[Diskussion] Sind auf hohem Niveau alle Instrumente gleich schwer?

von Muradhin, 31.07.08.

  1. Muradhin

    Muradhin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.07.08   #1
    Das ist eine Frage die mich schon länger beschäftigt. Den Auschlag jetzt hier doch mal ein Thema zu eröffnen hat heute eine Diskussion mit meiner Mutter gegeben, die gemeint hat ein Instrument wie Klavier sei deutlich anspruchsvoller als E-Bass.

    Meine Antwort darauf war, dass alle Instrumente gleich schwer seien wenn man sie wirklich gut beherrschen wolle. (Als Hintergrundinformation: Ich spiel seit neun Jahren Klavier und seit gut zwei Jahren Bass, letzteres macht mir deutlich mehr Spaß, weshalb ich auch öfters mal 2-4 Stunden pro Tag spiele, meine Mutter meint ich sollte diese Energie ins Klavier stecken, dass würde sich viel mehr lohnen)

    Ich eröffne diesen Thread aus gutem Grund auch nicht in der Basserecke, weil die Antworten dort kann ich mir denken :D, viel lieber bin ich an einer paar (hoffentlich) objektiven Meinungen interessiert. Entweder um mich bestätigt zu sehen, oder aber um zurechtgewiesen werden ;)
     
  2. Szaladin

    Szaladin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.07.08   #2
    Wenn man die Instrumente technisch beherrscht, also die musikalische Ader vom Gedanken in Töne direkt übergehen lassen kann ist es wurst, was man spielt.
     
  3. AgentOrange

    AgentOrange Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 31.07.08   #3
    Meine Meinung:

    Ein Instrument technisch perfekt zu beherrschen ist sehr schwer und erfordet viel Übung und Ausdauer - egal ob Ukulele, Klavier, E-Bass oder Cello.

    Die Schwierigkeit differiert mMn eher darin, das was man "ausdrücken" will auf dem jeweiligen Instrument umzusetzen. Es gibt sachen, die kann man mit nem Bass oder ner Gitarre einfach deutlich besser "ausdrücken" (ich hasse dieses Wort eigentlich in diesem Zusammenhang, aber nun gut) als mit nem Klavier - ebenso umgekehrt. Alles eine Frage dessen was man will, den es geht darum was spaß macht, ist ja schließlich "nur" ein Hobby.
    Etwas zu tun was einem keinen Spaß macht verstehe ich unter dem Begriff Quälerei.
     
  4. KeinGerede

    KeinGerede Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.08   #4
    Hi
    ich finds schon lustig
    eine ähnliche Diskussion hatte ich vor wenigen Wochen mit einem Kumpel :D
    Er war der Vertreter der Klavier-"Fraktion" und ich der, der "restlichen" Instrumente (insbesondere Gitarre, welches ich zu meinem Hauptinstrument zähle).
    Er meinte, dass es weitaus schwerer sei, bestimmte Stücke auf Klavier zu spielen, da es einfach viel umfassender sei.
    Nunja, das war so eine Sache, die man sich "herausnimmt" wenn man mit einer Art Tunnelblick durch die Welt der Instrumente latscht. Ich zeigte ihm kurz nach dieser Aussage Videos von Tommy Emmanuel, Andy McKee, Justin King und diversen anderen Musikern. Diese sollten ihm gerade ein Bild davon machen, was es sonst für schwere Techniken speziell auf die Gitarre bezogen gibt.
    Wie man sich dann denken kann, wurden seine Äußerungen immer schwächer, da er einsah "ok ich hatte wohl doch nicht soooo Recht"
    Jedes Instrument hat seine spezielle Eigenart, die es mit anderen Instrumente unvergleichbar macht. Diese "Eigenarten" sind die standard Spieltechniken, nunja wie man halt ein Klavier spielt und wie man eine Gitarre spielt. Nicht vergleichbar. Wenn man dann aber diese Ausnahmetalente bzw. diese Personen in Betracht zieht, die mal etwas Anderes probieren, wie zB Justin King oder oder oder, dann wird einem bewusst dass man Ähnlichkeiten in der Technik bei jedem Instrument erbringen kann. Man muss es halt nur können.
    Kein Instrument ist einem anderen gegenüber überlegen...
    Ok vielleicht Instrument x einem Kazoo oder einer Tröte :D
    aber ansonsten ^^
    Spieltechnik A auf Instrument A kann man auf einem Instrument B irgendwie nachempfinden, sodass man kaum oder nur wenige klare Vorteile für Instrument A erkennen kann.
    Besser oder schlechter ist doch eh wurst.... hauptsache es macht Spaß! :great:

    mfg KG
     
  5. lavari

    lavari Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.08   #5
    Ich machs mir jetzt mal so richtig einfach:
    muhahaha

    Egal welches Instrument man vor sich hat, und man denkt man beherrscht es. Dann stellt man fest, das es immer einen gibt, der besser ist als man selbst. Also gibt es nach oben hin keine Begrenzung.
    Daraus schließen wir, das alle Instrumente gleich schwer sind, weil man sie gar nicht vollständig beherrschen kann.

    So, ich meine, dass es einfach auf den Spass ankommt, wie gut man ist bzw. wie schwer mans hat. Ein Freund spielt zB so Klavier das ich das heulen anfangen könnte und es gibt einfach Bass Solos, wo ich mich ausziehen und auf die Straße werfen könnte.
    Also eine individuelle Sache
     
  6. Marc02

    Marc02 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.08   #6
    Als Bassist bin ich trotzdem der Meinung, dass jedes Instrument aufhohem Niveau gleich schwer ist. Ist doch mit Leistungssport nichts anderes. Jeder kann zu Fuß zum Bus gehen aber ein Marathon ist das noch lange nicht.

    Allerdings kann das Talent eine große Rolle spielen wenn mir Schlagzeug einfach besser liegt als keltische Harfe, bin ich nach 25 Jahren an der Harfe dort nicht so gut wie nach 15 Jahren am Schlagzeug.
     
  7. ChainReactor

    ChainReactor Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.08   #7
    Was heisst technisch Perfekt ? Will ich mein Instrument "beherrschen" oder spiele ich es, weil mir sein klang gefällt und ich das, was ich gerade denke in Noten umsetzen, in dem Kontext, in dem mein Instrument steht ? Will ich mich quasi über mein Instrument ausdrücken ? ( Sorry AgentOrange :D )

    Jedes Instrument hat seine kleinen Kniffe, Special Effects und Schwierigkeiten. Ich denke nicht, dass man das vergleichen kann. Okay, ich bin vielleicht in Sachen Musiktheorie bewanderter als ein furioser Triangulist, aber das hat ja noch lange nichts mit dem Instrument zu tun. Ne Triangel brauch halt keine Tonleitern.

    Technik, dass heisst für mich die eigenarten des Instruments beherrschen zu können, motorisch wie theoretisch. Und da kann man - denke ich - kein instrument miteinander vergleichen. Klar kann man beim Klavier mit zwei Händen verschiedene Melodien spielen, aber beim Bassisten und Gitarristen müssen auch zwei Hände autonom arbeiten, beim Drummer kommen auch noch die Füße dazu ( ok beim Klavier auch ;) )

    Kann also ein Pianist zu einem Bassisten sagen "Ich bin der bessere Musiker ? " Ich denke nicht. Aber der bessere Pianist ist er auf jeden Fall.

    stefan
     
  8. Bassistenschwein

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    Erstellt: 01.08.08   #8
    Ich beziehe mich jetzt mal nicht darauf ein Instrument perfekt zu beherrschen, wie viele tun das schon, sondern auf die kleinen Unterschiede, die ich in meinem Umfeld beobachte.
    Klassisch ausgebildete Musiker (Pianisten, Orchesterinstrumente) spielen anspruchsvolle Stücke vom Blatt - wer von euch könnte das? - eine andere Stärke ist zb das sehr dynamische Spiel solo oder im Ensemble.
    Was klassische Musiker oft können oder erst ab Hochschulniveau ist Improvisation und die dazu nötige Theorie. Außer Notenlesen ist im Orchester nicht viel mehr nötig.
    Wahrscheinlich jeder Gitarrist kann seine Pentatoniken rauf und runterdudeln, auch wenn er vielleich nicht weiß welche Töne er spielt, es gehört zu den Basics Viele von euch lernen vermutlich auch früher oder später die Modi, die zum guten improvisieren oder komponieren einfach notwendig sind. Fragt mal in einem Orchester danach, ihr werdet euch wundern wie viele noch nicht mal davon gehört haben.
    Ich beziehe mich jetzt auf Laienmusiker, wie sie im klassischen Bereich zb in jedem Musikschulorchester zu finden sind, ich denke das ist das Niveau, das auch die meisten hier im Board haben. Übrigens bin ich selbst auch klassisch ausgebildet, spreche also zum Teil aus Erfahrung, da ich ja irgendwie einen Spagat zwischen den beiden Welten mache
     
  9. madeye

    madeye Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.08   #9
    meine meinung zum vergleich

    klavier <> saiteninstrument (gitarre, bass, usw.)

    beim klavier tun beide hände das gleiche, plump ausgedrückt "tasten drücken".

    bei saiteninstrumenten haben wir eine greifhand und eine schlaghand, deren koordination erst einmal eingeübt werden muss.

    ein beispiel:

    man nehme einen durschnittlich begabten menschen, der noch nie ein instrument gespielt hat, setze ihn ans klavier und gebe ihm eine gitarre.

    aufgabe:
    spiele die melodie von "alle meine entchen".

    er wird auf der gitarre sehr sehr lange brauchen, während er es auf dem klavier (behaupte ich!) relativ schnell hinkriegen wird.

    warum?
    rein technisch gesehen (motorik, koordination bzw. was muss ich tun um aus dem instrument einen gescheiten ton rauszukriegen) ist klavierspielen einfacher.

    q.e.d. ;)
     
  10. Samuel_Groth

    Samuel_Groth Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 01.08.08   #10
    Sind auf hohem Niveau alle Instrumente gleich schwer?

    Ich kann die Frage nicht beantworten. Der Grund dafür ist, dass

    a) ich die allgemeine Definition von "hohem Nievau" nicht kenne
    b) ich den Schwierigkeitsgrad nicht objektiv bewerten kann
    c) ich in meinem Leben maximal 5 verschiedene Instrumente gespielt habe und daher keinerlei Erfahrung mit den restlichen 18648648679645 habe.
    d) der Faktor "Talent" auch eine große Rolle spielt und dieser Faktor auch nicht objektiv bewertet werden kann.
     
  11. Bassistenschwein

    Bassistenschwein Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.08.08   #11
    Sorry, madeye, dein Beitrag ist einfach Quatsch.

    Kann es sein, dass du keinen takt Klavier spielen kannst? Beim Klavier tun beide Hände eben nicht das gleiche. Mit beiden Händen unabhängig spielen können (in der einfachsten Variante rechts Melodie und links Bass oder Akkorde) erfordert einige Übung.
    Ich, der ich sowohl Bass und ein bisschen Gitarre als auch Klavier spiele, behaupte, die Koordination von Greif- und Schlaghand beim zupfinstrument ist sogar schneller zu lernen.

    Warum sollte er für alle meine Entchen auf der Gitarre länger brauchen?! Er muss doch nichts weiter machen, als an der Saite zu zupfen und dazu mit den Fingern auf die Bünde zu drücken. Theoretisch braucht er dazu nur einen Finger pro Hand und eine Saite.

    NEIN! Zum Klavier spielen brauchst du 5 Finger pro Hand, wobei pro Hand oft mehrere finger gleichzeitig, evtl sogar polyphon, in Aktion sind. Das ist technisch alles andere als einfach.

    Mein Gott, sonst sind es doch wir Bassisten, die ihr Instrument so kindisch verteidigen :rolleyes:

    Davon abgesehen, dass du das Thema insofern verfehlst, als es hier um die Unterschiede auf hohem Niveau geht.
     
  12. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 01.08.08   #12
    Also erst mal meine Meinung zu der impliziten Grundaussage Deiner Mutter:
    Je schwieriger ein Instrument zu beherrschen ist, desto lohnender ist es, es zu lernen.

    Mir geht es hier gar nicht darum, ob Klavier schwieriger zu beherrschen ist als Bass, sondern darum, ob diese Unterscheidung/Aussage einen Sinn macht und wenn ja, welchen.

    Übertragen auf den Sport würde das in etwa heißen:
    Jeder lerne die Sportart, die am schwierigsten zu beherrschen ist.

    Das ist offenkundiger Blödsinn.
    Zum einen, weil eben jeder für eine bestimmte Sportart Talent mitbringt und für eine andere weniger.
    Zum zweiten, weil einen eben eine bestimmte Sportart reizt und eine andere nicht.
    Zum dritten, weil es die Beziehung zwischen Interesse/Spaß an sowie Eignung für und Lernerfolg/Ehrgeiz leugnet. Und das ist aus lernpsychologischer Sicht nicht nur unsinn sondern geradezu schädlich. Wenn ich mich zum Lernen zwingen will, wenn ich gegen mein Interesse und Neigung lerne, dann ist der Lernerfolg einfach - bei gleichem Einsatz und Eifer und Disziplin - geringer als wenn ich etwas lerne, an dem ich interesse habe und das mir liegt.

    Natürlich gibt es Basics, die ich unbenommen von meiner eigenen Neigung lernen sollte - Sprechen etwa. Dort findet zwar das gleiche statt, aber man würde eher sagen: Na ja - trotzdem musst Du es halt lernen.

    Ich kann in der Äußerung Deiner Mutter zwei Dinge erkennen bzw. sie hineininterpretieren:
    1. Es geht um das Erlernen der Sekundärtugenden: Disziplin, Ausdauer, Fleiß etc.
    Nun sind Sekundärtugenden bekanntlich vom Gegenstand unabhängig - also kann ich Disziplin, Ausdauer und Fleiß genauso am Bass als auch am Klavier lernen. Geradezu grotesk fände ich eine Überzeugung die heißt: lerne das was am schwersten ist, denn dazu musst Du die Sekundärtugenden am stärksten strapazieren.

    2. Bass ist so dermaßen anspruchslos, dass man quasi kaum was lernen muss, um es zu können.
    Nun ja - das ist es mit Sicherheit nicht. Von daher stimmt unbedingt die Aussage, dass es viel zu Lernen gibt (und viel Einsatz der Sekundärtugenden notwendig ist) - und zwar egal auf welchem Instrument - wenn man dort anstrebt, ein wirklich guter Musiker zu werden.

    Das sollte absolut ausreichen.

    In Bezug auf gewisse Vermutungen - ob Deine Mutter selbst eine verkannte Pianistin ist und Du nun das Instrument beherrschen sollst, dessen Beherrschung ihr versagt blieb, oder ob sie ein Bild von Dir hat, das beeinhaltet, dass Du ein Klaviervirtuose werden und Dich in Konzertsälen tummeln solltest anstatt in billigen Kneipen vor torkelndem Publikum minderwertige Musik auf einem tumben Instrument zu spielen - will ich mal nicht tiefer in die Materie dringen. Die Erwartungen der Eltern an die eigenen Kinder sind ein Kosmos für sich.

    Was nun objekte Kriterien für die Schwere (jetzt mal unabhängig davon, dass ich denke, dass dies ein unsinniges Kriterium ist, wie oben geschildert) von verschiedenen Instrumenten angeht, bin ich eindeutig ambivalenter Ansicht:

    a) Ich denke, dass es das gibt.
    Ich glaube, ein 6-saitiger Bass ist schwerer zu spielen als ein 4-saitiger Bass - ich glaube, eine Marschtrommel ist einfacher zu spielen als ein ganzes drumset.

    b) Ich denke, dass es danach ziemlich schnell unergiebig wird.
    Einfach deshalb, weil es unterschiedliche Kriterien gibt, die man nicht objektiv priorisieren kann.
    Beispiel: Ein Klavier ist tendenziell schwieriger als ein Bass zu spielen, weil beim Klavier zusätzlich zu der Unabhängigkeit der Hände auch die der Füße dazu kommt. Das reltiviert sich etwas mit den Bodentretern, die ein Bassist auch in den Griff bekommen muss, aber ich denke, da ist ein Unterschied.
    Andererseits spielt beim Bass als Saiteninstrument, bei dem die Finger direkt den Ton erzeugen , Gefühl und Technik der Finger eine größere Rolle als beim Klavier, bei dem man nur Tasten unterschiedlich schnell und hart anschlägt. Von fretless Bass versus Klavier mal ganz zu schweigen.

    Wie soll man nun dies gewichten können?
    Das ist schlichtweg nicht objektivierbar und jede Skala und Gewichtung wäre subjektiv.

    x-Riff
     
  13. madeye

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    Erstellt: 01.08.08   #13
    achso, gut zu wissen. :rolleyes:

    ein kleines bisschen kann ich spielen, also melodie (ohne akkordbegleitung).

    doch, beim klavier tun beide hände technisch (oder sollte man das besser motorisch nennen?) gesehen das gleiche.
    oder streichelst du etwa mit der rechten hand die tasten, während du mit der linken hand die tasten runterdrückst?
    musikalisch hast du natürlich recht (akkord + melodie).
    das ändert aber nichts daran, dass beide hände tasten drucken wenn auch mit verschiedener rhythmik (multi tasking).

    ich behaupte nunmal das gegenteil.

    er muss es schon mal schaffen, die saite zu zupfen, die er auch gegriffen hat.
    eine taste drücken ist da erheblich einfacher.

    das habe ich auch nicht behauptet.

    ich verteidige mein instrument nicht.
    bin ein sehr fauler gitarrist und haben keine emotionale bindung zum instrument.
    instrument (lat.) = mittel zum zweck (oder so ähnlich)

    ja, hast recht.
    habe den thread nur überflogen.

    mag sein, dass der unterschied auf hohem niveau nicht so groß ist.
    allerdings muss man beim spielen der gitarre (konstruktionsbedingt) viel präziser sein, da es sonst unsauber klingt.
    dieses problem hat man imo beim klavier schonmal nicht.
     
  14. Binz

    Binz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.08   #14
    Das schwierigste Instrument von allem ist das Schalgwerk!:great:
    Warum? Weil ich es spiele :p:D

    Nein Spass beiseite. Ich finde man kann nicht Hühner mit Hunden vergleichen. Sie haben war beide gemeinsam, dass sie Tiere sind, gehören aber einer ganz anderen "Spezies" an. (Damit meine ich unter den Instrumenten die Rubriken "Schlag-", "Blas-", "Saiten-" usw. Instrument.)
    Man kann sagen dass jemand das eine vielleicht leichter fällt, dem andere selbe schwieriger, aber man kann schlicht und ergreifend nicht sagen welche Instrumente schwieriger sind. (Dazu, definiere "hohes Neveau")

    * Meine Meinung

    Liebe Grüße, Binz
     
  15. Zack ab!

    Zack ab! Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.08.08   #15
    Meiner Auffassung nach, ist es völlig schnuppe welches Instrument man spielt, bei jedem Instrument ist man dazu auffgefordert völlig neune Bewegungsabläufe zu lernen und zu verinnerlichen, das ist sehr viel weniger eine rein körperliche Angelegenheit, denn eine neurologische.
    Es hat also sehr viel mehr mit dem Gehirn zu tun, als mit den Muskeln.
    Die größten Veränderungen finden im Kopf statt.

    Ich spiele Bass und Klavier, wobei ich Bass seit 5 Jahren und Klavier seit 1 1/2 Jahren spiele.
    Beim Bass kommt evlt. erschwerend hinzu, dass man die ersten Monate blutige Blasen an den Händen hat.
    Schmerzen verbinde ich mit dem Klavier eher weniger.

    Aber mal ganz von der Belastung der Gelenke und der Haut etc. abgesehen, ist jedes Instrument gleich schwer zu spielen.

    Allerdings einzuordnen fällt schwer.
    Einfache Stücke auf dem Klavier hören sich schon nach ordentlicher Musik an, während eine einfache Basslinie ohne Bandkontext sehr eintönig wirken kann.

    Auf hohem Niveau tut sich dann auch nicht mehr viel.
    Klar, ein Wooten-Solo ist natürlich über jeden Zweifel erhaben, fragt man aber einen Laien, wird er sagen, dass ein Stück von Rachmanninoff sehr viel anspruchsvoller sei.

    Wer oder was ist also der Maßstab?
     
  16. Bassistenschwein

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    Erstellt: 01.08.08   #16
    Das hier habe ich zumindest so aufgefasst:


    Hm, das könnte sinn machen :rolleyes:
    Bei mir war es so, dass ich zuerst Jahre lang Kontrabassunterricht hatte, bevor ich das erste mal einen E-bass in der hand hatte. Klingt komisch ist aber so, durch das Kontrabass spielen konnte ich das Teil quasi in die Hand nehmen und spielen. Ich war es gewöhnt saiten zu drücken und zu zupfen, deshalb musste ich mir nie Sorgen machen die Saiten richtig zu treffen, für mich war es gleich selbstverständlich.
    Ich spreche daher vielleicht auch aus einer anderen Perspektive.

    Beim Klavier weniger stimmt. Ich würde aber sagen in Punkto sauberkeit ist die Gitarre (gerade die E-Gitarre) auch noch eher unproblematisch, hier wirds zB nochmal schwieriger
    wenn bei Streichern der Bogen ins Spiel kommt. Ääääh na gut jetzt fang ich auch schon an meine Streicherehre zu verteidigen, ich bin schon leise :p

    Ich denke wir haben die Frage irgendwie auf unterschiedlichen Ebenen oder von unterschiedlichen Perspektiven aus betrachtet, also nichts für ungut ;)
     
  17. wiesenforce

    wiesenforce Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.08.08   #17
    An sich der Vergleich garnicht zu machen - wenn wir vom hohen Niveau sprechen. Als sehr guter Spieler kann ich meinen Fokus auf bestimmte Spieltechniken setzen.

    Der Unterschied zwischen Jazz- und Klassikpianist dürfte jedem klar sein. Und wer kann jetzt sagen ob Brad Mehldau besser ist als Lang Lang (tut mir leid an alle Klaiverhitler, wenn euch jetzt der Name nicht passt) oder umgekehrt.. technisch ja.. und so weiter..
    Aber es gibt halt weitaus mehr Felder, die Qualitativ noch viel schwerer zu erfassen und zu vergleichen sind als die Technik.
     
  18. oldboy

    oldboy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.08.08   #18
    Ich sehe (um mal an die Madeye / Bassistenschwein Diskussion anzuknüpfen :D) sogar einen immensen Unterschied bei verschiedenen Tasteninstrumenten.

    Bsp. Orgel - Klavier: Ich bin weit von einem wie auch immer definierten hohen Niveau entfert, allerdings kam ich ab einem gewissen Punkt mit der gemeinen Kirchenorgel (also ganz großes Tastenkino :D) wesentlich besser klar (obwohl beide Hände auf 2 oder mehr Manualen, Registerknöpfe und -hebelchen rein/raus und beide Füße auf Pedal und ebenfalls - je nach Orgelbauart - registrierend tätig, koordniniert werden wollen, soweitsogut :D ) und habe dann - shame on me- das Klavier "links liegen lassen". Kein Talent für das Klavier, lag mir die Orgel mehr, ist Klavier mit steigendem Niveau anspruchsvoller als die Orgel? Keine Ahnung, auf jeden Fall kam ich nicht klar.

    Kleiner Plausch mit einem Geiger (jetzt mal als 6-saiter auf Basisniveau):

    "Man, da spiele ich lieber Gitarre, da ist wenigstens gekennzeichnet, wo ich hingreifen muss".

    "Dafür habe ich 2 Saiten weniger und einen Bogen, mit dem kleinen Plastikteil da würde ich die Saiten nichtmal treffen".
     
  19. Effjott

    Effjott Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.08.08   #19
    Wenn man die Spieltechnik des Klavierspielens auf das Treffen der richtigen Taste reduziert, dann ist das natürlich leichter machbar als entsprechend auf einer Violine oder einer Oboe den Ton sauber zu intonieren.
    Hier geht es aber um den Vergleich der Spielbarkeit verschiedener Instrumente auf hohem Niveau und dann ist es wichtig, technisches Können aus einem anderen Blickwinkel zu beurteilen. Es wurde auch schon angedeutet, dass über das rein Handwerkliche hinaus spieltechnische Elemente wie z.B. Artikulation und Phrasierung für die Interpretation eine erhebliche Rolle spielen.

    Unterschiede beim Spielen von Tasteninstrumenten (Klavier - Kirchenorgel) sind erheblich, wie ja bereits ein Post andeutet(Mir ist es übrigens genau umgekehrt gegangen mit diesen beiden Instrumenten: Ich bevorzuge das Klavier. Aber das ist natürlich subjektiv völlig verschieden, gut so...).

    Nicht ohne Grund versuchen die Musikschulen in der Früherziehung bereits, die Fähigkeiten der Kinder auf unterschiedlichen Instrumenten auszutesten, um dann irgendwann später eine begründete Entscheidung für das Erlernen eines ganz bestimmten Instruments anzuraten.
    Oft passiert es auch, dass Kinder nach einer gewissen Lernzeit das Instrument wechseln und mit dem anderen Instrument besser zurecht kommen.

    Ich glaube nicht, dass Klavierspielen leichter zu erlernen ist als Gitarre oder Trompete oder Cello - und umgekehrt. Ich glaube eher, dass das Erlernen eines bestimmten Instruments bei den Menschen sehr unterschiedlich ist und es darauf ankommt, welches "Faible" der einzelne für ein best. Instrument hat.
     
  20. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 03.08.08   #20
    Argh, es tut mir weh immer überall zu hören, dass Klavierspielen nur Tastendrücken sei und das ja jeder könnte. Nein, dieses Tastendrücken ist nicht so leicht, genauso wie es nicht leicht ist eine Saite vernünftig zu zupfen. Die Hand- und Fingerhaltung spielt eine große Rolle so wie der Anschlag und die Kraft mit der man draufdrückt. So gut wie jeder Klavieranfänger hat zu Beginn ne furchtbare Haltung (meistens Plattfinger). Und selbst ich die seit dem 6ten Lebensjahr Klavier spielt, kann meinen Anschlag noch nicht 100%ig kontrollieren, aus der Masse an Tönen eine Melodie herausheben und so manche Akkorde nur mit Verrenkungen und manchmal ungleichmäßig spielen. Ich bin jetzt auch mal so frech und behaupte, dass ich nicht untalentiert bin. So einfach Klavierspielen auch aussieht, das sollte man nicht unterschätzen. Als ich mit Bass angefangen hab, hab ich auch gedacht, dass das total einfach ist. Tja, Fehlanzeige.

    Um zum eigentlichen Thema zurückzukommen, ich bin auch der Meinung, dass alle Instrumente schwer sind, wenn man sie auf hohem Niveau beherrschen will. Bei jedem Instrument kann man technische Raffinessen rauszuzaubern und ich glaube auch dass das für verkannte Instrumente wie Becken, Triangel, Glockenspiel und Kazoo gilt. Ob man ein "hohes Niveau" erreicht, hängt weniger vom Instrument, sondern vom eigenen Talent, Fleiß und Motivation ab.