    Ich seh mich eigentlich als bescheidener Gitarrist an ;)

    Zu dem zitat :
    Ich glaube ich habe mich falsch ausgedrückt ^^
    Ich finde ja auch, dass es nichtmehr so rockt und spiele deswegen ständig neue Sachen.
    Aber wenn ich das scheinbar langweilige Stück dem anderen vorspiele, finden sie es klasse, da sie es zum ersten mal hören, nur empfinde ich es nicht so.

    Bloß wie soll man wissen, von alten Stücken, die man als " normal " empfindet und man früher mal gut gefunden hat, dass sie andere auch so begeistern wie einen früher ..
    Is vielleicht ne komische Frage aber ich hab halt das grundsätzliche problem, nicht genügen repertoire zu haben, da es für mich langweilig klingt und ich es deswegen nicht anderen vorspiele, zum Beispiel ganz normale Bluesriffs, klar ein standard, aber wer, der keine Gitarre spielt, findet das die krönung, da es Kadenzen sind und sich gut anhören ..

    hat jemand auch so ähnliche Erfahrungen ?

    Ich hab ja auch ne Band und da ist das gleiche Problem, wenn wir nen coolen Song spielen, von dem wir alle begeistert sind, ihn dann üben und üben und er schon zur Routine wird, hab ich die Befürchtung dass er lustlos rüberkommt, wenn man ihn aufführt.

    Hoffe das verwirrt euch nicht zusehr ^^
     
  4. LeGato

    LeGato Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 14.09.06   #4
    "Alles ist einfach, wenn man es kann...". Bekannter Effekt.

    Ich habe für mich die Erfahrung gemacht, dass die Begeisterung für ein bestimmtes Stück/Riff/whatever eine bestimmte Kurve durchläuft:

    Phase eins: Erstes hören
    Booaaah, ist das geil! Wenn ich das mal hinbekomme, bin ich ein Held!

    Phase zwei: Ich kanns
    Mhmmm, ziemlich gut. Ich bin stolz auf mich!

    Phase drei: Ziemlich oft gespielt ...
    Ich spiele auf Autopilot, irgendwie wird's langweilig ...

    Phase vier: Ich mache zum ersten Mal MUSIK aus einem Song!
    Die Fingerchen wissen blind, was sie tun sollen, stehen mir also nicht mehr im Weg. Jetzt kann ich mich voll auf das FEELING eines Stückes konzentrieren, damit herumspielen, neue Interpretationen versuchen.

    Ideal ist es, wenn meine Band Phase vier gleichzeitig mit mir erreicht. Zusammen ein Stück wirklich zum Klingen zu bringen (als Gegensatz zu "es einfach spielen") macht einen Höllenspaß, und das immer wieder.

    Bei meiner Band gibt es reichlich Stücke, die sicherlich einige hundert Male gespielt habe. Aber sie dann live zum Leben zu Erwecken und zu sehen, wie das Publikum darauf reagiert, macht mir jedes Mal wieder einen Riesenspaß.

    Mein Rat wäre also: Versuche, die Songs/Riffs wirklich zum Leben zu erwecken. Wenn die Finger endlich wissen, wo sie wann hinsollen, bist du noch lang nicht fertig mit einem Song. Du hast nur die handwerkliche Grundlage geschaffen. Die eigentliche Kunst kommt erst noch!

    Vielleicht hilft dir das ja ein wenig weiter.

    LeGato
     
  5. adrenaline

    adrenaline Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.06   #5
    hey,
    danke für die Antwort !
    Hilft mir wirklich weiter, da ich merke, dass es nicht nur mir so geht, dass das Stück erst wirklich Spaß macht, wenn man es kann und wirklich Musik drausmacht :D

    Ja ich kenne das, dieses "Musikmachen" aus einem Stück, wenn man es blind kann und dann bestimmte Sachen reinimprovisiert und andere Name der Bank: Variationen spielt.

    Mein problem bei der Sache ist nur :
    Unser bassist ist ziemlich "emanzipiert" , ungefähr so wie Flea ( also er spielt nicht so gut aber von den Riffs / Ausgeglichenheit des klangs von gitarre und bass her ) und wenn der Bass dann auch variiert und gitarre auch .. das wird dann vor einem Publikum, welches eher die "originalfassung" besser finden würde, bissle komisch klingen .. ^^

    Mein Problem ist letztendlich nur ... ich spiel auch noch in nem Orchester und da hab ich feste noten und was mach ich denn, wenn cih die akkorde / soli blind spielen kann ..
    bittend zum Dirigenten gehen und fragen, o ich variieren kann und noch paar Effekte reinknallen oder gibs da sone Strategie, wie man sich das doch relativ "starre" Stück interessant zu halten ... in meinem Fall die Filmmusik zu Fluch der Karibik , herr der Ringe oder Starwars; da sie sehr schön klingt, doch nach 50 mal spielen einfach ziemlich eintönig :p

    Das Stück nichtmehr üben und längere zeit nicht spielen, damit es interessant wird ? Oder grade üben alleine mit variation, um es dann beim Auftritt ungewöhnlich grade spieln ? = )

    Denn ich dnek ich bin nicht der einzige, der sich mit solchen problem abkämpft und könnt auch andere Erfahrungen hier reinposten, was halbwegs was mit dem Wrirken der Musik zu tun hat .. fürs Publikum oder für den Spieler selbst .. da es meiner Meinung nach auch ein sehr wichtiger Faktor neben all dem " was hab ich für tolle gitarre / effekt / verstärker" ist :D

    MfG
     
  6. LeGato

    LeGato Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 15.09.06   #6
    Sorry, aber du hast noch nicht ganz verstanden, was ich meine. Wahrscheinlich hab ich es auch missverständlich ausgedrückt.

    Einen Song zum Leben erwecken heißt für mich nicht, dass man (weil man das Grundgerüst ja jetzt geschnallt hat) anfängt, ständig "neue Noten" zu erfinden und wild rumzuimprovisieren. Das führt sehr schnell zu sinnlosem Gefrickel und endet dann in der berüchtigten "Musik für Musiker", die eigentlich nur dazu dient, das Ego des Musikers zu befriedigen. Für's Publikum isses eher nix.

    Was ich eigentlich meine, ist, einen Song zum Atmen zu bringen, Emotionen damit zu transportieren, ihn also lebendig werden zu lassen. Die Noten bleiben die gleichen, nur die Art, wie sie gespielt werden, ändert sich.

    Lass einen Song doch mal traurig klingen, oder fröhlich, zornig, zickig, verschlafen, entspannt ... Und zwar immer mit den selben Noten. Variiere die Art des Anschlags, das Ausklingen der Töne, die Dynamik, das Mikrotiming. Man kann eine halbe Note spielen oder eine halbe Note. Die Unterschiede können gewaltig sein.

    Und wenn du es schaffst, Emotionen durch die Art deines Spiels rüberzubringen, ohne darüber nachzudenken, bist du ganz oben angekommen. Ständig irgendwelche Variationen oder Improvisationen zu spielen hilft dir dabei nicht wirklich weiter.

    B.B. King z.B. spielt nix, was man nicht relativ problemlos nachspielen könnte. Aber so zu klingen wie er, dieses Feeling da rein zu bringen, wird wohl keiner schaffen. Und zusätzliche Noten in die Soli reinzuspielen bringt dich da auch nicht weiter.

    Und dann noch das Ganze nicht nur mit einem Instrument, sondern mit einer ganzen Band hinzubekommen ...


    Ich glaube, das Problem der "Langeweile" hat sich mit den obigen Ausführungen erledigt, oder? ;)
     
  7. neXXus

    neXXus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.09.06   #7
    hab mir die beiträge mal durchgelesen, und hab durch LeGato auch dazugelernt.

    habe das gleiche problem, wenn jemand fragt und ich soll etwas vorspielen, dass ich nie ein stück spielen kann, was "alleine" unterhält, also nur mit gitarre, man braucht da immer noch die band dazu.
    und zu dem zweiten thema, dass etwas langweilig wird, kann ich nur LeGato zustimmen, wenn das technische sitzt, kommt das feeling. und am feeling kann man lange probieren und üben.
    damit stücke nicht langweilig werden, könnte man songs die man kann, entweder mit verschiedenen besetzungen, mit anderen musikern, oder mit anderen effekten ausprobieren.
     
  8. adrenaline

    adrenaline Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.09.06   #8
    Schöner Beitrag leGato ...
    so spiel ich eigentlich nur, dass ich gefühle reinbringe, wenn ich für mich alleine übe ..
    Mit anderen .. weiß nicht .. ich glaube es ist ein problem mich dabei so zu öffnen um Emotionen zu transportieren, grade wenn ich aus meiner Schule ( ich geh noch in die 12. Klasse ;) ) die ganzen Gitarrenprolls sehe, die irgentwen wie slash oder so kopieren wollen und einen Gitarristen eher als konkurrent sehen als eine bereicherung, von dem man lernen kann oder ihm paar Tipps zu geben, wie ich es machen würde.

    Und um das mit einer Band zu schaffen .. sicherlich ist das ein sehr schönes Gefühl auf einer Wellenlänge zu schwingen von den Gefühlen her .. doch so schwer sie zu finden, die ein bandtaugliches Instrument spielen und auch zeit haben usw .. bestimmt so schwer wie "die frau fürs Leben" wenn ich so daran denke .. oder vielleicht auch etwas zu weit ausgeschweift :D

    Denn jeder Musiker hat Macken da er ein mensch ist und ich freu mich schon, welche gefunden zu haben, die mit mir spielen wollen und wir dieselbe Musikrichtung gerne hören und trozdem fühl ich mich mit ihnen musikalisch nicht 100% im Einklang ... vielleicht ist es auch nur eine Frage der Übung und zeit ..
     
  9. Nashrakh

    Nashrakh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.10.06   #9
    Hmm der Herr in deinem Avatar sollte dir evtl. ein gutes Vorbild sein. Ich find seine Live-Versionen viel, viel besser als die Studioversionen, er hat es immer wieder geschafft, neue Licks und Improvisationen reinzubringen (bestes Beispiel wären seine 128931928763 Versionen von Star Spangled Banner).

    Wär ja auch ne Idee, wenn man die Songs blind beherrscht ein wenig das Posen und das Spiel mit dem Publikum zu üben... das macht beiden Seiten meistens Spaß wenns gut läuft :p

    PS: wenn du mal was richtig verrücktes machen willst, fang einfach an, es dem Herrn Buckethead gleichzutun und auf der Bühne ordentlich was abzuziehen:
    YouTube - Buckethead Solo
    Das Tapping ist einfach Kult. Hat was.
     
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